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FSL2 Bolusrechner
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Floh:
Zwei Anmerkungen (wobei ich gleich zu Anfang zugebe, dass ich den Libre Bolusrechner nie benutzt habe).

Es gibt Studien, die einen relativ deutlichen "Quality of Life" Fortschritt bei Typ 1 Diabetikern mit Bolusrechner feststellen (https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/193229681200600117 ). Mit Pumpe ist es sogar so, dass der Blutzucker nach dem Essen signifikant richtiger ist (Typ 1): https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/147323000803600531 . Das ist nichtvöllig zu vernachlässigen.

Als betroffener Typ 1: Ich kann das auch im Kopf. Aber meine Faktoren sind gut berechenbar. Bei einem Faktor von 1.35 I.E. / 12 g KH wäre ein Rechner häufig praktisch. Besonders wertvoll ist der "noch aktives Insulin" Rechner, der Korrekturinsulin, welches bei der nächsten Mahlzeit noch aktiv ist bewertet.

Das ist für Typ 1 unglaublich wertvoll. Beispiel zur Erklärung: Wenn ich um 6.30 Frühstücke und den Bolus falsch berechne (falsches Obst im Müsli oder so), dann lande ich um 10.30 (gegen Ende meiner Wirkdauer) bei einem zu hohen Blutzucker. Diesen _muss_ ich korrigieren (bin ja kein Typ 2), mein Korrekturbolus ist dann aber bis ca. 14.30 wirksam. Wenn ich um 12.30 Mittag essen will, dann ist noch Korrekturbolus wirksam, ich messe vor der Mahlzeit aber normal.

Ein guter Bolusrechner würde mir dann den derzeit noch wirksamen Anteil Insulin vom BZ abziehen und eine notwendige Zweitkorrektur richtig berechnen. Das geht nicht wirklich im Kopf, weil die Wirksamkeitskurve nicht wirklich linear ist.

Aber ganz ehrlich: bei einem ganzzahligen Faktor und einer eigenen Restinsulinproduktion wäre mir der Bolusrechner grad wurscht.
Andi:
Moing Floh


--- Zitat von: Floh am Oktober 28, 2019, 21:05 ---... bei einem zu hohen Blutzucker. Diesen _muss_ ich korrigieren (bin ja kein Typ 2), ...

--- Ende Zitat ---

Kannst Du mir bitte darstellen, warum ein Typ2 seinen zu hohen BZ nicht korrigieren muss?  ???

Ich verstehe Deinen Ansatz hier nicht.  :kratz:
Joerg Moeller:

--- Zitat von: Floh am Oktober 28, 2019, 21:05 ---Besonders wertvoll ist der "noch aktives Insulin" Rechner, der Korrekturinsulin, welches bei der nächsten Mahlzeit noch aktiv ist bewertet.

--- Ende Zitat ---

Das ist aber genau betrachtet kein Rechner, das ist ein Schätzer. Man kann aktives Insulin nicht berechnen, denn dann müsste man als Variablen alle Faktoren mit berücksichtigen, die die Resorptionsgeschwindigkeit beeinflussen.
Und da schätze ich dann lieber selbst. Im Laufe der Zeit kriegt man ja mit, wie der eigene Körper tickt.

Davon abgesehen nutze ich die Rechner ganz gerne, ist bequemer. Ist für mich dasselbe, als würde ich die Wahl haben die Lautstärke der Musik direkt am Verstärker oder per Fernbedienung zu regeln.

Viele Grüße
Jörg
Floh:

--- Zitat von: Andi am Oktober 29, 2019, 07:22 ---Moing Floh


--- Zitat von: Floh am Oktober 28, 2019, 21:05 ---... bei einem zu hohen Blutzucker. Diesen _muss_ ich korrigieren (bin ja kein Typ 2), ...

--- Ende Zitat ---

Kannst Du mir bitte darstellen, warum ein Typ2 seinen zu hohen BZ nicht korrigieren muss?  ???

Ich verstehe Deinen Ansatz hier nicht.  :kratz:

--- Ende Zitat ---

Ich auch nicht, Andi :) Gyuri sagte doch immer, seine Restproduktion regelt alles von alleine und Korrekturen gibt es nicht. Und korrigiert wird eh nicht. Vielleicht wäre mein fehlendes Verständnis ausgesprochen eindeutiger gewesen.
Gyuri:

--- Zitat von: Floh am Oktober 29, 2019, 12:55 ---(…) :) Gyuri sagte doch immer, seine Restproduktion regelt alles von alleine und Korrekturen gibt es nicht. Und korrigiert wird eh nicht. Vielleicht wäre mein fehlendes Verständnis ausgesprochen eindeutiger gewesen.

--- Ende Zitat ---
:ja: Das stimmt in meinem Fall … aber nur bei mir kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass es so läuft. Bei meiner Frau, deren Strategie ich mit überwache, würde ich mich nie und nimmer zu so einer Aussage hinreißen lassen. Was ich für mich ablehne, die Korrektur von Werten außerhalb des Zielbereichs, ist bei ihr voll im Spritzschema integriert.  Eine weitere Form der Korrektur gibt es bei uns beiden. Zur Untersuchung alle drei Monate empfielt die Diabetologin u.U. eine kleine Änderung. Bei mir tut sie das weniger, weil ich von Haus aus immer nach Faktor spritze was ich auf dem Teller schätze. Komme ich "mittelfristig" damit nicht mehr zurecht verändere ich von mir aus meine Faktoren. Beim letzten  Besuch wurde mir nur empfohlen statt 25 IE Lantus nur noch 24 IE zu spritzen. Die Libre-Tagesmuster über einen längeren Zeitraum sollten dann zeigen ob es was gebracht hat. Ich meine bis jetzt, es bringt nur einen kleinen Vorteil bei der Auslastung des Patroneninhaltes.  :zwinker: 
Bei der Frau empfahl sie, am Mittag durchgängig im Schema um 2 IE zu erhöhen um den Anstieg im Tagesmuster am Nachmittag zu verringern. Sie sagte: "Der Langzeitwert von 9% ist nicht berauschend, aber besser als die 11% die vor Bad Mergentheim galten. Wir versuchen jetzt ganz langsam besser zu werden." Große Hoffnungen machen wir uns mit Viktosa, was sie gut verträgt und was den Appetit etwas zügelt. Ich glaube auch, dass hilft mehr als ständige Korrekturen über einen Bolusrechner oder sonstwie.
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