Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Brauche Hilfe! Serie unerklärlicher Entgleisungen
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Memnoch am Oktober 25, 2007, 14:13 ---
Beiden gemeinsam aber ist das selbst unter idealen Bedingungen eine vernünftige und diabetesgerechte Ernährung kaum möglich ist,
--- Ende Zitat ---
Das muß man etwas relativieren: wenn man davon ausgeht, daß der DM1 sich mit Vollkost ernähren kann, dann bedeutet das im Rückschluß, daß eine vernünftige Ernährung grundsätzlich mit ALGII erschwert ist. (Und das trifft auf jeden Fall zu!)
Wie sieht es denn bei dir mit Ernährungsmehrbedarf aus? MA ist ja auch häufig mit einem erhöhten Triglyzeridspiegel verbunden. Liegt sowas bei dir vor? Dann lass dir das vom Doc bestätigen, gibt 37.- Euro mehr pro Monat
--- Zitat ---spätestens wenn man noch Medikamente bezahlen muß oder so ist
--- Ende Zitat ---
Da sollte bei dir die Jahresgrenze bei 41,40 liegen. (Ich beziehe ja auch ALGII und da ist das so; trotz Minijob)
Ich bin bei meiner Kasse ins DMP für DM1 eingetreten, was mit 40 Euro jährlich vergütet wird. Also zahle ich effektiv 1,40 dazu und hab dann für den Rest des Jahres Ruhe davor.
Joa:
--- Zitat von: Memnoch am Oktober 25, 2007, 14:13 ---
Also ich brüte eindeutig immer noch was aus. Ob das die Impfung ist oder was anderes, weiß ich nicht. Merkwürdig.
--- Ende Zitat ---
Also vorstellen kann ich es mir nicht, dass der Impfzeitpunkt gut gewählt war. :nein:
--- Zitat ---
--- Zitat ---So wie ich das verstanden habe, substituierst Du Kortison vollständig? Der Insulinbedarf für Kortison, eigenes, wie regelmäßig zugeführtes, ist erst mal in der normalen Basalrate enthalten, oder sollte jedenfalls dort sein.
Wenn Du jetzt, wie beschrieben, die Kortisondosis erhöhst wäre m. E. der Mehrbedarf für die größere Dosis nach dem verlinkten Schema zusätzlich zu insulinieren. Dabei ist aber wichtig zu beachten, welches Kortisonpräperat Du verwendest und dieses in Prednison-Äquivalente umzurechnen. Die Angaben des Insulinbedarfes gelten für mg/Prednison(-Äquivalent).
--- Ende Zitat ---
[Kortison]
Ja, es ist eine vollständige Substitution. Eigentlich müßte das abgedeckt sein, aber in der Praxis ist wie so oft eben alles ein klein wenig komplizierter! Denn der tatsächliche Bedarf ist ja unbekannt, und kann nur anhand grober Richtlinien und subjektivem Empfinden abgeschätzt werden. Dann packt man zur Sicherheit noch etwas mehr drauf. Man kann dann mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, das man dann mehr Cortison nimmt als nötig, aber man weiß nicht wieviel. So wird eben alles zum Ratespiel.
--- Ende Zitat ---
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir hier in gleicher Logik gedacht haben.
Ich meinte, dass Du normalerweise 15 mg Kortison nimmst. Diese sollten in Deiner normalen Insulinversorgung mit abgedeckt sein, sofern der BZ bis dahin ok war.
Wenn Du nun die Dosis auf 30 mg erhöhst, wären also zusätzliche 15 mg nach dem Kortison-Schema mit Insulin zu bedienen (Frage nach Insulineigenproduktion jetzt mal außen vor gelassen). Ich denke, dass ein *gewisses Zuviel* an Kortison in der Dosis dabei keine abweichende Insulinbedarfsauswirkung ergeben sollte, solange Du die absolute Dosisgrößen kennst.
Wie eine Insulinresistenz im Stoffwechsel allerdings auf den Insulinierungsbedarf von Kortison durchschlägt, weiß ich nicht. Ich würde da mal von einem 1:1 Verhältnis ausgehen. Es mag aber auch sein, dass verschiedene Resistenzgründe auch unterschiedliche Bedarfswirkungen zeitigen. Ich konnte/musste das, mangels Kortisonzufuhr, allerdings auch noch nie bei mir selber beobachten.
Was ich noch im Ohr habe ist die Aussage, dass ein Verpassen des Zeitpunktes der Kortisoninsulinierung zu einer deftigen und ausgesprochen hartnäckigen Insulinresistenz führt, in der das Insulin ziemlich verpufft.
Insofern mögen bei Deiner eingangs geschilderten Resistenzlage mehrere Faktoren konzertant zusammengespielt haben. :kratz:
Was eh zu vermuten stand. :ja:
Gruß
Joa
Memnoch:
--- Zitat von: Llarian am Oktober 25, 2007, 17:36 ---
--- Zitat von: Memnoch am Oktober 25, 2007, 17:20 ---
Das ist ja schonmal gut mit den Fahrkosten. Werde ich versuchen! Was kommt denn sonst noch an Kosten (Verpflegung, etc)?
--- Ende Zitat ---
In Althausen sonst nichts, wenn es die Kasse übernimmt. Es kann gut passieren, daß die erstmal ablehen, da muß man dann halt freundlich aber hartnäckig (Lächeln ist die freundlichste Art die Zähne zu zeigen) dran bleiben...
Eine Schulung in Althausen hat den Status einer ambulanten Schulung im Gegensatz zu einer stationären. Es wird also selbst gekocht, sauber gemacht und es kommt auch niemand zum Bettenmachen, Temperaturmessen und nach der Verdauung fragen... Das reduziert einerseits die Kosten, stärkt das Gemeinschaftsgefühl, bereitet aber bei einigen Kassen Probleme, die eine ambulante Schulung nicht im Leistungskatalog haben.
Grüße
Anja
--- Ende Zitat ---
Das wird ja immer besser! Langsam sehe ich meine Chancen wieder steigen! :) Ich werde mich mal umgehend dort melden, mal sehen was bei rauskommt! Jetzt muß nur noch die KK mitspielen. Also ich meine, das ist doch merkwürdig: vor allem wegen MA (war zumindest die offizielle Begründung, aber nicht der einzige Grund) bewilligen die ne sauteure und saunützliche Pumpe, aber die nützt nur eingeschränkt ohne entsprechende Schulung. Und diese oberflächliche Einweisung zählt ja wohl nicht. Wenn die das jetzt nicht bewilligen, dann weiß ich auch nicht!
Memnoch:
--- Zitat von: Jörg Möller am Oktober 25, 2007, 20:28 ---
Das muß man etwas relativieren: wenn man davon ausgeht, daß der DM1 sich mit Vollkost ernähren kann, dann bedeutet das im Rückschluß, daß eine vernünftige Ernährung grundsätzlich mit ALGII erschwert ist. (Und das trifft auf jeden Fall zu!)
--- Ende Zitat ---
Da hast du absolut recht! Von diesen 3,76 EUR am Tag für 1 Erwachsenen oder was das ist (für Kinder und Jugendliche deutlich weniger) kann man all das ach-so gesunde und empfohlene frische Obst und Gemüse nicht zahlen. Egal ob mit oder ohne Diabetes. Nur das mit der Vollkost sehe ich etwas eingeschränkt: von Pizza und ähnlichen Killern halte ich mich erstmal fern! ;)
--- Zitat von: Jörg Möller am Oktober 25, 2007, 20:28 ---
Wie sieht es denn bei dir mit Ernährungsmehrbedarf aus? MA ist ja auch häufig mit einem erhöhten Triglyzeridspiegel verbunden. Liegt sowas bei dir vor? Dann lass dir das vom Doc bestätigen, gibt 37.- Euro mehr pro Monat
Da sollte bei dir die Jahresgrenze bei 41,40 liegen. (Ich beziehe ja auch ALGII und da ist das so; trotz Minijob)
Ich bin bei meiner Kasse ins DMP für DM1 eingetreten, was mit 40 Euro jährlich vergütet wird. Also zahle ich effektiv 1,40 dazu und hab dann für den Rest des Jahres Ruhe davor.
--- Ende Zitat ---
Das mit dem Triglyzerid kann ich jetzt so gar nicht sagen. Allerdings sind die Bestimmungen für die Bewilligung von Mehrbedarfen vor nicht langer Zeit ja erst wieder deutlich verschärft worden. Werde das trotzdem mal checken. Bei den Kosten für Medis habe ich mich in erster Linie auf die vielen kleinen (und manchmal größeren) Dinge bezogen, die man selber zahlen muß. Das läppert sich manchmal ganz schön. Richtig schlimm ist es aber bei Leuten mit Neurodermitis oder Schuppenflechte, nach allem was ich gehört habe. Bei MA betrifft das in erster Linie die Leute, die DHEA nehmen (ick nicht - gibt ne lange Debatte darüber im MA Forum).
Memnoch:
--- Zitat von: Joa am Oktober 25, 2007, 21:19 ---
Also vorstellen kann ich es mir nicht, dass der Impfzeitpunkt gut gewählt war. :nein:
--- Ende Zitat ---
Ich hatte auch gleich ein echt mieses Gefühl! Der Zucker benimmt sich immer noch ziemlich merkwürdig. Offensichtlich habe ich immer noch einen erhöhten Insulinbedarf. Will ich jedenfalls mal glauben (das Pfeifen im Walde ;)). Bin jedenfalls dabei, die Basalrate anzupassen. Erstmal nur grob. Der Korrekturfaktor ist jedenfalls immer noch absurd niedrig!
--- Zitat von: Joa am Oktober 25, 2007, 21:19 ---
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir hier in gleicher Logik gedacht haben.
Ich meinte, dass Du normalerweise 15 mg Kortison nimmst. Diese sollten in Deiner normalen Insulinversorgung mit abgedeckt sein, sofern der BZ bis dahin ok war.
--- Ende Zitat ---
So ist es! 15 mg-0-0 Hydrocortison.
--- Zitat von: Joa am Oktober 25, 2007, 21:19 ---
Wenn Du nun die Dosis auf 30 mg erhöhst, wären also zusätzliche 15 mg nach dem Kortison-Schema mit Insulin zu bedienen (Frage nach Insulineigenproduktion jetzt mal außen vor gelassen). Ich denke, dass ein *gewisses Zuviel* an Kortison in der Dosis dabei keine abweichende Insulinbedarfsauswirkung ergeben sollte, solange Du die absolute Dosisgrößen kennst.
--- Ende Zitat ---
Und genau da liegt ja das Problem! Der körpereigene Cortisonbedarf ist ja keine feste Größe. Bei Belastungen aller Art steigt er an und muß durch eine erhöhte Dosis abgedeckt werden. Also im Prinzip wäre das ja ebenfalls abgedeckt. Aber ich denke ich weiß schon worauf du hinaus willst: du meinst, das Cortison muß in jedem Fall beim Insulin berücksichtigt werden, Bedarf hin oder her! Richtig? Ich habe es eher so betrachtet, das der Teil des Cortisons, der tatsächlich benötigt wird, nicht relevant für die Insulinmenge ist. Tscha.....drauf wetten würde ich allerdings nicht! Im Zweifel ist es sicher ratsamer, das Cortison immer zu berücksichtigen, wie du es vorschlägst.
--- Zitat von: Joa am Oktober 25, 2007, 21:19 ---
Wie eine Insulinresistenz im Stoffwechsel allerdings auf den Insulinierungsbedarf von Kortison durchschlägt, weiß ich nicht. Ich würde da mal von einem 1:1 Verhältnis ausgehen. Es mag aber auch sein, dass verschiedene Resistenzgründe auch unterschiedliche Bedarfswirkungen zeitigen. Ich konnte/musste das, mangels Kortisonzufuhr, allerdings auch noch nie bei mir selber beobachten.
Was ich noch im Ohr habe ist die Aussage, dass ein Verpassen des Zeitpunktes der Kortisoninsulinierung zu einer deftigen und ausgesprochen hartnäckigen Insulinresistenz führt, in der das Insulin ziemlich verpufft.
--- Ende Zitat ---
Diese Beschreibung klingt vertaut! ;)
--- Zitat von: Joa am Oktober 25, 2007, 21:19 ---
Insofern mögen bei Deiner eingangs geschilderten Resistenzlage mehrere Faktoren konzertant zusammengespielt haben. :kratz:
Was eh zu vermuten stand. :ja:
Gruß
Joa
--- Ende Zitat ---
Davon gehe ich stark aus! Ist kein schönes Gefühl zu wissen das einem kaum jemand richtig helfen kann. Oder wie es mein Diab mal formulierte: "Also einen normalen Wald-und-Wiesen-Diabetes haben Sie ganz sicher nicht!"
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