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Für 2 Brötchen 20IE Bolus! Ist das normal?
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Atomi am Februar 28, 2006, 17:25 ---Hauptinsulinausschüttung erfolgt durch die Rückkopplung über den BZ-Wert,
--- Ende Zitat ---
Vereinfacht ausgedrückt: ja. Ab einem gewissen Schwellenwert steigt die Insulinausschüttung. Der Schwellenwert für die Produktion ist geringer. So ist gewährleistet, daß immer etwas Insulin in der Zelle bleibt (für die nächste Initialsekretion).
--- Zitat ---
--- Zitat ---Du übersiehst den von mir erwähnten SEA/DEA. Ist der korrekt, dann steigt der BZ auch pp nicht sonderlich stark an. Ist er nicht korrekt, dann wird es durchaus zu der von dir beschriebenen Kaskade kommen.
--- Ende Zitat ---
Wie findet man den optimalen SEA/DEA?
--- Ende Zitat ---
Laß mich ein bißchen ausholen: SEA/DEA soll ja erreichen, daß Glucosewirkung im Blut (nämlich der BZ-Anstieg) und Insulinwirkung im Blut (BZ absenken) zusammentreffen. Kochendheißes Wasser (->Glucose) zum Baden ist ungemütlich. Eiskaltes (->Insulin) auch. Halten sich aber beide die Waage kann es sehr angenehm sein.
Daraus folgt: Lässt man zuerst heißes Wasser ein (man sitzt ja bereits in der Badewanne) wird es ebenso ungemütlich, als wenn man zuerst kaltes einlässt. Am besten beides zusammen in der richtigen Mischung (->Dosis). Im Badewannenbeispiel wird man das auch nicht durch bloße Angabe (kalten Hahn zweimal drehen, wenn man den heißen Hahn dreimal dreht) hinkriegen. Jedenfalls nicht beim ersten Mal. Da probiert man es aus, über die gefühlte Temperatur.
Beim BZ probiert man es auch aus, und zwar über die BZ-Messung. Am optimalsten mit einer kontinuierlichen Messung (Guardian RT, Minimed CGMS, Menarini Glucoday usw.); es geht aber auch mit punktuellen Messungen. Bei Normalinsulin 90-120 Minuten nach dem Essen, bei KIA 60-90 Minuten nach dem Essen. Liegt der BZ da unter 160 ist man im grünen Bereich. (Vorausgesetzt, er war vor dem Essen nicht schon zu hoch).
Also: der BZ sollte zu den Messzeitpunkten nach einer Mahlzeit gegenüber dem Ausgangswert nicht zu stark angestiegen sein. Gegen Ende der Wirkdauer des Insulin erfährt man dann übrigens, ob die Dosis korrekt war.
--- Zitat ---
--- Zitat ---Ich würde ja auch nicht sagen daß Herr Meier zusammenbricht, wenn er einen Fernseher die Treppe runterträgt. (weil ich null Ahnung habe, wie stark und ausdauernd Herr Meier ist)
--- Ende Zitat ---
Bei Typ I-Diabetikern in der Remissionsphase sind nur noch ein geringer Teil der Beta-Zellen vorhanden,
--- Ende Zitat ---
Das ist keine genaue Aussage und kann von Fall zu Fall variieren. Die Insulinpflicht beim DM1 setzt ein, wenn weniger als 20% der Betatellmasse noch aktiv ist. Es ist nicht selten, daß Remissionsphasen auch so aussehen können, daß gar kein externes Insulin notwendig ist, wohingegen andere nur Boli spritzen müssen und wieder andere Basal und Bolus, aber reduziert.
--- Zitat ---Wieso aber steigt er bei an sich wenigen KH dann so stark an, ist das mit einer Down-Regulation ohne Basisinsulin überhaupt möglich, was mein unknown dazu?
--- Ende Zitat ---
Wieso ohne Basisinsulin?
--- Zitat ---Fakt ist aber, dass z.B. meine Diabetologen (Endokrinologische Ambulanz einer Uniklinik) meinen es verzögere die Insulinwirkung, dasselbe kann man in einschlägiger Fachliteratur nachlesen.
--- Ende Zitat ---
Funktionell, logisch. Wenn nur 10 Arbeiter da sind wo 20 gebraucht werden (weil die anderen 10 zu siamesischen Zwillingen mutiert sind) dauert es auch länger, bis die restlichen 10 mit ihrer Arbeit fertig sind :zwinker:
Atomi:
--- Zitat ---war das jetzt eine Frage nach meiner Meinung oder bin ich bin ich gerade zu Deiner Katze Nummer 6 geworden?
--- Ende Zitat ---
*rofl*
Atomi:
@Jörg, stimme Dir da zu, frage Dich aber mal ob Du Insulinantikörper hast?
Ich habe welche und weiß zu genau, dass es manchmal wirklich nur eine verzögerte und nicht verringerte Wirkung ist. Wenn die Unterzuckerung nach 8 h eintritt, das dann total heftig, man sich ausrechnet wieviele IE/BE benötigt würden, bei normalem Wirkungseintritt, dann kann man sich das zusammenrechnen :rotwerd:
AxTRIM:
So, nachdem die wilde Zeit (endlich) vorbei ist schlate ich mich hier wieder mal ein :)
Wünsche erstmal allen einen guten Morgen!
Da ich auch während der Tag immer mal wieder mitgelesen habe, hab ich mir natürlich auch so meine Gedanken gemacht. Das ich allergisch auf mein Insulin reagiere schließe ich mal aus. Aaaaaber, es ist nicht zu verleugnen, dass ich seitdem ich Insulin spritze öfters Oberschenkelschmerzen habe. So als hätte ich dort einen recht ordentlichen Muskelkater. Ich hab da jetzt erst drüber nachgedacht und festgestellt, dass ich dies früher nicht hatte. Nun habe ich es relativ oft (ca. 1-2 mal die Woche). Ob das aber nun mit dem Insulin zusammenhängt.... keine Ahnung. Ich mach mich deswegen auch erstmal nicht verrückt! Werde es aber sicherlich weiter im Auge behalten.
Was mir weiterhin aufgefallen ist, ich scheine auch mit weniger Insulin zurecht zu kommen... Jedenfalls hatte ich Montag Abend eine Pizza für welche ich mir sonst eigentlich immer nen Bolus über 5 Stunden gebe, am Montag aber wegen Feiern und so ;) mir nur direkt zum Essen 20 IE gab und nach 4 Stunden 20 mg/dl tiefer war als Ausgangswert. Eigentlich hatte ich mir irgendwas >200 gerechnet. Leider habe ich aber keine Messung in der Zwischenzeit gemacht um zu sehen wie es nach einer oder zwei Stunden aussah. Auf jeden Fall hat es mich doch mal gut verwundert da ich für ne Pizza am Abend normalerweise so um die 40 IE spritze. Am Montag gings mit 20 IE. Es kommt natürlich aber auch der Alkohol am Montag hinzu der ja auch eine nicht unwichtige Rolle dabei spielt. Also wieder viele Unbekannte.
Um mein Testergebniss zu verifizieren gab ich mir gestern zum Essen (Gemüsepfanne, Cordon Bleu, Fritten) nicht nen BE-Faktor von 3 sondern von 2. Und, mein Startwert um 17:55 Uhr war 83 mg/dl, Zwischenwert um 19:50 Uhr war 94 mg/dl, letzter Wert war um 21:45 Uhr bei 104 mg/dl.
Daher beschloss ich dann gestern Abend mal einfach so Spasseshalber, weil ich einfach mal blicken wollte wie mein Körper denn nu reagiert, mein Basal von 13 IE auf 6 IE zu reduzieren. Heute Morgen hatte ich dann 119 mg/dl :kratz: Da hatte ich jetzt auch mit irgendwas >160 mg/dl gerechnet.
Heute Morgen ließ ich dann mal den Morgengupf weg, aber der ist wohl unverzichtbar. Denn um 7:25 Uhr hatte ich nu 138 mg/dl.
Was ich mich jetzt natürlich frage ist, warum passt jetzt plötzlich und aus heiterem Himmel viel weniger Insulin als normal? Kann es evtl. sein, dass mein Körper mein Apidra rasend schnell aufnimmt? Ich habe nämlich immer, und wirklich immer eine Stunde nach dem Essen nen niedrigeren Wert als zwei Stunden nach dem Essen. Auf einen SEA verzichte ich daher im Moment gänzlich.
Und noch eins: ich hatte wohl seitdem ich Insulin spritze häufiger, ca. 30 min nach dem Essen strkes Herzklopfen, als Herzrasen würde ich es nicht bezeichnen, aber es war schon stärker als normal. So langsam glaube ich, ca. 30 min nach dem Essen in ne Hypo zu fallen und ne Gegenreaktion vom Körper auszulösen. Das könnte doch auch ein Grund sein warum mein Wert danach auch kontinuierlich ansteigt... Oder mein Magen arbeite unendlich langsam... Hey, selbst bei nem Stück Kuchen (sehr hoher GLYX) ist mein Wert nach einer Stunde niedriger als nach zwei...
Zum Glück habe ich schon immer gerne geforscht, sonst würde ich wohl so langsam verzweifelnde Grüße,
Peter
Oliver2:
--- Zitat von: AxTRIM am März 02, 2006, 07:35 ---Was mir weiterhin aufgefallen ist, ich scheine auch mit weniger Insulin zurecht zu kommen... Jedenfalls hatte ich Montag Abend eine Pizza für welche ich mir sonst eigentlich immer nen Bolus über 5 Stunden gebe, am Montag aber wegen Feiern und so ;) mir nur direkt zum Essen 20 IE gab und nach 4 Stunden 20 mg/dl tiefer war als Ausgangswert.
--- Ende Zitat ---
Tja, Karneval: viel Bewegung (*****, lache, danze) und viel Alk. Vielleicht gar nicht so ungesund als Therapie ;D.
--- Zitat ---Um mein Testergebniss zu verifizieren gab ich mir gestern zum Essen (Gemüsepfanne, Cordon Bleu, Fritten) nicht nen BE-Faktor von 3 sondern von 2. Und, mein Startwert um 17:55 Uhr war 83 mg/dl, Zwischenwert um 19:50 Uhr war 94 mg/dl, letzter Wert war um 21:45 Uhr bei 104 mg/dl.
--- Ende Zitat ---
Wenn kein Alk mehr Spiel war, könnte durch die vermehrte Bewegung vielleicht eine up-regulation erfolgt sein.
--- Zitat ---Daher beschloss ich dann gestern Abend mal einfach so Spasseshalber, weil ich einfach mal blicken wollte wie mein Körper denn nu reagiert, mein Basal von 13 IE auf 6 IE zu reduzieren. Heute Morgen hatte ich dann 119 mg/dl :kratz: Da hatte ich jetzt auch mit irgendwas >160 mg/dl gerechnet.
--- Ende Zitat ---
Scheint ja geklappt zu haben, allerdings solltest Du nicht davon ausgehen, daß das so bleibt, wenn sich Dein Bewegungs-
nivau in den nächsten Tagen wieder verringert oder Du wieder mehr ißt als Du trinkst. :prost:
Wenn man eine rezeptor-down-Regulation (hier also die Insulingesamtmenge senken will) wieder rückgängig machen will,
so sollte man das äußerst behutsam machen, inbesondere mit Spritzentherapie, z.B. dadurch daß man etwa 5% der Gesamt-
insulinmenge einspart, z.B. indem man pro Mahlzeit 0.5 oder 1 BE weniger ißt und nicht jeden leicht erhöhten Wert gnadenlos
runterkorrigiert. Oder man ißt genausoviel wie vorher, gibt sich aber ein etwas weniger Insulin und bewegt sich dann eine
Stunde nach Bolusgabe. Mit der Zeit sollten dann BE-Faktoren und Basalmenge runtergehen.
--- Zitat ---Heute Morgen ließ ich dann mal den Morgengupf weg, aber der ist wohl unverzichtbar. Denn um 7:25 Uhr hatte ich nu
138 mg/dl.
--- Ende Zitat ---
Interessanter wäre der pp-Mittagswert gewesen, wenn Du gegen 12 Uhr gegessen hast.
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