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Typ 1 und Typ 2

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zreptil:
Hallo Leute,

ich bin brandneu hier (vor 5 Minuten Account erstellt). Ich habe die Grundlagen mal durchgelesen und muss sagen, dass ich bisher nichts gelesen habe, was auch nur annähernd so einleuchtend gewesen wäre. Grats zu dieser Seite.

Ich selbst bin seit 10 Jahren Typ 1 Diabetiker und habe erst vor kurzem von einer Diabetologin erfahren, was die Ursachen für Typ 1 und Typ 2 sind. Das konnte mir vorher keiner sagen. Nur dass auf magische Weise die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Sowas ist für mich natürlich völlig unbefriedigend. Ich weiss gerne, was hinter den Dingen steckt und wie sie funktionieren. Dass Typ 1 eine Autoimmunerkrankung ist, war mir völlig neu. Und dass bei Typ 2 die Anzahl an Insulinrezeptoren der Zellen geringer ist, habe ich erst beim Durchlesen dieser Seite erfahren. Das ist ja auch erblich bedingt.

Nun würde mich eines interessieren: Ist es eigentlich möglich gleichzeitig Typ 1 und Typ 2 zu haben? Theoretisch müsste das sogar gehen (nicht dass ich das haben möchte, es interessiert mich nur von der Grundlage her). Soweit ich weiss sind zwei unterschiedliche Gene dafür verantwortlich, dass einerseits das Immunsystem die eigenen Betazellen angreift und sich andererseits weniger Insulinrezeptoren an den Zellen befinden.

Und dann würde mich noch interessieren, wie das mit der Vererbung funktioniert. Wenn Typ 1 Diabetes vererbt wird und nur eine Wahrscheinlichkeit von 3% bis 5% hat, weitervererbt zu werden, sollte das dann nicht irgendwann mal ausgerottet sein?

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.


Archchancellor:

--- Zitat von: zreptil am Mai 04, 2006, 14:54 ---Wenn Typ 1 Diabetes vererbt wird und nur eine Wahrscheinlichkeit von 3% bis 5% hat, weitervererbt zu werden, sollte das dann nicht irgendwann mal ausgerottet sein?
--- Ende Zitat ---
:kratz:
Dann muß meine Familie einiges aufgefangen haben:
Großmutter Vätericherseits
Onkel Vätericherseits
nun ich.
Bist Du sicher keine 0 vergessen zu haben.

8-t ja,
Welcome im Board :banane:

Archchancellor
Regen entsteht durch das Zusammentreffen von Hochdruckgebieten mit Kaltluftfronten und feuchten Luftmassen mit einem Wochenende.
(unbekannt)

Adrian:
Ähm, muss denn alles vererbt sein?
Gelten die 3-5% nicht nur für den Phänotyp "Diabetiker T1" und nicht auf den Genotyp "erhöhtes Risiko"?
Gibt es evtl. mehrere Risikomerkmale, die unabhängig voneinander vererbt werden?

Ähm, ja den Doppeldiabetes soll es geben. Wird dann als T1 mit Insulinresistenz eingestuft ?!

LG|Adrian

moewe:
Puh, das sind ja schon Fragen bis direkt ins Innerste...  ;D

1. Grundsatz: in der Medizin gibt es nichts, was es nicht gibt. Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die Mischformen aus Typ 1 und 2 haben.

2. das mit den Insulinrezeptoren ist nach meiner Meinung nur eine von mehreren möglichen Ursachen für Typ2.

3. wenn deine Ärztin dir nicht sagen konnte, daß dein Typ 1 durch eine Reaktion deines Immunsystems entstanden ist, kann ich dir nur dringend zu einem Arztwechsel raten, denn das weiß ich auf jeden Fall schon länger als 10 Jahre! (Achso: man kriegt auch einen DM1, wenn man aus irgendeinem Grund die Bauchspeicheldrüse abgeben muß. das hat dann nix mit Immunsystem  oder Vererbung zu tun)

4. Der DM1 ist nicht direkt vererbbar, deshalb ist auch die Wahrscheinlichkeit, daß er in den Nachfolgegenerationen auftritt, so gering. Allerdings erbt man die Veranlagung, eine Autoimmunreaktion zu entwickeln. Das ist ein Gendefekt, der das Immunsystem betrifft. Und solche Defekte sterben nicht aus, sondern werden immer mehr.

Zum Ausbilden eines DM1 braucht man also zuerst die Anlage (also die "Fähigkeit" des Immunsystems, eigene Körperzellen plötzlich als "fremd und schädlich" zu definieren und zu bekämpfen). Das allein führt aber nicht zwangsläufig zum Ausbruch des DM1, es muß auch noch ein Stein da sein, der die Lawine ins Rollen (bzw. das Immunsystem zum Krieg gegen die Betazellen) bringt.

Und hier gibts dann ein breites Feld an Möglichkeiten, ich zähle mal ein paar auf: Virus-Infektionen, bakterielle Infektionen, Schock nach Unfall, Ehescheidung, Schwangerschaft oder Geburt (obwohl bei der Schwangerschaft die Ausbildung eines DM2 häufiger ist), Pubertät, bei Männern die Armeezeit??? (habe ich wirklich schon gehört!), Dauerstreß, Burnout und andere Einschnitte im Leben, die dem Immunsystem einen solchen Schock versetzen, daß es aus dem Takt kommt und die Autoimmunreaktion in Gang setzt. Meiner Meinung nach tappt hier die Wissenschaft auch noch reichlich im Dunkeln.

Speziell bei mir wird die Schuld der einsetzenden Pubertät (ich war damals 14) und einer langwierigen Angina (Infektion mit Rückfall nach 2 Wochen) gegeben. Ob das stimmt, weiß keiner. Manche hier können sicher nicht sagen, was bei ihnen der Auslöser war. Ach ja, in meiner Familie gibts außer mir noch eine Tante väterlicherseits, eine Tante mütterlicherseits, und meine Urgroßmutter mütterlicherseits vermutlich auch (aber die ist schon 1905 an "Auszehrung" gestorben)

So, das ist jetzt meine persönliche Meinung, es gibt sicher abweichende  :rotwerd:

Liebe Grüße

Ulrike

AxTRIM:
@Moewe: zu Punkt 3) Wie meinst Du das BSP abgeben??? Dann bekommt man doch direkt eine neue, oder? Ich meine nämlich zu wissen, dass man ohne BSP nicht leben kann - die produziert ja nicht nur Insulin. Ist wie mit der Leber, die kannst Du ja auch nicht einfach abgeben und gucken was passiert ;D Ich weiß nur, dass bei einer Nierentransplantation bei einem Diabetiker (1er Typ) die BSP meist direkt mitgetauscht wird und dann auch die Diabetes "geheilt" ist. Leider müssen dann aber das ganze Leben über Imunsystemausschaltende (dafür gibts auch ein Fachbegriff. Jörg?) Medikamente genommen werden. Nach einer BSP Transplantation kann es aber wieder dazu kommen, dass das eigene Imunsystem die Betas angreift und zerstört. Obwohl - die Medikamente müßten das doch eigentlich verhindern...

Transplantierende Grüße,
Peter

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