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Neulich beim Diabetologen

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Alexandra:

--- Zitat von: Pia am August 15, 2007, 13:35 ---

**Welche Überweisungen wären denn das? Bekommst Du auch Angebote für Schulungen o.ä.?

** Auch hier die Frage, welche Untersuchungen da fällig sind? Ich hatte bei der AOK nach dem Inhalt des Programms gefragt und mir wurde gesagt, dass man als Patient unaufgefordert Berichte UND aktuelle Angebote zu Schulungen bekommt. Dass aber die Hausärztin informiert wird, ist ja schon mal praktisch. Aber mir fehlt irgendwie der Hauptaspekt des Programms. Der große Nutzen für Arzt UND Patient. Der Hausarzt sollte schon umfassend informiert sein, das erreiche ich aber theoretisch auch, indem ich die Befundkopien mitnehme. Und welche Unterlagen musst Du z.B. zum Augenarzt mitnehmen?


--- Ende Zitat ---


Hallo Pia,

DM-bezogen habe ich bisher nur Überweisungen zum Augenarzt benötigt, ansonsten bekomme ich halt noch ei üblichen anderen Überweisungen, die man braucht (Hausarzt, Frauenarzt, aber das hat ja nichts mit dem DM zu tun). Für den Augenarzt bekommt ich dann ein Dokument, auf dem jede Menge verschiedene Untersuchungen draufstehen und in dem der Augenarzt ankreuzt, welche er mit welchem Befund durchgeführt hat und für wann er die nächste Untersuchung anrät. Also nichts spektakuläres, aber der Diadoc sieht dann halt nicht nur wie früher, dass der Augendoc zufrieden ist und nichts zu beantstanden hat, sondern er sieht genau, was untersucht wurde.

Alle anderen Untersuchungen werden in der Praxis meines Diadocs durchgeführt, das ist eine Schwerpunktpraxis, da ist noch ein Internis mit drin und eine Allgemeinmedizinerin, eine Fußambulanz, Labor und hast du nicht gesehen, also dort werden auch EKG, Schallungen usw. durchgeführt.

Schulungsangebote habe ich bisher noch nicht erhalten, aber ich muss dazu sagen, dass ich ja erst seit März 2006 DM habe, damals gleich in der Klinik in Bad Mergentheim geschult wurde. Danach bin ich zu meinem Doc gekommen, wurde Ende Mai an die Pumpe angeklemmt, die Einstellung erfolgte Ambulant in der Dia-Praxis, wo ich auch eine Pumpenschulung bekam. Danach bin ich dann dem DMP beigetreten und halte momentan eine Schulung nicht schon wieder für angebracht, wobei meine DIaberaterin mir auch sagte, sollte ich in einzelnen Bausteinen der Schulung noch Bedarf haben, könne ich mich jederzeit melden und erneut teilnehmen.

Ob meine Hausärztin informiert wird, ist mir vom gesundheitlichen Aspekt erst mal Jacke wie Hose, ist nur nett, da ich ein sehr gutes persönliches Verhältnis zu ihr habe und sie sich immer sehr freut, positives zu hören. Aber ansonsten kann die Gute damit bestimmt nichts anfangen, außer meiner Pumpe hat sie im Leben noch nie eine gesehen und ist im diab. Bereich nicht so fit (ich glaube, 1er kennt sie fast gar nicht). Aber nett fand ich, als sie mich fragte, ob mein Diadoc nichts zu tun hätte, weil er ihr immer so toll Bericht erstatten würde *lol*.

Berichte habe ich aber noch nie in die Hand bekommen. Ich wüsste damit auch ehrlich gesagt nichts anzufangen?

Letztenendes habe ich mich eingeschrieben, weil mein Diadoc mir das nahegelegt hat und weil ich meiner Kasse das Geld aus dem Topf gönne, nachdem die mir ohne zu zucken nach so kurzer Zeit schon die Pumpe bewilligt haben. Muss jeder selbst wissen.

Gruß
Alexandra

tobgrob:

--- Zitat von: cat am August 15, 2007, 15:07 ---
Was würdest du denn schätzen, wie viel so etwas kostet? Großzügig geschätzt 200m2, 3 Azubis, 2 Helferinnen, 1 Diabetesberater?  
--- Ende Zitat ---


Cat, hmmm ich schätze das mal für meinen Dia Doc:
Praxis ca. 300 qm incl Schulungsräume, Sprechzimmer, Wartezimmer, Behandlungsräume. Kaltmiete niedrig 7 Euro /qm*mon = 2100 Euro
Nebenkosten für die Praxis incl Heizung, Müll, Grundsteuer etc 700 Euro
Personal 5 sichtbare Mädels á 1800 brutto macht 3600/Mädel Arbeitgeberkosten = 18000 Euro
Praxiseinrichtung incl EDV geschätzte JAhresabschreibung 6000, macht 500 Euro /monat
Versicherungen, schwer zu schätzen, ich sag mal mindestens 100 Euro/Monat
Telefon / Internetanbindung 100 Euro /Monat
Zwischensumme: 21500

Verbrauchsmaterial, sonstige Allgemeinkosten (Steuerberater, Wartezimmerliteratur, etc) +20% = 25800 Euro /Monat Kosten

In etwa.

Und dann will der Doc auch für seine Arbeit bezahlt werden.
Wenn eine solche Praxis nicht mindestens 30000 bis 35000 Euro im Monat umsetzt, dann lohnt der Aufwand und das Risiko nicht.

Grüße
Frank

Willy_Wuff:
Mensch mensch, kaum schaut man hier mal nen paar Stunden nicht hinnein ;-)
Ich versuch mal nen Sammelposting zu machen :-)

 Cat, was den Datenschutz angeht, dazu sag ich nur : MEIN Reden  :banane: , aber mir unterstellt man ja Paranoia  ;D

Was die Pauschale betrifft die Ärzte für nen eingeschriebenen Diabeteker bekommen, ich glaub da währe der Spruch meines Hausarztes bezeichnend.
Als ers mir vorstellte meinte er das ich mich ja mal bei der Krankenkasse schlau machen könne was die mir den bieten würden, könne wohl im Einzelfall ganz interessand sein.
Ihm selber währe es ziemlich egal, denn er würde zwar auch eine Pauschale bekommen, aber die würde wenn er freundlich rechnet gerade seinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand decken. Ihm währe es also ziemlich egal.

Und was Ärzte und Kohle angeht, ich bin mir ziemlich sicher das es verdammt wenig Ärzte gibt die wirklich Kohle machen.
( Ich rede nun nicht von leuten die an einem gesunden Körper rum schneiden und sich Plastische Chrurgen nennen, oder ganz wenige Spezialisten die allein mit ihrem Namen schon ein vermögen machen, die sind wirklich eine verschwindende Ausname )

Rufst Du deinen Hausarzt an, weil Du halb am ersticken bist, oder Dich wegen Rücken nicht mehr bewegen kannst und er kommt vorbei, ich glaub dann bekommt er für den Hausbesuch irgendwas unter 15€ von der Kasse.
Ruf mal den Schlüsseldienst weil deinen Hausschlüssel vergessen hast ;-)
Was im Zweifelsfall bedeutet das der Hausarzt Dir nahelegen wird den Notarzt zu rufen ( Welcher für die Krankenkasse weit teurer kommt )
Es gab einmal eine Zeit, da haben die Krankenkassen ein Taxi bezahlt, wenn Patienten im Krankenhaus entlassen wurden und nicht ohne Fahrgelegenheit nach Hause konnten.
Machen sie nicht mehr, hat zur Follge das ein Rettungswagen für sitzendem Kranken-Transport bestellt werden muß, welche logischerweise bei weitem teuer ist als ein Taxi.
( Das nur mal am Rande wie kostenbewußt die Krankenkassen ihren Spaarkatalog gestalten ;-) )

Wenn man sich aber wirklich mal damit befasst unter welchen Bedingungen normale Niedergelassene Ärzte versuchen müssen für ihre Patienten ne best mögliche Behandlung zu erzielen, dann schlackert man nur noch mit dem Kopf.
Merkt jeder Patient der eigentlich nen nicht Standard Medikament benötigt, es aber nicht bekommen kann weil der Arzt sein Budget schon ausgeschöpft hat.

Pia:
Lieber Willy,

"Es gab einmal eine Zeit, da haben die Krankenkassen ein Taxi bezahlt, wenn Patienten im Krankenhaus entlassen wurden und nicht ohne Fahrgelegenheit nach Hause konnten."

Ohh, Willylein, da sollte man auch aufpassen, da tricksen und flunkern die Kassen auch ab und zu mal...und was verblüffend ist, die Taxifahrer sind da oft besser informiert.
Nehmen wir mal die Neuropathie-Untersuchung (Das sind für mich 30 Automin. bzw. öff. Verkehrsmittel, Bahn und Bus.) Ich fragte erst meine AOK, nix, war klar. Kann Sie nicht ein Nachbar fahren? Aber ich hatte noch das Kärtchen des Taxifahrers von meiner Hand-OP. Obwohl ich etwas skeptisch war, versicherte er mir, dass das gar kein Thema sei, er hätte schon öfter Patienten zu dieser Untersuchung gefahren. Hin- UND zurück. Er rechnet direkt mit der Krankenkasse ab und ich als Patient muss nur 3 Euro an ihn zahlen und den Schein vom Arzt geben lassen, egal, ob ich nur Hin, nur Zurück oder Beides brauchte, was auch kein Problem war.

Joerg Moeller:

--- Zitat von: cat am August 15, 2007, 15:07 ---

--- Zitat von: Jörg Möller am August 14, 2007, 11:14 ---
Für die, die keine Kapazitäten mehr haben (trifft auf deinen zu, denn die DDG empfiehlt nicht mehr als 1000 Diabetiker pro Arzt und Quartal) ...

--- Ende Zitat ---


Trifft nicht auf meinen zu. Bei dem einen Beitrag hatte ich mich etwas unklar ausgedrückt :embarassed:, deswegen schrieb ich im letzten Beitrag noch mal deutlicher:
--- Zitat von: cat ---Die Praxis (2 Ärzte) hat pro Quartal 2000 Diabetiker, angeblich alle haben sich ins DMP eingeschrieben. Damit bekommt die Praxis jedes Quartal eine Pauschale von 150.000 Euro.
--- Ende Zitat ---


--- Ende Zitat ---


Also jetzt steh ich ein bißchen auf dem Schlauch :kratz: : Wieso trifft es dann auf deinen Arzt nicht zu? Sind 2000 Diabetiker für 2 Ärzte nicht 1000 Diabetiker pro Arzt?


--- Zitat ---Und warum ist eine Verletzung der Schweigepflicht keine Lappalie und kann auch mit Gefängnis bestraft werden?
--- Ende Zitat ---


Weil es so im Gesetz steht.


--- Zitat ---Und warum glaubst du, hält der Gesetzgeber die Schweigepflicht für so schützenswert, dass er eine eigenhändige Unterschrift und nicht nur ein Kopfnicken verlangt? :kratz:
--- Ende Zitat ---


Weil der Arzt nur mit dieser Unterschrift zweifelsfrei beweisen kann, daß er nicht gegen das Gesetz verstoßen hat.



--- Zitat ---
--- Zitat ---Im übrigen hast du mir immer noch keine Antwort auf die Frage gegeben, was du befürchtest, wenn deine Daten pseudonymisiert weitergeleitet werden.
--- Ende Zitat ---


Dass eine oder mehrere Stellen, die die Daten bekommen, den Schlüssel zur Depseudonymisierung gleich oder ohne viel Aufwand mitgeliefert bekommen und diese Daten im Klartext weiter verkaufen. Du kannst nicht bestreiten, dass es immer Firmen gibt, die Geld für solche Daten bezahlen.
--- Ende Zitat ---


Okay, aber was könnte dir dann dadurch passieren?


--- Zitat ---Bisher konnte (wollte?) mir niemand (auch du nicht) die Antworten zu meinen Fragen bezüglich des Schlüssels geben:
--- Zitat von: cat ---Wie sieht der Schlüssel aus, wer alles bekommt den Schlüssel und wie wird der Schlüssel vor unbefugtem Zugriff gesichert?
--- Ende Zitat ---

--- Ende Zitat ---


Weil ich es:
a. nicht weiß und
b. es mich nicht interessiert


--- Zitat ---
Ich könnte mir z.B. folgendes Szenario vorstellen:
Ein neues innovatives Privatunternehmen kauft die Daten ein und bietet Arbeitgebern gegen eine Gebühr an, Daten über ihre potentiellen neuen Arbeitnehmer abzurufen. Ähnlich wie bei der Schufa, aber hier geht es nicht um Handyverträge, sondern um Jobs.
--- Ende Zitat ---


Das wäre ein eindeutiger Verstoß gegen das Datenschutzgesetz und da würden eine Menge Köpfe rollen. Du glaubst nicht wirklich, daß sich ein Unternehmen auf ein so fragwürdiges Pferd setzt, oder?
Falls ja würde ich gern bei dieser AG-Schufa anfangen: ich hätte dann einen kündigungssicheren Job mit 26 Wochen Urlaub pro Jahr und 5.000 Euro netto im Monat.
(Andernfalls würde mein Chef nämlich riskieren, daß ich ihn anzeige, seine Firma den Bach runtergeht und er ein paar Jahre gesiebte Luft atmet)


--- Zitat ---
--- Zitat ---Und davon müssen sie zahlen:
- Steuern
- Versicherungen
- Kreditrückzahlungen
- Beiträge an die KV
- Personal
- Praxisräume
- Einrichtung
- Verbrauchsmaterial
--- Ende Zitat ---


Was würdest du denn schätzen, wie viel so etwas kostet? Großzügig geschätzt 200m2, 3 Azubis, 2 Helferinnen, 1 Diabetesberater? :gruebeln:
--- Ende Zitat ---


Kosten kann ich dir da keine nennen.Ich weiß aber, was in der Regel unterm Strich übrigbleibt.


--- Zitat ---Du willst mir aber nicht wirklich damit sagen, dass der Diabetologe jeden Monat mehr als 20.000 Euro laufende Kosten hat, sodass er am Ende weniger verdient wie ein Friseur (der übrigens das alles auch bezahlen muss)?
--- Ende Zitat ---


Doch, das ist durchaus drin. Rechne doch mal selber: was verdient das Personal brutto (denn Brutte ist das, was der AG zu zahlen hat). Dazu kommen noch die ganzen anderen Kosten, die ich oben erwähnt hatte.


--- Zitat ---Du willst mir doch hoffentlich auch nicht sagen, dass er so hohe laufende Kosten jeden Monat hat, dass er am Existenzminimum leben würde, wenn er auf meine „freiwilligen“ 75 Euro im Quartal verzichten würde? Dass er also kaum mehr Geld als Studenten zur Verfügung hat? Darum ging es nämlich in meiner Rechnung.
--- Ende Zitat ---


Ja, das ist durchaus möglich. Es hat schon genug Ärzte gegeben, die mit ihrer Praxis pleite gegangen sind.




--- Zitat ---Ich kenne auch einige Ärzte persönlich, und die meisten arbeiten wirklich viel und werden verd. schlecht bezahlt. Trotz vielen 60 Stunden-Wochen können die nur von einem Gehalt über 5.000 Euro träumen. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle Ärzte so viel arbeiten. Und nur weil der eine Arzt es nicht schafft, seine Praxis vor 21 Uhr zu verlassen, heißt es auch noch lange nicht, dass andere Ärzte das nicht anders handhaben. Irgendwie hast du da auch ziemlich falsche Vorstellungen.
--- Ende Zitat ---


Wenn du meinst...

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