Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Post von der KK bekommen
Joerg Moeller:
Diese ganzen irgendwasPlus-Programme sind nichts anderes als DMP (Disease Managment Program). Das Kind hat nur einen neuen Namen, weil der Begriff DMP mittlerweile einen negativen Nachgeschmack hat (was ich nicht so ganz verstehe).
Ich habe mich da auch schon eingeschrieben, weil ich es nur fair finde, daß meine Kasse für meine Behandlungskosten eine finanzielle Unterstützung aus dem großen RSA-Topf (Risiko StrukturAusgleich) bekommt.
Einen Nachteil habe ich persönlich dadurch nicht. Ich bekomme weiterhin alles was ich brauche verschrieben. Einen kleinen medizinischen Vorteil sehe ich darin, daß die Quartalsuntersuchungen jetzt etwas regelmässiger sind. Vorher lag es allein bei mir, wann ich zum Arzt ging (und da hab ich es auch schon mal ausfallen lassen :rotwerd: ) und jetzt wird nach jedem Besuch direkt ein Termin für das nächstemal vergeben. Einen latenten Motivationsschub kann ich dadurch schon feststellen.
Finanziell wirkt sich das schon aus, weil ich dadurch pro Jahr 40 Euro bekomme, was natürlich meine Eigenleistung bei den Zuzahlungen senkt.
Wenn ich dazu etwas raten sollte: ich würde mich mal hinsetzen und schriftlich formulieren, was ich mir bei meiner Behandlung so vorstelle. (Welches Insulin, evtl. Pumpe, wieviel Teststreifen pro Quartal, welche Untersuchungen usw.)
Das an die Kasse schicken und bestätigen lassen (ebenfalls schriftlich). Wenn dann geklärt ist, daß man keine Einbußen hat spricht doch nichts dagegen, daran teilzunehmen, oder übersehe ich da was?
Außerdem: solange man noch jederzeit wieder aus diesen Programmen aussteigen kann (wodurch der Kasse Gelder in nicht unerheblicher Höhe verlorengehen) hat man auch immer noch für Sonderfälle eine dezente "Argumentationshilfe" :zwinker:
LordBritish:
--- Zitat von: Jörg Möller am Mai 01, 2007, 10:07 ---
Außerdem: solange man noch jederzeit wieder aus diesen Programmen aussteigen kann (wodurch der Kasse Gelder in nicht unerheblicher Höhe verlorengehen) hat man auch immer noch für Sonderfälle eine dezente "Argumentationshilfe" :zwinker:
--- Ende Zitat ---
:ja: und die ist wesentlich besser als wenn man sagt, wenn ich xy erstattet bekomme gehe ich ins DMP
Reiner:
Also zuerst mal Danke für die informativen Antworten. :super:
Verstehe ich das richtig , das ich mir den Arzt der mich bei dieser Sache betreut bzw. unterstützt selbst bestimmen kann ?
Nicht das ich da einen .........-Arzt vor die Nase gesetzt bekommen mit dem ich nicht kann . :gruebeln:
Ich habe es außerdem seit längerer Zeit so gehalten , das ich den Diabetologen nur aufgesucht habe
wenn es brenzlig wurde , und ich nicht mehr weiter wußte . Aber nach fast 20 Jahren Diabetes Typ 1 kann ich mir
zumindest was den normalen Ablauf betrifft selber helfen . Zum Augenarzt gehe ich ca. alle Jahre , und meinen HBA1 c -Wert
lasse ich über meinen Hausarzt machen . Die 40 Euro Praxis-Gebühr im Jahr zahl ich ja sowieso , und die Überweisung , wenn überhaupt erforderlich , erspart mir ja eine weitere Zahlung. Ich hab da im Hintergedanken , das die Geschichte so ablaufen könnte , das der Arzt , bzw. die Kasse mir mal vorschreibt , wieviel Teststreifen ich im Quartal erstattet bekomme .
Hier würde ich dann aber ganz schön auf dem Rücken landen , denn ich bemerke meine Unterzuckerungen erst ab 20-30 mg/dl und messe daher öffters als andere . Und wenn mich mal eine Grippe erwischt , geht das ganz schön auf die Streifen . :ja: . Aber vieleicht sehe ich auch die Sache etwas falsch , daher meine Frage . :rotwerd:
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Reiner am Mai 01, 2007, 10:50 ---
Verstehe ich das richtig , das ich mir den Arzt der mich bei dieser Sache betreut bzw. unterstützt selbst bestimmen kann ?
--- Ende Zitat ---
Jein. Du hast natürlich die freie Arztwahl, aber der Arzt bei dem du dich ins DMP einschreibst muss an diesem auch teilnehmen (weil der ja die ganze Doku dafür schreiben muss und besonders "geschult" wird).
Mittlerweile machen aber fast alle Ärzte da mit (auch wenn nicht so ganz freiwillig, weil da der Verwaltungskram natürlich mehr ist). Ich würde aber trotzdem vorher bei all deinen Ärzten nachfragen, ob die auch für DMP zertifiziert sind.
--- Zitat ---Ich habe es außerdem seit längerer Zeit so gehalten , das ich den Diabetologen nur aufgesucht habe
wenn es brenzlig wurde , und ich nicht mehr weiter wußte .
--- Ende Zitat ---
Ja ich auch. Aber jetzt ist mein Diabetologe auch mein DMP-Arzt (also bei dem habe ich mich einschreiben lassen) und deswegen gehe ich da einmal pro Quartal zum Check hin. Labor und Rezepte macht aber weiterhin mein Hausarzt (der wesentlich näher ist; keine 100 Meter von mir)
--- Zitat ---Zum Augenarzt gehe ich ca. alle Jahre
--- Ende Zitat ---
Das wird dann auch ein wenig regelmäßiger, denke ich mal. DMP bieten ja eine strukturierte Behandlung. Und die sieht eben vor, daß sich ein Diabetiker in regelmässigen Abständen seine Augen checken lässt.
--- Zitat ---Ich hab da im Hintergedanken , das die Geschichte so ablaufen könnte , das der Arzt , bzw. die Kasse mir mal vorschreibt , wieviel Teststreifen ich im Quartal erstattet bekomme .
--- Ende Zitat ---
Deswegen der Rat, dir schriftlich bestätigen zu lassen, daß es weiterhin so läuft wie gewohnt.
--- Zitat ---Hier würde ich dann aber ganz schön auf dem Rücken landen , denn ich bemerke meine Unterzuckerungen erst ab 20-30 mg/dl und messe daher öffters als andere .
--- Ende Zitat ---
Das ist dann medizinisch indiziert und ganz was anderes. Die Struktur im DMP gibt Richtlinien vor, keine in Stein gemeißelten Gesetze. Also wenn die Richtlinie bei dir nicht anwendbar ist kann der Arzt davon schon abweichen. Da wäre dann im Einzelfall der Arzt der Ansprechpartner. Also den auch mal fragen, ob er trotz DMP von Richtlinien abweichen würde, wenn es indiziert ist.
Sollte eigentlich die Regel sein, aber ich würde mich nicht drauf verlassen, daß das jeder auch macht.
chippy_2001:
--- Zitat von: Jörg Möller am Mai 01, 2007, 11:05 ---
--- Zitat von: Reiner am Mai 01, 2007, 10:50 ---
Ich hab da im Hintergedanken , das die Geschichte so ablaufen könnte , das der Arzt , bzw. die Kasse mir mal vorschreibt , wieviel Teststreifen ich im Quartal erstattet bekomme .
--- Ende Zitat ---
Deswegen der Rat, dir schriftlich bestätigen zu lassen, daß es weiterhin so läuft wie gewohnt.
--- Ende Zitat ---
Genau an der Stelle sind auch meine Bedenken hinsichtlich DMP. Die schriftliche Bestätigung bringt Dir doch nix, wenn die Kasse später sagt, ätsch-bätsch wir machen es jetzt anders. Ich glaube nicht, dass eine solche Bestätigung einklagbar wäre.
Die 1000er, die die KK aus dem RSA bekommt, wandert aber - so hat es ein Kassenvertreter auf einer Ärzteveranstaltung zugegeben, wie ich gehört habe - im allgemeinen Etat, also nix mit spezieller Förderung der Diabetiker.
Und was die Zuzahlung betrifft: Ich versuche nur jedes zweite Quartal zum Arzt zu gehen und den HbA1c immer am Anfang und Ende des "Arzt-Quartals" bestimmen zu lassen. Wenn keine Krankheit dazwischenkommt, kostet mich das nur EUR 20,- / Jahr.
Zuzahlung bei allem, was über den Diabetes-Versand kommt fällt ja nicht mehr so ins Gewicht, dann nur noch die Insulin-Zuzahlung. Wenn man das bei einer ausländischen Versandapotheke bestellt, reduziert sich die Zuzahlung weiter.
Damit sind meine Kosten für Praxisgebühr und Zuzahlung im zweistelligen Bereich und dafür gehe ich das Risiko (s.o.) nicht ein.
chippy
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