Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Insulin Analoga - heute Entscheidung ob weiter von der Kasse gezahlt!
ralfulrich:
Raffiniert... :teufelchen:
Grüße
Ralf
Telefonjoker:
--- Zitat von: ralfulrich am Juli 18, 2006, 22:59 ---Ich bin mir aber sicher, daß die Preise für Analogas nach dieser Meldug von heute schon morgen anfangen zu purzeln... :zwinker:
--- Ende Zitat ---
Wer sagt denn, dass nur die Preise für Analoga sinken müssen? Den Niveauausgleich kann man auch hinbekommen, indem man die Preise für Normalinsulin steigen läßt...nette, kleine Mischkalkulation. Und genau so wird´s kommen, und kein einziger Cent wird unter´m Strich gespart.
Joerg Moeller:
Ich habe diese Entscheidung hier gelesen: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24967
Und ich finde sie sehr gut und bin damit zufrieden.
Analoga sind damit in der Therapie weiterhin möglich, können aber nicht einfach auf Verdacht bei jedem verschrieben werden, sondern nur noch dann, wenn es dafür eine spezielle Indikation gibt. Und das ist eine Sache, die ich schon seit Jahren gefordert habe.
Ärzte die sich wirklich mit den Therapieoptionen und den Wirkprofilen der Insuline/Analoga auskennen werden davon in keiner Weise eingeschränkt sein. Unerfahrene Ärzte können damit nicht mehr so einfach auf vollmundige Versprechen der Pharmavertreter hereinfallen, weil sie eine klare Leitlinie haben.
Und für den Patienten ergeben sich auch keine Nachteile: wer mit Humaninsulin gut eingestellt werden kann, der bekommt es, wer Analoga wirklich braucht, weil er nur damit seine Einstellung akzeptabel hinkriegt bekommt sie auch.
Zudem haben die Pharmahersteller ein bißchen Druck gekriegt die Preise zu senken, nicht mehr jeden Kram auf den Markt zu schmeißen, der nicht eindeutige Vorteile aufweisst und Patienten/Ärzte für dumm zu verkaufen.
Natürlich werden dadurch alleine keine Kosten in Milliardenhöhe eingespart, das ist klar. Aber das war ja auch nur der erste Schritt.
Die Begründung "Außerdem gebe es keine Belege für die Überlegenheit der Insulinanaloga" zeugt allerdings von erheblicher Praxisferne und das ist für mich der wesentliche Kritikpunkt daran. Wäre der Satz nicht gefallen hätte ich das ganze perfekt gefunden.
Andreas:
Übrigens ist das sinngemäß der Kompromiss, den die Deutsche Diabetes Gesellschaft - zugegeben etwas weicher formuliert - vorgeschlagen hat:
--- Zitat ---Die Neuverordnung von kurzwirksamen Analog-Insulinen bei Menschen mit Typ
2-Diabetes mellitus ist aus Gründen der Wirtschaftlichkeit als First Line Präparat
nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig, solange diese teurer sind als Humaninsulin.
Die Verordnung von Analog-Insulinen ist dann zulässig, wenn die
individuellen Therapieziele mit Humaninsulin nicht erreicht worden sind.
--- Ende Zitat ---
Quelle: http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/news/Analog.pdf
Also kein Grund zur Aufregung und Kämpfe gegen Typ Ier, die diese Entscheidung für vernünftig halten!
Übrigens fände ich eine ähnliche Einlassung für Typ I durchaus akzeptabel: Ich überlege selbst, ob ich nicht doch noch einmal Normalinsulin ausprobiere, nachdem ich inzwischen sowohl einen DEA einhalten muss und - je nach körperlicher Betätigung - eine Wirkungsdauer des Humalogs von 4-5 Stunden (Normalfall) bis zu 7 Stunden (bei sportlicher Betätigung innerhalb der ersten vier Stunden) feststellen kann. - Jedenfalls hätte ich dann nicht mehr die Angst, mir täglich ein nicht ausgetestetes, potentiell krebsauslösendes Medikament zuzuführen.
Gruß, Andreas
Andi:
--- Zitat von: Andreas am Juli 19, 2006, 07:43 ---Also kein Grund zur Aufregung und Kämpfe gegen Typ Ier, die diese Entscheidung für vernünftig halten!
--- Ende Zitat ---
Ich empfinde diese Unterscheidung als äusserst unglücklich :ja:
Nicht weil ich evtl. davon betroffen sein könnte, sondern, das an dieser Stelle überhaupt ein Unterschied gemacht wird :moser:
--- Zitat ---Übrigens fände ich eine ähnliche Einlassung für Typ I durchaus akzeptabel: Ich überlege selbst, ob ich nicht doch noch einmal Normalinsulin ausprobiere, nachdem ich inzwischen sowohl einen DEA einhalten muss und - je nach körperlicher Betätigung - eine Wirkungsdauer des Humalogs von 4-5 Stunden (Normalfall) bis zu 7 Stunden (bei sportlicher Betätigung innerhalb der ersten vier Stunden) feststellen kann.
--- Ende Zitat ---
Das ist aber heftig, mit den Zeiten ... :gruebeln:
Ist es aber nicht ohnehin so, daß mit einer Therapie beim günstigen Medikament begonnen werden sollte :kratz:
Und erst dann ein teueres Medikament verwendet wird, wenn die Therapieziele (was für ein Wort) nicht erreicht werden können?
--- Zitat --- - Jedenfalls hätte ich dann nicht mehr die Angst, mir täglich ein nicht ausgetestetes, potentiell krebsauslösendes Medikament zuzuführen.
--- Ende Zitat ---
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung :nein:
Damit ich auch mal zu einem Ende kommen möchte:
So, wie es im TV gestern dargestellt wurde, ist es IMHO nicht durchführbar.
Es mag Ärzte geben, die sich der Glanzprospektwerbung hingeben mögen und entsprechend verordnen.
Aber ich glaube nicht, daß der große Spareffekt dabei herauskommen wird.
Im Gegenteil, es wird sicher eine Kontrollinstanz eingerichtet, die einiges an Kosten verursacht und somit den Spareffekt leider wieder hinfällig macht.
Da brauch ich nur auf die Quartalsgebühr kucken :moser:
Geholfen ist damit keinem!
Gruß Andi
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