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Leichter Leben mit Diabetes

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Joerg Moeller:

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---Jedenfalls stehe ich manchmal durch diese ganzen Anforderungen und dass was ich den Tag über leiste so sehr unter Druck und Anspannung, dass es mir ganz schön schlecht geht.

--- Ende Zitat ---

"Schön schlecht" ist so ein Wortpaar, mit dem sich gut jonglieren lässt. Für manche ist es schlecht, wenn etwas schönes passiert (nach dem Motto "Vorscht vor Griechen, die mit Geschenken kommen"); die stellen sich dann insgeheim auf das vermeintlich "dicke Ende", was nicht selten in 'self-fullfilling prophecy' endet.
Oder ist es wirklich schön, wenn etwas schlecht ist, nach dem Motto "Reinszenierung oder: Gewohntes bietet Sicherheit". (Ist aber eigentlich schon wieder Material für ein paar Thera-Stunden.


--- Zitat ---Und dann setzt mitunter das ein, was ich mir über Jahre 'fleissig antrainiert' habe: ich esse vielmehr, als ich möchte und sollte. In der Regel passiert das Abends, nachdem ich vorher (ungelogen) den ganzen Tag gar nichts oder höchstens das von dir zitierte Obst gegessen habe.
--- Ende Zitat ---

Und das könnte ein möglicher Ansatz sein. Tagsüber hörst du auf deinen Körper (Obst), abends auf deine Psyche (Alles was nicht schnell genug auf die Bäume kommt). Da könnte man ergründen warum. Wo ist der (gefühlsmässige) Unterschied zwischen tagsüber und abends. Vielleicht, weil man abends zu sehr ins Nachdenken kommt, wenn man sich nicht anderweitig beschäftigt (so wie tagsüber)?

Angela:

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---@Angela: es ist schon auch bei mir angekommen, dass du gute Absichten hast mit dem was du sagst - aber dennoch bleibt bei mir der Eindruck, dass da auch ein gewisses Unverständnis da ist/war für manche Probleme.
--- Ende Zitat ---
Naja, weißt du, da hast du vielleicht nicht ganz unrecht. Man kann leicht reden über was was einen selber nicht betrifft. Aber ich denke in den Grundzügen habe ich recht und das hast du ja weiter unten auch geschrieben.

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---In diesem Absatz aus deinem Eingangsposting beschreibst du etwas, dass ich nur allzu gut kenne: Ich arbeite halbtags, studiere ausserdem 'nebenbei', mache Therapie, habe Diabetes und versuche, irgendwie soweit es mir mal möglich ist, ab und zu zur Aquafitness zu gehen. Wenn ich von der Arbeit komme, bin ich dermaßen alle, dass ich mich erstmal hinlegen muss. Ein Privatleben mit Ausgehen o.ä. habe ich so gut wie nicht (obwohl ich wohlgemerkt mit einem Partner zusammenlebe und durchaus Freunde habe), was ich sehr schade finde. Aber leider reicht meine Kraft dafür nicht auch noch und die Zeit wird auch ab und zu knapp. (Das frustriert mich manchmal zusätzlich zu allem anderen.)
--- Ende Zitat ---
Ja ich versteh es schon, und auch wenn du jetzt wieder sauer bist, wenn man will geht es. Wie ich schon geschrieben habe mein Freund hat 25 kg abgenommen als er mich kennenlernte (ok ich war seine Motivation) und er sagt jetzt immer es geht alles viel leichter, er hat mehr Kraft, steht mehr durch und kann viel mehr machen. Und damit will ich nur sagen, ich denke wichtig wäre eine Motivation für dich, weil ich glaube die hast du nicht. Ich versteh schon es ist sehr schwer und ich hoffe es kommt nicht wieder falsch an. Wir versuchen hier zu helfen. Jeder hat eine andere Art. Ok meine ist vielleicht manchmal etwas hart, aber ich meine es gut. Nur ich denke einen richtigen Tip kann dir keiner geben. Nur Anregungen und den Weg mußt du selber finden und genau das ist das schwierige, ich weiß. Du hast geschrieben das du auch zu viele KGs hast. Ich hatte auch ein paar zu viel und ich bin in ein Fitnesscenter gegangen und mein Trainer (der beste alle  :knuddel:) sagte zu mir: setz dir ein Ziel, was möchtest du erreichen? Und ich sagte: ich möchte Levisjeans tragen können, weil die sind so eng geschnitten. Heute trage ich sie.....  :super: Verstehst du was ich sagen will?

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---Jedenfalls stehe ich manchmal durch diese ganzen Anforderungen und dass was ich den Tag über leiste so sehr unter Druck und Anspannung, dass es mir ganz schön schlecht geht. Und dann setzt mitunter das ein, was ich mir über Jahre 'fleissig antrainiert' habe: ich esse vielmehr, als ich möchte und sollte. In der Regel passiert das Abends, nachdem ich vorher (ungelogen) den ganzen Tag gar nichts oder höchstens das von dir zitierte Obst gegessen habe.
--- Ende Zitat ---
Verstehe ich schon, aber so wie ich oben geschrieben habe, versuche dir ein Ziel zu setzen und versuche es zu erreichen.

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---Die Frau sagt, sie hätte keine Zeit für Bewegung. Könnte ja auch stimmen... Sie müsste sie sich natürlich eigentlich nehmen, wenn sie sich was Gutes tun will/nicht schaden will. Aber vielleicht ist gerade das ein Knackpunkt: Sie kann sich vielleicht nichts Gutes tun, weil sie sich für wertlos hält, oder so. Und wenn du dann sagst: "Das ist ja nur eine Ausrede.", das tut mir dann schon weh, denn es stimmt vielleicht (!) auf eine Art, aber gleichzeitig ist es vielleicht für sie unerträglich, vor sich zuzugeben, dass sie eigentlich ganz anders mit sich und ihrem ganzen Leben umgehen müsste. Weiß nicht, ob sie das mal einfach so dahin sagt, weil es so bequemer ist. Ist es das denn wirklich?
--- Ende Zitat ---
Siehst du und ich denke so ist es auch. Ist das bei dir auch so? Klar das ist sicher schwierig, wenn man genau weiß was man *falsch* macht, aber ned weiß wie man es richtig machen soll, oder es sich nicht zutraut. Versuch es mal wenn du nach Hause kommst und sag: so jetzt gehe ich noch spazieren. Du hast gesagt du hast einen Partner. Nimm ihn bei der Hand und geht spazieren. Ist sicher eine Überwindung, aber vielleicht macht es dir Spaß wenn du es öfters machst?

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---Ich sage auch oft, ich habe nicht genug Zeit für mehr Bewegung und um mich wirklich so intensiv um meine Gesundheit (körperlich+psychisch) zu kümmern wie ich es sollte. Und es stimmt auf eine Art, weil in meinem Alltag wirklich die Zeit dafür nicht vorhanden ist - aber da ist ja auch meine Schuld. Ich müsste sie mir nehmen und mir den Aufwand wert sein, der damit verbunden ist. Daran arbeite ich halt so gut ich kann und das ist leider manchmal nicht sehr viel.  :-\
--- Ende Zitat ---
Siehst du du beginnst schon mal richtig. Du weißt es ja, aber es kommt dann immer gleich das große ABER. Lass es mal weg und versuche mal mehr Bewegung zu machen oder einfach was was dir Spaß macht. Aquagym hat diese Frau auch gemacht und dann wieder aufgehört......

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---Du fragst auch, ob ich sage warum ich so bin wie ich bin, wenn mich einer fragt. Also, das kommt natürlich erstmal drauf an, wer mich fragt und wie derjenige fragt. Warum muss ich erklären, dass ich bin wie ich bin? Fragst du andere Leute öfter, warum sie so aussehen, wie sie eben aussehen? Ist doch nicht unbedingt ein öffentliches Thema, da mit jedem erörtert werden müsste, oder? Aber davon abgesehn, fragt eigentlich keiner - mich jedenfalls bisher nicht. Man weiß ja auch schließlich, warum jemand dick ist...  ::) (war ironisch gemeint).
--- Ende Zitat ---
Nein ich frage Leute nicht warum sie so aussehen wie sie aussehen, sondern ich frage Leute warum es ihnen schlecht geht und ob sie darüber reden wollen. Wichtig ist in erster Linie das Innenleben, die Seele wie Jörg immer sagt und wenn das mal passt schafft man alles andere auch. Und wie ich schon oft gesagt habe, ich weiß das es nicht einfach ist. Ich werde meinen Freund sagen er soll mal was dazuscheiben. Der kann dazu sehr viel sagen

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---Auf jeden Fall stimme ich dir grundsätzlich absolut zu, wenn du sagst, jeder kann es (theoretisch) schaffen.
Das will ich auch schwer hoffen, sonst könnte ich es ja auch lassen. Und dass du für deinen Freund so eine tolle Unterstützung und Motivation bist, finde ich auch toll!
Respekt, dass ihr das zusammen so gut schafft!  :)
--- Ende Zitat ---
Na siehst du das ist schon mal ein sehr guter Ansatz. Arbeite daran weiter!  :super:

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 20, 2005, 21:39 ---(Es ist ganz schön schwer, meine Gedanken alle so in Schriftform zu kriegen, wie ich sie im Kopf habe. Ich hab mich bemüht! Danke für's lesen!)

--- Ende Zitat ---
Du sagst es!!!!  :ja:

 :kreisch: na das ist jetzt aber viel geworden. Hoffentlich ließt das auch wer

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Angela am Oktober 21, 2005, 08:25 ---Wichtig ist in erster Linie das Innenleben, die Seele wie Jörg immer sagt und wenn das mal passt schafft man alles andere auch.
--- Ende Zitat ---

Ja, der Meinung bin ich auch.  :ja:

dramaqueen:
Ich finde es wirklich nett, dass/wie ihr versucht, mir hilfreiche Vorschläge zu machen. Danke! :)

Allerdings habe ich eigentlich vor allem über eine grundsätziche Haltung gegenüber Menschen, mit psychischen Problemen bzw. einfach Menschen, die scheinbar nicht so funktionieren, wie sie nach allgemeiner Ansicht sollten, geredet.
Meine eigene Problematik habe ich angerissen, um an diesem Beispiel ein paar mögliche (Hinter-)Gründe für das Entstehen von sowas wie z.B. extremem Übergewicht zu nennen.


--- Zitat ---Tagsüber hörst du auf deinen Körper (Obst), abends auf deine Psyche (Alles was nicht schnell genug auf die Bäume kommt). Da könnte man ergründen warum. Wo ist der (gefühlsmässige) Unterschied zwischen tagsüber und abends. Vielleicht, weil man abends zu sehr ins Nachdenken kommt, wenn man sich nicht anderweitig beschäftigt (so wie tagsüber)?
--- Ende Zitat ---

Soweit ich es derzeit überblicke, ist es leider keineswegs so, dass ich tagsüber auf meinen Körper höre und deshalb gesundes Obst esse.
Es ist vielmehr so, dass ich eben aufgrund meiner Essstörung entweder vorsichtshalber gar nix esse (dann fühle ich meinen Körper nämlich am wenigsten unangenehm, er ist unbeschwert von 'Essenslasten' und rückt nicht dauernd so unangenehm in mein Bewusstsein) oder aber sowas wie Obst oder andere ganz gewöhnliche Lebensmittel in kleinst Mengen, da ich mir eigentlich Essen gar nicht zugestehe - ganz besonders in der Öffentlichkeit soll mich niemand beim Essen sehen... (nach dem Motto "Am besten sollte ich gar nichts essen!" und dass denke ich auch bei einem Salatblatt!)
Am abend ist der größte Unterschied, dass ich dann zu Hause bin - unbeobachtet und in 'Sicherheit'. Dann kommt quasi mein 'inkompetenter, privater' Persönlichkeitsanteil voll zum Zuge, der den ganzen Tag über 'streng weggesperrt' (von meinen ebenfalls vorhandenen sehr kompetenten, professionellen Anteilen) auf diesen Moment wartet.  ::)
Tatsächlich kommen dann Gedanken hoch, die tagsüber verdrängt wurden und auch diverse, oft unangenehme Gefühle. Wenn ich mich dann insgesamt entsprechend belastet fühle, gelingt es mir eben leider oftmals nicht, mit diesen Gedanken und Gefühlen adäquat umzugehen. Dann wird mir das alles zu viel und ich suche nach einer schnellen Lösung für dieses Dilemma. Das Essen ist da natürlich einerseits langfristig eine schlechte Wahl, kurzfristig bringt es aber durchaus Besserung und das ist eines der Probleme, das mich hindert, einfach davon loszukommen...
Leider gibt es bei mir auch noch ein paar andere, teils noch gravierendere von diesen sog. 'dysfunktionalen' Verhaltensweisen. Und so muss ich halt immer austarieren, wo/wie ich in den vielzitierten kleinen Schritten vorsichtig was verändern kann, ohne dass es an einer anderen Stelle dadurch zu einer 'Katastrophe' kommt.
Es ist wohl leider etwas mehr als ein großer, behäbiger innerer Schweinehund, den ich da zu überwinden habe.  :hilfe:

Wie ihr schon so schön sagtet:


--- Zitat ---Wichtig ist in erster Linie das Innenleben, die Seele wie Jörg immer sagt und wenn das mal passt schafft man alles andere auch.
--- Ende Zitat ---

Und da bin ich wie gesagt intensiv dran am arbeiten.

Schönen Abend noch, euch allen!
dramaqueen

P.S.: Angela, ich war in erster Linie verletzt und dann noch ein bisschen wütend.

Joerg Moeller:

--- Zitat von: dramaqueen am Oktober 21, 2005, 20:45 ---Ich finde es wirklich nett, dass/wie ihr versucht, mir hilfreiche Vorschläge zu machen. Danke! :)

--- Ende Zitat ---

Also zumindest von mir ist das nicht beabsichtigt, dir in dieser Hinsicht Vorschläge zu machen. Ich kann wohl Gedankenanstöße zum Thema Diabetes machen, aber Vorschläge zu Essstörungen müssen schon von den Betroffenen selber kommen. Aber es kann manchmal ganz hilfreich sein, auch mal andere Gedanken dazu wahrzunehmen.


--- Zitat ---Soweit ich es derzeit überblicke, ist es leider keineswegs so, dass ich tagsüber auf meinen Körper höre und deshalb gesundes Obst esse.
--- Ende Zitat ---

Na sagen wir es mal so: dein Körper verlangt nach Nahrung und du setzt ihm dann was gesundes vor. Wäre es eher deine Psyche die was kriegt wäre das wohl etwas anders.


--- Zitat ---...da ich mir eigentlich Essen gar nicht zugestehe - ganz besonders in der Öffentlichkeit soll mich niemand beim Essen sehen...
--- Ende Zitat ---

Kann ich mir vorstellen.


--- Zitat ---...mit diesen Gedanken und Gefühlen adäquat umzugehen. Dann wird mir das alles zu viel und ich suche nach einer schnellen Lösung für dieses Dilemma. Das Essen ist da natürlich einerseits langfristig eine schlechte Wahl, kurzfristig bringt es aber durchaus Besserung und das ist eines der Probleme, das mich hindert, einfach davon loszukommen...
--- Ende Zitat ---

Ist aber auch schwer. Immerhin machst du das schon ziemlich lange so. Haben dir denn die Thera-Sitzungen ein bißchen was gebracht? (Den Teil können wir aber auch in die Gesprächsrunde auslagern, wenn es dir da lieber ist)


--- Zitat ---Leider gibt es bei mir auch noch ein paar andere, teils noch gravierendere von diesen sog. 'dysfunktionalen' Verhaltensweisen.
--- Ende Zitat ---

Es hätte mich gewundert, wenn das nicht so wäre.

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