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Totale Insulin Resistenz ??? Gibt es das ?

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juergenOBK:
Hallo,

ich habe ein Problem dass ich nicht einordnen kann.

Mein Blutzucker war in den letzten 9 Monaten mit einem HB1c zwischen 10,5 und 12,3 neben einer Kortison Therapie habe ich Basal und Rapid Insulin gespritzt, dass Kortison war mittlerweile auf 5mg abgesenkt worden. Bei der Insulin Dosis ging es umgekehrt proportional nach oben. Spitzenwert war

40-0-40 Basal (80 i.E/d)

40-37-38 Rapid (115 i.E/d) mit Zuckerwerten von 220-350 Spitze 426 mit durchschnittlich 8 BE/d.

 

Am Montag sollte die Gesamtmenge nochmals erhöht werden und ich habe einseitig die Reißleine gezogen, seit Dienstag spitze ich nicht mehr (in Worten NULL) aber mit eingmaschiger Blutzuckerkontrolle alle 2 Stunden nachts alle 3 Stunden. Das Ergebnis meine Blutzuckerwerte liegen jetzt bei 224-305 Spitze 305 allerdings mit durchschnittlich nur noch 4 BE/d.

Frage was passiert in meinem Körper habe ich eine Totale Blutzucker Resistenz, wie könnte eine neue Therapie aussehen ?

Joa:
Hallo Jürgen,

Deine Erfahrung im Zusammenhang einer längeren Cortisonbehandlung ist nicht wirklich ungewöhnlich.

Hast Du als Typ 2 auch vor der Cortisontherapie schon Insulin gehabt? Wenn ja, wieviel?

Bist Du bei einem Diabetologen in Behandlung?

Ob es geschickt ist unter der Erhaltungsdosis des Cortisons nun das Insulin gänzlich abzusetzen, scheint mir mehr als fragwürdig. Um die eigenen Betazellen zu schonen und sie vor dem Abrauchen zu schützen solltest Du eher an mehr Insulin denken und nach einer halbwegs erfolgten Stabilisierung der Werte dann sehen, schrittweise das Insulin wieder runter zu fahren.

Zum Thema Insulin und Cortison erfährst Du einiges unter dem Link:

http://www.chrostek.de/index.php?option=com_content&view=article&id=76&Itemid=85

Gruß
Joa

juergenOBK:
Hallo Joa,
vor der Kortisongabe hatte ich 2 Jahre Metformin genommen, war alles ok bis zu dem Tag.

Danke für den Link.

Habe einen Diabetogen, bei dem war ich letzten Montag, der wollte die Dosis ja mal wieder erhöhen, da werde ich nicht mehr hingehen. Es zeigt sich ja, dass ohne Insulin meine Blutzuckerwerte sich nicht erhöht haben, also ist die Wirkung von 193 i.E gleich NULL.

In meinen Augen hat sich der Arzt durch falsche Therapie diskreditiert und genießt nicht mehr mein Vertrauen.

Ich nehme seit Dienstag überhaupt keine Medikamente mehr, weder Kortison noch die 14 anderen Tabletten und es geht mir verhältnismäßig gut.

Wenn es nicht wirkt brauche ich auch nichts nehmen.

Gibt es eine andere Therapie die den Blutzucker wirksam reduziert?

Joa:

--- Zitat von: juergenOBK am April 24, 2009, 23:56 ---vor der Kortisongabe hatte ich 2 Jahre Metformin genommen, war alles ok bis zu dem Tag.

--- Ende Zitat ---
Bei Typ 2-Insulinresistenz und sicher schon reduzierter Leistungsfähigkeit der Beta-Zellen ist unter Cortison mit dem BZ ganz schnell Caos angesagt.  :boese:


--- Zitat ---Danke für den Link.
--- Ende Zitat ---
Auf den Seiten kannst Du einen Intensivst-Crash-Kurs absolvieren. Für Dich geht es wohl erst mal nur darum, die Zusammenhänge grob zu erahnen.


--- Zitat ---In meinen Augen hat sich der Arzt durch falsche Therapie diskreditiert und genießt nicht mehr mein Vertrauen.
--- Ende Zitat ---

Das mit dem Vertrauen ist eine Sache. Ob er eine falsche Therapie steuerte ist eine andere Sache. Ich wäre mir dessen nämlich gar nicht so sicher. Da ich Zusammenhänge und Vorlauf nicht kenne, kann ich aber nichts dazu sagen.

Lies mal im Board "Meine Geschichte" im Thema "von der Pumpe zurück ..." und schau Dir auch die Links an. Ist die gleiche Site wie oben schon.

Folgende Thesen/Feststellungen dazu:

1.)
Bei Dir ist unter Garantie eine starke Down-Regulation der Insulinrezeptoren durch die erheblichen Insulinmengen entstanden.
D. h. durch erheblich mehr Insulin werden die Insulinrezeptoren weniger. Am Punkt ihrer niedrigsten Konzentration verpufft das Insulin fast, weil es kaum noch Rezeptoren findet. Um noch ein bisschen mehr Wirkung zu erkitzeln, muss die Insulinmenge ggf. nochmal drastisch hochgesetzt werden, um überhaupt noch einen Bruchteil mehr an Wirkung zeigen zu können.

Die Gegenteilige Entwicklung, die Erhöhung der Rezeptorenzahl erreicht man durch Absenken der Insulinzufuhr. Das ist dann die Up-Regulation.

2.)
Wenn an den Zellen nicht mehr ausreichend Insulinwirkung für den Energieumsatz aus Glucose ankommt, werden Fettsäuren verbrannt.
Was recht schnell dann wieder eine weitere Insulinresistenz in den Zellen bewirkt.

Diese Resistenz neigt zur Zählebigkeit und bedarf einer nochmals erhöhten Insulinwirkung, um zeitnah oder überhaupt auskorrigiert zu werden.
Das Mengenverhältnis für diese Korrektur ist beim Typ 1 etwa 50% zusätzlich an Insulin.


--- Zitat ---Gibt es eine andere Therapie die den Blutzucker wirksam reduziert?
--- Ende Zitat ---

Siehe oben. Ggf. erst mal Fettsäuren-Insulinresistenz beseitigen und dann Rezeptor up Regulation unterstützen.

Womit Du allerdings rechnen musst ist eine weitere Verschlechterung Deiner Insulinproduktion durch eine längere und intensive Cortison-Behandlung.

Ob Du wieder mit Metformin hinkommst oder jetzt was weiteres/anderes brauchst, wirst Du sehen. Auf alle Fälle solltest Du aber einen Diabetologen weiterhin beteiligen.  :ja:

Gruß
Joa

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Joa am April 25, 2009, 03:32 ---Womit Du allerdings rechnen musst ist eine weitere Verschlechterung Deiner Insulinproduktion durch eine längere und intensive Cortison-Behandlung.

--- Ende Zitat ---

Du meintest sicher eine weitere Verschlechterung der Insulinresistenz durch das Cortison. Ansonsten stimme ich dir zu: ohne guten Diabetologen und eine gescheite Insulintherapie ist eine völlige Entgleisung vorprogrammiert!

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