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Zeitbombe für’s Herz: Langzeitschäden des Diabetes

Offline Joerg Moeller

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Zeitbombe für’s Herz:
„Gesund & Schön“ berichtet über die Langzeitschäden des Diabetes
Sechs Millionen Diabetiker gibt es in Deutschland. Das sind mehr als die Anzahl aller Einwohner der Städte Köln, München, Hamburg, Essen und Dortmund zusammen. Das Gesundheitsmagazin „Gesund & Schön“ berichtet am 12. und 13. August 2006 aus dem Klinischen Diabetes-Zentrum des Elisabeth-Krankenhauses Essen über die Zuckerkrankheit – eine ‚tickende Zeitbombe’, die Langzeitschäden und Gesundheitsprobleme im gesamten Organismus der Betroffenen hervorrufen kann.

Die meisten dieser Folgeerkrankungen werden durch Schädigungen an den Innenwänden der Blutgefäße verursacht, die auf die erhöhten Blutzuckerwerte zurückzuführen sind. Von diesen Schäden sind auch die Herzkranzgefäße betroffen, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. Experten gehen davon aus, dass allein in der Bundesrepublik alle 19 Minuten ein Herzinfarkt auftritt, dessen Ursache in der Zuckerkrankheit zu suchen ist. „Diabetes sollte deshalb nicht nur als Stoffwechselstörung gesehen werden“, warnt der Kardiologe Prof. Dr. Georg Sabin, Ärztlicher Direktor des Elisabeth-Krankenhauses. „Von Anfang an bedroht die Erkrankung auch das Herz. Die koronare Herzkrankheit tritt bei Diabetikern vier- bis sechsmal häufiger auf als bei Nichtdiabetikern. Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck, die oft mit dem Diabetes mellitus Typ 2 vergesellschaftet sind, erhöhen das Risiko zusätzlich. Der Weg zum Herzinfarkt ist vorgezeichnet.“

Frühwarnzeichen werden nicht weitergeleitet

Die Angina pectoris ist das Hauptsymptom der koronaren Herzkrankheit. Typische Beschwerden sind u.a. Schmerzen und Engegefühl im Brustkorb sowie Schmerzausstrahlung in den Arm, Kiefer oder Rücken. \"Bei vielen Diabetikern versagt dieses Frühwarnsystem für einen Infarkt“, sagt Prof. Dr. Sabin. „Schmerzhafte Angina pectoris Attacken, die einem drohenden Herzinfarkt häufig vorausgehen und die viele Patienten den Arzt aufsuchen lassen, spürt der Diabetiker oft genauso wenig wie den Infarkt selbst. Schuld daran sind die Nervenschäden, die mindestens 50 Prozent der Zuckerkranken entwickeln, denn hohe Blutzuckerwerte schädigen nicht nur die Gefäße, sondern auch die Nervenzellen. Schmerzreize – die Warnsignale des Körpers – werden dann nicht mehr weitergeleitet.“

Durch eine frühzeitige Feststellung der Veränderungen an den Blutgefäßen des Herzens kann der Gefahr eines Infarktes begegnet werden. Während früher für die Diagnostik häufig eine Herzkatheteruntersuchung notwendig war, gibt es heute sicherere und weniger belastende Verfahren, um eine Infarktgefahr zu erkennen. „Mit Hilfe moderner Magnetresonanztomographen können wir in kürzester Zeit ohne Risiko für den Patienten das Herz und seine Blutgefäße dreidimensional darstellen und finden dabei bereits in ganz frühen Stadien Ablagerungen an den Gefäßen, die uns mit den herkömmlichen Untersuchungsmethoden verborgen bleiben würden“, erklärt der Kardiologe. „Besonders für Risikopatienten, wie sie beispielsweise Diabetiker darstellen, kann mit Hilfe einer frühen Diagnose einer koronaren Herzkrankheit die Gefahr des Infarkts durch gezielte Maßnahmen stark herabgesetzt werden.“

EKE

Sendetermine:
„Gesund & Schön“ bei n-tv
Samstag, 12. August 2006 – 07:30 Uhr & 13:05 Uhr
Sonntag, 13. August 2006 – 02:15 Uhr & 17:30 Uhr
(vorbehaltlich aktueller Programmänderungen)
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