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freestyle libre 2 häufige Sensorfehler

Offline Joerg Moeller

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Die Alarmfunktion finde ich gut, Tagsüber wg. möglicher Ablenkung...

Da hast Du recht, das sehe ich mittlerweile auch so.
Ich wollte die Alarme ja auch nie nutzen, aber ich hab dem jetzt mal eine Chance gegeben und lasse den Reader bei Werten >120 piepen.
Heute Tag 4 des Tests und mein postprandialer Verlauf ist schon stabiler geworden.

Hypo-Alarm brauche ich aber nach wie vor nicht, weil ich auch nachts bei Unterzuckerungen erfahrungsgemäß zuverlässig wach werde. Meist schon ein paar Minuten, bevor die Symptome richtig einsetzen.

Viele Grüße
Jörg

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Offline Gyuri

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Wie schon geschrieben, betrachte ich auch größere Abweichungen nicht als typische Sensorfehler!

Auch in Verbindung mit dem FSL-Alarm (den ich bei mir noch nie in Betrieb hatte) meine ich, dass man da viel gelassener mit den Daten umgehen könnte/sollte.  :coolman:
Ich will das heute mit meinem Tagesprotokoll aufzeigen, weil ich da mal blutige Gegenmessungen durchführte - einfach so.  :zwinker:

(größer durch CLICK)

Um 3 Uhr wachte ich auf und ging zur Toilette. Dabei spürte ich überhaupt nichts verdächtiges. Dennoch führte ich aus Neugierde einen Scan bei der Frau durch und weil ich gerade dabei war auch bei mir.
56mg/dl  :kreisch: und einen roten Verlauf davor. Komisch, ich kam mir noch ganz "normal" vor. Ein FSL-Teststreifen verriet mir dann 93mg/dl, also voll normal.  :super: Weil Abbott immer zur Sicherheit einen geraden Verlauf bei Vergleichsmessungen sehen will, wurde nach ~10Minuten noch mal gescannt: 64mg/dl Der Scan lag also 30% unter der blutigen Messung. Mein Gefühl sagte mir, dass wohl die blutige Messung stimmen könnte.
Um 6 Uhr ist bei uns immer die Zeit für die Basalspritze und nur bei Bedarf eine kleine Korrektur für den Buckel.
Ich wollte es dann noch mal wissen, was bei einem Vergleich da rauskommt. Scan= 94 bzw. 92 mg/dl und der blutige Nüchternwert bei 135mg/dl also wieder 31% zu wenig gescannt!?

Nach dem späten Mittagessenhatte ich gegen 14:30 beim Kaffee-Trinken plötzlich Unterzuckererscheinungen. Ein Scan bescheinigte mir "LO" (also 40mg/dl oder weniger). Die blutige Messung ergab 72mg/dl - also noch kein Hypo!!!!!
Weil ich sogleich mit dem Auto fahren wollte, aß ich vorsichtshalber 2 KE (ohne Bolus).
Meine Erfahrung gab mir wieder mal Recht. Es ging dann moderat auf 126mg/dl rauf.
Abendessen:
Alles fast ganz normal, nur die geschätzten 5 KE hatte ich wohl nicht ganz erreicht. Und wieder habe ich zwei Scanns mit einer blutigen Messung verglichen: 88mg/dl gescannt  und 147mg/dl blutig machen jetzt sogar 40% Unterschied.

Na und?

Dennoch bleiben die blutigen Messungen die Ausnahme. Ich weiß schon lange, dass OFT der Scan zu wenig anzeigt - aber nicht immer. Meist passt das oder der Scan liegt auch mal sogar höher.

Worauf achte ich denn dann?
Ganz einfach, Ich nehme mein Tagesmuster bei dem meistens alles passt, und denke mir wie das aktuelle Tagesprotokoll auf das Tagesmuster passt.

(größer durch CLICK)

Man könnte da viel rechnen und viel messen. Es käme aber nicht wirklich was g'scheits dabei raus. Alles ist Kopfsache.  :zwinker:

Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Rüdi

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[…]

Man könnte da viel rechnen und viel messen. Es käme aber nicht wirklich was g'scheits dabei raus. Alles ist Kopfsache.  :zwinker:

Mann mann mann… nein, ich mag mich nicht streiten. Aber: Zumindest ich befinde mich in einem Berufsleben mit teilweise sehr viel Bewegung, teilweise etwas weniger. Mal viel Stress, mal weniger. Und ich kann mich nicht zwingend auf ein Gefühl der Unterzuckerung (du ja auch nicht) verlassen. Und mal eben einen Test machen geht teilweise situationsbedingt auch nicht.
Daher Freestyle Libre... ein wenig muss ich mich schon auf dessen Wert verlassen können. Und deshalb ist bei mir die Kalibrierfunktion durch xDrip am werkeln und macht sich ganz gut. Ich kann kein Messgerät gebrauchen, was 20, 30 oder mehr Prozent vom BZ-Wert abweicht. Weil das keinen Sinn macht. Für dich anscheinend schon, mir reicht das nicht!!!

Gruß Rüdi


Offline Andi

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Nananaaaa, Rüdi und Gyuri

Bitte nicht streiten!  ::)

Gyuri hat schon ein paar Tage auf dem Buckel und kann nun einem für sich passenden Tagesrhythmus folgen.
Rüdi steht noch voll im Berufsleben, der seine eigenen Herausforderungen hat.

Ihr Beide habt jeder für sich auf seine Bedürfnisse das Anrecht, zufrieden oder unzufrieden zu sein!

Sowohl die Gedankenansätze als auch die Umstände sind unterschiedlich. Von daher, und das beziehe ich auf mich, kann ich zufrieden feststellen, dass alle zwei unterschiedliche Ansprüche haben und auch  situationsbedingt anders reagieren (müssen).

Hab Euch lieb und zeigt etwas Verständnis  :ja:

So weit liegt ihr beide nicht auseinander :)


Offline Duff Rose

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Moin ihr Leut‘!

Bei mir ist das wie bei Rüdiger. Ich bin gestern 750km Auto gefahren, inklusive Essenspause bei einer Raststätte. Die BE‘s der Wild- Gnocchi Pfanne konnte ich leider nur raten, eine Waage gab’s leider auch nicht.

Stellt euch mal vor der PEN würde so ungenau portionieren. Dann könnte man sein Diabetes Management in die Tonne kloppen.

Abweichungen und Fehler kann man verzeihen, jedoch ist dies gerade im medizinischen Bereich in meinen Augen  begrenzt.

Übrigens: wenn mein Autotacho gestern 30% Abweichung hatte, darf ich meinem Führerschein wahrscheinlich abgeben. Diese Tachos dürfen Max. 9 oder 10% abweichen, um eben keine Probleme im Alltag auf der Straße zu verursachen. Dexcom wirbt ebenso mit 9% Abweichung, was in meinen Augen vertretbar ist (zufällig passt hier der Vergleich). Nur so ist das System überhaupt erst medizinisch für Therapieentscheidungen zugelassen worden. Das Libre ist nicht zugelassen und das hat eben seinem Grund.

Gyuri gebe ich in dem Fall Recht, dass er als Typ2er mit ausreichend Zeit sein Diabetes Management über mehrere Wege sehr gut gelöst bekommt, auch mit Libre. Das kann man aber nicht auf andere Gruppen übertragen, und da denke ich an Kinder, Berufstätige, Sportler usw..
DM1 seit 02.2006, ICT, Fiasp und Lantus

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Offline Gyuri

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Nein nein nein  :zwinker:
Hier wird überhaupt nicht gestritten. Ich versuchte nur zu erklären, dass ich trotz der Unterschiede zwischen Blutzucker und Zucker des ZZW, welches irgendwie versucht wird zu synchronisieren, mein Management NICHT mit Blutzuckerwerten lenke.
(…) Ich kann kein Messgerät gebrauchen, was 20, 30 oder mehr Prozent vom BZ-Wert abweicht. Weil das keinen Sinn macht. Für dich anscheinend schon, mir reicht das nicht!!!

Gruß Rüdi
Du schreibst es ja schon: Du kannst das FSL nicht brauchen weil du im Grunde mit Blutzuckerwerten arbeiten willst/musst.
Würde ich so denken, käme für mich das FSL auch überhaupt nicht in Frage. Wie du dann weiter vorgehen sollst, sollte dein Diabetologe entscheiden (er schreibt ja auch die Rezepte und sollte wissen ob ER mit den FSL-Messungen zufrieden ist) … oder du musst dich selbst entscheiden.

Ich habe mich inzwischen von der blutigen Messung fast schon verabschiedet, weil ich mit dem FSL trotz aller scheinbaren Widersprüche klar komme. Ich kann dir aber versichern, dass ich bereits mit jahrzenten langen BZ-Messungen auch öfter mal auf Widersprüche gestoßen bin.

Ein kleines Beispiel war der Langzeitwert aus dem Labor auf das sehr viele Ärzte den größten Wert legen.
Meine gezielten Blutzuckermessungen (mit einer gewissen statistischen Aussagekraft) führten bei mir oft zu ganz anderen geschätzten Langzeitwerten als das, was das Labor raus bekam. Ich zweifelte dann die stark schwankenden Laborwerte an und zeigte meine Untersuchungen meinem Diabetologen, der auch von Statistik etwas verstand. Er meinte dann, aufgrund meiner Herzerkrankung kann es durchaus sein, dass die Labormethode zu keinem vernünftigen Ergebnis führen kann. Er konzentrierte sich dann doch mehr auf meine Blutzuckeraufzeichnungen.

Mit meinem Umstieg auf FSL bestätigten sich meine Vermutungen bezüglich HbA1c-Schätzung. Nicht die Höhe der Werte ist entscheident,sondern die Schwankungen. An Schwankungen habe ich lt. Labor mehr als genug. Ein Arzt wollte mich sogar neu einstellen, weil ich plötzlich von 6,5% auf 7,1% anstieg. Das war aber Blödsinn, wie ich die dann doch viel geringeren Schwankungen im FSL vergleichen konnte. Das nächste Quartal ergab dann wieder 6,4%, ohne dass ich irgend etwas gemacht hätte. Im FSL gab es wie gesagt nicht diese Schwankungen.

gekürzte Aufzeichnung der Laborwerte:



Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Joerg Moeller

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Du bist da ein gutes Beispiel für "es kommt immer auf den Einzelfall an".
Gerade wenn noch der Faktor "Stress" dazukommt, kann man sich nicht immer auf die Hypo-Symptome verlassen. Die dafür verantwortlichen Hormone sind ja dieselben, die bei physischem/psychischem Stress ausgeschüttet werden können.

Worauf es ankommt ist ein akzeptabler Glukosestoffwechsel mit geringen Schwankungen und adäquatem HbA1c. Wie der einzelne das erreicht ist seine Sache.
Gut ist aber generell, wenn man sich mit anderen austauschen kann. Das kann einem helfen, die Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Mir hat das schon oft geholfen. Nicht immer so, indem ich die andere Methode 1:1 übernommen habe, aber so, dass mir das einen Denkanstoß in die (für mich) richtige Richtung gegeben hat.

Viele Grüße
Jörg
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