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Neulich beim Diabetologen
Hexe:
Hallo Cat,
bei mir war das ähnlich nicht ganz so krass wie bei dir aber der einige Diabetologe vor Ort,ist nicht das was ich mir unter einem guten Arzt vorstelle, ich nehme eine Fahrt von 2,5 Stunden mit Bus und Bahn auf mich und natürlich die Bahnkosten um zu meinem Dia -Doc zu kommen,ist ja nur alle 3 bis 6 Monate,zwischendurch habe ich meine Hausärztin hier vor Ort, vielleicht kannst du die Termine dann in die Semesterferien legen, für mich hat sich das wirklich gelohnt, jedenfalls was meine BZ -Einstellung betrifft,
liebe Grüsse Vera
Willy_Wuff:
--- Zitat von: tobgrob am August 10, 2007, 12:07 ---
Du solltest dich auch fragen, was dich am DMP so sehr stört, dass du da nicht mitmachst. Prüfe deine Motive. Letztlich zwingt es deinen behandelnden Arzt auch dazu, dir die zustehenden Standarduntersuchungen zukommen zu lassen. Es ist so gesehen auch ein Qualitätskriterium (Qualität im Sinne von ISO 9000 ff).
--- Ende Zitat ---
Bin ich zwar nicht direckt angesprochen, aber da ichs mir mal überlegt habe, muß ich natürlich meinen Senf dazu geben ;D
Zum einen vertrete ich auch die These das von mir schon weit mehr als genug Daten irgendwo rum liegen als mir lieb ist, und zum anderen gehen meine Gesundheits/Krankheitsdaten nur mich und MEINEN Arzt etwas an. Schlimm genug das ich einer Versicherung meine Diagnosen Mitteilen muß ( Was anderes is ne Krankenkasse meiner Meinung nach nicht ), dann müssen meine Daten nicht auch noch auf dieversen Rechnern gespeichert werden und zu fast hemmungslosen Gebrauch/Missbrauch frei gegeben werden.
Wie in unserem Land mit persönlichen Daten umgegangen wird, weiß jeder, glaub ich, und wenn ich nicht nachvollziehen kann durch welche Kanäle meine Daten laufen und was mit denen gemacht wird, und ich die möglichkeit habe dies zu unterbinden........ wenn ich es dann nicht unterbinde darf ich in ein paar Jahren nicht rum Jammern wenn sie missbraucht werden. ( Möge sich bitte keiner persönlich angegriffen fühlen, ist meine höchst persönliche Meinung )
( nein, ich habe auch keine Kreditkarte und keine Kundenkarten von irgendwelchen Kaufhäusern die mir Zielgerichtet Werbung schicken möchten ;-) )
Und wenn ich mich irgendwo registrieren muß, damit mein Arzt weiß was er machen muß, oder damit ich meinen Arzt dazu veranlasse mir das zukommen zu lassen was mir zusteht, oder was ich benötige, dann bedeutet es nicht das ich mich registrieren muß, ganz im gegenteil das bedeutet für mich das ich zusehen muß das ich den Arzt wechsel.
Es konnte mir noch keiner sagen, was denn ICH davon habe mich dort registrieren zu lassen und meine Daten der Wissenschafft zur verfügung zu stellen, damit die Pharmaindustrie bessere Medikamente entwickeln kann, die sie dann zu überteuerten Preisen zum verkauf anbietet.
Für nen Dauerabbo an Teststäbchen können sie gerne meine Daten haben :lachen:
cat:
Hallo Willy-Wuff!
Mit einem Hausarzt als Betreuung dürfte es spätestens dann Probleme geben, wenn ich eine neue Pumpe brauche. Die Kassen genehmigen doch nur Pumpen wenn sie von einem Facharzt verschrieben wurden, oder irre ich mich da? Und dann wäre da noch das Problem dass Fachärzte ein deutlich höheres Budget haben, jedenfalls haben mir das schon ein paar Hausärzte erzählt. Sie könnten sich nur (je nach befragtem Hausarzt) 100-200 Teststreifen im Quartal leisten. Das liegt anscheinend an unserer Kassenärztlichen Vereinigung, die ist hier wohl besonders streng. :balla:
Mit einer Überweisung vom Hausarzt würde ich beim Diabetologen übrigens auch nicht mehr angenommen werden.
Hallo tobgrob!
Meine Bedenken wegen dem DMP ist eben der Datenschutz. Ich kann z.B. nicht verstehen warum die Kassenärztliche Vereinigung meine Daten braucht, ebenso wenig warum zusätzlich eine Datenstelle, eine Einrichtung zum Qualitätsmanagement, und ein wissenschaftliches Institut auch noch meine Daten haben wollen. Außerdem verstehe ich nicht, warum die Daten pseudonymisiert und nicht anonymisiert weitergegeben werden müssen. Bei einer Pseudonymisierung kann man nämlich jederzeit wieder feststellen, welche Person sich hinter der Pseudonymisierung verbirgt. Wie sieht der Schlüssel aus, wer alles bekommt den Schlüssel und wie wird der Schlüssel vor unbefugtem Zugriff gesichert? Ich würde es nämlich nicht gerne sehen, wenn meine Daten entschlüsselt in Vietnam auftauchen.
Außerdem weiß ich nicht, ob ich mir auch ohne Überweisung vom Diabetologen von einem anderen Arzt jederzeit spontan etwas für den Diabetes verschreiben lassen kann. Es gibt immer mal Situation in denen diese Möglichkeit äußerst praktisch wäre, aber jeden Anfang vom Quartal zum Diabetologen zu gehen und mir eine Reihe Überweisungen nur für den Fall ausstellen zu lassen, wäre mir einfach extrem lästig.
Ich weiß auch nicht, wie das mit den regelmäßigen Arztbesuchen ist. Wegen der Uni kann es schon mal sein, dass z.B. Kontrollen beim Augenarzt 14 Monate auseinander liegen (z.B. November 2004 und Januar 2006), aber laut Kalender war ich dann ein ganzes Jahr (2005) gar nicht beim Augenarzt. Könnte bürokratisch gesehen Probleme machen.
Das Beste momentan dürfte sein, zu warten bis sich die Gemüter auf beiden Seiten beruhigt haben und dann noch mal um ein ruhiges Gespräch mit dem Arzt zu bitten. :prost: Vielleicht kann ich ihn ja von meinen Bedenken überzeugen, vielleicht kann er aber auch mich überzeugen. Interessant wäre jedenfalls zu erfahren warum er nicht auf 1/2000 seiner Pauschale verzichten kann.
Schönes Wochenende
P.S. @tobgrob
Dein Motto werde ich mir für die nächste Klausur merken! :heilig:
Joerg Moeller:
--- Zitat von: cat am August 11, 2007, 17:30 ---
Mit einer Überweisung vom Hausarzt würde ich beim Diabetologen übrigens auch nicht mehr angenommen werden.
--- Ende Zitat ---
Sagt wer? Eine Überweisung vom Hausarzt ist nichts weiter als bei bestimmten Fragestellungen einen Fachkollegen zu Rate zu ziehen. Im Einzelfall - wenn kein Notfall vorliegt - kann dich ein Diabetologe ablehnen, aber das gilt nicht für Diabetologen generell.
--- Zitat ---Meine Bedenken wegen dem DMP ist eben der Datenschutz. Ich kann z.B. nicht verstehen warum die Kassenärztliche Vereinigung meine Daten braucht, ebenso wenig warum zusätzlich eine Datenstelle, eine Einrichtung zum Qualitätsmanagement, und ein wissenschaftliches Institut auch noch meine Daten haben wollen. Außerdem verstehe ich nicht, warum die Daten pseudonymisiert und nicht anonymisiert weitergegeben werden müssen. Bei einer Pseudonymisierung kann man nämlich jederzeit wieder feststellen, welche Person sich hinter der Pseudonymisierung verbirgt. Wie sieht der Schlüssel aus, wer alles bekommt den Schlüssel und wie wird der Schlüssel vor unbefugtem Zugriff gesichert? Ich würde es nämlich nicht gerne sehen, wenn meine Daten entschlüsselt in Vietnam auftauchen.
--- Ende Zitat ---
Warum? Was könnte deiner Meinung nach dann mit deinen Daten passieren? Ich kann diese Daten-Paranoia nicht so ganz nachvollziehen, daher frage ich ich mich wirklich, warum es problematisch werden könnte, wenn XYZ, den ich nicht kenne und nie kennenlernen werde weiß welchen NBZ ich heute morgen hatte oder wieviel ich wiege.
--- Zitat ---Außerdem weiß ich nicht, ob ich mir auch ohne Überweisung vom Diabetologen von einem anderen Arzt jederzeit spontan etwas für den Diabetes verschreiben lassen kann. Es gibt immer mal Situation in denen diese Möglichkeit äußerst praktisch wäre, aber jeden Anfang vom Quartal zum Diabetologen zu gehen und mir eine Reihe Überweisungen nur für den Fall ausstellen zu lassen, wäre mir einfach extrem lästig.
--- Ende Zitat ---
Du brauchst auch heute schon Überweisungen vom Hausarzt, wenn du nicht in jeder Praxis erneut die Praxisgebühr hinlegen willst.
--- Zitat ---Interessant wäre jedenfalls zu erfahren warum er nicht auf 1/2000 seiner Pauschale verzichten kann.
--- Ende Zitat ---
Vermutlich aus demselben Grund, wegen dem dein Friseur dir nicht gratis die Haare schneidet. Oder wegen dem du später mal auf Entlohnung für deinen Job bestehst.
cat:
Hallo Jörg!
--- Zitat von: Jörg Möller am August 12, 2007, 12:01 ---
Sagt wer? Eine Überweisung vom Hausarzt ist nichts weiter als bei bestimmten Fragestellungen einen Fachkollegen zu Rate zu ziehen. Im Einzelfall - wenn kein Notfall vorliegt - kann dich ein Diabetologe ablehnen, aber das gilt nicht für Diabetologen generell.
--- Ende Zitat ---
Sagt der Diabetologe. Er durfte mich die letzten Jahre nicht ohne Überweisung von einem Hausarzt behandeln und jetzt darf er mich eben auch nicht mehr mit Überweisung vom Hausarzt behandeln, wenn ich nicht im DMP eingeschrieben bin. Sonst würde sich für mich ja gar nichts ändern. Für welche Diabetologen gilt es denn dann, wenn nicht für alle?
--- Zitat ---
Warum? Was könnte deiner Meinung nach dann mit deinen Daten passieren? Ich kann diese Daten-Paranoia nicht so ganz nachvollziehen, daher frage ich ich mich wirklich, warum es problematisch werden könnte, wenn XYZ, den ich nicht kenne und nie kennenlernen werde weiß welchen NBZ ich heute morgen hatte oder wieviel ich wiege.
--- Ende Zitat ---
Ich will die Frage mal umdrehen: wenn es dir egal ist, dass wildfremde Leute medizinische Daten von dir kennen, warum setzt du sie nicht regelmäßig in die Tageszeitung? Name, Adresse und Geburtsdatum nicht vergessen.
Und warum, glaubst du, gibt es eine ärztliche Schweigepflicht? Warum ist eine Verletzung der Schweigepflicht keine Lappalie und kann auch mit Gefängnis bestraft werden?
Ich denke, dass es der Gesetzgeber doch als schützenswert betrachtet, dass nicht jedermann Zugang zu medizinischen Daten von anderen Leuten bekommt. Er wird sich wahrscheinlich auch etwas dabei gedacht haben, dass er eine eigenhändige Unterschrift verlangt um diesen Schutz aufzugeben und man nicht einfach nur nach mündlicher Zusage beim DMP mitmachen kann. Oder als einen gesetzlichen Zwangs-Beitritt.
--- Zitat ---
Du brauchst auch heute schon Überweisungen vom Hausarzt, wenn du nicht in jeder Praxis erneut die Praxisgebühr hinlegen willst.
--- Ende Zitat ---
Da ich ein gleich bleibendes Einkommen habe, bietet mir meine Krankenkasse meistens im November schon an, die 1% im Voraus zu überweisen. Damit habe ich jeweils ab 1. Januar eine Befreiungskarte, das erspart mir das lästige Quittungen sammeln und Überweisungen hinterher rennen. Der Diabetologe ist selten der erste Arzt im Quartal zu dem ich gehe.
--- Zitat ---
Vermutlich aus demselben Grund, wegen dem dein Friseur dir nicht gratis die Haare schneidet. Oder wegen dem du später mal auf Entlohnung für deinen Job bestehst.
--- Ende Zitat ---
Die Praxis (2 Ärzte) hat pro Quartal 2000 Diabetiker, angeblich alle haben sich ins DMP eingeschrieben. Damit bekommt die Praxis jedes Quartal eine Pauschale von 150.000 Euro. 75 Euro wären gerade mal 0,05 % der Pauschale (nicht des gesamten Einkommens, sie werden ja auch noch Privatpatienten haben und können auch Leistungen nach EBM abrechnen). Ich wäre gerne bereit auf 0,05 % meines Einkommens zu verzichten (liegt im Cent-Bereich), aber der Arzt verlangt von mir deutlich mehr als 5 % meines Einkommens, wenn ich mich nicht einschreibe. Das ist doch keine Verhältnismäßigkeit. Einen Job, in dem man jeden Monat mindestens 25.000 Euro verdient und an 2 Tagen in der Woche schon um 12 Uhr und jedes Wochenende frei hat, hat mein Friseur bestimmt nicht. :zwinker:
Schöne Grüße
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