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Lehrer mit Insulinpumpe

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MaKe:
Hallo Malou,

erst einmal das absolut positive:


--- Zitat von: Malou am November 02, 2007, 13:59 ---
Endlich messe und esse auch ich im Unterricht.So, wie ich es von einem diabetischen Kind auch gelegentlich erwarten würde. Selbstverständlich... ;)

--- Ende Zitat ---


Finde ich super dass du es so schnell geschafft hast dich selbst zu überwinden und den Kindern das vernünftig beizubiegen!  :super:


--- Zitat von: Malou am November 02, 2007, 13:59 ---
Das Problem ist einfach die Angst der Kollegen. Und die ist durchaus begründet, wie ich finde.
Ich habe ein Kind mit Asthma in der Klasse. Das Kind hat sein Notfallspray immer dabei und trotzdem habe ich schon Angst davor, den ersten Asthmaanfall live zu erleben. Ich bin noch nie in eine solche Situation geraten. Natürlich weiß ich in der Theorie, was ich dann tun soll. Und trotzdem habe ich Angst davor. Also kann ich sehr gut nachvollziehen, dass diabetestechnisch ungeschulte Menschen unsicher im Umgang mit dem Diabetes sind und ersteinmal jegliche Verantwortung ablehnen.

--- Ende Zitat ---


Das es sich hier keinesfalls um eine wünschenswerte Situation handelt dürfte unumstritten sein.
Ich bin als Techniker jedoch ein logisch denkender Mensch (zumindest meistens  :rotwerd:), und stelle mir einfach mal die Situation und die Alternativen vor.

Wenn ich als Lehrkraft am liebsten gar nichts von der Krankheit meiner Schüler wissen möchte (Vogelstrauss), wie will ich ihm dann helfen wenns mal so weit ist? Einfach liegen lassen? Kann ich mir nicht vorstellen.

Anderseits könnte ich natürlich versuchen den Umgang mit solch einem Schüler zu meiden. Als Lehrer aber sicherlich ein eher aussichtsloses Unterfangen.

Wenn ich also im Fall es Falles nichts falsch machen möchte (und ich denke die Ängste die man hat sind genau die blos nichts falsch zu machen), dann muss ich mich mit der Situation bzw. der Krankheit halt vertraut machen. Denn nur wenn ich weiß wie ich in einer Notsituation handeln muss, kann ich ihr auch gelassen entgegen sehen.
Da du ja erwähnst, dass ihr noch andere Kinder mit anderen schweren Krankheiten an der Schule habt (was ja bei genauerer Betrachtung auch logisch ist), mache doch im Kollegium mal den Vorschlag in jedes Klassenzimmer einen Plan zu hängen wie bei welcher Notsituation zu verfahren ist.
Einfach um deinen Kollegen mehr Sicherheit und Rückendeckung zu geben (positiv formulieren).

klausing:

--- Zitat ---Ich bin als Techniker jedoch ein logisch denkender Mensch
--- Ende Zitat ---
Das dachte ich als Datamanager auch, bis mir mal in einem Kaufhaus auf der Treppe eine junge Medizinstudentin in die Arme gefallen ist und ohnmächtig wurde. Ich war so perplex, dass ich im ersten Augenblick nicht wusste was ich machen sollte.
Erst eine weitere Passantin half mir auf die Sprünge ... flach hinlegen und Beine hoch.  So kam sie nach 2 Minuten wieder zu sich. Es stellte sich heraus sie war am Morgen Blut spenden und hatte seit dem nichts gegessen oder getrunken.
Am Ende war es sicher eine ähnliche Situation wie ein Lehrer in der Schule erleben würde. Man steht "hilflos" da von vielen Gaffern / in der Schule sind es Kinder umgeben und muss die Situation bewältigen und will dabei aber auch keinen Fehler machen...

Hätte mich einer vorher gefragt was man in so einer Situation machen muss, hätte ich alles nur so runter gebetet. Aber in der Situation selbst habe ich mich echt hilflos gefühlt. Von daher kann ich den Respekt bzw die Angst vor solchen Situation nachempfinden.

Akina:
Hallo,

nach meinen Informationen sind die Eltern eines chronisch kranken Kindes verpflichtet, dies bei der Anmeldung ihres Kindes der Schule mitzuteilen.

Ausserdem müssen sie angeben, welche Maßnahmen im Notfall anzuwenden sind und die etwa notwendigen Medikamente den Kindern täglich mitgeben.

Wenn alle Lehrerinnen und Lehrer eines betroffenen Kindes über diese Notfallmaßnahmen informiert sind, wo ist das Problem ?

Man kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass sich das Lehrpersonal mit allen chronischen Krankheiten auskennt und bei Komplikationen entsprechend richtig reagiert !

Hier sind die Eltern in der Pflicht und aus dieser Verantwortung darf man sie auch nicht entlassen.

"was wäre Schule schön, wenn da nicht die Kinder und Eltern wären !"
@ Andreas: Ironie

Ludwig II:
Meine Tochter soll jetzt eine " Notfallspritze " beibringen. Gluckagon?

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Ludwig II am November 02, 2007, 22:43 ---
Meine Tochter soll jetzt eine " Notfallspritze " beibringen. Gluckagon?
--- Ende Zitat ---


Ja. Im diabetischen Notfall (Diabetiker wird bewußtlos) würde ich immer Glukagon spritzen, nachdem ich 112 angerufen habe.

Noch besser wäre natürlich Glukose (denn Glukagon mobilisiert die ja erst, was naturgemäß länger dauert).
Das Problem ist aber, daß man Glukose nicht s.c. spritzen kann sondern nur i.v. und das erfordert eine fundierte medizinische Ausbildung. (Jeder der schonmal versucht hat eine kollabierte Vene zu punktieren weiß was ich meine)
Zudem wäre die Konzentration in einer Glucosespritze zu minimal, um etwas zu erreichen; die Glukose müsste infundiert werden. Man kann Glukose zwar sehr hoch konzentrieren, aber dann ist es nicht mehr für einen peripher-venösen Zugang geeignet sondern nur für einen zentral-venösen. (Und den kann erst recht nurein Profi legen)

Von Laien kommt dann oft die Frage: "Was aber ist, wenn der Diabetiker nicht bewußtlos geworden ist weil er zu tief, sondern weil er zu hoch ist?"
Die Antwort ist simpel: dann macht das bißchen mehr an Glukose den Kohl auch nicht mehr fett. Ist der BZ hingegen zu tief kann genau diese Menge reichen, das Bewußtsein wieder herzustellen.

Man sollte dann aber im Umgang mit Glukagon geschult sein. Das gibt es nicht als Fertigspritze, sondern nur mit zwei Komponenten: eine Fertigspritze mit Lösungsmittel (Aqua dest) und einem Fläschchen mit Glukagon in Pulverform: Vor der Injektion muß das Lösungsmittel in das Pulverfläschchen gespritzt werden, die Flasche ein bißchen bewegt werden damit es sich möglichst vollständig auflöst und dann wird wieder die Spritze aufgezogen und injiziert. Das dann allerdings subkutan und da ist es egal wohin.

Das würde ich den Lehrern, die die diese Notfallspritze fordern mal klarmachen, denn ich bin mir nicht so sicher, ob es denen bewußt ist. Für mich als Intensivpfleger wäre es absolut kein Problem in einem solchen Notfall die Ruhe zu bewahren und die Spritze zügig vorzubereiten und zu verabreichen. (Da hab ich schon ganz andere Notfälle gehabt)

Aber ob das auch ein Laie hinkriegt, der das erste Mal damit konfrontiert ist?

Ist schon ein paar Jahre her, da hab ich das mal im Freundeskreis mit einem abgelaufenen Set getestet. War natürlich nicht vergleichbar, denn es war ja kein echter Notfall, aber der Kollege hat ewig gebraucht die Spritze klarzumachen. Hat sich z.B. minutenlang damit aufgehalten die Luftblasen zu entfernen, was völlig unnötig ist.

Ich finde es gut, daß die Lehrer deiner Tochter überhaupt über einen Notfallplan nachdenken. Aber das sollte dann auch vernünftig ablaufen und nicht auf der bloßen Scheinsicherheit beruhen "Kann nix passieren, wir haben ja eine Spritze".

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