Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Analog-Insulin auf der roten Liste der Kassen ?
Herbie:
Hi friends,
als Pensionist hab ich ja die Zeit, vormittags die Kanäle im Satellitenfernsehen durchzuzappen, und da kam ich irgendwo auf einen Bericht aus Deutschland, dass bei euch derzeit die Kassen Studien beauftragen würden, inwieweit teure Medikamente wirklich notwendig sind und damit von den Kassen auch zu finanzieren sind. Und auf der angeführten Liste standen:
* Analoginsul
* Arctos und GenossenAber auch Mittel für Cholesterin und Trigliceryde wie Sortis, ACE-Hemmer und Betablocker und so weiter. Nachdem ich fast die gesamte Liste (ausser Arctos) zum Überleben :kratz: brauche, und ich die Erfahrung habe, dass solche Trends in der seit langem finanzmaroden Sozialversicherungsbranche ganz leicht auch nach Österreich überschwappen, bin ich sehr an weiteren Infos dazu interessiert.
lG
Herbie
Joerg Moeller:
Hi Herbie,
ich kann dir natürlich auch nichts offizielles dazu sagen, nur meine Einschätzung.
Wenn ein neues Medikament marktreif ist, dann wird das von den Pharmaherstellern massiv gepusht. Ist ja auch verständlich: die hatten riesige Investitionskosten und jetzt nur ein paar Jahre das Exclusivrecht, damit Geld zu verdienen.
Das wird Ärzten dann schon mal gerne als das Non-Plus-Ultra präsentiert und wer es nicht nutzt ist 'out'.
Bei den Analoga war es jedenfalls so. Die wurden viel zu oft verschrieben, weil sie einfach neu und modern waren. Hätte man sie bedarfsangemessen eingesetzt, dann hätten wir diesen Schlamasel jetzt nicht.
moewe:
--- Zitat von: Jörg Möller am März 16, 2006, 12:09 ---Hi Herbie,
ich kann dir natürlich auch nichts offizielles dazu sagen, nur meine Einschätzung.
Wenn ein neues Medikament marktreif ist, dann wird das von den Pharmaherstellern massiv gepusht. Ist ja auch verständlich: die hatten riesige Investitionskosten und jetzt nur ein paar Jahre das Exclusivrecht, damit Geld zu verdienen.
Das wird Ärzten dann schon mal gerne als das Non-Plus-Ultra präsentiert und wer es nicht nutzt ist 'out'.
Bei den Analoga war es jedenfalls so. Die wurden viel zu oft verschrieben, weil sie einfach neu und modern waren. Hätte man sie bedarfsangemessen eingesetzt, dann hätten wir diesen Schlamasel jetzt nicht.
--- Ende Zitat ---
genau! Die meisten Diabetologen denken auch heute noch, daß Insulin bei jedem Menschen gleich wirkt und das, was die Pharmareferenten behaupten in punkto Wirksamkeit, für alle Patienten gilt. Der Haken: es tut es leider nicht! Man kann höchstens ausprobieren, ob es besser wird. Wenn man mit Humaninsulin eine super Einstellung hat, sollte man AUF KEINEN FALL auf Analoga wechseln, nur weils modern ist! Never change a running system, wie wir Programmierer sagen ;D
Leider haben sich viele Ärzte von der Pharmaindustrie beeinflussen lassen und JEDEN ihrer Patienten ohne Rücksicht auf den speziellen Einzelfall auf Analoga umgestellt. Das hat in vielen Fällen gar keine Besserung oder sogar eine Verschlechterung der Therapie gebracht. Jetzt sind diejenigen, bei denen nur die Analoga richtig wirken, weil alle anderen Insuline keinen Erfolg bringen, natürlich die Leidtragenden der Sparmaßnahmen im deutschen Gesundheitswesen... Stimmts, Jörg?
Gruß Ulrike
Joerg Moeller:
:ja: :nein:
(Mir fehlt ein Smiley für 'Jein' :zwinker: )
Dem ersten Teil deiner Ausführungen schließe ich mich an. Aber ich denke nicht, daß den Leuten die Analoga gestrichen werden, die darauf angewiesen sind. Notfalls wird es ähnlich laufen wie bei Pumpen: zeigen, daß es nicht anders geht und dann war's das.
moewe:
Hoffen wir, daß du Recht hast, Jörg.
Aber das setzt Fachwissen bei den Kassen voraus, und da bin ich in letzter Zeit etwas skeptisch geworden :knatschig:
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln