Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Kortison - Ernährungstipps
Oggy:
Abend
Der Weg ist jetzt erst mal festzustellen, weswegen Deine Werte erhöht sind - Deine Pankreas kann ja nur zu wenig produzieren, oder gerade dabei sein die Produktion herunterzufahren oder einzustellen - wie gesagt: einen Experten konsultieren und Deine HA nur ranlassen, wenn Sie diesbezüglich wirklich Ahnung hat. Den ersten Schritt mit selbständiger BZ-Kontrolle hast Du ja gemacht. Abgeklärt werden muss ja ebenfalls, inwieweit Deine jetzige Medikamentation Deinen BZ beeinflusst...
Ich wünsch Dir jedenfalls alles Gute - und nicht gleich :kotz: , wenn Du an Insulin denkst :zwinker:
Joa:
Hallo Flickeroffhope,
--- Zitat von: flicker_of_hope am Juli 15, 2008, 20:05 ---Das hier keine Diagnosen gestellt werde, ist klar.
--- Ende Zitat ---
Nö können wir auch nicht. :nein:
Aber vielleicht mal kleine Infos zu Cortison.
Cortison ist eines der am stärksten gegen das Insulin anstinkenden Hormone. Unter einer Cortison-Therapie werden die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse zur Höchstleistung in Sachen Insulinproduktion angestachelt.
Und wenn die Betas es nicht mehr schaffen der Anforderung gerecht zu werden, vielleicht auch, weil sie sonst noch eine weitere Schwäche haben, nennt man das anhand der Blutzuckerwerte im überhöhten Bereich dann Diabetes.
Und wenn die BZ-Werte bei einer Cortison-Behandlung aus dem Ruder laufen ist es State-Of-The-Medical-Art, die Bauchspeicheldrüse unbedingt mit angemessener Insulinzufuhr von außen zu unterstützen.
Ansonsten bestünde die hochwahrscheinliche Gefahr, dass die Beta-Zellen auch noch zunehmend den Geist aufgeben. :mauer:
Wodurch sich dann das Problem noch deutlicher verschärfen würde. :ja:
Also vertrau mal da Deiner Ärztin, die scheint einen ordentlichen Plan zu verfolgen.
Ob in Sachen Autoimmunerkrankung nun auch die Insulinproduktion selber betroffen ist, ist eher etwas scholastisch zu sehen. Wichtig ist diesbezüglich erstmal alleine, den Stoffwechsel insgesamt durch ausreichende Insulinzuführung von außen zu entlasten.
Alles andere wird sich zeigen. Und, auch wenn Du nun noch einen autoimmun bedingten Diabetes dazu bekämst, wäre der wohl kein wirkliches Drama im Kanon der Malessen.
Wir werden hier sicher alle bereit sein, Dir nach Möglichkeiten mit Rat und Post Support zukommen zu lassen, soweit es um Diabetes und das Handling geht.
Gruß
Joa
Joerg Moeller:
--- Zitat von: flicker_of_hope am Juli 15, 2008, 17:08 ---So gut wie das Kortison meinen Muskeln hilft, geblieben sind Doppelbilder, Durst, Trockenheit im Mund und Hals, ständig aufs Klo rennen, extreme Abgeschlafftheit. Ach ja und entgegen aller Logik nehme ich ab, statt zu.
--- Ende Zitat ---
Nein, das ist nicht gegen die Logik, das liegt an deiner Myasthenia. Ich erinnere mich da aus meiner Zeit in der Neurologie an eine junge Patientin, die mit Verdacht auf Anorexia zu uns kam. Als nach ein paar Wochen die Diagnose 'Myasthenia' stand wurde sie ordentlich behandelt und blühte dann richtig auf.
Wenn du immer noch doppelt siehst würde ich da mal versuchen einen Neurologen zu finden, der sich insbesondere mit Myasthenia auskennt. Das kann man nämlich in der Regel medikamentös gut einstellen. (allerdings nicht nur mit Cortison, sondern auch mit Cholinesterasehemmern)
Ansonsten sehe ich das wie deine Ärztin und würde die BZ-Auffälligkeiten weniger als manifesten Diabetes sehen, sondern eher als (cortisonbedingte) gestörte Glucosetoleranz. KH-arme Ernährung sehe ich hier aber nicht als besonders indiziert.
Da Myasthenia nicht sehr häufig vorkommt (und deswegen auch nicht selten mit Anorexia verwechselt wird) würde ich hier einen erfahrenen Facharzt zu Rate ziehen, der dir sicher auch in Sachen Ernährung bessere Tips geben kann.
Susanne:
hallo
ganz kurze Antwort, weil ich grad Deine Frage überflogen hab, mehr geht grad nicht:
ich bin Ärztin für Allgemeinmedizin und beileibe keine Spezialistin für Myasthenie - aber:
wirst Du nur mit Cortison behandelt?
warst Du da bei einem wirklich guten Neurologen?
zum Zucker: die Werte sind wirklich zu hoch, Cortison ist ein Hormon das ein ganz starker Gegenspeiler des Insulins ist - und da das Insulin ja in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und als EINZIGES Hormon den Blutzucker senkt, führt Cortison dazu, dass die Drüse sehr viel mehr Insulin produzieren muss als früher - und das scheint sie bei Dir nicht mehr so ganz zu schaffen.
Leuchtet doch irgendwie ein, dass es da klug wäre, ihr ein bisschen dieser "Extra-Arbeit" abzunehmen, oder?
Ich denk, das hat DeineÄrztin gemeint, als sie vom Insuln-Spritzen geredet hat.
Ist fein, so eine Diagnose zu bekommen -und dass Du Dich da schon jetzt so intensiv um den Blutzucker, glykämischen Index, Selbst messen usw suw .. auch kümmerst, find ich eine außergewöhnliche und starke Leistung!
Grüße, Susanne
flicker_of_hope:
Hallo,
da dies ja ein Forum für Diabetes ist, habe ich meine Geschichte und Medikation der Myasthenie nicht zu ausführlich niedergeschreiben. Aber da Fagen aufkamen, mache ich mal einen kleinen Exkurs zum Thema Myasthenie: ich bin natürlich bei einem Neurologen in Behandlung (der mich wegen dem Blutzucker auf meine Hausärztin verweist), der auf Myasthenie spezialisiert ist. Es war zunächst so, dass ich zwischen Nov 07 und März 08 nur mit Kalymin, das ist der Acetylcholinesterasehemmer, behandelt wurde und damit auch wirklich gut zurecht kam. Als ich im Nov 07 die Diagnose Myasthenie bekam, knickten meine Beine bei jedem zweiten Schritt weg, ich hatte große Probleme mit Schlucken und Kauen etc. Als ich das Kalymin nahm, war das eine Befreiung :)
Im Februar und März 08 erwischten mich mehrere fieberhafte Infekte (ich bin Elektrotechnikingenieur im Bereich Medizintechnik und arbeite mit Patienten in ganz Europa, so dass ich da eine Menge Viren und Bakterien einsammeln kann ;D ). Danach gings rapide bergab :kreisch:, trotz Erhöhung der Kalymindosen. Ich kam also um eine Einstellung mit Kortison und Imurek (Azathioprin) nicht umhin. Kortison nehme ich nun wie gesagt seit Ende April. Ich fing bei 10mg an und erhöhte alle 2 Wochen um 10mg, so dass ich Anfang Juni bei 60mg eine Verbesserung spürte. Bei 60mg konnte ich wieder befreit gehen, meine Arme übern Kopf halten etc.. Das Imurek nehme ich nun noch nicht so lange. Da Imurek etwa 3 Monate braucht bis es eine Wirkung zeigt, bin ich nun in dem Dilemma, das Kortison noch nicht absetzen zu können. Es steht nämlich noch eine OP im August auf dem Programm. Es ist so, dass die Thymusdrüse im Verdacht steht, bei Myasthenikern die Antikörper gegen die Muskelrezeptoren zu bilden, sofern diese vergrößert ist. Bei mir ist sie das. D.h. das Ding muss raus, damit ich große Chancen habe, danach mit möglichst geringer Dosis Imurek, Kalymin und möglichst ohne Kortison (soll ja keine Dauerlösung sein), beschwerdefrei leben zu können.
Damit ist mein Exkurs zuende. :)
Dass ich mich damit beschäftige, liegt einfach in meiner Natur als Ingenieur ;D. Ich will immer alles wissen und verstehen, damit ich damit umgehen kann. Und als meine HÄ sagte, ich solle mich kh-arm ernähren, mußte ich erstmal wissen was KH sind, bevor ich das in mich hineinschaufeln kann, äh nicht hineinschaufel.
Und mit dem Selbstmessen: da hatte ich keine große Wahl, da mit meine HÄ ein Blutzuckermessgerät in die Hand drückte, kurz erklärte wie es geht und ich dann daheim vor der Wahl stand, entweder zuzustechen :o oder eben nicht zu messen.
Morgen ist mein Termin, danach werde ich wissen wie es weitergeht.
LG flicker
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