Autor Thema: Fahrradfahren  (Gelesen 62612 mal)

Offline breschdlingsgsaelz

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Re: Fahrradfahren
« Antwort #150 am: September 21, 2008, 21:47 »
Passt hoffentlich noch irgenwie zum Thema: Bin kürzlich mit meinem Wintertrainingsrad fertig geworden. Übersetzung 42x18 auf der Fixed-Seite, 42x20 mit Freilauf. Auf was für Gefährten seid Ihr denn unterwegs?

P.S.: klausing, wir warten noch auf Deinen Bericht mit den Bildern  ;D

Offline klausing

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Re: Fahrradfahren
« Antwort #151 am: September 22, 2008, 14:07 »
Ich bin leider immer noch nicht dazu gekommen all die Fotos und meine Tourtagebücher komplett auszuwerten  :-\
Irgendwie hab ich die nötige Zeit noch nicht gefunden. Die Tourverläufe und einige Bilder des ersten Tages hab ich schon unter http://www.bergabundgeradeausfahrer.de eingestellt. Die Bilder sind geocodiert und auf einer Karte zu sehen wo sie gemacht wurden.

Ansonsten bin ich mit einem Giant NRS1 unterwegs.


Offline Dieter-Type-2

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Re: Fahrradfahren
« Antwort #153 am: Juni 24, 2012, 14:14 »
Hallo Leute, bin hier Frischling, aber meine Diabetis 2 habe ich schon ca. 7 Jahre un dmuss ehrlich gestehen, dass ich wenig dafür getan habe! Nun ja, nicht ganz, habe mir vor cirka 2 Jahren ein Kalkhoff-Rad gekauft und fahre mehrmals in der Woche! Habe eben noch andere Handicaps und dann geht es mal nicht oder nur weniger fahren! Aber ich fahre ... Wie man leicht erkennt, bin ich kein Rennfahrer, aber bei jeder kleinen Strecke kommt ein kleiner Umweg Nachhause dazu!



Habe mir aber einen Doppelständer am Fahrrad machen lassen und eine andere Lampe - VORNE- , die geschaltet ist, wenns es dunkel wird, das sie sich automatisch einschaltet! Habe mir auch das Rad gekauft, weill es mein Gewicht aushält! 134,4 kg zurzeit und zugelassen ist es auf 170 KG, aber das seht ihr ja aus den Daten oben im Link!

So das erst mal für heute! Wünsche Euch noch einen angenehmen Tag, auch wenn es hier im Ruhrgebiet regnet wie aus Eimern!

Ich fahre Fahrrad
Mit freundlichen Grüßen Dieter

http://www.dieter-zawodniak.de

Offline Floh

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Re: Fahrradfahren
« Antwort #154 am: Mai 06, 2013, 16:22 »
Weil der Faden eigentlich immer aktuell bleibt, möchte ich hier noch meine Erfahrungen ergänzen. Ich bin derzeit (nicht mehr lange, wenn alles glatt läuft) mit ICT unterwegs und fahre relativ viel Fahrrad. Änderungen bei kurzen Strecken in Insulin und Ernährung lohnen sich kaum aufzulisten, aber ich fahre derzeit auch gerne etwas länger. Fertig sind dieses Jahr 240km (mir Lanthus) und am nächsten Wochenende kommen 420km (mit Levemir) dazu.

Zu den "200 km".

Die Fahrt startete am Samstag morgen. Ich habe also bereits in der Nacht vorher (gegen 21.00h) meine Lanthus-Dosis auf 75% reduziert [1]. Am Morgen dann ein relativ großes, kohlehydratreiches Frühstück mit etwas mehr Novorapid. Anreise zum Startpunkt im Zug - und dort 1.5h nach dem Frühstück Blutzucker gemessen und einen Wert von 220 mg/dl vorgefunden [2]. Also Heldenhaft korrigiert (ja - das war blöd). Vor der Abfahrt am Startpunkt beim gemeinsamen Frühstück dann einen Wert von 80mg/dl gemessen - und für zu niedrig befunden. Drei Stücke Kuchen waren aber zu viel (und haben dann unkorrigiert zu hohem Blutzucker am Vormittag geführt - auch das ist im nachhinein betrachtet nicht wirklich unerwartet).

Abfahrt um 9.15h in einem größeren Pulk vor dem Hintergrund von schwarzen Wolken, Sonnenschein und heftigem Rückenwind. Bis zur ersten Kontrolle musste ich dann meinen viel zu hohen Blutzucker herunterkorrigieren (+Novorapid im üblichen Schema - 1 Einheit entspricht -50mg/dl hat gut geklappt). Messungen auf dem Rad mit dem Mobile haben nicht funktioniert - die Stechhilfe braucht zwei Hände und die hatte ich nie frei. Wir konnten aber gelegentlich anhalten.

Bei ca. 75km war dann der Blutzucker auf ca. 120mg/dl gefallen und ab da war keine weitere Korrektur mehr nötig. Die Geschwindigkeit beim Radeln war auf ca. 24km/h Durchschnitt eingestellt (kein Rennen, sondern eine gemütliche Ausfahrt), so dass ich den Blutzucker auch nicht viel höher haben musste.

Ab da passte wieder alles in mein "normales" Futterschema. Ca. alle 45 Minuten 3BE in beliebiger, aber relativ schneller Form (Bananen, Datteln, Cola, Gels für den Radsport) plus alle 50km ein Zusatzbrötchen (mit Käse oder Schinken, damit ich mich nicht nur von Süßkram ernähren muss).

Der Blutzucker blieb damit den gesamten Rest des Tages im Bereich von 105mg/dl bis 130mg/dl (und das bedeutet ich habe alles richtig gemacht)[3]. Ein lustiges (und nicht Diabetesbasiertes) Problem kam dann am Nachmittag dazu - in einem Supermarkt habe ich eine Packung "Smoothie Erdbeer/Banane" statt des erhofften Saftes eingekauft. Die Konsistenz war zwar durch die Saugflasche trinkbar - schön war das Ganze aber nicht.

Probleme gab's natürlich auch: Ein Crash in unserer Gruppe, der zwei Mitfahrer wegen Materialschäden zum Aufgeben zwang. Ein paar Hagelkörner auf dem Trikot als uns das Gewitter eingeholt hat (früher Nachmittag). Schmerzende Ellenbogen (ab ca. Kilometer 150) und ein schmerzendes Hinterteil (ab ca. Kilometer 175). Anstiege über 18% Steigung, die einfach keinen allzu großen Spaß gemacht haben (insbesondere mit meinem Gewicht).

Nützlicher Nebeneffekt - ich habe gemerkt, dass meine Lanthusdosis praktisch perfekt 24h wirkt. Erst nach 24.15h find der Blutzucker an anzusteigen (und ich habe dann auch relativ rasch mit zusätzlichem Essen und Novorapid nachkorrigiert um nicht völlig ohne Insulin dazustehen).

Der Auffülleffekt war beeindruckend. Noch 8 Stunden später ein deutlich reduzierter Insulinbedarf (oder eben mehr zu Essen - was mir zu dem Zeitpunkt eigentlich ganz recht war).

Beim nächsten Mal werde ich das Ganze hoffentlich etwas gelassener angehen und nicht überkorrigieren (in beide Richtungen - siehe [2]). Mit Levemir wird es auf jeden Fall etwas Neues.

[1] Ein Lanthus-Problem: Weil die Wirkdauer bei mir 24h beträgt muss ich lange vor der eigentlichen Ausfahrt reduzieren. Das führt normalerweise zu hohen Blutzuckern am Morgen (klar). Mit dem derzeitigen Levemir (und bald einer Pumpe) wird das ein bisschen besser.
[2] Ja, mir hätte auch klar sein müssen, dass das nur das Frühstück ist - ich war aber vermutlich zu müde (oder zu doof - aber diese Option unterschlage ich).
[3]Bevor das zu gut klingt. Ich hatte Glück. In meiner Gruppe waren ein Arbeitskollege (der sehr sehr viel Rad fährt und viel Erfahrung hat) und seine Frau (die etwas langsamer als ich fährt). Dadurch haben die beiden ein Tempo vorgelegt, dass für mich mit nur leichter Anstrengung zu halten war. Das war sicher ausgesprochen günstig für meinen "Diätplan". Beim nächsten Mal bin ich ohne die beiden unterwegs und werde mehr Essen müssen, weil ich alleine sicher mehr Energie verbrauchen werde.

Offline Floh

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Re: Fahrradfahren
« Antwort #155 am: Mai 17, 2013, 09:12 »
Ich wollte hier noch eine Ergänzung anfügen. Die 400km sind inzwischen vorbei - das Ergebnis war interessant (tm).

Start war diesmal an einem Freitag Abend (20.10h), für die Strecke sind maximal 27 Stunden vorgesehen, so dass dann auch die letzten bis Samstag 23.00h im Ziel sein müssen. Der Wetterbericht war "bewölkt, Regenwahrscheinlichkeit 60%" - wobei dies nur für den Start/Ziel-Ort galt und die Strecke zu lange war um das Ganze vernünftig vorzuplanen.

Weil der Freitag für mich ein Arbeitstag war, gingen Blutzucker und Insulin bis in den frühen Nachmittag einen normalen Verlauf. Zum Mittagessen habe ich noch die normale Dosis Bolus gespritzt. Ziel war es Abends einen normalen Blutzucker zu haben, und dann mit einer deutlich größeren Mahlzeit den Sport zu starten [1]. Spannend und für mich derzeit unerklärlich wurde es auf der Zugfahrt zum Start (gegen 18.00h). Der Blutzucker fing an ohne zusätzliche Kohlehydrate immens zu steigen. Bei Ankunft hatte ich 420mg/dl erreicht - an normalen Freitagen ist das nicht so. Ich kann nur vermuten, dass die Strecke und Vorfreude für mich deutlich mehr Stress bedeutet haben, als mir vielleicht aufgefallen ist.

Beginn also erst einmal mit Korrekturinsulin (6IE für den theoretischen Weg 420->120mg/dl). Das Abendessen am Start (Spaghetti) habe ich natürlich nicht ausfallen lassen (trotz hohem Wert). Für die Nudeln dort habe ich halben Mahlzeitenbolus angesetzt. Basisinsulin fällt bei mir auch in diesen Zeitraum - ich habe Levemir auf 70% reduziert. Der Ganze Sums hat dann zu einem Startblutzucker (20.05h) von 530mg/dl geführt - Keton war negativ und ich kannte das ja schon vom letzten Mal. "Nicht schön - aber mal sehen was draus wird" war dann die Devise.

Start lief gut, ich konnte eine Gruppe von durchtrainierten Rennradfahrern finden, die mich im Windschatten mitgeschleift haben. So sind die ersten 65km mit einer Geschwindigkeit vorbeigerauscht, die mir offenbar zu hoch war. Am Anstieg nach 65km ging dann gar nichts mehr. Puls zu hoch, Kraft alle, Einbruch. Nachdem die Gruppe dann eh schon den Berg raufgerast war hatte ich Zeit noch mal zu messen - und lag bei 130mg/dl. Also erst mal angefangen zu Essen und zu Trinken (was ich bis dahin vergessen hatte - und was auch den Einbruch erklärt [2]).

Nächster spannender Punkt auf den folgenden 60km waren dann Krämpfe in den Waden und Oberschenkeln, schwindende Leistung und allgemeines mangelndes Wohlbefinden. Siehe Punkt [2]. Das kann ich besser. Ich habe aber dann etwas später von einem Mitstreiter dankenswerterweise etwas Hilfe und wertvolle Tipps bekommen (etwa, dass das Wasser auf Friedhöfen Trinkwasserqualität hat und somit neben Blumen auch Radfahrer laben kann. Insbesondere Nachts um 2.00h in der Oberpfalz, wo sonst nicht mehr viel los ist).

In völliger Dunkelheit haben wir dann die ersten 200km abgeschlossen. In einer etwas langsameren Gruppe, der ich mich unterwegs angeschlossen habe. Nach 120km und 200km lag der Blutzucker jeweils im Bereich von 100-130mg/dl. Kontinuierliches Füttern mit Bananen vorausgesetzt.

In der Morgendämmerung ging es dann in's fränkische Hügelland. Meine morgentliche Basaldosis (Levemir) habe ich auf 75% gesetzt [3]. Insulin zu den Mahlzeiten war allerdings keines mehr nötig. Mit relativ konstantem Blutzucker ging es dann futternd bis in den frühen Nachmittag weiter.

Nach ca. 18h musste ich die Tour leider abbrechen (Kilometer 360). Ich hatte offenbar im Lauf des Tages so viele Mineralien verloren, dass die Krämpfe wieder losgingen - und irgendwann hat der Kopf dann einfach nicht mehr mitgemacht [4].

Interessanterweise war diesmal der Auffülleffekt wesentlich niedriger. Ich habe am darauffolgenden Abend die Basalrate noch einmal auf 70% gesetzt, bin dann aber morgens bereits mit leicht erhöhtem Blutzucker aufgewacht. Sicher besser so, als zu niedrig.

Der Abbruch war also nicht auf meinen Diabetes zu schieben (schön), sondern auf Überanstrengung im ersten Teil (meines Erachtens) und zu wenig/falsche Getränke während der Fahrt. Das kann jedem passieren.

Das Highlight waren am Tag des Events sicher die 80BE, die ich ohne Spritzen essen konnte. Im Nachhinein bedeutet das aber, dass meine Basalrate noch viel zu hoch war. Und nachdem die steifen Muskeln wieder beweglich geworden sind, frage ich mich natürlich schon, wann die nächste Runde stattfindet.

[1] Das klingt für mich immer noch sinnvoll. Ich brauche im Lauf des Tages keine hohen Werte, die mich dauern auf's Klo schicken und meine Leistungsfähigkeit reduzieren.
[2] Hier sind wir bei einem Punkt wo man die mangelnde Langstreckenerfahrung merkt. Für mich ist das alles immer noch zu neu und ich mache Fehler. Blöd halt.
[3] Ich spritze früh nur 4 Einheiten. 2 erschienen mir zu wenig, 3 sind mir eigentlich noch ein bisschen zu viel gewesen. Da ist noch Raum zu Verbesserungen.
[4] "Ich _will_ den Berg da nicht mehr hochfahren" und "Ich bremse meine Gruppe zu sehr - die sind alle noch fitter als ich" waren die Hauptgedanken. Eine längere Pause an dieser Stelle hätte vermutlich völlig ausgereicht - aber in den Dörfern gab es nicht mal eine Gaststätte.

Offline Ylvi

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Re: Fahrradfahren
« Antwort #156 am: August 11, 2013, 12:30 »
Floh, danke für die ausführlichen Berichte. Daraus kann man sich gute Tipps beziehen :)
Ärgere dich nicht zu sehr um ein paar Fauxpas. Dein Projekt klingt sehr ehrgeizig, und so, wie es aussieht, hast du schon einiges erreicht und bist um ein paar Erfahrungen reicher. Wenn du so weiter machst, wird deine Fitness schon noch mitwachsen. Mit deinen Blutzuckerwerten musst du nur aufpassen. Hast du dir schon eine Strategie für das nächste Mal überlegt?

Beste Grüße,
Ylvi :)
« Letzte Änderung: August 13, 2013, 15:42 von Ylvi »
"Nicht weil es schwer ist fangen wir es nicht an, weil wir es nicht anfangen ist es schwer."
(Seneca)

Offline Floh

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Re: Fahrradfahren
« Antwort #157 am: August 29, 2013, 15:54 »
Danke Ylvi.

Das nächste mal wird alles anders. Ich habe inzwischen eine Pumpe bekommen, so dass die Basalrate viel leichter anzupassen ist. Das nächste mal werde ich vermutlich losziehen (nicht in einer Großgruppe) und mir eine kleinere, flachere Runde vornehmen in der viele Dörfer liegen. Ziel dann nicht hohe Geschwindigkeiten, sondern Basalratenanpassung mit vielen vielen Messungen. Nachdem die 70-75% vom letzten Mal (in groben Schritten) deutlich zu hoch waren werde ich bei 50% anfangen und dann reduzieren, wenn möglich (und nötig). Speicherenergie schleppe ich ja immer noch ein bisschen mit mir herum.

Ich habe mir Andreas Laufbasalanpassung von irgendwo gespeichert und werde mir die vorher noch mal genauer zu Gemüte führen.

Ansonsten: Mehr trinken, weniger anziehen (um kühler zu bleiben und das schwitzen zu reduzieren) - und nicht die Softshell-jacke zu tränken. Ich werde vorher auch noch zwei bis drei mal die Zeit investieren um die tatsächliche Flüssigkeitsverlustrate zu bestimmen (so genau das mit meiner Personenwaage eben geht) - mit ein bis zwei Stunden sollte das bereits ganz gut machbar sein. Und .. das nächste Mal mache ich eine richtige Pause wenn ich nicht mehr kann. Eine Stunde - oder auch zwei. Zur Not bis die nächste Gruppe vorbeikommt :)