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diab. Fuß behandlung

Offline Berti

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Hihoo
wollte mich mal in der Runde erkundigen was ihr gegen diab.Füße für Salben o-ä. habt.
Von meiner Diabetologin habe ich mal wieder zwei Rezepte für Nebenwirkungen bekommen,.... ich hasse das ! :moser:
Ich suche für meine tauben Füße homöop. Salben Cremes o.ä. die wenn möglich keine Nebenwirkungen hben.
Wer hat da Erfahrung und kann mir Tipps geben ?
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Offline Joerg Moeller

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Ich hab das mal ins passende Board verschoben.

"Diabetischer Fuß" ist ein Sammelbegriff und kann von Durchblutungsstörungen bis zu neuropathischen Störungen alles mögliche sein, daher lässt sich deine Frage so nicht beantworten.
Aber eines kann ich Dir mit Sicherheit sagen: ein Medikament ohne Nebenwirkungen hat auch keine Hauptwirkung. Das wird dir jeder Pharmakologe bestätigen.

Was man bei neuropathischen Füßen (Taubheitsgefühl/Parästhesie) versuchen kann ist eine Behandlung mit Benfotiamin (Milgamma), aber das hilft auch nicht bei jedem. Ansonsten gilt hier verstärkt der Hinweis, den BZ möglichst gut einzustellen und die Füße gut im Auge zubehalten.
Eventuell mit einem Spiegel auch die Fußsohlen zu beachten, da sich neuropathische Geschwüre (Ulcera) hauptsächlich an den Sohlen bilden.

Falls noch nicht geschehen, sprich doch mal deinen Diabetologen auf medizinische Fußpflege an. Die wird bei diabetischem Fußsyndrom nämlich auch von den Kassen übernommen und dann schaut sich ein Experte regelmäßig deine Füße an.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Berti

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Ich könnte das ganze etwas besser erklären
Also,.. Verletzungen habe ich keine, meine beiden Füße sehen eigendlich ganz normal aus,
also schlank keine Wassereinlagerungen.
Ferse und um die großen Zehen habe ich verstärkten Hornhautbefall den ich regelmäßig entferne.
Das Problem is das taube Gefühl an der Fußsohle spez. an den Ballen vor den Zehen.
Auch die großen Zehen haben ein taubes Gefühl.
Schlimm ist dieses unangenehme Brennen abends im Bett, was komischerweise leichter wird wenn ich
Schuhe anziehe.
Eine kleine Besserung ergibt sich immer nach dem Waschen der Füße und wenn ich diese mit Feuchtigkeitscreme
eingecremt habe.
Ich habe gehört das es angeblich spez. Cremes geben soll die man für solche Kußprobleme verwenden kann.
Genau diese Cremes suche ich, kann aber im Internet nichs vernünftiges finden.
Ich setze auf Erfahrungswerte von Mitleidensgenossen die sowas schon ausprobiert haben.
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Offline Joerg Moeller

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Was Du da beschreibst ist ein sogenannte "Parästhesie", die zu den Symptomen einer (diabetischen) Polyneuropathie gehört.
Diagnostisch bestätigen kann Dir das ein Neurologe. Der hat das nötige Fachwissen und die Instrumente, mit denen man das genauer untersuchen kann.
(https://www.netdoktor.de/krankheiten/polyneuropathie/)

Da wird Dir bestimmt Dein Diabetologe eine Überweisung schreiben, wenn Du ihm das berichtest.

Irgendwelche Cremes helfen dabei nicht, weil die ja nicht deine geschädigten Nerven reparieren können. Du kannst aber mit einer guten BZ-Einstellung (insbesondere das Vermeiden von BZ-Spitzen) das Fortschreiten stoppen/verlangsamen und im besten Fall auch einen Rückgang der Beschwerden erreichen.

Das mit der vermehrten Hornhaut-Bildung (Hyperkeratose) ist übrigens auch eine Indikation für medizinische Fußpflege. Zusammen mit der Diagnose vom Neurologen kann Dir dein Diabetologe dann eine Verordnung dafür schreiben. Du müsstest dann nur darauf achten, dass der Anbieter der Fußpflege auch ein Podologe ist, d.h. das er nicht nur kosmetische, sondern tatsächlich medizinische Fußpflege anbieten kann.

Gegen die Schmerzen kann man auch was machen. Viele empfehlen dafür trizyklische Antidepressiva (die sich eben auch auf die Nerven auswirken) und das kann man dann mit Analgetika ("Anti-Schmerzmittel") kombinieren.

Bei mir klappt das z.B. ganz gut mit Doxepin und Tramadoltropfen. Manche Ärzte sind da skeptisch, aber ich kann die Wirkung mit dieser Studie belegen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20065499

Viele Grüße
Jörg
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Hallo Joerg
na das ist doch schon mal eine Aussage mit der ich was anfangen kann.
Bezüglich den Cremes habe ich gehört das es da welche gben sol die zumindest die Beschwerden etwas lindern.
Ich denke das auch das bei den Beinen ein Lebensabo ist so wie die ganze Krankheit als solches.
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Offline Joerg Moeller

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Hallo Berti,

ja, eine (momentane) Linderung ist immer möglich. Man muss da nur vorsichtig sein, den auf dem Gebiet gibt es auch haufenweise Scharlatane, die einem das blaue vom Himmel versprechen und im Endeffekt schmiert man sich dann nur für einen Batzen Geld ein bisschen Fettcreme auf die Haut.

Apropos: falls Du trockene Haut an den Beinen hast, kann da schon regelmäßige Hautpflege helfen. Ich nutze dafür "Allpresan Diabetic intensiv". Hat eine guten Urea-Anteil, der trockener Haut vorbeugt. Zudem zieht es ziemlich schnell ein und man hat dann nicht so eine Fettschicht, wie bei vielen anderen Cremes.

Und ansonsten wie gesagt: versuch BZ-Spitzen zu vermeiden und geh mal zum Neurologen.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Berti

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Danke !
Noch eine Frage mit so einem Podologen, wird der von der Kasse bezahlt ?
Nicht das ich jetzt meine Stelzen nicht selber irgendwie pflegen könnte, aber bei Diebetesfüßen ( ich nenn´s mal so )
ist vielleicht schon ein Experte nötig.
Ich denke man kann auch viel falsch machen.
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Offline Joerg Moeller

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Ja, definitiv kann man da viel falsch machen. Ich kann dir als Krankenpfleger z.B. Spritzen geben oder auch mal einen i.v.-Zugang legen, aber ich darf nicht an Deine Füße. Das wurde uns in der Ausbildung eingebläut: Fußpflege bei einem Diabetiker ist ein Pflegefehler!

Und wie ich schon sagte: wenn Du ein diabetisches Fußsyndrom hast, kann dein Diabetologe dir medizinische Fußpflege verordnen. Das zahlt die Kasse bis auf den Eigenanteil (es sei denn Du bist von Zuzahlungen befreit).
Das muss aber diagnostiziert werden, daher solltest Du zum Neurologen und vielleicht auch mal zum Gefäßchirurgen gehen.

Viele Grüße
Jörg
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