Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Ständig sinkender Insulinbedarf
baerbchen:
Hallo,
mein Mann hat momentan das Glück, immer weniger Insulin zu brauchen.
Angefangen zu Spritzen hat er vor zwei Monaten mit 12/6/8 Einheiten zu den jeweiligen Mahlzeiten.
Warum auch immer wurden seine Blutzuckerwerte immer niedriger, sodass er angefangen hat, auf eigene Faust die Dosis abzusenken.
Nur an der Gewichtsabnahme (knapp 1 kg pro Woche, 8 kg bis jetzt) kann es doch nicht liegen, oder?
Inzwischen spritzt er 5/5/6 Einheiten oder weniger, je nach dem gemessenen Wert vor der Mahlzeit.
Bei in etwa gleichbleibender BE-Menge und Bewegung.
Klar, dass die Spritzfaktoren, die der Arzt ausgerechnet hat, überhaupt nicht mehr stimmen.
Gespritzt wird pi mal Daumen.
Ich hatte zwischenzeitlich richtig Sorge, dass er trotzdem auf einmal unterzuckert da liegt, weil er scheinbar nicht großartig merkt, dass er niedrige Werte hat.
Letzte Woche fühlte er sich völlig normal und hatte einen Wert von 49.
Meine Frage - ist so eine Entwicklung bei einem Neu-Diabetiker normal und wird sich wieder umkehren?
Hat sich die Bauchspeicheldrüse erholt und arbeitet wieder normal oder sind das letzte Zuckungen und die Werte werden wieder schlechter?
Oder bleibt das so und mein Mann kann damit rechnen, wieder ohne zu spritzen, klarzukommen?
Irgendwelche Tips, um in der Praxis die Werte in Ordnung zu halten?
Ludwig II:
Hallo,
Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung und Bewegung haben bei mir auch geholfen. Ich bin seit über 2 Jahren "clean" ! Kannst gerne mal in meinem Profil nachschauen da steht alles.
Joerg Moeller:
--- Zitat von: baerbchen am September 17, 2008, 09:51 ---Ich hatte zwischenzeitlich richtig Sorge, dass er trotzdem auf einmal unterzuckert da liegt, weil er scheinbar nicht großartig merkt, dass er niedrige Werte hat.
Letzte Woche fühlte er sich völlig normal und hatte einen Wert von 49.
--- Ende Zitat ---
Die "Stärke" der Hyposymptome hat mit der Geschwindigkeit zu tun, mit der der BZ sinkt. Je schneller er nach unten rauscht, desto dringlicher ist es für den Körper dagegen zu steuern, und desto eindringlicher meldet er sich.
--- Zitat ---Meine Frage - ist so eine Entwicklung bei einem Neu-Diabetiker normal und wird sich wieder umkehren?
Hat sich die Bauchspeicheldrüse erholt und arbeitet wieder normal oder sind das letzte Zuckungen und die Werte werden wieder schlechter?
Oder bleibt das so und mein Mann kann damit rechnen, wieder ohne zu spritzen, klarzukommen?
--- Ende Zitat ---
Eindeutig kann man das nicht beantworten (schon gar nicht ohne den DM-Typ deines Mannes zu kennen).
Aber es ist schon so, daß 8 Kilo weniger eine Menge ausmachen in Bezug auf den Insulinbedarf und daß durch zusätzliche Hilfe von außen (->Insulin spritzen) sich die Betazellen wieder erholen und leistungsfähiger werden.
Ein letztes Aufbäumen (=Remissions- oder Honeymoonphase) gibt es beim DM Typ 1 und die Chance, irgendwann ohne Spritzen auskommen zu können beim DM Typ 2. Aber auch dann bleibt dein Mann für den Rest des Lebens Diabetiker, und wenn er wieder in alte Gewohnheiten verfällt (und wieder zunimmt) verschlechtert sich das wieder.
Wie gesagt: das lässt sich nicht eindeutig beantworten. Man kann nichts weiter tun als es täglich zu beobachten und auf Änderungen zu reagieren. Wie man am besten darauf reagiert (auch auf den geänderten Insulinbedarf bei Krankheiten, in Verbindung mit Alkohol usw.) lernt man in einer Diabetesschulung, die dein Mann dringend machen sollte.
Er hat jetzt völlig richtig reagiert (Dosisanpassung), aber ich lese da raus, daß er das eher aus dem Bauch heraus entschieden hat. Ein Diabetiker sollte aber lernen, was auf ihn zukommen kann, damit er in jeder Lage souverän reagieren kann.
Wenn euch der behandelnde Arzt noch keine Schulung angeboten hat, dann solltet ihr mal einen Diabetologen konsultieren.
baerbchen:
--- Zitat von: Ludwig II am September 17, 2008, 10:50 --- Kannst gerne mal in meinem Profil nachschauen da steht alles.
--- Ende Zitat ---
Hallo Ludwig II, wo genau muß ich gucken?
Du hattest mir schon einmal geschrieben, dass ich bei Dir nachlesen soll, leider habe ich noch nicht die richtige Stelle gefunden.
Jörg, mein Mann ist 57 Jahre alt und Typ 2.
Erblich vorbelastet durch beide Elternteile, seine Mutter war über viele Jahre schlecht eingestellte Diabetikerin mit allen schlimmen Folgeschäden (blind, Fußamputation).
Die Schulung läuft, wir waren heute vormittag zum dritten Termin und haben dort diese Sache auch besprochen.
Mein Mann soll einfach beobachten, aufpassen und abwarten.
Bei meinem Mann ist der Diabetes durch eine akute Stoffwechselentgleisung vor genau 2 Monaten festgestellt worden.
Seitdem haben wir die Ernährung etwas umgestellt und er eben Insulin gespritzt.
Gewicht ist ohne weitere Maßnahmen von 100 kg auf 92 kg heruntergegangen.
Paula´s Frauchen:
Hallo baerbchen,
wenn ich das richtig sehe wird Dein Mann mit einer CT behandelt und zwar mit einem Combi 50, wo 50% Kurzzeit und 50% Basal drin sind wenn die Entwiklung so weitergeht würde ich den Arzt mal nach einer ICT fragen ist einfach aus meiner sicht besser da man das Basal grundeinstellen kann und das Kurzzeit für BE´s und Korrektur separat hat,
Wenn ich das hier richtig gelernt habe bedeutet
12/6/8 Einheiten = 6 IE Basal + 6 IE für Essen / 3 IE Basal + 3 IE für Essen / 4 IE Basal + 4 IE für Essen
dazu müste man den BE Faktor deines Mannes wissen für die jeweilige Tageszeit
wenn er zum Beispiel Früh bis Mittag einen BE-Faktor von 1 hätte und aber nur 2-3 BE ißt (wegen Abnehmen) dann kann da schon eine Ursache für den Unterzucker liegen.
ein Auszug was Aventis zur CT sagt
--- Zitat ---Der Nachteil liegt in der Tatsache, dass sich Lebens- und Essgewohnheiten nach dem Wirkungsverlauf des gespritzten Insulins richten müssen. Es müssen beispielsweise über den Tag verteilt 5-6 Mahlzeiten eingenommen werden, damit die Gefahr von Unterzuckerungen durch die ausgeprägten Wirkschema des Mischinsulins reduziert ist. Wenn jedoch ohnehin feste Lebens- und Essgewohnheiten vorliegen und der Alltag einen sehr regelmäßigen Rhythmus hat, werden Diabetiker auch mit einer Konventionellen Therapie zurechtkommen.
--- Ende Zitat ---
und hier noch ´ne Grafik:
Grüße
Kerstin
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