Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Benedikt
Llarian:
Hallo,
es ist nicht direkt diabetesbezogen, aber ein wenig doch... gerade habe ich folgenden Artikel entdeckt:
http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A04A6FD8EC44/Doc~E9672A2626F68446F96D223FAB50DBC57~ATpl~Ecommon~Scontent.html
und als eine derjenigen, die die Pille aus medizinischer Indikation nimmt, drängen sich mir da verschiedene Fragen auf...
Gibt es hier Mitleserinnen katholischen Glaubens, für die der Glaube mehr ist als ein Eintrag auf einem Formular? Wie ist Eure Einstellung dazu?
Wie mag die Einstellung des Papstes zu diesen spezielelren Fällen sein, wo eine medizinische Indikation vorliegt? (okay, hier ist alles Spekulation, ich weiß)
Grüße
Anja
maulwurfinchen:
Ich persönlich bin nicht katholisch, habe aber eine Vorliebe für solche Diskussionen...
Meine ehemaliger Lateinlehrer, seines Zeichens auch Lehrer für katholische Religion, vertrat vehement den Standpunkt, die Pille sei mit Abtreibung gleich zu setzen, weil sie eben das Einnisten des Fötus verhindere. Die katholische Einstellung dazu ist ja eindeutig. Die Lösung liegt deren Ansicht nach bei Enthaltsamkeit.
Eine amerikanische Kommilitonin (die inzwischen Nonne ist) vertrat dazu den Standpunkt, dass Abtreibung IMMER Mord sei, es gäbe keine medizinische oder psychologische Indikation dafür. Dieselbe Meinung hörte ich auch von einem katholischen Arzt.
Ich denke und hoffe aber, dass die meisten Katholiken das anders sehen, wobei es sicher nicht angenehm ist, etwas zu tun, was die eigene Kirche als Mord bezeichnet. Meiner Ansicht nach ist diese Aussage skandalös und menschenfeindlich. Grade bei Krankheiten ist eine ungewollte oder ungeplante Schwangerschaft nicht nur für die potentielle Mutter schlimm, sondern eben auch für das Kind, das eventuell schlimmste Schäden davonträgt, ob nun psychischer oder physischer Natur.
Llarian:
Das ist eben auch mein standpunkt. Man kann die Diskussion noch weiter treiben: Dürfen Menschen, die keine Kinder zeugen sollten/können, heiraten?
Ich war vor kurzem auf der Hochzeit eines katholischen Paares und war von der Betonung der Fruchtbarkeit im Gottesdienst doch etwas unangenehm berührt... der hoffentlich zahlreiche Kindersegen wurde mehrfach erwähnt. Was, wenn sich nach einiger Zeit herausstellt, daß das Paar keine Kinder haben kann? Muß sich der "Schuldige" vom Partner trennen, damit sich der jemand fruchtbares suchen kann? Sind Menschen, die keine Kinder zeugen werden, weniger wert?
Grüße
Anja
Joa:
--- Zitat von: Llarian am Oktober 30, 2007, 22:59 ---
[...]
--- Ende Zitat ---
Eher sowas wie "Kaffeeklatsch" :kratz:
(Kaffeeklatsch = Diskussionen über Dieses und Jenes)
Besser zu verschieben?
Gruß
Joa
Llarian:
--- Zitat von: Joa am Oktober 30, 2007, 23:25 ---
Eher sowas wie "Kaffeeklatsch" :kratz:
(Kaffeeklatsch = Diskussionen über Dieses und Jenes)
Besser zu verschieben?
--- Ende Zitat ---
Jein. Mal konkret: was macht eine katholische Diabetikerin, die nicht ungeplant schwanger werden darf? Sündigen und die Pille nehmen? Wenn der Apotheker auf das Rezept die Pille verweigert, einen Platz auf dem Friedhof reservieren und schon mal das TEstament machen? Welche Konsequenzen ergeben sich für die praktische Diabetestherapie in überwiegend katholischen Bundesländern, wenn der Apotheker wie vom Pabst gefordert, in medizinische Entscheidungen eingreift? Darf der Apotheker das nach dem Arzneimittelgesetz überhaupt? Der Pabst ruft zu "Dienstverweigerung" auf. Kann das einen Apotheker die Zulassung vor der Apothekerkammer kosten?
Grüße
Anja
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