Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Lehrer mit Insulinpumpe
hjt:
Moinmoin,
also noch mal ganz deutlich: Es geht hier nach meinen unmaßgeblichen Erfahrungen mit 8 Lehrern in der engeren Verwandtschaft nicht darum, worauf man als LehrerIn mit DM ein Recht hat oder was sachlich richtig wäre, denn Schulklassen und Lehrerezimmer stellen sich heute vielfach als die reinsten Kampfarenen dar, in denen es für die LehrerInnen im fortlaufenden Einzelkampf wesentlich ums eigene vor allem nervliche Überleben geht.
Mich wundert häufig, dass dabei überhaupt noch was gelehrt bzw. gelernt wird. Aber in 2 Schulen, die ich aus diesen familiären Schilderungen kenne, würde ich mich als Lehrer wirklich nicht ohne Not als Diabetiker outen wollen - und die Not würde ich so lange irgend möglich nach allen Regeln der mir zu Gebote stehenden Kunst zu umgehen versuchen.
Die jeweilige soziale Machbarkeit vor Ort bestimmt demnach unabhängig von dem, was wünschenswert oder vernünftig oder im Prinzip nützlich wäre, welchen Spielraum man als einzelner Betroffener konkret nutzen kann.
Bisdann, Jürgen
Llarian:
--- Zitat von: hjt am Oktober 30, 2007, 13:35 ---[...]
--- Ende Zitat ---
Da hat aber jetzt das eine nix mehr mit dem anderen zu tun. Um 11:42 gings Dir um die Erlaubsnis und das Iiiieeee, um 13:35 um das Outing und potentielles Mobbing durchs soziale Umfeld.
Grüße
Anja
hjt:
der heute Vormittag angesprochene Weg via Eltern mit Erlaubnis wäre ein möglicherweise gangbarer - nicht Erlaubnis im Sinne von juristische Genehmigung bekommen, sondern von Einpassen ins soziale Umfeld.
Malou:
Leider habe ich es noch nicht gelernt, zu zitieren. :rotwerd:Und jetzt habe ich gerade keine Lust zu fummeln.
Aber ich will mal versuchen, auf eure Beiträge zu antworten.
Anja, du hast es absolut auf den Punkt gebracht. Zumindest am Vormittag wurschtle ich mich irgendwie so durch. Trotzdem ist mein HbA1c gar nicht so schlecht und mein Arzt hat die Situation noch nicht gecheckt. Ich bin aber endlich selbst zu der Erkenntnis gekommen, dass es so nicht weitergehen kann und habe mir fachmännische Hilfe geholt. Also versuche ich nun, neue Wege zu finden.
Es geht nun in erster Linie um mich und meine Gesundheit, und erst danach um meine Familie, meinen Job.....
Man ist halt stark in Strukturen eingebunden und bemerkt aus lauter Betriebsblindheit schon gar nicht mehr, dass man fremdgesteuert ist. Ich muss endlich lernen zu bestimmen, wo ich hinwill und welchen Weg ich gehen muss.
Und dazu gehört sicher nicht, dass ich Eltern fragen werde, ob ich bitteschön einmal meinen BZ messen darf. Mit den Kindern habe ich inzwischen offen über das Problem geredet und sie haben überhaupt keine Probleme damit. Sie kommentieren meine Messungen nicht und sie verstehen es, wenn ich gelegentlich außerhalb der Pausen esse. Im Gegenteil. Seitdem ich im Unterricht messe und auch gelegentlich mal eese, weil die Pause wieder für andere Dinge draufging, bekomme ich andauernd etwas zu Essen von Ihnen geschenkt. Wirklich süß, die Kleinen.
Übrigens ist es mitnichten so, dass Grundschul-Elternabende grundsätzlich noch gut besucht sind. Ich habe ja beschrieben, dass wir in einem sozialen Brennpunkt liegen. Auf dem allerersten Elternabend im ersten Schuljahr saß ich mit 6!!!!! Elternteilen im Klassenzimmer. Die Letzten kamen mit einer dreißigminütigen Verspätung, die Ersten mussten nach 60 Minuten wieder gehen. Zwischendurch klingelten drei Handys.So sieht es aus. Sie sind kaum in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Soll ich diese Eltern ernsthaft fragen, ob ich mich um meinen Diabetes kümmern darf?
Mein Problem sind eher die Kollegen und die Frage, wieviel Verständis/Rücksichtnahme ich von Ihnen erwarten und auch einfordern darf? Soll ich Verlangen, von Ausfsichten befreit zu werden? Soll ich die Leitung einer mehrtägigen Klassenfahrt ablehnen, weil ich Angst habe, dass mein BZ Kapriolen schlägt undmir alles zu viel wird?
Neulich brachte eine Kollegin anlässlich ihres Geburtstages Kuchen mit. Ich hatte dummerweise mein Messgerät zu Hause gelassen und sagte ihr, ich würde ungern essen, da ich mein Messgerät nicht dabei hätte. Da ich gerade eine Phase hatte, in der ich gute Vorsätze hatte, wollte ich ungern "blind" schießen. (Sonst mache ich das gelegentlich auch mal :rotwerd:)
Soll ich euch sagen, was eine Kollegin darauf sagte?
"Du hast es gut!!!! Du kommst wenigstens nicht in Versuchung, jetzt Kuchen zu essen. So eine Krankeheit müsste ich auch haben. Vielleicht würde ich dann endlich mal ein paar Kilo abnehmen."
Okay, einige Kolleginnen waren über diese Äußerung genauso entsetzt wie ich. Aber andere stimmten dieser Äußerung auch zu. Ha, ha, ha Welch praktische Krankheit!!!!
Ich war fassungslos. :nein:
An manchen Tagen kann ich so etwas gut wegstecken, an anderen eben nicht so gut.
Manche Kollegen machen aus jedem Wehwehchen (Erkältung oder so) ein Drama und schleichen leidend durch die Gänge. Ich stelle mir manchmal vor, was sie einfordern würden, wenn sie Diabetes hätten.
MaKe:
Hallo Malou,
--- Zitat von: Malou am Oktober 30, 2007, 15:48 ---
Mein Problem sind eher die Kollegen und die Frage, wieviel Verständis/Rücksichtnahme ich von Ihnen erwarten und auch einfordern darf? Soll ich Verlangen, von Ausfsichten befreit zu werden? Soll ich die Leitung einer mehrtägigen Klassenfahrt ablehnen, weil ich Angst habe, dass mein BZ Kapriolen schlägt undmir alles zu viel wird?
--- Ende Zitat ---
Ich würde meine Diabetes nicht dramatisieren oder überbewerten, aber schon drauf achten dass ich so lebe/handele/arbeite wie es mir mein Arzt im Hinblick auf die Folgeerkrankungen vorgibt.
Ich würde daher nicht gleich die Leitung einer Klassenfahrt komplett von vorne herein ablehnen, sondern ersteinmal vielleicht nen paar Klassenfahrten als 2. Frau an der Schüppe" mitmachen.
Wobei ich auch noch nicht so recht verstanden habe, warum dein BZ dabei kapriolen schlagen sollte....
Bei den Pausenaufsichten musst du die ja nicht gleich komplett ablehnen. BZ-Messen dauert ja keine 15 Minuten und wenn nen Kollege mal die ersten 2-3 Minuten für dich übernimmt, wird sich wohl niemand nen Zacken aus der Krone brechen, oder?
--- Zitat von: Malou am Oktober 30, 2007, 15:48 ---
Neulich brachte eine Kollegin anlässlich ihres Geburtstages Kuchen mit. Ich hatte dummerweise mein Messgerät zu Hause gelassen und sagte ihr, ich würde ungern essen, da ich mein Messgerät nicht dabei hätte.
--- Ende Zitat ---
Genauso werde ich mich auch verhalten, was soll daran verwerflich sein? Ganz im Gegenteil, für mich zeugt es von Stärke!
Vielleicht können einige deiner Kollegen auch damit nicht umgehen?
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