Diabetesinfo-Forum

FSL2 Bolusrechner

Offline Kladie

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orginal Andi:
Zitat
Zitat von: Floh am 28 Oktober 2019, 21:05:13

    ... bei einem zu hohen Blutzucker. Diesen _muss_ ich korrigieren (bin ja kein Typ 2), ...


Kannst Du mir bitte darstellen, warum ein Typ2 seinen zu hohen BZ nicht korrigieren muss?  ???

Ich verstehe Deinen Ansatz hier nicht. 

orginal Floh:
Zitat
Ich auch nicht, Andi :) Gyuri sagte doch immer, seine Restproduktion regelt alles von alleine und Korrekturen gibt es nicht.

Eigentlich möchte ich hier im Forum nichts mehr schreiben weil ich dem ewigen Mobbing aus dem Weg gehen möchte aber andererseits möchte ich Floh mal loben. Er ist so ziemlich der einzige, der versucht nachzuvollziehen, daß ein T2 eine andere Krankheit ist als ein T1 und entsprechend anders therapiert werden könnte/sollte. Auch wenn er nicht so genau über T2 Bescheid weiss.


Um Andis Frage zu beantworten:

Bei einem T2 wird das Korrekturinsulin von den Betazellen zur Verfügung gestellt (mehr Insulin bei höherem BZ) was in vielen Fällen völlig ausreicht auch wenn es schlechter wirkt wie es sollte. Das geht bei einem T1 natürlich nicht. Kein T1 käme auf die Idee, bei einem BZ von 250 mg/dl zu korrigieren und nach einer viertel Stunde noch einmal zu korrigieren weil der BZ immer noch bei ca 200 mg/dl steht. Für beide Typen würde sich die Gefahr eines zu niedrigen BZs signifikant vergrößern. Wer das Risiko kennt darf es natürlich gerne tun also darf auch ein T2 gerne korrigieren. Ein T2 kann korrigieren wogegen ein T1 es muß!
 
Klar, beim T1 geht das hoch und besonders das runter mit dem BZ viel schneller als beim T2 aber das ändert nichts daran, daß nur die körpereigene Korrektur beim T2 notwendig ist. Gyuri ist wie ich der Meinung, das im Nachhinein ein hoher BZ kein Grund zur Panik ist weil die Betazellen früher oder später den normalen BZ wieder herstellen. Vielmehr sollte jeder aus dem vorher gemachten Fehler lernen und vor der nächsten Mahlzeit diesen (Schätz-)Fehler vermeiden.

Auch wenn ein Häuptling der Meinung ist, T2 bekommen erst Insulin wenn ein Sekundärversagen diese Regelung verhindert sehe ich das etwas anders Das darf aber jeder so sehen wie er will.


Offline Andi

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... Wer das Risiko kennt darf es natürlich gerne tun also darf auch ein T2 gerne korrigieren. Ein T2 kann korrigieren wogegen ein T1 es muß!

So macht die 'Grundeinstellung' IMHO auch Sinn.
Jedoch war ich definitiv verwirrt, dass ein T2 nicht zu korrigieren habe. Daher fragte ich nach.



Offline Joerg Moeller

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Jedoch war ich definitiv verwirrt, dass ein T2 nicht zu korrigieren habe. Daher fragte ich nach.

So generell stimmt das ja auch nicht, kommt auf den individuellen Diabetiker an. Siehe Gyuris Frau: die kann bis zum Sankt Nimmerlein Tag warten, da tut sich nichts.
Bei einigen aber schon, wenn auch langsamer.

Wobei es da auch unterschiedliche Sichtweisen gibt: die einen sagen "warten, bis der Körper es selbst reguliert" und die anderen sind dafür, da schon früher einzugreifen, um die Sekretionslast der Betazellen zu senken (und somit deren restlichen Lebenszyklus zu verlängern/erhalten).

Viele Grüße
Jörg
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Offline ralfulrich

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 (und somit deren restlichen Lebenszyklus zu verlängern/erhalten).


Kommt eben drauf an ob ein T2 länger leben will oder nicht...  :zwinker:

Grüße
Ralf
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Offline Joerg Moeller

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(und somit deren restlichen Lebenszyklus zu verlängern/erhalten).

Kommt eben drauf an ob ein T2 länger leben will oder nicht...  :zwinker:

Ich denke nicht, dass man das in Relation setzen kann á la "korrigiere mit Insulin und du lebst länger".

Restsekretion vorausgesetzt wird sich das auch ohne externe Korrektur irgendwann einpendeln. Aber die Betas eines DM2 stehen ja je nach Phase auch schon unter teils erheblicher Last. Und das hat zwei weniger schöne Folgen:
  • werden sie dann früher die Arbeit einstellen, weil sie völlig überlastet sind und
  • wird unter Last mehr Pro-Insulin produziert. Und das hat weniger BZ-senkende Wirkung, dabei aber volle Wirkung auf die Lipogenese (Fettaufbau)

Und davon abgesehen: wenn die Nierenschwelle überschritten ist, rennt man häufiger zur Toilette (was ich auch nicht als Zuwachs an Lebensqualität ansehen würde)

Viele Grüße
Jörg
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Offline ralfulrich

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Bei mir pendelt sich ohne Insulin ein BZ Nüchternwert von ~160 mg/dl als Glucose-Toleranzschwelle ein.
Soll ich das jetzt so akzeptieren und auf Korrekturen verzichten?

Grüße
Ralf
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Offline Joerg Moeller

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Bei mir pendelt sich ohne Insulin ein BZ Nüchternwert von ~160 mg/dl als Glucose-Toleranzschwelle ein.

Sorry, ich verstehe nicht, was Du mit Glucose-Toleranzschwelle meinst?

160 als NBZ wäre mir zu hoch. Ich würde da maximal 110 anpeilen.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Gyuri

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Och… ich kann mich schwach an Schulungen erinnern in denen wir gesagt bekamen, dass 180mg/dl postprandial noch in Ordnung seien.
Falls jetzt ralfulrich einen Wert VOR dem Essen meinte, hielte ich 160 auch für viel zu hoch.

Für mich stellt das aber auch noch keinen Grund dar, korrigierend einzugreifen … wenn es ein Einzelfall wäre. Wäre zu diesem Ereignis/Zeitpunkt der Mittelwert/Median über 7 Tage so hoch, würde ich sehr wohl etwas unternehmen diesen "Nüchtern"-Wert zu reduzieren.  :ja:

Nachtrag:
Das müsste aber nicht zwingend bedeuten, dass ich an der Bolusschraube drehen würde.
Entweder würde ich sorgfältiger die KE schätzen und/oder vielleicht bewusst die vorangegangene Mahlzeit verringern. Meinen fixen Faktor würde ich erst nach längerer Beobachtung verändern.
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline ralfulrich

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Die Eckpunkte für Nüchternglucose und Glucosetoleranz:

https://www.diabetes-deutschland.de/archiv/archiv_1955.htm

Da ein T2  immer  mit einer gestörten Glucosetoleranz  einhergeht ist die Verwendung von Korrekturinsulin angezeigt, um möglichst schnell wieder in den Normalbereich zu gelangen.

Aber das gehört ja eigentlich nicht hierher...

Grüße
Ralf
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Offline Gyuri

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(…)

Aber das gehört ja eigentlich nicht hierher...

Grüße
Ralf
Ich meine schon!
Der Bolusrechner, von dem hier die Rede ist, ist für alle nur eine von mehreren Möglichkeiten der Korrektur. Und es darf schon mal laut nachgedacht werden, ob es für T2 nicht auch einfachere Hilfen als den Bolusrechner geben könnte.

Zitat
… ist die Verwendung von Korrekturinsulin angezeigt, um möglichst schnell wieder in den Normalbereich zu gelangen.
(…)
"Korrekturinsulin" ist nur eine von ganz vielen Möglichkeiten für T2 - hingegen für T1 neben einer Regulierung der Kohlenhydrate und Sport so ziemlich der einzige Regulator in beide Richtungen.
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja: