Autor Thema: Kohlehydrate versus Blutzucker  (Gelesen 10708 mal)

Offline Gyuri

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #70 am: März 17, 2021, 21:29 »
(…) Aber Unterschied von locker mal 50% ist schon heftig. Und dann auch noch stark schwankende Unterschiede ;-)
Zuerst mal: ein neu gesetzter und sogleich aktivierter Sensor neigt zu sprunghaft unglaubwürdigen Werten. Das gibt sich normal nach 24 Stunden. Man könnte das mögliche Übel verhindern, wenn man zwischen Setzen und Aktivieren ein zwei Tage vergehen lässt. Allerdings kann es dann sein, dass es zum Ende der Laufzeit (so nach 12 Tagen oder so) zu ähnlichen sprunghaften Werten kommen kann - NICHT MUSS!
Ich setze einen neuen Sensor (ein wenig Abstand wäre nicht schlecht) vielleicht 12 Stunden bevor der alte abgelaufen ist. Die Abbott-Hotline hat davor zwar abgeraten, aber ihr verratet mich doch nicht?  :rotwerd:

Und dann kommt noch zu den unterschiedlichen Messverfahren hinzu, (was immer gern geleugnet wird) dass alle Messgeräte ZULÄSSIGE Abweichungen in beide Richtungen haben. Weicht das eine Gerät gerade in die eine Richtung ab und das andere in die andere Richtung, können die Unterschiede bis zu doppelt so groß sein wie die zulässige Abweichung jedes einzelnen Gerätes.

Was ich schon mehrfach beobachtete: Ein einzelner Scan weicht immer wieder mal DEUTLICH vom ständig aufgezeichneten Verlauf ab. Der Verlauf wird "irgendwie" erfasst … was uns nicht interessieren muss weil nur alle 15 Minuten ein Wert aufgezeichnet wird. Die Kurve aus diesen 15 Minutenwerten ist auf jeden Fall Vertrauen erweckender als ein Einzelscan. Das hat jetzt noch nicht einmal damit zu tun, dass BZ nicht Glukose des ZZW gleichzusetzen ist, nicht zeitlich und auch sonst überhaupt nicht.

Was die Software macht, damit die Messergebnisse in etwa zu einer klassischen BZ-Messung passt, wissen wir alle nicht so genau. Ich meine so was sollte man auch gar nicht tun sondern jedes System getrennt für sich betrachten … aber das wäre ein Grund zum Streiten für sich, was ich mir nicht mehr antue.  :nein:

Ich sprach meine Diabetologin genau darauf an, weil ich befürchtette, sie könnte auf die Idee kommen, dass ich weniger spritzen sollte, weil ich öfter mal "niedrige Werte habe" und/oder meinen, ich müsste mein HbA1c runter bringen, was widersprüchlich wäre.
Aber nein! Ich soll nur weiter mit den FSL-Daten arbeiten und nur blutig messen, wenn es einen Widerspruch vom Scan zum "Gefühl" gibt. Ähnlich habe ich es auch schon mehrmals von Abbott gehört.
Gruß vom Gyuri
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Archimedes

guest4390

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #71 am: März 18, 2021, 10:49 »
Ich werfe einfach mal ein paar Werte hier hinein. Sensor ist jetzt 2 Tage "alt".

FSL 138 mg/dl

Wert mit 3 anderen BZ Geräten 2 unterschiedliche Meßstreifen:
Zwischen 198 und 212

Überblick über die letzten Stunden:
Der FSL mißt seit 8:30 Uhr Werte zwischen 133 und 138, insgesamt habe ich 4 Messungen im Protokoll stehen.

133 - nicht kontrolliert
132 - 173 bei Gegenkontrolle
136 - nicht kontrolliert
138 - Mittelwert 205 bei Gegenkontrolle mit mehreren Geräten

Heute Nacht hatte ich angeblich eine Hypo mit 56. Wert war 106

Zu meinen anderen Geräten muß ich sagen, dass ich die Korrektheit mittels Testlösungen überprüft habe. Ich glaube eher meinen Meßgeräten weil ich ansonsten auch deutlich zuviel Insulin spritzen würde. Der FSL schiebt mich immer mehr Richtung "fast gesund"  :prost:

Ok ich bin geduldig. Vertrauenserweckend ist das allerdings nicht.
Eigentlich wollte ich morgen meiner Hausärztin meine neue Errungenschaft als supertolle Neuheit präsentierten. Das lasse ich besser mal.
Wenn der Sensor morgen seine Meinung zu meinen BZ Werten nicht ändert, werde ich mal vorsichtig bei Abbott anklopfen.

Offline Andi

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #72 am: März 18, 2021, 11:52 »
Das schaut nicht wirklich gut aus. Da würde ich was unternehmen.
Ich weiß, dass Du nebenan (INSULINCLUB) auch unterwegs bist.
Kappa hat ja schon beschrieben, wie man den Sensor 'richtig' bei Abbott reklamiert, wenn Dir danach ist, einen 'besseren' Sensor zu beschaffen.


Bei mir hatte ich jetzt sieben Sensoren, die echt perfekt (+-10md/dl) liefen.
Die letzten Beiden, übrigens aus der gleichen Charge, sind recht konstant um 20mg/dl 'neben der Spur'.
Das lässt sich mittels DiaBox 'wegzaubern', damit kann ich leben. Mehr darf es allerdings nicht sein.
.                                                 ,---> LibreView --------------------> SiDiary ==> Bericht ist für den DOC
FSL2-Sensor ---> LL-APP ----{
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Offline Gyuri

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #73 am: März 18, 2021, 12:02 »
Oooops, da war Andi etwas schneller. :rotwerd:
Er ist da scheinbar auch viel zu gutmütig mit der Akzeptanz so "schepser" Sensoren … WIE ICH AUCH!

Aber dennoch:

Kannst du deine Vergleichsmessungen protokollieren? Auf einen Zettel genügt.

Wenn du mindestens 3 Vergleiche hast, bei denen der Scan einen waagrechten Pfeil hat, wäre das ein Grund, die Hotline anzurufen.
Die wollen dann zuerst die Nummer des Sensors wissen und dann die Vergleiche.

So beständig, wie es hier aussieht wäre das sicherlich ein Grund zum Austausch des Sensors … sag ich jetzt mal so aus dem Bauch heraus. Wir bekamen schon zwei mal so einen neuen Sensor - öfter aber, wenn er seine Dienste ganz einstellte und/oder er sich löste.

Irgendwer im Forum zog es vor, an Abbott einen bösen Brief zu schreiben und sich nicht an das Abbott-Prüfverfahren zu halten, welches benötigt wird um den Grund des Fehlers/Ausfalls zu erkennen. So wird es wohl in aller Regel nichts. Ein FREUNDLICHES Telefonat mit der Technik! brachte mir dort immer Erfolg. Nur mit der kaufmännischen Abteilung habe ich immer wieder mal Ärger.
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Archimedes

Offline Kladie

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #74 am: März 18, 2021, 13:19 »
Hallo Stern,

ich will nichts beschönigen aber dein Aufwand solltest Du runterfahren. Sieh dir nicht die Einzelwerte an, sondern versuche als erstes deine BZ Kurven kennenzulernen. Ob du zwischen 120 und 180 mg/dl oder zwischen 60 und 130 mg/dl schwankst soll für den Anfang völlig egal sein. Bei deiner Insulindosis richte dich nach den Vorgaben des Arztes und wenn es sein muß nach den blutigen Messungen, die Du ohnehin machst.

Als Beginner beim FSL kannst du schlecht einschätzen ob es sich um eine Fehlfunktion handelt. die eine Reklamation rechtfertigt. Da Du die Sensoren ohnehin verschrieben kriegst brauchst du keine Reklamtionen sondern Informationen über deinen Stoffwechsel. Später kannst Du dich dann beschweren und vielleicht wie ich wieder Abstand zum Libre nehmen. Zur Zeit messe ich 2 - 3 mal am Tag blutig und bekomme die Therapiebestätigung durch die HbA1c Werte um die 5,5%. Auch wenn ein Sensor mit den Werten mal total unbrauchbar ist, gibt er dir trotzdem Informationen wann und wie schnell sich dein BZ ändert. Mir würde das am Anfang reichen.

guest4390

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #75 am: März 18, 2021, 13:38 »
Danke für eure Resonanz. Jetzt kann ich ausschließen, dass das Problem stern3007 heißt.
Ich bin gerade mal dabei, das Problem grafisch darzustellen. Meine Brainerrors quälen mich nur mal wieder, ggf. mache ich das mit meinem Mann heute abend zusammen. Dann kann ich das hier mal Vergleichskurven posten.

Zitat
Wenn du mindestens 3 Vergleiche hast, bei denen der Scan einen waagerechten Pfeil hat, wäre das ein Grund, die Hotline anzurufen.
Ich habe einige Beispiele mit waagerechtem Pfeil, nur heute, bis jetzt, da kommen mit Sicherheit noch welche hinzu:
138 -> 205
132 -> 173
77 -> 99   

Ich bekomme wenn ich gestern schaue auch noch mehr zusammen. Ich warte bis Montag mit einer Meldung an Abbott, dann habe ich noch mehr Daten und bis dahin kann man definitiv ausschließen, dass der Sensor sich noch einleben mußte.

Auf welcher Basis fällt der FSL die Entscheidung welche Richtung der Pfeil bekommt?


guest4390

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #76 am: März 18, 2021, 14:11 »
Da Du die Sensoren ohnehin verschrieben kriegst brauchst du keine Reklamtionen sondern Informationen über deinen Stoffwechsel. Später kannst Du dich dann beschweren und vielleicht wie ich wieder Abstand zum Libre nehmen.

Die Situation ist anders. Ich bekomme derzeit keine Sensoren verschrieben. Ich habe mir das Testkit bei Abbott bestellt, um zu schauen, ob es mir das Leben deutlich erleichtert oder ob es eine unsinnige Aktion ist. Ich muß auch erst einmal einen neuen Diabetologen suchen, weil der bisherige, den ich im letzten Quartal das erste mal aufgesucht hat, nun wirklich nicht der Hit ist. Fakt ist nur, dass mir ein FSL zusteht.

Ich mußte schon für 400 Teststreifen heftig kämpfen. Das Rezept hat er nicht freiwillig heraus gerückt.

Ich hatte vor, den FSL jetzt zu testen und mich dann zu entscheiden ob ich das System haben will. Wenn ja -> Kampf um die Kostenübernahme, wenn alle Stricke reißen zahle ich das auch noch selbst, wobei das nicht einzusehen ist. Wozu bin ich in einer Krankenkasse.

Man kriegt leider nur einen Testsensor kostenlos und der scheint ja offensichtlich nicht gut zu funktionieren. Um das zu erkennen und um Zahlen für Abbott zu sammeln muß ich ein wenig Aufwand betreiben. Ich teste ja um eine Entscheidung zu fällen wie es weiter gehen soll.

Mir ist auch egal, dass Gewebezucker und Blutzucker 2 verschiedene Paar Schuhe sind. Darauf kann ich mich einstellen. Nicht einstellen kann man sich auf Meßwerte die Grütze sind und davon gehe ich derzeit aus.





Offline Gyuri

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #77 am: März 18, 2021, 14:18 »
(…)

Auf welcher Basis fällt der FSL die Entscheidung welche Richtung der Pfeil bekommt?
Das kann man schon in der Anleitung im Anzeigegerät lesen und in weiteren Anleitungen ausführlicher.
Wie so oft sehe ich das etwas anders. Für mich haben die Trendpfeile keine Bedeutung, weil sie oft nicht das aussagen was man für eine Bewertung der Zukunft erwartet. Es wird nur angezeigt, wie sich der Trend "in etwa" verändert hat … und das kann man am Trendprofil sowieso besser erkennen.

Abbott legt bei Beanstandungen aufgrund eines waagrechten Pfeiles fest, dass wohl keine großartige Veränderung am Laufen war, was die "Genauigkeit" scheinbar verfälscht. Der Scan hängt immer hinter einer blutigen Messung hinterher, aber nicht immer gleich stark.

Ich würde nicht warten, bis ich mich an Abweichungen "gewöhnt" habe. Die Reklamation ist nicht schlimm und du hast Anspruch auf einen ordentlichen Sensor. Wenn die Reklamation nicht berechtigt wäre, (was ich jetzt hier nicht glaube) reißt dir keiner den Kopf ab.  :zwinker:


Nachtrag:
Gerade fällt mir ein, dass sich Abbott dann doch "anstellen" könnte, wenn du nicht mit FreeStyle blutig gegenmisst. Wenn du aber Privatkunde bist, sollen die sich mal was einfallen lassen. Probieren täte ich es auf jeden Fall.
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Archimedes

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #78 am: März 18, 2021, 15:21 »
Gerade fällt mir ein, dass sich Abbott dann doch "anstellen" könnte, wenn du nicht mit FreeStyle blutig gegenmisst. Wenn du aber Privatkunde bist, sollen die sich mal was einfallen lassen. Probieren täte ich es auf jeden Fall.
Das mache ich gerne wenn sie mir ein Meßsystem zur Verfügung stellen ;-)
Wenn die sich damit rausreden wollen, muß ich schauen, ob es eine Alternative zu Abbott gibt.
Bei Dexcom gibt es einen G6 zum testen.

Offline Gyuri

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Re: Kohlehydrate versus Blutzucker
« Antwort #79 am: März 18, 2021, 15:46 »
Es gibt sicherlich einen (kleinen) Ermessensspielraum wenn du glaubhaft versichern kannst, dass du dein Messgerät mit einer Kontrollflüssigkeit regelmäßig kalibrierst.

Ganz stimmt das zwar nicht, du kannst so nur deine Anzeige kalibrieren. Es käme aber auf die Teststreifen an. Und da behauptet Abbott, dass ihre Streifen sehr genau seien.

Genauso kannst DU einen FSL2-Sensor nicht kalibrieren.

Und was du unter keinen Umständen kannst: Wenn beim Kalibrieren eine unzulässige Abweichung festgestellt wurde, kannst du nichts korrigieren. Das kann nur Abbott in der Software. Auch muss nach einer Korrektur IMMER neu kalibriert werden … wenn man's richtig machen will.

Es gibt viele Prüfmittelhersteller (ganz allgemein), die mit ihrer Werkskalibrierung eine ausreichende Gebrauchsfähig bestätigen, u.U. mit Auflagen. Als Kunde ohne Prüflabor hat man da keine echten Möglichkeiten, die Kalibrierung in Frage zu stellen. Ein einfacher Vergleich verschiedener Prüfmittel "normaler" Güte hat nichts mit Kalibrieren zu tun.
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