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Richtiges Umgehen mit Diabetes

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Joa:

--- Zitat von: maulwurfinchen am März 02, 2009, 13:52 ---Typ 1 Diabetes und Tabletten ist doch ein absoluter Widerspruch?! Typ 1 ist absoluter Insulinmangel und ohne Insulinspritzen kommt man nicht aus. Bist Du sicher, dass Du nicht Typ 2 bist? Oder hast Du noch gar keinen Diabetes, sondern nur Probleme mit dem Insulinstoffwechsel? Das verwirrt mich grade sehr. Aber die Anderen offensichtlich auch.
--- Ende Zitat ---

Nu, verwirren täte ich nicht sagen.  :nein:
Typ 1 heißt in aller Regel, dass ein Autoimmunprozess die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse mehr oder weniger schnell und schubweise terminiert, so dass die eigene Insulinproduktion entsprechend schnell oder langsam zurückgeht.

Zu auffälligen Blutzuckerwerten führt das aber erst, wenn etwa 80% der Beta-Zellen zerstört sind. Wird in diesem Stadium eine geeignete Entlastung der Betazellen, wohl insbesondere durch eine geeignete Diät oder eine medikamentöse Unterstützung wie z.B. Metformin versucht, kann es sein, dass die Blutzuckerspitzen vermindert werden und die Werte erst mal so la la laufen.

Von daher ist es gar nicht so selten, dass Ärzte auch bei einer Typ 1 Diagnose in dieser Phase erst mal versuchen den "armen" Patienten nicht zu sehr zu erschrecken, mit so "üblen" Sachen wie Spritzen.
Na ja, da ist ja auch nicht jeder erst mal wirklich scharf drauf.  :kratz:

Das ist natürlich Pipifax und birgt eher die Gefahr, dass die restliche Eingenproduktion an Insulin letztlich noch schneller zurückgeht, als wenn die Betazellen durch die grundsätzlich angemessene Insulintherapie geschont und entlastet werden würden.

Zellen die dauerhaft überlastet werden, haben im allgemeinen ja die Neigung zu ungünstigen Veränderungen und zum Absterben. Wie das letztlich auch beim Typ 2 Diabetes beteiligt ist, wegen der Überlastung.

Wenn aber hier der Arzt auch noch sagt, der Diabetes könnte so "schlimm" werden, dass Sabsi vielleicht noch spritzen müsse, dann disqualifiziert sich der Mann für mich völlig. Diese Sicht der Dinge passt zu Witwenkränzchen und Schwarzwälder Kirschtorten, aber nicht zu Typ 1 und zu einem ernstzunehmenden Medizinmann.

@ Sabsi: Schau einfach der Tatsache in's Auge, auch wenn es erst mal etwas schocking wirkt, dass Du recht bald Insulin zu Dir nehmen musst (=spritzen).

Und wenn das so ist, dann sag lieber gleich zack und bumm, wenn Du es kannst. So gibt es eine gewisse Chance dass Du Dir die eigene Insulinproduktion in nennenswertem  Umfang noch eine Weile länger erhalten kannst. Eine eigene Restproduktion zu Beginn des Diabetes erleichtert es auch ungemein mit ihm umzugehen zu lernen.

Hoffentlich solange, bis Du fit genug bist, mit dem neu in Dein Leben getretenen Begleiter leidlich auszukommen.
Lieben musst Du ihn ja nicht gleich, aber in's  Bett mitnehmen schon.  :zwinker:  :duck:

Gruß
Joa

Trüffel:
Hallo Sabsi,

ich kann mich den Ratschlägen der vorigen Schreiber nur anschließen.

Aber ich möchte nochmal auf Deine Eingangsfragen zurückkommen.

--- Zitat von: Sabsi am Februar 27, 2009, 07:48 ---Ich bin mit Diagnose noch nicht fertig geworden, da sich nun für mich einiges im Alltag ändern wird.
Ich möchte euch nun mal fragen, wie ihr die Diagnose Diabetes aufgenommen habt und wie schnell ihr euch an die Veränderungen im Alltag gewöhnt habt.

--- Ende Zitat ---

Es gibt einige, die kommen mit solchen Diagnosen innerhalb kürzester Zeit zurecht  :super:, andere wiederum haben daran eine Weile ganz schön zu knabbern.  :-\

Es ändert sich im Alltag dadurch einiges. Man ist Zeit seines Lebens (zumindest aus heutiger Sicht) damit beschäftigt, die Nahrung mit der Insulinwirkung in ein möglichst stimmiges Verhältnis zu bringen.
Das gelingt mal besser und mal schlechter, wie´s halt so im Leben ist.  ;)
Und was anfangs noch ungewohnt ist, geht einem schnell in Fleisch und Blut über.  :ja:


Auch wenn Du damit haderst, das Schicksal anzunehmen: Den Diabetes (egal welcher Typ) hast Du bereits.

Es gibt nun genau zwei Möglichkeiten, mit der Sache umzugehen:
Man nimmt es nicht an und arbeitet gegen die Krankheit und letztendlich auch gegen sich selbst oder
-und das ist in meinen Augen die weitaus bessere Lösung-
man akzeptiert es und richtet sich danach ein.
Leben muß man mit beiden Varianten.  :)

Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich es akzeptiert hatte und die bessere Lösung gewählt hatte, aber das andere hatte auf die Dauer keinen Wert und man schadet sich nur selbst.  ;)

Joerg Moeller:

--- Zitat von: maulwurfinchen am März 02, 2009, 13:52 ---Typ 1 Diabetes und Tabletten ist doch ein absoluter Widerspruch?!
--- Ende Zitat ---

Nein, nicht unbedingt. Und ich rede da nichtmal vom Metformin, daß auch bei einem DM1 sinnvoll sein kann :zwinker:

Es gibt ja auch diesen langsamen DM1, den LADA. Und der kann anfangs sogar noch mit Sulfonylharnstoffen behandelt werden (der Sinn davon steht auf einem anderen Blatt)

Ich möchte aber grundsätzlich zu bedenken geben: was wir hier haben ist so eine Art "Stille Post". Wir kriegen nur Bruchstücke der Informationen, die der Arzt hat. Ich würde mir aus den jetzigen Infos jedenfalls nicht die Empfehlung zu einem Arztwechsel abringen können. Nicht ohne nähere Infos zu haben.

Sabsi:
Hallo,
ich möchte mich ganz herzlich bei euch für die vielen Tipps und Informationen bedanken. Die helfen mir momentan erst mal weiter und somit weiß ich erst einmal Bescheid, wie ich mit dem Diabetes umgehen muss.

Viele Grüße Sabsi  :)

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