Autor Thema: Neuer Kurzwirker von Lilly  (Gelesen 1949 mal)

Offline Floh

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #10 am: August 14, 2020, 13:26 »
Na gut, ich gebe dir 100k€ ab, wenn du als Studienteilnehmer dabei bist. Bleiben 900k€ für mich und schon haben wir _zwei_ Datenpunkte. Das reicht für eine Doktorarbeit. Und ne Studie. Und vier Publikationen.

Offline Gyuri

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #11 am: August 15, 2020, 13:57 »
(…)
Und ich wäre genauso schlau wie vorher, weil ich nicht weiß, ob ich jetzt zu den xx% oder zu den yy% gehöre. ;D

Viele Grüße
Jörg
Dieses Problem kenne ich auch schon aus Zeiten lange vor FSL. Damals war das Rätselraten noch viel extremer. Da wurde z.B. mit Verlaufslöcher in der Nacht spekuliert und sowohl mit schnellen als auch mit langsam wirkenden Insulinen probiert.
Unser alter Diabetologe führte dann zuerst bei der Frau und kurz drauf bei mir das Fiasp ein. An den damals neuen Verläufen von FSL (oder schon vorher  :kratz: )erkannte er, dass es bei mir zweckmäßiger Weise das Lantus in der Früh oder am Vormittag gespritzt werden sollte, weil deren Wirkkurve auch sehr weit weg von einem geraden und ebenen 24h Verlauf weg war.

Inzwischen kann ich bei meiner Frau ebenfalls erkennen, dass Fiasp bei weitem langsamer wirkt als allgemein nachgesagt.

Deswegen würde ich mich oder die Frau nicht gleich bei jedem neuen Insulin als Versuchskaninchen hergeben.  :nein:
Gruß vom Gyuri

Praktisch
kann ich
Theoretisch
alles

Offline Joerg Moeller

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #12 am: August 17, 2020, 12:08 »
Dieses Problem kenne ich auch schon aus Zeiten lange vor FSL. Damals war das Rätselraten noch viel extremer. Da wurde z.B. mit Verlaufslöcher in der Nacht spekuliert und sowohl mit schnellen als auch mit langsam wirkenden Insulinen probiert.

Ja, das Problem hatte ich auch. Ich hab dazu mal hier einen Artikel geschrieben: https://www.sidiary.de/diabetes-und-Gastroparese-3017.asp?IDSprache=1

Zitat
Inzwischen kann ich bei meiner Frau ebenfalls erkennen, dass Fiasp bei weitem langsamer wirkt als allgemein nachgesagt.

Deswegen würde ich mich oder die Frau nicht gleich bei jedem neuen Insulin als Versuchskaninchen hergeben.  :nein:

Aber wäre nicht gerade das dann ein guter Grund, es mal mit dem Neuen zu probieren? Ihr hättet dann ja den direkten Vergleich.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Rüdi

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #13 am: August 18, 2020, 23:46 »


Aber wäre nicht gerade das dann ein guter Grund, es mal mit dem Neuen zu probieren? Ihr hättet dann ja den direkten Vergleich.

Viele Grüße
Jörg

So sehe ich das auch... wollte mir deshalb Lyumjev (was für ein Name!) verschreiben lassen und musste feststellen:
Lilly kennt den Termin zur Markteinführung in DE noch nicht. Schade.

Offline Rüdi

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #14 am: September 22, 2020, 11:57 »
Eine interessante Zusammenfassung:
https://www.diabetologie-online.de/a/weiterentwicklung-von-humalog-insulin-lispro-lyumjev-jetzt-in-deutschland-verfuegbar-2233933

Ab kommenden Monat ist das Insulin in den Rabattverträgen meiner KK und somit von meinem Arzt verschreibungsfähig.
Bin mal gespannt...

Offline Joerg Moeller

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #15 am: September 22, 2020, 12:36 »
Interessant: anstatt die Insulinmoleküle zu verkleinern (von Hexameren zu Mono- und Dimeren) damit sie durch die "Poren" passen, machen sie einfach die Poren etwas größer. (Und die Hexamere können dann im Blut weiter dissoziieren).

Sag uns dann mal Bescheid, wie es bei dir läuft, ich finde das spannend.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Joerg Moeller

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #16 am: Oktober 06, 2020, 13:25 »
Interessant ist deine Annahme, dass sie die Poren größer machen, damit die Hexamere hindurch passen und im Blut dissoziieren.

Aber wie kommst du zu dieser Annahme? Die hier verlinkten Quellen geben das nicht her,

Doch:

Zitat
Mit Lyumjev steht nun ein solches Insulin zur Verfügung. Der Weiterentwicklung des Insulin lispro Humalog wurden als Hilfsstoffe Citrat und Treprostinil zugesetzt, die eine Erhöhung der Gefäßpermeabilität bzw. eine Vasodilatation der lokalen Blutgefäße bewirken.
Stammt aus dem Link, den Rüdi gepostet hat.
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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #17 am: Oktober 07, 2020, 11:41 »
Ich bezweifle ja nicht, dass die Zusatzstoffe die Poren vergrößern sollen, sondern nur, dass da Hexamere durch passen und im Blut ankommen. Das ganze dient meiner Meinung nach eher dem Zweck, die Monomere schneller durchzulassen.

Hexamere würde ich auch eher bezweifeln. Aber Dimere könnte ich mir schon vorstellen. Unter physiologischer Permeabilität können ja nur Monomere passieren.
Nimmt man jetzt aus einer Lösung auch schon die Dimere heraus, können die verbliebenen Hexamere auch ohne weitere Verdünnung schneller dissoziieren, würde ich mal vermuten.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Joerg Moeller

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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #18 am: Oktober 14, 2020, 11:39 »
Da empfehle ich dir mal diesen Artikel: https://link.springer.com/article/10.1007/s15034-018-1253-0

Ich hab sowas schon immer vermutet, aber deutlich bewiesen wurde es erst als Zufallsbefund bei einer Gastroskopie. Ich hatte am Abend davor ab 18 Uhr nichts mehr gegessen und trotzdem noch morgens um 9 Speisereste im Magen.

Da ich ja nur abends esse (erste Mahlzeit des Tages so gegen 18:30-19:30) kann man aus dem Libre-Verlauf gut ablesen, wie es bei mir aussah.
Ich hab dazu hier einen Artikel verfasst: https://www.sidiary.de/diabetes-und-Gastroparese-3017.asp?IDSprache=1

An manchen Tagen geht es erst morgens so gegen 5 Uhr los, dass der BZ ansteigt. Da meldet sich dann der Libre und ich kann gezielt gegensteuern.

Bei schnellen KH kommt es drauf an, wie voll der Magen ist. Ich hatte mal nach einer Portion Reibekuchen massive Probleme eine fette Hypo abzufangen.
Normale/leichte Hypos im Tagesverlauf behebe ich mit Glucotabs. Das sind TZ-"Tabletten", die je Stück 4 Gramm wiegen. 4 davon im Mund gelutscht reichen bei mir aus, den Libre Wert bis auf 80-90 anzuheben.

So hab ich mir auch damals mit den Reibekuchen beholfen: TZ möglichst lange im Mund behalten. Das sind ja reine Monosaccharide, die auch schon über die Mundschleimhaut resorbiert werden, also quasi parenteral :zwinker:

Viele Grüße
Jörg
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Re: Neuer Kurzwirker von Lilly
« Antwort #19 am: Oktober 15, 2020, 12:07 »
Ich hatte damals auch nur die Schmerzen im Epigastrium, deswegen haben wir ja die Gastro gemacht.
Seitdem nehme ich täglich 40 mg Omeprazol und jetzt ist da Ruhe.

Aber das mit den Speiseresten nach so vielen Stunden war eben schon eindeutig genug für diese Diagnose.
Das ganze fällt dann unter "Autonome Neuropathie" und die kommt bei Diabetikern häufiger vor als bei Nicht-Diabetikern. Das kann sowohl den Magen betreffen, als auch andere Organe ( Klick hier)

Wenn man also ausschließen kann, dass die letzte Mahlzeit die Ursache ist, weil sie mengenmäßig groß war und/oder viel Fett enthielt und/oder der präprandiales BZ zu hoch war (hoher BZ bremst die Magen-Darm-Motilität, niedriger BZ beschleunigt sie), dann könnte es schon eine Gastroparese sein.

Wenn es damit zu großen Problemen kommt, kann man sogar einen Schrittmacher dafür eingesetzt bekommen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/7011/Magenschrittmacher-Implantation-Neue-Therapie-der-Gastroparese

Brauch ich aber nicht, weil ich dank Sensor damit umgehen kann und dank Omeprazol schmerzfrei bin.

Viele Grüße
Jörg

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