Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
BZ Werte und Stress
Joa:
Moin Ralf,
--- Zitat von: ralfulrich am November 10, 2005, 11:41 ---Ich habe nicht so viel Ahnung, aber wird aus Fett und Eiweis nicht auch Glucose synthetisiert (Gluconeogenese)? :gruebeln:
Wenn ja, müßte dafür ja auch Insulin gespritzt werden. Ist das dann der Basalratenanteil? :kratz:
--- Ende Zitat ---
Der Körper ist grundsätzlich immer irgendwo am regulieren des Zuckers, entweder durch Insulin (so vorhanden) oder durch
die Bereitstellung abgespeicherter Zuckervorräte (auch Fett wird ja aus Clucose gebastelt).
Das Basalinsulin dient dazu, genau so viel Insulin im Stoffwechsel bereitzustellen, dass dieser Regelautomatismus funktions-
fähig ist.
Daher sorgt beim Typ 1 eine funktionierende Basalinsulinmenge dafür dass er stundenlang automatisch einen konstanten
Blutzucker zwischen ca. 70 und 90 mg/dl hält, ohne irgendwas dran drehen zu müssen.
Da kann auch mal ein Keks dazu oder ohne Keks ein Spaziergang. Der BZ-Wert sollte bleiben.
Wie gesagt, alles auf einer richtig ausgelegten Basalrate (Basalinsulinversorgung)
Schon wird klar, warum das halt mit der Pumpe gut machbar ist, mit dem Pen eher weniger gut.
Gruß
Joa
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Joa am November 11, 2005, 18:32 ---
--- Zitat ---Egal wie viel ich gespritzt habe, die Werte sind nicht runter gegangen. Hab dann schon fast einen Korrekturfaktor von 10 gehabt und bin kaum mal unter 220 gekommen, egal wie viel ich gespritzt hab und obwohl ich die BE abgewogen habe :kreisch: Und jetzt 3 Wochen danach bin ich immer noch am Einpendeln der Werte. Das geht leider nur sehr sehr langsam voran.
--- Ende Zitat ---
Ich glaube sowas nennt man nicht Streß sondern eher Lipolyse.
--- Ende Zitat ---
Auch. Aber erstmal geht der BZ bei einigen durch Streß in die Höhe, das kann ich definitiv bestätigen. Ist er dadurch längere Zeit zu hoch (>140-160), dann beginnt die Lipolyse (=Fettabbau). Und dadurch wird der Körper unempfindlicher für Insulin, es muß also entsprechend höher dosiert werden. Und das nicht einmal, sondern konsequent. (Siehe: http://www.chrostek.de/teupe/lipolyse.html und http://www.chrostek.de/teupe/abc_bz.html#a6)
Joerg Moeller:
--- Zitat von: ralfulrich am November 10, 2005, 11:41 ---Ich habe nicht so viel Ahnung, aber wird aus Fett und Eiweis nicht auch Glucose synthetisiert (Gluconeogenese)? :gruebeln:
Wenn ja, müßte dafür ja auch Insulin gespritzt werden. Ist das dann der Basalratenanteil? :kratz:
--- Ende Zitat ---
Korrekt. Jedenfalls zu einem großen Teil. Deswegen kann es ja auch zur Hypo kommen, wenn die Leber durch Alk-Abbau abgelenkt ist: sie schüttet dann keine Glucose aus; der Basalanteil wirkt aber trotzdem (Wenn man Basalinsulin spritzt)
Joa:
Hallo Jörg,
--- Zitat von: Jörg Möller am November 11, 2005, 20:59 ---
Auch. Aber erstmal geht der BZ bei einigen durch Streß in die Höhe, das kann ich definitiv bestätigen. Ist er dadurch längere Zeit zu hoch (>140-160), dann beginnt die Lipolyse (=Fettabbau). Und dadurch wird der Körper unempfindlicher für Insulin, es muß also entsprechend höher dosiert werden. Und das nicht einmal, sondern konsequent. (Siehe: http://www.chrostek.de/teupe/lipolyse.html und http://www.chrostek.de/teupe/abc_bz.html#a6)
--- Ende Zitat ---
Danke für die Fundierung mit den Teupe-Quellen zur aktuellen Situation. ;)
Ich war da grade etwas faul. :-[
Ob der Start der Sache nun Stress oder ein relativer Insulinmangel zur Energieversorgung in einer intensiven körperlichen Belastung war, wissen wir nicht.
Aber natürlich stelle ich nicht in Abrede, dass Stress individuell den BZ erst mal nach oben jagen könnte.
Stimmt aber die basale Insulinversorgung, geht er dann auch wieder runter?
Insbesondere, wenn geackert wird!
Weißt Du, ob (Nor)Adrenalin zu einer nachgehenden Resistenz führen kann? :kratz:
Gruß
Joa
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Joa am November 11, 2005, 22:04 ---Aber natürlich stelle ich nicht in Abrede, dass Stress individuell den BZ erst mal nach oben jagen könnte.
--- Ende Zitat ---
'Individuell' ist das ein gutes Stichwort. Bei einigen geht der BZ tatsächlich im Streß runter. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das dann nicht körperlicher Streß mit vermehrter Bewegung ist.
--- Zitat ---Stimmt aber die basale Insulinversorgung, geht er dann auch wieder runter?
Insbesondere, wenn geackert wird!
--- Ende Zitat ---
Dann ja, ansonsten nicht. Das wäre eher der Fall, wenn die Basalversorgung zu hoch ist. Schau mal auf die Mechanismen:
- Cortisol bremst die Postrezeptor-Signaltransduktion. Ein Insulin-Molekül erzeugt also weniger GLUT4, ist aber trotzdem verbraucht.
- Glykogenolyse/Gluconeogenese bringen mehr Glucose ins Blut (und dem Körper ist es wurscht, ob das von der Leber oder von einer Torte kommt). Dieses 'mehr' verschwindet also bei einer guten Basalversorgung nicht einfach so, sondern braucht einen Bolus.
--- Zitat ---Weißt Du, ob (Nor)Adrenalin zu einer nachgehenden Resistenz führen kann? :kratz:
--- Ende Zitat ---
Klar: wenn der hohe BZ nicht abgesenkt wird und die Lipolyse wegen des relativen Insulinmangels einsetzt. An den Hormonen selber liegt das also nur indirekt. (Die haben auch eine verdammt kurze Halbwertzeit)
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