Autor Thema: Sensorversand FSL2  (Gelesen 1721 mal)

Offline SCHM

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #10 am: Mai 11, 2020, 23:28 »
Das kann ich mir gut vorstellen und das hat überhaupt nichts mit "Glück" oder "Unglück"zu tun.
Nein, nicht wirklich. Vielmehr mit Unverschämtheit des Herstellers.

Du kannst nicht einen oder mehrere Sensoren aufgrund deiner Meinung was gut oder schlecht ist selbst reklamieren, wenn du das Prüfverfahren des Herstellers nicht punktgenau beachtest.
Doch kann ich. Meine Meinung, was gut oder schlecht ist, orientiert sich an den Werbeversprechungen des Herstellers, und der verspricht 89% der Messwerte in Bereich A und 100% in Bereich A und B des Clerke-Error-Grid für FSL2, bzw. 86,7% in Bereich A und 99,7% in Bereich A und B für FSL1. Diese Werbeversprechungen sind nach §434 Abs. 1 BGB verbindlich, Abweichungen davon sind Sachmängel, die zu Schadensersatzansprüchen führen.

Viel einfacher und doch wirkungsvoll wäre es, die Hotline anzurufen (auch wenn die Warteschlange äzend sein kann) und der Person am Rohr deine Probleme zu schildern. Er hat dann wohl ein eine Liste die er abarbeitet und dir die nötigen Fragen stellt.
Er wird dann jeden Sensor einzeln abarbeiten. Dazu braucht er (neben deinen Daten) die Sensor-[SN]-Nummer, das Datum, wann er gesetzt wurde, was dann passiert ist und den Zeitpunkt wann die Störung eintraf. Halte dein Lesegerät bereit, weil er will dann meist zum Störzeitpunkt die Fehlermeldung wissen. Die Reklamation: "Das Gerät hat mir falsche Werte geliefert weil…" wird ihn wenig beeindrucken, wenn du das nicht so geprüft hast, wie es von Abbott verlangt wird.

Hab ich alles bereits per Email eingereicht. Über die Art der Kommunikation (Telefon oder Email) entscheide ich und lasse mir das nicht von den Herrschaften bei Fa.
Abbott vorschreiben.

Hast du die Abbott-Regeln beachtet, kannst du ihm deine Messwerte (mindestens drei - besser fünf Vergleiche) durchgeben. Er gibt dann alles in einem Prüfprogramm ein und erfährt so, ob die "Fehler" größer waren als es Abbott verspricht.
Genau das tun sie eben nicht. Sie prüfen nur, ob die Fehler so groß sind, dass ihre Garantiebedingungen erfüllt sind. Und die sind erst erfüllt, wenn drei Wertepaare vorgelegt werden, die außerhalb von Zone A und B des Error-Grid liegen und außerdem einen waagerechten Trendpfeil haben. Die Schadensersatzansprüche wegen Abweichungen von den Werbeversprechungen nach BGB greifen aber weit früher als die viel zu hoch gesetzten Garantiebedingungen von Abbott. Und da bin ich dann nach BGB eben auch berechtigt, kurzerhand die Zahlung zu verweigern.
Wenn du zu bequem oder zu desinteressiert bist, die Werbeversprechungen von Abbott anhand eigener Daten zu überprüfen, und dir von der Hotline noch einreden lässt, solche Abweichungen wären für ein CGMS normal und müssten vom Kunden akzeptiert werden, und lieber auf deine Rechte nach dem BGB verzichtest, dann ist das dein Problem. Ich kann rechnen und habe daher zurecht insgesamt mindestens 6 Sensoren der Bauart FSL1 reklamiert.
Beim FSL2 war die Genauigkeit etwas besser (aber auch noch weit von den Werbeversprechungen entfernt), dafür aber das Laufzeitproblem erheblich. Die ersten 10 Sensoren der Bauart FSL2 kamen zusammen gerade mal auf eine Laufzeit von 66 Tagen, eigentlich hätten sie 140 Tage halten müssen. Drei Sensoren brachten unmittelbar nach Inbetriebnahme Fehlermeldungen, ohne überhaupt Messergebnisse geliefert zu haben.  Nur zwei der Sensoren hielten volle 14 Tage durch, diese beiden hatten aber ein erhebliches Genauigkeitsproblem: der erste kam nur auf 72,7% im Bereich A und 97% im Bereich A+B, der zweite kam zwar auf 100% im Bereich A+B, aber nur auf 57,9% im Bereich A. Letztlich hatten somit alle 10 Sensoren einen Sachmangel im Sinne von §434 BGB. Und die Daten, die diesen Sachmangel belegen, habe ich an meine Email an Abbott angehängt. Für eine Durchsage aller relevanter Daten wäre das Telefon absolut ungeeignet.

In aller Regel hat man immer mindestens zwei Sensoren in Reserve (falls nicht, hat man was falsch gemacht), bekommt aber den zu Recht reklamierten Sensor immer innerhalb von 2 Werktagen ersetzt.

Wenn die beiden Sesoren, die man in Reserve hat, beide ausfallen, kurz nachdem sie in Betrieb genommen wurden, hat man eben keine mehr in Reserve. So geschehen am 25.4.2019.  Und ich habe da bestimmt nichts falsch gemacht, sondern einfach Pech gehabt.

So habe ich das schon x mal gemacht und es hat immer geklappt. Ich habe aber bisher noch nie bei einem Sensor beanstandet, dass er für meinen Geschmack "zu ungenau" wäre. So musste ich noch nie den Beweis aufgrund von Messreihen erbringen. Bei uns waren es meist einfache Total-Ausfälle vor der Ablaufzeit mit verschiedenen Ursachen.
Ja. Nur vorher bist du eben selbst oft von der Fa. Abbott mit grottenschlechten Produkten versorgt worden, ohne auch nur zu merken, dass das nicht den Versprechungen der Werbung entspricht und dass es erheblich bessere Systeme gibt. Was zu ungenau ist, ist keine Geschmacksfrage, sondern klar durch die Werbeversprechungen von Abbott vorgegeben. Ein Produkt, dass bei einer großen Mehrheit der Sensoren eklatant von diesen Versprechungen abweicht, taugt nichts.
Aber es ist natürlich schön, zu hören, dass sie Kunden gegenüber, die sich unkritisch ihren Schrott andrehen lassen, zumindest die vorzeitig ausgefallenen Sensoren ersetzen.
« Letzte Änderung: Mai 18, 2020, 18:25 von SCHM »

Offline Kladie

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #11 am: Mai 12, 2020, 12:12 »
Hallo SCHM,

deine Kritik an Abbott  ist voll berechtigt und auch ich habe die Konsequenz gezogen auf dieses Abbott Produkt zu verzichten.
In der Werbung zu versprechen "warum stechen wenn man auch scannen kann" ist ebenso dazu geeignet Abbott Betrug vorzuwerfen denn im Kleingedrucketen steht, daß FSL nicht zur Diabetestherapie eingesetzt werden soll. Da wird ein Vergleich gemacht, den der Hersteller selbst nicht gestattet.

Fazit: Finger weg von FSL bei Anspruch auf eine verantwortungsvolle Einstellung bei einer Diabetestherapie. FSL ist nur geeignet die Neugier zu befriedigen wenn jemand den eigenen Stoffwechsel noch nicht gut genug kennt und kann nur bedingt als Meßwerkzeug eingesetzt werden. Die Kostenübernahme von den Krankenkassen wundert mich nicht, weil auch homöopatische Mittel bezahlt werden.

Offline Gyuri

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #12 am: Mai 12, 2020, 12:40 »
Noch mal zum Mitlesen! (und garantiert das letzte Mal von mir)

Was das Marketing von Abbott verspricht ist eine (unvollständige) Verallgemeinerung für jene, die mit echten Qualitätsversprechungen nichts anfangen können.

Und jetzt zum 1000sten mal:
Ihr könnt selbst kein Error Gird erstellen, wenn ihr nicht die selbe Referenz zur Verfügung habt wie bei der Werkskalibrierung.
Es ist aber auch nicht so, dass Abbott die Messwerte von den vorgegebenen Teststreifen als Referenz betrachten. Die unterliegen nahezu der gleichen Toleranz wie die Sensoren UND es wird beachtet, dass es zwischen den beiden Messsystemen immer Unterschiede geben muss.

Wer das nicht versteht oder verstehen will, muss sich nicht wundern, wenn Abbott den anderen selbst ersonnenen Prüfplan (fernab jeglicher Qualitätsregeln) nicht anerkennt.

Wer hartnäckig dabei bleibt, sich selbst seine Prüfkritärien einfallen zu lassen und zu vernichtenden Ergebnissen kommt, dem sei dann wirklich gesagt, dass das FSL nicht SEINEN Anfordungen genügt. Der soll halt was anderes nehmen, womit er glücklich wird.

Ich habe mal gelernt:
Zitat
Die Qualität eines Produkts ist der Grad, in dem seine Beschaffenheit die gestellten Anforderungen erfüllt.
Der genaue auswendig gelernte Wortlaut war vor fast 40 Jahren zu meiner Meisterprüfung noch etwas anders.

Die Anforderung stellt normal der qualifizierte Nutzer und der Hersteller muss diese versuchen zu erfüllen. Sehr viele Kunden wissen aber gar nicht, was sie z.B. von einem Prüfmittel erwarten können und müssen sich auf das Fachwissen des Herstellers verlassen, der sich dieses Fachwissen zertifizieren lässt.
Gruß vom Gyuri

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Offline SCHM

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #13 am: Mai 12, 2020, 17:49 »
Und jetzt zum 1000sten mal:
Ihr könnt selbst kein Error Gird erstellen, wenn ihr nicht die selbe Referenz zur Verfügung habt wie bei der Werkskalibrierung.
Es ist aber auch nicht so, dass Abbott die Messwerte von den vorgegebenen Teststreifen als Referenz betrachten.
Auch durch 999 Wiederholungen wird es nicht richtiger.
Die Werbeaussage von Abbott samt Grafik bezieht sich ausdrücklich auf eine Error-Grid-Analyse, bei der auf der x-Achse die Messwerte aufgetragen sind, die von Patienten zuhause mit dem im FSL eingebauten Freestyle Precision gemessen wurden:

Mit der Werkskalibrierung hat diese Statistik rein gar nichts zu tun. Die Daten sind, genau wie meine eigenen, unter typischen Alltagsbedingungen erhoben worden.
Die unterliegen nahezu der gleichen Toleranz wie die Sensoren
Auch diese Behauptung wird durch gebetsmühlenartige Wiederholungen nicht richtiger.
Laut Herstellerangaben auf der Homepage wiesen beim FSL2 90,3% der Messwerte bei Glukosekonzentrationen unter 80 mg/dl bzw. ≥80 mg/dl eine Abweichung von weniger als ±20 mg/dl bzw. ±20% auf.

Bei Blutglukosemesssystemen gibt es die ISO-Norm 15197:2013, die u.a. Vorgaben zur Ermittlung der Messgenauigkeit und der Akzeptanzgrenzen macht. Hiernach ist eine maximale Abweichung unter ±15mg/dl bzw.gleich±15% bei Glukosekonzentrationen unter 100mg/dl bzw. gleich oder über 100mg/dl für 95% der Ergebnisse erforderlich.

Von nahezu gleicher Toleranz ist das weit entfernt.


Wer hartnäckig dabei bleibt, sich selbst seine Prüfkritärien einfallen zu lassen und zu vernichtenden Ergebnissen kommt, dem sei dann wirklich gesagt, dass das FSL nicht SEINEN Anfordungen genügt.
Ich bin zu vernichtenden Ergebnissen gekommen, als ich exakt die Prüfkriterien aus der Studie von Abbott nachgestellt habe.
Das Ergebnis ist eindeutig: die meisten Sensoren genügen nicht den Anforderungen, die man aufgrund der Werbeaussagen erwarten darf, und haben somit einen Sachmangel im Sinne von §434 BGB.
Ich habe mal gelernt:
Zitat
Die Qualität eines Produkts ist der Grad, in dem seine Beschaffenheit die gestellten Anforderungen erfüllt.
Sehr viele Kunden wissen aber gar nicht, was sie z.B. von einem Prüfmittel erwarten können und müssen sich auf das Fachwissen des Herstellers verlassen, der sich dieses Fachwissen zertifizieren lässt.
Einige Kunden lesen die Werbeaussagen des Herstellers nur sehr flüchtig und wissen gar nicht, dass sie einen Anspruch haben, dass das Produkt auch den Werbeaussagen entspricht. In ihrem Aberglauben an das vermeintlich zertifizierte Fachwissen unqualifizierter Callcenter-Mitarbeiter an der Hotline geben sie sich dann mit Garantieleistungen zufrieden, die erst bei drei nachgewiesenen Abweichungen im C-Bereich greift und häufige hohe  Abweichungen im B-Bereich völlig ignoriert und gesetzeswidrig nicht als Reklamationsgrund anerkennt.
Die Anforderung stellt normal der qualifizierte Nutzer und der Hersteller muss diese versuchen zu erfüllen.
Die Anforderung, dass Werbeaussagen zu einem Produkt eingehalten werden müssen, stellt der Gesetzgeber:
Zitat
BGB § 434 Sachmangel
(1) Die Sache ist frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Sache frei von Sachmängeln,
1.
wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet, sonst
2.
wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.
Zu der Beschaffenheit nach Satz 2 Nr. 2 gehören auch Eigenschaften, die der Käufer nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers, des Herstellers (§ 4 Abs. 1 und 2 des Produkthaftungsgesetzes) oder seines Gehilfen insbesondere in der Werbung oder bei der Kennzeichnung über bestimmte Eigenschaften der Sache erwarten kann

Wer das nicht versteht oder verstehen will, muss sich nicht wundern, wenn Abbott den anderen selbst ersonnenen Prüfplan (fernab jeglicher Qualitätsregeln) nicht anerkennt.

Wer hartnäckig dabei bleibt, sich selbst seine Prüfkritärien einfallen zu lassen und zu vernichtenden Ergebnissen kommt, dem sei dann wirklich gesagt, dass das FSL nicht SEINEN Anfordungen genügt. Der soll halt was anderes nehmen, womit er glücklich wird
Wer die Beweiskraft meiner Daten nicht anerkennen will und aus seinen eigenen Daten nicht ablesen kann oder will, dass die Ware, die er von Abbott bekommt, auch nicht besser ist, der mag halt weiter an das vermeintlich zertifizierte Fachwissen des Herstellers glauben, auf seine Verbraucherschutzrechte verzichten  und Geld für grottenschlechte Produkte zum Fenster herausschmeißen.Ich tue es nicht.
Und die bisher gesammelten Daten mit Dexcom G6 belegen überzeugend, dass 90% im Error-Grid-Bereich A beim Vergleich eines CGMS mit einem handelsüblichen Blutzucker-Messgerät als Referenzwert erreichbar sind.

Offline Floh

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #14 am: Mai 12, 2020, 19:44 »
SCHM - ich meine mich zu erinnern, dass deine eigene Error-Grid-Analyse auch schon einmal als Bild vorhanden war. Vielleicht liege ich falsch. Meiner Ansicht nach müsste die Streuung in einer Richtung bei einer Person niedriger sein als bei 72 Probanden. Systematische, personenbezogene Fehler werden nämlich weniger. Die Error-Grid-Analyse von Abbott ist daher für eine Person weniger brauchbar.

Ist das so zu sehen?

Offline SCHM

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #15 am: Mai 12, 2020, 21:27 »
SCHM - ich meine mich zu erinnern, dass deine eigene Error-Grid-Analyse auch schon einmal als Bild vorhanden war. Vielleicht liege ich falsch.
Ich habe mal eine Error-Grid-Analyse hier eingestellt, als ich mehrere Tage lang FSL1 und FSL2 gleichzeitig getragen habe. Mit blamablen Ergebnissen für beide Systeme.

Meiner Ansicht nach müsste die Streuung in einer Richtung bei einer Person niedriger sein als bei 72 Probanden. Systematische, personenbezogene Fehler werden nämlich weniger. Die Error-Grid-Analyse von Abbott ist daher für eine Person weniger brauchbar.
Ist das so zu sehen?
Die Studie wurde mit 72 Probanden durchgeführt, die je einen Sensor trugen und jeweils ca. 8 Messungen pro Tag durchgeführt haben. Die 86,7% in Bereich A beziehen alle Probanden ein. Da gab es einzelne, wo die Übereinstimmung noch deutlich besser war, und einzelne, wo sie deutlich schlechter war.
Ich bezweifle, dass das an den Probanden lag. Meiner Erfahrung nach ist es sinnvoll eine EGA (Error-Grid-Analyse) für jeden einzelnen Sensor zu machen, weil jeder Sensor da seine eigene Charakteristik zeigt. Ich habe auch einzelne Sensoren dabei gehabt, die die versprochenen 86,7% nicht signifikant unterschritten haben, aber es waren nur sehr wenige.

Schade, dass z.B. SiDiary keine Analysen für die Übereinstimmung von BZ-Daten und CGMS-Daten eingebaut hat. Es ist immer sehr aufwändig, die Daten zu exportieren und entsprechend aufzuarbeiten. Und es ist schon sehr hilfreich, die Quoten für den EGA-Bereich A und den Bereich A+B zu kennen, auch der MARD-wert ist ein gutes Maß für die Genauigkeit.

Übertriebene Ansprüche habe ich da sicher nicht. Die von Abbott angegebenen 87,6% in Bereich A, 99,7% in Bereich A+B und ein MARD-Wert von 11,7% würden mir absolut reichen und kleine, nicht signifikanten Abweichungen habe ich auch noch oft toleriert, ohne gleich jedesmal die Welle zu machen und zu reklamieren. Aber bei Sensoren, die weniger als 50% in EGA-Bereich A hatten, und davon gab es einige, ist eine Reklamation schon geboten. Und wenn 10 Sensoren der Bauart FSL2 zusammen nur auf 66 Tage Laufzeit kommen, spricht das auch Bände über die Qualität im Hause Abbott.

Aber inzwischen ärgere ich mich, dass ich nicht früher angefangen habe, die Angaben von Abbott auf Richtigkeit und Relevanz für  den Alltag zu kontrollieren. Dann hätte ich bestimmt früher gewechselt.

Offline Duff Rose

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #16 am: Mai 12, 2020, 22:21 »
Bis ich meine Medtronic Pumpe bekommen habe hätte ich deine Antwort einfach nicht verstanden, @Gyuri.

Jetzt sehe ich das anders, und bin voll auf SCHMs Seite. Das Problem ist nicht (oder nicht alleine) Abbotts Kundenservice. Das Problem ist, dass die unterschiedlichen CGM-Systeme _meilenweit_ in ihrer Entwicklung auseinander klaffen. Es ist mir egal, wie billig und praktisch Abbott oder Medtronic sind: der technische Standard ist Dexcom.

Zur Erläuterung: wir diskutieren hier immer wieder über Messabweichungen zwischen Blut und Gewebezucker. Ich habe das die letzten paar Jahre nicht verstanden und wütend dagegen argumentiert. Erst jetzt - wo ich ein System mit zufälligen Abweichungen nach oben und unten habe (Medtronic) - kann ich überhaupt das Problem nachvollziehen.
Bitte verstehen: Diese Abweichungen gibt es bei Dexcom 4/5 schlicht nicht. Es gibt eine systematische Abweichung zu "falsch niedrig" gegen Ende der Laufzeit. Bei Dexcom 4/5 sind 10 Tage angegeben, die Sensoren lassen sich verlängern, das Problem tritt nach 20 bis 25 Tagen auf. Ich hatte auch schon Sensoren die über 30 Tage liefen. Die zufällige Abweichung während der Laufzeit zwischen Blutmessung und CGM (nach Kalibrierung - auch wenn dir das Wort nich gefällt) beträgt bei mir durchschnittlich 2 mg/dl, immer jedoch weniger als 10 mg/dl - solange der Blutzucker unter 300 mg/dl liegt.
Ich weiss nicht, warum dies bei Medtronic (und meinem Libre 1 damals) nicht der Fall ist - dort ist aber die Übereinstimmung zwischen Blut-Messung und CGM immer zufällig und deutlich schlechter. Gute Übereinstimmungen bekomme ich mit Medtronic nur zwischen 90mg/dl und 150 mg/dl - und auch nur wenn die Kalibrierung dort und bei relativ konstantem BZ statt gefunden hat.

Welten!

Und nicht vergessen: ich vergleiche hier das neueste Medtronic System mit einem um _zwei_ Generationen veralteten Dexcom.

Nachdem die Software für xDrip völlig frei und offen im Netz herum liegt (und Dexcoms eigener Software praktisch gleicht) und der errechnete BZ aus "elektrischem Signal" nun wirklich kein Hexenwerk ist (Messwert mal Multiplikator) kann die höhere Genauigkeit nur aus besserer Hardware kommen. Und das ist ein wirklich interessantes Thema: scheinbar hat einer der drei großen Hersteller hier einen echten Technologievorsprung. Das ist deswegen spannend, weil dann eben keine "Normalverteilung zufälliger Fehler" mehr den Gesamtfehler beschreibt, sondern wirklich eine Fehlerfortpflanzung zur Betrachtung notwendig ist.

Mir gerade egal: ich muss mich nicht mit FSL 2 herumschlagen (und mir war der Kleber so brutal - ich werde auch nie wieder ein Abbott-Produkt erwerben). Aber bei all diesen Diskussionen behaltet bitte (alle) im Hinterkopf, dass es wichtige Technologieunterschiede gibt. Die man nicht sieht, wenn man nicht mehrere Produkte genutzt hat. Ging mir genau so, hier ist aber ein guter Zeitpunkt darauf hin zu weisen.
Sehr guter Beitrag!

Bei besserer Hardware und Ergebnissen ist ja legitim, dass das Dexcom etwas mehr kostet. Da beginnt wieder das Spiel mit den Kostenübernahmen und dem Mehrwert an Lebensqualität. Als man damals feststellte das Insulinanaloga hätte keine Steigerung der Lebensqualität gegenüber Humaninsulin dachte ich mich tritt ein Pferd. 
DM1 seit 02.2006, ICT, Fiasp und Lantus

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Offline MaKe

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #17 am: Mai 13, 2020, 06:00 »
Ich klinke mich dann mal aus meinem Thread zum Sensorversand aus....

Viele Grüße
Mathias  :)


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Offline Gyuri

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #18 am: Mai 13, 2020, 22:55 »
Vielleicht interessiert es dann doch noch einige Leser, wie man erfolgreich einen Ersatz für seinen „spinnenden" Sensor bekommt?

Gestern hatte ich so einen Reklamationsfall, der sich bereits kurz vor 6 Uhr ankündigte. Man beachte den scheinbaren Absturz ab Mitternacht von realen 300mg/dl auf „unglaubhafte“ 79mg/dl als ich meiner Frau 68 I.E. Tresiba spritzte. Eine blutige Messung wollte ich aber bei meiner schlafenden Frau nicht machen.Die würde erfahrungsgemäß immer etwas höher ausfallen.
Als dann aber zum Aufstehen um 7:35 - 59mg/dl gescannt wurde (und der Trendpfeil waagrecht war), entschloss ich mich zu einer blutigen Gegenmessung um vielleicht eine Reklamation zusammen zu schreiben.

Es folgten dann noch weitere drei Scanns mit waagrechten Pfeilen und blutigen Gegenmessungen.



Uhrzeit  Blut   Scan
 7:35    199    59 ->
 8:10    197    62 ->
 9:05    278    91 ->
11:44    243    81 ->


Genau so wollte ich die Reklamation begründen und rief die Hotline an.
Da es der Sensor meiner Frau war musste ich natürlich ihre Kundennummer und dann ihre Adresse angeben.
Dann wurde die Sensor-[SN] genannt und auch die [SN] vom Lesegerät, später wurde auch noch die [LOT]-Nummer der verwendeten Teststreifen abgefragt.

Bis der Service-Mann alle Daten in seinem Rechner hatte, verging schon eine Weile - ein störrisches System?  :lachen:

Seine Software gab ihm dann (wie zu erwarten) grünes Licht für einen Ersatzsensor.

Dann wurden abschließend noch ein paar Fragen gestellt. Wo ist/war der Sensor gesetzt?

Bei der Befragung stellte sich heraus, dass sich die Empfehlungen von Abbott im Umgang mit den Sensoren etwas verändert hatten.
Noch bei der Schulung in Bad Mergentheim wurde gesagt, dass man den Sensor 12 bis 24 Stunden vor der Aktivierung setzen sollte. Das soll man jetzt nicht mehr machen.
In Mergentheim wurde uns über DIASHOP (im Haus) ein Sensor-Halter dringend empfohlen. Davon rät Abbott jetzt dringend ab. Falls nötig, sollte der Sensor nur mit einem Pflaster fixiert werden.

Der Ersatz-Sensor wird wohl noch diese Woche kommen. Das eilt uns nicht wirklich; meine Frau hat aktuell 13 Sensoren im Vorrat. Die reichen uns noch ein halbes Jahr.

Abschließend trug mir der Service-Mensch auf, den mit der Lieferung kommenden Rückumschlag zu nutzen um den reklamierten Sensor zurückzusenden - für uns natürlich kostenlos.

Im Prinzip habe ich solche Reklamationen von meinen Sensoren  und auch von denen meiner Frau schon öfter gehabt. So ein oben gezeigtes Messprotokoll musste aber noch nicht erbringen, weil meine Reklamationen bisher noch nie mit „Mess-Ungenauigkeiten“ ::)  begründet waren.

Auch ich klinke mich jetzt hier aus.  :balla:
Gruß vom Gyuri

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Offline Markus99

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Re: Sensorversand FSL2
« Antwort #19 am: Mai 13, 2020, 23:15 »
hehee
Ich habe auch Probleme mit FSL Sensoren.
Die mich ständig aufgewacht haben mit Fehlmeldungen,  dann kam Allergie dazu.
Mit Reklamationen ich habe keine Probleme gehabt seit ich immer gesagt habe, dass bei Sensoren abgefallen sind.🤪
Wenn ich versucht habe mit genaukeit zu erklären  oder enliches.Der spiel wahr vorbei.
Bei Abbott Abweichungen zählen bis zum 60mg BZ.als normal. 😳😳😳
Nach einem Jahr ich habe auf Dexcom gewechselt. 👍
Ich bin immer noch zufrieden,obwohl ich habe einigen Problemchen.

Naja..gibts Diabetiker(meine Oma)die zufrieden sind.
Mit Lieferungen und Schnelligkeit von Einreichung die Rezepten bis zum Genauigkeit und halbakeit usw..

Gruß
Markus
P.s
Wenn FSL zusätzlich kalibrierbar wäre und Allergie frei.
FSL produkt wäre tatsächlich "1a"für mich 😊


« Letzte Änderung: Mai 13, 2020, 23:43 von Markus99 »