Diabetesfragen > CSII - Pumpentherapie
Anpassung der Basalrate
maulwurfinchen:
danke! das "kann nicht muss" ist des raetsels loesung bei meiner frage... ich erhoehe/senke immer so 1-2 stunden vorher, je nachdem, ab wann etwa ich den schlechten wert einordne (hab schliesslich keine halben stunden im profil)
zur frage von lord british: meine basalrate ist eine einzige berg und talfahrt... nachts langsam ansteigend, hoehepunkt vormittags, dann abfall bis mitte nachmittag und abends wieder leicht ansteigend, aber auch meistens ueber mehrere stunden konstant. nachmittags/frueher abend stimmt ganz gut, denn als ich versuchsweise 2 stunden um 0,1 ie erhoeht habe, gabs jeden abend eine hypo... ich war vorher nicht so sicher, jetzt habe ich den bolus bzw. spritz-ess-abstand, soweit es moeglich ist, das verhindert diese peaks.
ich muss unbedingt mal einen basalratentest nachts machen, ich komme zwar morgens meistens mit dem wert des vorabends raus, aber ich habe so ein bauchgefuehl, dass der blutzucker doch zwischendurch sehr schwankt, weil ich ihn zwischen 1-2h auch immer schlecht korrigiert kriege. wenn ich da ü160mg/dl habe und seit 20h keinen bolus mehr hatte, krieg ich den bz nicht mehr runter, wenn ich um 22h noch was gegessen habe, lande ich dann schnell in einer hypo, weil bei mir das humalog extrem lange wirkt. ich unterzuckere auch 5-6 stunden nach einem bolus.
mit dem morgentlichen bolus fahre ich ganz gut. adrenalin ist eine prima erklaerung, ich teste noch aus, ob 0,5ie ausreichen. vielleicht sollte ich auch immer liegend messen, bevor ich aufstehe, denn das wuerde dann auch schlechtere werte nach dem anziehen erklaeren.
diabetologen befrage ich bei kleinkram meistens schon nicht mehr, die sagen mir dann auch "basalratentest" und passen es genauso kleinschrittig an wie ich selber auch. aber mal sehen, was mein neuer diabetologe freitag sagt :gruebeln:
Joa:
Um nochmal auf den Anfang des Threads zurückzugreifen, wo Anja so treffend ausführte:
--- Zitat von: Llarian am April 02, 2007, 21:47 ---
Zu den Änderungen: Basal verursachte Hypos sollten zeitnah korrigiert werden, basal verursachte Hypers bauen sich eher längerfristig auf.
--- Ende Zitat ---
Wobei insbesondere die durch hormonelle Einflüsse entstehenden Blutzuckeranstiege nicht spontan hochgehen, sondern sich etwas langsamer entwickeln. Es gibt auch die Aussage, dass sie sich insbesondere durch explosive pp Anstiege outen.
Kontrainsulinäre Hormonausschüttung, wie sie in den Dawn-Wellen und im Aufstehphänomen zu finden sind, bedürfen einer angemessenen Abdeckung durch Insulin weil diese Hormone ansonsten im Zellkern eine spezifische Insulinresistenz erzeugen, der mit Korrekturinsulin schwerlich beizukommen ist und deren Entstehungszeitpunkt zeitnah nicht ohne weiteres geortet werden kann.
Natürlich würde auch eine Basallücke im Abend-, Spätabend- oder Frühnachtbereich, die nicht durch Bolusinsulin gebrückt ist, die Möglichkeit einer Insulinresistenz beinhalten, sofern die Lücke relevant genug ist auf Zellebene eine nennenswerte Lipolyse anzustoßen. Das wäre dann die Entwicklung einer Insulinresistenz durch freie Fettsäuren. Mit dem zugehörigen ebenfalls deutlich erhöhten Korrekturinsulinbedarf.
--- Zitat von: Llarian ---
Eine Korrektur eines bereits erhöhten Wertes braucht deutlich mehr Insulin als die Verhinderung
--- Ende Zitat ---
Eben! :ja:
Eventuell klappt eine zeitnahe Anpassung noch dicht am Beginn eines basalen Insulinmangels nur für die Glucoseverwertung.
Bei den Hormonen muss das Insulin zeitnah zu deren Erscheinen ausreichend vorhanden sein.
Und die Nachtverläufe bestimmen sich ja recht deutlich durch die Hormonausschüttungen.
Wenn die BR-Korrektur dann schon in eine Resistenz hineinwirkt, muss sie drastisch erhöht ausfallen, um überhaupt noch was an Wirkung zu zeigen.
Das kann zwar auch ne Weile gut gehen, bewirkt aber ein labiles System. Z.B. dann, wenn Du aus irgendeinem Grund am Punkt der tatsächlichen BR-Lücke, vielleicht durch eine Änderung des Zeitpunktes des Abendessens oder durch einen insulinierten Spätimbiss, die Lücke ganz oder zu teilen schließt.
Vom Verfahren her macht es imho schon Sinn in den Vorlaufzeiten des vermuteten Mangels eher ein leichtes Überangebot an Insulin vorzuhalten, und ggf. durch Vorsorge BE's einen Puffer zu schaffen.
Ist auch zur BR-Findung systematisch einsetzbar. Wenn dann im 3h-Rhytmus gemessen wird, lässt sich eigentlich recht gut an der Kurve sehen, wo die BR stimmig oder zu hoch/zu niedrig ausfällt.
--- Zitat von: Maulwurfinchen ---
aber sobald ich aufgestanden bin, steigt der bz, was sich aber durch einen bolus von 0,5ie bremsen laesst. liegt das an "stresshormonen"?
--- Ende Zitat ---
Da hast Du es mit dem Aufstehphänomen zu tun.
Lies mal in den passenenden Forenthreads nach. :zwinker:
Suche nach "Aufstehphänomen", "AP Bolus" oder "Gupf". U. a. da: http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/index.php?topic=1652.0
Grüße
Joa
LordBritish:
--- Zitat von: maulwurfinchen am April 10, 2007, 19:49 ---
meine basalrate ist eine einzige berg und talfahrt...
--- Ende Zitat ---
Hatte ich auchmal, fast jede Stunde eine andere Basalrate, bis mein Doc das mal bei einem Problem gesehen hatte... :duck:
Jetzt habe ich es schon lange so das ich über längere Zeit eine konstante Basalrate habe.
Seitdem ist es besser geworden und ich akzeptiere einfach die Schwankungsbreite von +/- 10 mg/dl
--- Zitat von: maulwurfinchen am April 10, 2007, 19:49 ---
ich teste noch aus, ob 0,5ie ausreichen. vielleicht sollte ich auch immer liegend messen, bevor ich aufstehe, denn das wuerde dann auch schlechtere werte nach dem anziehen erklaeren.
--- Ende Zitat ---
Ja das würde ich dann langsam ausprobieren, nachdem der Doc auch sein OK gegeben hat.
Soweit mir das bekannt ist reicht glaube ich aber auch schon das aufwachen aus :gruebeln:
--- Zitat von: maulwurfinchen am April 10, 2007, 19:49 ---
diabetologen befrage ich bei kleinkram meistens schon nicht mehr, die sagen mir dann auch "basalratentest" und passen es genauso kleinschrittig an wie ich selber auch. aber mal sehen, was mein neuer diabetologe freitag sagt :gruebeln:
--- Ende Zitat ---
Habe ich kein Problem mit, schließlich bekommt er ja für die Behandlung auch Geld und es ist sein Job.
Muss dazu natürlich sagen wir verstehen uns beide gut und die Chemie passt,
mittlerweile dürften es so 10-12 Jahre sein die wir uns kennen.
Basalratentest mache ich oft schon von alleine und sage ihm das nur später noch wegen der Dokumentation in der Akte und dem Mehrbedarf an Teststreifen.
Wenn das passt kann man da gleich den Wind aus den Segeln nehmen :zwinker:
Viele Grüße
Markus
Joa:
Moin,
wenn ich den einen oder anderen Gedanken focussiere, gehen andere Aspekte vielleicht verloren, oder werden mal vernachlässigt.
Daher noch mal ein paar Ideen zu deinem Beitrag.
--- Zitat von: maulwurfinchen am April 10, 2007, 19:49 ---
zur frage von lord british: meine basalrate ist eine einzige berg und talfahrt... nachts langsam ansteigend, hoehepunkt vormittags, dann abfall bis mitte nachmittag und abends wieder leicht ansteigend, aber auch meistens ueber mehrere stunden konstant. nachmittags/frueher abend stimmt ganz gut
--- Ende Zitat ---
So wie Du das darstellst, täte ich nicht von einer BuT-Bahn sprechen. Das folgt eher der Physiologie des Biorhytmus und könnte darauf hindeuten, dass Du da schon recht gut am Ball bist, nur das vielleicht die Feinheiten noch verbesserungsfähig sind.
--- Zitat ---... als ich versuchsweise 2 stunden um 0,1 ie erhoeht habe, gabs jeden abend eine hypo... ich war vorher nicht so sicher, jetzt habe ich den bolus bzw. spritz-ess-abstand, soweit es moeglich ist, das verhindert diese peaks.
--- Ende Zitat ---
Das verstehe ich allerdings nicht so recht, da fehlen mir die Zusammenhänge.
--- Zitat ---
ich muss unbedingt mal einen basalratentest nachts machen...
--- Ende Zitat ---
Das ist sicher Mittel der Wahl. Allerdings böte sich auch der BR-Test im Abendbereich an.
--- Zitat ---
... ich komme zwar morgens meistens mit dem wert des vorabends raus,
aber ich habe so ein bauchgefuehl, dass der blutzucker doch zwischendurch sehr schwankt, weil ich ihn zwischen 1-2h auch immer schlecht korrigiert kriege. wenn ich da ü160mg/dl habe und seit 20h keinen bolus mehr hatte, krieg ich den bz nicht mehr runter,
--- Ende Zitat ---
Hier fehlen wieder einige Bezugsinformationen, z. B., wann Du in die Falle gehst.
Grundsätzlich sollte das aber dahingehend interpretierbar sein, dass Du eine Basallücke im Vorfeld von 1 bis 2 Uhr eingebaut hast, die eine gewisse Resistens produziert. Die wird dann wohl irgendwo im Spätabendbereich liegen.
Aber auch hier fehlen Infos zur Bed-Time. Machst Du bis 1 bis 2 Uhr durch? Stellst Du einen Wecker zum Messen oder was?
Jedenfalls scheint mir der Ansatz Deines bisherigen Diabetologen erst mal ok, erstmal sacht an spätabendlich/frühnächtlichen BR nach oben zu schrauben.
--- Zitat ---
wenn ich um 22h noch was gegessen habe, lande ich dann schnell in einer hypo, weil bei mir das humalog extrem lange wirkt. ich unterzuckere auch 5-6 stunden nach einem bolus.
--- Ende Zitat ---
Kann man wieder mehrere Gedanken zu machen.
1.) Die Dauer der Insulinwirkung hängt von der Bolusgröße ab.
2.) Wenn Du mit einem Bolus zur Spätmahlzeit eine spätabendliche BR-Lücke stopfen tust, ist Dein Insulinbedarf nachgehend ggf. drastisch niedriger.
3.) Umso mehr, wenn Du dann auch noch zeitnah in die Waagerechte, also ins Bett gehst.
4.) Weitere Gedanken gestrichen wegen unzulänglicher Infos.
--- Zitat ---
diabetologen befrage ich bei kleinkram meistens schon nicht mehr, die sagen mir dann auch "basalratentest" und passen es genauso kleinschrittig an wie ich selber auch.
--- Ende Zitat ---
Hauptsache, die kleinen Schritte sind die richtigen. Das dauert dann etwas länger, hat aber auch eine gute Aussicht auf Erfolg. :ja:
--- Zitat ---
aber mal sehen, was mein neuer diabetologe freitag sagt :gruebeln:
--- Ende Zitat ---
Vielleicht sagt der: " Also Mädelinchen, mach das jetzt so und so, und dann passt das! Und zwar immer! :super:
:gruebeln: :gruebeln:
Gruß
Joa
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Joa am April 10, 2007, 19:56 ---
Vom Verfahren her macht es imho schon Sinn in den Vorlaufzeiten des vermuteten Mangels eher ein leichtes Überangebot an Insulin vorzuhalten, und ggf. durch Vorsorge BE's einen Puffer zu schaffen.
--- Ende Zitat ---
Sehe ich nicht so. Ich fände es nämlich ein bißchen sehr sinnfrei, ein Basalprofil auf die Einnahme irgendwelcher Puffer-BEs aufzubauen.
Austesten, wie weit man eine BR-Erhöhung vorverlegen kann: okay. (Und klar, daß man dann Not-BEs bereithält)
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