Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
BZ Werte und Stress
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Joa am November 21, 2005, 21:26 ---Das heißt im Ergebnis, den Blutzucker irgendwo zwischen 70 und 90 mg/dl zuverlässig einzupegeln.
--- Ende Zitat ---
Das sehe ich anders: den Blutzucker unter 140 stabil zu halten. (Gemäß der Prämisse, daß ab dann die Lipolyse ansteigt). Die Betonung liegt IMHO eindeutig auf "stabil halten", nicht auf dem absoluten Wert.
--- Zitat ---Für die grundsätzliche Entsorgung überschießender Glucose sorgt halt auch die Basalrate, solange nicht der Systemrahmen gesprengt wird.
Dafür braucht es kein "Mehr" an Insullin.
--- Ende Zitat ---
Definiere mir mal bitte "überschießende Glucose" in Relation zum circadianem Rhythmus, ich glaube an dem Punkt gibt es ein Mißverständnis zwischen uns.
Ich deute das als Glucosepeak, der unter günstigen Bedingungen definitiv nicht auftritt.
--- Zitat ---Der leichte Überschuss an Insulin, der eine permanente Senkung der BG bewirkt, wird durch die normale Gegenregulation vollkommen ausgeglichen.
--- Ende Zitat ---
Du weißt aber schon, daß Insulin die Glucagonsekretion und Glucosefreisetzung aus der Leber hemmt?
--- Zitat ---Sobald Du allerdings auf der BR (ohne Bewegungsplus) systematisch in den Hypobereich rutschen tust, ist wohl zuviel Insulin in der BR.
--- Ende Zitat ---
Ja, das meinte ich: das ist dann keine funktionierende BR mehr.
--- Zitat ---Der Körper steuert die durchgehende Energie/Glucoseversorgung (auch beim Nichtdiabetiker) nicht vorrangig mit der Glucose aus der Nahrung, sondern aus der Gegenregulation.
Die Nahrungsglucose hat dabei primär die Funktion, Glucosespeicher (oder Energiespeicher wie Fettzellen), nachzufüllen.
--- Ende Zitat ---
Korrekt. Allerdings kann der nichtdiabetische Körper auch seine Insulinsekretion bis auf Null zurückfahren und somit der Gegenregulation "Feuer frei" signalisieren. Dem insulinbehandeltem Körper ist das nicht möglich.
Adrian:
--- Zitat ---Quote
(Die Zellen bikommen genug Zucker, da ja die Basalrate genug indie Zellen pumpt)
Und warum steigt dann der BZ?
--- Ende Zitat ---
ja weil wir essen, und zu wenig dafür gesprotzt haben.
--- Zitat ---Die bilden dann auch nicht mehr, aber sie haben mehr.
--- Ende Zitat ---
Dann haben sie aber bei höherem BZ auch nicht höhere Chancen Insulin zu verbrauchen als zu Niedrigzuckerzeiten. -> sie schnappen auch kein Insulin weg.
--- Zitat ---Quote
Ach ja: ich gehe dabei immer davon aus, dass nicht gehungert wird, sondern regelmösig (normal) gegessen. Nu wird das Essen dabei halt vielleicht 2 BE unterschätzt.
Das heißt, daß das Basalinsulin, einen Teil der Bolusaufgabe übernimmt = relativer Insulinmangel.
--- Ende Zitat ---
Relativ zu was. Relativ zu wenig Insulin, um den Zucker auf 100 zu halten, sehe ich ein.
Relativ zu wenig Insulin, dass die Zellen noch hungern leuchtet mir nicht ein. :gruebeln.
Nochmal zur Verdeutlichung: Wenn ich jetzt 2BE Traubenzucker essen würde, sollte ich bei 180 mg% landen. Wenn ich jetzt wie gewohnt weiterhin mein Basal spritze (die richtige Dosis) , und meine Mahlzeiten in Zukunft gut einschätze und auch richtig abdecke - aber _nicht_ korrigiere, dann sollte ich doch stabil auf 180 bleiben. (keine Angst, ich hab den Versuch nicht vor.)
LG|Adrian
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Adrian am November 22, 2005, 15:16 ---Dann haben sie aber bei höherem BZ auch nicht höhere Chancen Insulin zu verbrauchen als zu Niedrigzuckerzeiten. -> sie schnappen auch kein Insulin weg.
--- Ende Zitat ---
Wenn zu diesen Zeiten keine Downregulation besteht nicht, das ist richtig.
--- Zitat ---
--- Zitat ---Das heißt, daß das Basalinsulin, einen Teil der Bolusaufgabe übernimmt = relativer Insulinmangel.
--- Ende Zitat ---
Relativ zu was. Relativ zu wenig Insulin, um den Zucker auf 100 zu halten, sehe ich ein.
Relativ zu wenig Insulin, dass die Zellen noch hungern leuchtet mir nicht ein. :gruebeln.
--- Ende Zitat ---
Wenn du irgendwann in nicht allzuferner Zukunft den erhöhten BZ korrigierst: richtig.
--- Zitat ---Nochmal zur Verdeutlichung: Wenn ich jetzt 2BE Traubenzucker essen würde, sollte ich bei 180 mg% landen. Wenn ich jetzt wie gewohnt weiterhin mein Basal spritze (die richtige Dosis) , und meine Mahlzeiten in Zukunft gut einschätze und auch richtig abdecke - aber _nicht_ korrigiere, dann sollte ich doch stabil auf 180 bleiben. (keine Angst, ich hab den Versuch nicht vor.)
--- Ende Zitat ---
Das bezweifle ich!
Adrian:
--- Zitat ---Das bezweifle ich!
--- Ende Zitat ---
Ich würde sagen, lassen wir es dabei, weil sich wahrscheinlich keiner anbieten wird das auszutesten :baeh:
Ich will auch gerne glauben, dass es so ist - nur warum leuchet mir einfach nicht ein :nein:
LG|Adrian
Joa:
--- Zitat von: Jörg Möller am November 22, 2005, 19:12 ---
--- Zitat von: Adrian am November 22, 2005, 15:16 ---
Nochmal zur Verdeutlichung: Wenn ich jetzt 2BE Traubenzucker essen würde, sollte ich bei 180 mg% landen. Wenn ich jetzt wie gewohnt weiterhin mein Basal spritze (die richtige Dosis) , und meine Mahlzeiten in Zukunft gut einschätze und auch richtig abdecke - aber _nicht_ korrigiere, dann sollte ich doch stabil auf 180 bleiben. (keine Angst, ich hab den Versuch nicht vor.)
--- Ende Zitat ---
Das bezweifle ich!
--- Ende Zitat ---
Um es mit Deinen Worten zu sagen: Das kannst Du gerne tun. :ja:
Und Du hast sogar recht damit! :ja:
Allerdings genau anders herum. :kratz:
In Adrians Beispiel würde ein Glucoseüberschuss aus 2 BE nachgehend im Zeitraum X wieder brav auf einen Blutzuckerwert < 100 heruntergeregelt.
Auch ohne Korrekturinsulin und nur auf der Grundlage einer ausreichend angelegten Basalinsulinversorgung.
Täte er das nicht, wäre die Basalinsulinversorgung unzulänglich angelegt.
:staun:
Das ist halt das Beispiel mit dem Rüttelsieb dessen Löcher genau Glucose durchlassen und dessen Lochanzahl insulinvariabel gesteuert ist.
Hast Du mehr Glucose bei wenigen Löchern (entspricht dem relativen Insulinmangel) musst Du halt entsprechend länger schütteln. :zwinker:
Ich bin allerdings noch nicht dahinter gekommen, was Dich hindert, dem Modell zu folgen?
Vielleicht kann es sein, dass bei Dir aufgrund der Typ2 Situation andere Resistenzen, vielleicht die im Glucosetransport, auch noch eine Rolle spielen.
Es ist mir aber nicht bekannt, dass oder ob überhöhte Blutglucosewerte da irgendwo, für sich genommen, eine verstärkende Wirkung zeigen. :gruebeln:
Gruß
Joa
p.s.
Ich habe meinen vorangehenden Beitrag noch ein wenig ergänzt. Die Stellen sind als [Nachtrag] markiert.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln