Autor Thema: Umstellung von Levemir aus Tresiba  (Gelesen 7930 mal)

Offline Andi

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Re: Umstellung von Levemir aus Tresiba
« Antwort #60 am: November 26, 2022, 11:41 »
… wie die Rahmenbedingungen für Basaltests aussehen müssen

Alle Mahlzeiten weglassen und gucken, was der BZ macht, wenn kein KH zugeführt und kein Insulin gespritzt wird.

Das dauert dann mehrere Tage, wenn man typischer Weise mehrere Mahlzeiten hat.
1. Tag Frühstück weg lassen
2. Tag Mittagessen weg lassen
3. Tag Abendessen weg lassen
4. Tag Spätmahlzeit weg lassen

Und wenn jedes mal der BZ stabil bleibt, dann passt die Basalrate.
Sobald jedoch korrigiert werden muss, dann war der Test für den angedachten Zeitraum nicht erfolgreich und eine Anpassung der Basalrate ist nötig.
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Offline Joerg Moeller

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Re: Umstellung von Levemir aus Tresiba
« Antwort #61 am: November 28, 2022, 16:00 »
Ich frage mich aber jetzt: Weshalb sollte sich die "Basalstruktur" überhaupt ändern... wodurch?

Basalinsulin deckt ja den basalen Bedarf ab. Der Körper bildet ja auch eigene Glukose aus (das nennt man dann Glukoneogenese, also Glukoseneubildung). Und die wird im Wesentlichen durch verschiedene Hormone gesteuert. Aber auch durch das Körpergewicht. Beides kann sich im Lauf der Zeit ändern, deswegen ist der Basalbedarf nie für ewig in Stein gemeißelt.
Optimal ist es, wenn ein Basaltest (nichts essen, nur Getränke ohne KH, keine besonderen Anstrengungen) eine flache Linie ergibt oder auch zum Ende hin langsam absinkt. Falls nicht, stimmt da im Basal schon etwas nicht. Und da das nun mal die Grundlage ist, würde ich immer da anfangen etwas zu ändern. Nur dann kann man beim Korrektur- oder Mahlzeiten-Insulin davon ausgehen, dass Ausreißer vom Bolus stammen müssen.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Gyuri

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Re: Umstellung von Levemir aus Tresiba
« Antwort #62 am: Dezember 01, 2022, 13:07 »
Jetzt hatte ich doch ein paar Tage lang anderes zu tun und keine Zeit mehr für Internet.  :rotwerd:

 :gruebeln: Gedanken zu dem Thema "Basalraten-Bestimmung" hatte ich mir trotzdem gemacht.

Ich laß hier von zwei "leicht" verschiedenen Strategien.
Die von Andi erscheint mir leichter durchführbar, wobei ich das bei drei Essenszeiten täglich vielleicht über 15 Tage so beobachten würde, bevor ich an der Basalversorgung "Korrekturen" machen würde. So würde ich eine Änderung nicht direkt von je einer Beobachtung einer einzelnen Tageszeit abhängig machen und könnte mit je einem Durchschnitt weiter  arbeiten.

Was bliebe: Bei mir und besonders bei meiner Frau haben die pp-Werte sehr oft ganz verschiedene Verläufe. Da würde es nicht viel bringen, einheitlich "gesunde" Ernährung anzustreben. Der Alltag sieht anders aus und dann hätten die Verläufe (mutmaßlich) keine statistische Aussagekraft mehr.

So gesehen wäre Joergs "Gewaltmaßnahme" vielleicht günstiger. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob ein einzelner Tag eine statistische Aussagekraft hat? Vielleicht müsste man (wie auch geschrieben) so eine Strategie öfter wiederholen um sich langsam der besseren Basalrate zu nähern.

Was mich betrifft: Ich brauche das FÜR MICH alles nicht. "Never change a running system!"

Was meine Frau betrifft: Ich glaube nicht, dass man je bei ihr eine ähnliche Strategie angewendet hat.
Früher verordneten die Diabetologen einfach einen Wert "Auge mal pi" und nach 3 Monaten etwas mehr, seltener weniger.
Nicht einmal in Bad Mergentheim wurde so die Tresiba-Dosis von Hausnummer 50 (von der Diabetologin als magische Obergrenze! :kreisch:) verändert. Man bastelte erst am Fiasp und erhöhte dann Tresiba "einfach" auf 68 I.E. … und siehe da: unter Krankenhausbedingungen (Ernährung, Sport, Schlaf) klappte es dann. Als es dann lief, empfahl man meiner Frau dann (nach einem Essversuch) 2 tägige Hafertage … so alle zwei drei Wochen!  :super:

Und dann fragte ich mich bei allen Überlegungen über die letzten Tage:
Funktionieren die beiden Stratgien überhaupt, wenn ein Basalinsulin (mehrere mögliche und verschiedene Wirkkurven!) so bestimmt wird?

Oder klappt so etwas eher bei Pumpenträgern, die ja mit sehr kleinen und schnellen Insulindosen immer dann arbeiten wenn ohne KEs Insulin gebraucht wird?  :gruebeln:
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Archimedes

Offline Andi

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Re: Umstellung von Levemir aus Tresiba
« Antwort #63 am: Dezember 01, 2022, 13:15 »
Oder klappt so etwas eher bei Pumpenträgern, die ja mit sehr kleinen und schnellen Insulindosen immer dann arbeiten wenn ohne KEs Insulin gebraucht wird?  :gruebeln:

Pen-User können das nur recht grob hinbiegen.
Sollte die Basalrate eines Anwender stark schwankenden Bedarf haben, dann ist eigentlich eine Pumpe indiziert.
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Offline Gyuri

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Re: Umstellung von Levemir aus Tresiba
« Antwort #64 am: Dezember 02, 2022, 11:00 »
[…]
Pen-User können das nur recht grob hinbiegen.
[…]
Lag ich also doch nicht ganz soooo weit daneben.

[…]
Sollte die Basalrate eines Anwender stark schwankenden Bedarf haben, dann ist eigentlich eine Pumpe indiziert.
Ich hatte bisher nie den Eindruck, dass irgendwer bei meiner Frau an eine Pumpe dachte.  :nein:

Abgesehen vom realen Nutzen einer Pumpe hätte ich die größten Bedenken, ob meine Frau mit einer Pumpe richtig umgehen würde. NOCH will ich sie so selbstständig wie möglich selbst basteln lassen. Strategien kann sie aber nicht selbst entwickeln. Da muss ich aufpassen - und gerade das Tresiba würde ständig vergessen werden. Auch ein Punkt, den ich mit G6 leicht überprüfen kann indem ich ihr Handy in die Waagrechte kippe und sehe, ob es zwei schraffierte Balken über 24 Stunden gibt. Das geht schon - nur bei den 2*34I.E. habe ich so meine Zweifel  :gruebeln: und würde die schon gern "etwas" erhöhen.
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Archimedes

Offline Gyuri

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Re: Umstellung von Levemir aus Tresiba
« Antwort #65 am: Dezember 21, 2022, 22:29 »
Bei meiner Frau ging es jetzt nicht um eine Umstellung auf ein anderes langsam wirkendes Insulin.
Weil hier aber schon so viel über Tresiba geschrieben wurde, mag man es mir verzeihen, dass ich hier einfach weiter mache.  :rotwerd:

Ich will hier aufzeichnen, wie ich vorgegangen bin um eine verhängnisvolle Überdosierung der Bolusgaben zu mindern. Bad Mergentheim kam vor Jahren zu einer täglichen Dosis Tresiba von 68 Einheiten, was im Krankenhaus unter ärztlicher Aufsicht prima funktionierte. Es wurde dann noch ein Bolus-Schema erstellt, dass auf "kleine" Abweichungen mit Fiasp-Korrekturen einging.
Nun sind ein paar Jahre vergangen und meine Frau bekam nach und nach immer mehr Fiasp ab um wenigstens einen HbA1c von … ca. 9% einzuhalten.  :kreisch:
Täglich 150 I.E. Fiasp genügten nicht mehr. So musste etwas geschehen!

Ich wollte da ohne Rücksprache mit unserer Diabetologin nicht viel mehr verändern, als mir vorab erlaubt wurde.
Wir hatten schon mit dem Wissen der Ärztin die 68 I.E. Tresiba auf zwei Injektionen über 12 Stunden verteilt.

Nun habe ich "einfach" die 2x34 I.E. auf 2x38 I.E. erhöht und im Gegenzug im Schema die Gaben etwas verringert. So bekommt sie jetzt erst mal insgesammt etwas weniger Insuline pro Tag.

Soleche Schemen sind im Prinzip genauso aufgebaut, wie das Rechnen mit Faktoren, nur das der Patient nichts rechnen muss und sich Korrekturen von begannenen Fehlern im Nachhinein als Bolus spritzt.

Ich hatte also nicht nur ihre Faktoren für die Tageszeit leicht verringert, sondern auch die Korrekturen auf den alten Takt von Bad Mergentheim zurück gesetzt.

Na ja, so viel auf einmal anders gemacht - wie soll man da sehen, ob sich überhaupt etwaas verbessert?  :kratz:

Die Zuckerwerte sind nach wie vor eine Katastrophe! Aber dank der "Vergleich"-Diagramme im Clarity kann man schon zwischen den 14 Tagen vor meinem Änderungsversuch und den letzten 14 Tagen einen Unterschied feststellen.  Ganz nebenbei hat sie deutlich weniger Fiasp gespritzt, was im Grunde mein Hauptanliegen war.

(größer durch CLICK)

Die durchschnittlichen I.E. für die Zeiträume kann man hier nicht sehen. Wollte ich das genau wissen dürfte ich nicht Clarity bemühen sondern mit anderer Software arbeiten. Ein Manko, das ich mit FSL2 nicht hatte. Aber beim Überschlag, ob der Rest Fiasp bis zum Jahreswechsel noch reicht, bin ich seit den letzten 14 Tage sehr viel entspannter geworden.  :coolman:

Jetzt bin ich beim nächsten Diab-Termin schon gespannt, ob es überhaupt richtig war, Tresiba von 68 auf 76 I.E. zu steigern.  :gruebeln:
Da der GMI sich nur von 8,8% auf 8,3% verbesserte stellt sich die Frage, was man an der ganzen Strategie mit (zu) viel Insulin noch verantworten kann.
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Re: Umstellung von Levemir aus Tresiba
« Antwort #66 am: Dezember 22, 2022, 12:29 »
Kleiner Nachtrag, damit ihr nicht denkt, ich gehe verantwortungslos mit der Therapie meiner Frau um.
Bei Dexcom CLARITY ist u.a. zu lesen:



Es werden also schon Maßnahmen in Erwägung gezogen, wie ich sie schon mal versucht habe.
(Vorsichtig ausgedrückt :rotwerd: )
Jetzt habe ich NICHT unmittelbar vor den Veränderungen mit der Ärztin Einzelheiten besprochen.
[Ironie] Die würde sich "bedanken" wenn ich zwischendurch dumme Fragen stelle …

Aber bei den vierteljählichen DMP-Besuchen wird schon immer weiteres Vorgehen besprochen.
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