Diabetesinfo-Forum

Zielwert 150 und 30 er Regel

Offline Goebi

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Hallo Kollegen mal eine Frage, was habt ihr für ein Zielwert und welche Regel benutzt ihr ich habe ein Zielwert von 150 und eine 30 er Regel das heisst ein BZ von 180 +1 Einheit u.s.w
Eine Einheit ist meistens zu wenig und ich brache min. 5 Einheiten das der BZ sich nach unten bewegt oder mal ein neues Insulin ich habe seit Jahren Novo Rapid .

L.G
Micha


Offline Frau_Holle

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Zu meiner Situation: Mein (selbst bestimmter) Zielwert beträgt 90 mg/dl. Zu unterschiedlichen Zeiten  habe ich uinterschiedliche Korrekturfaktoren zwischen 1 Einheit senkt um 90 mg/dl (nachts) bis zu 1 Einheit senkt um 30 mg/dl. Liegt noch eine Resistenz vor, sind die Korrekturfaktoren noch mal anders.

Mir persönlich kommt ein Korrekturziel von 150 mg/dl recht hoch vor. Da ist eine Resistenz quasi vorgeplant.
Wann hast Du zuletzt die Basalrate überprüft? Wenn diese stimmt, würde ich an deiner Stelle mal die Korrekturfaktoren überprüfen bzw. zu den unterschiedlichen Tages- und Nachzeiten ermitteln.
*****************************************
Liebe Grüße
Manuela





DM Typ 1 seit April 1979
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Offline LordBritish

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Hallo Goebi,

einen angestrebten Zielwert habe ich zwar auch, doch orientiere ich mich eher an einen Ziel-BEREICH.

Die Faktoren /Korrektur, Mahlzeit und Zielbereich) sind unterschiedlich nach Tageszeit. die Faktoren sind stündlich festgelegt.
Grob gesagt handelt es sich um Morgens, Mittags, Abends, Spät.

Viele Grüße
Markus


Offline Gyuri

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(…), doch orientiere ich mich eher an einen Ziel-BEREICH.
(…)
Ich weiß jetzt nicht, ob das für euch 1er von Bedeutung ist,  :rotwerd:
aber ich (Typ2) habe mir für jedes Ereignis einen bestimmten Zielbereich gesetzt.
Es macht für mein Verständnis durchaus einen Sinn die Ziele VOR und NACH dem Essen gesondert zu verfolgen.
Ferner halte ich mich nicht an einem einzigen Wert fest, sondern gestehe mir immer eine Toleranzgrenze zu.
Vor dem Essen wäre mein Ziel 100mg/dl ±30mg/dl … und nur wenn ich dauerhaft draußen liege wird reagiert.
Nach dem Essen kann ich es mir erlauben noch viel großzügiger das Ziel zu bestimmen. 120mg/dl ±50mg/dl ist für mich die Welt noch in Ordnung.

Mir ist aber schon klar, dass diese Grenzen für jene, die stets korrigiern (müssen?) etwas schwierig zum "Berechnen" sind.
Hierbei bitte ich aber zu bedenken, dass man es niemals schafft (egal welcher Typ!) sein Möchtegernziel punktgenau zu erreichen, weil da immer unzählige Störfaktoren dazu kommen, die eine genaue Berechnung vereiteln. Und genau darum kann (oder muss) ich mit ±30 bzw. ±50 mg/dl ganz gut leben.
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Joerg Moeller

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Ich hab das so wie Markus: einen Zielbereich (70-130) und einen Zielwert (100)

Bereich ist der, der einem genügt; in dem man also nicht korrigierend eingreifen muss. Und Wert ist der, den man mit einer Korrektur anpeilt.

Morgens habe ich eine 15er Korrekturregel (eine IE pro 15 mg/dl), den Rest des Tages eine 20er.

150 finde ich als Zielwert auch ein bisschen viel, es sei denn, es gibt einen speziellen Grund dafür. Ich kannte z.B. mal einen Dachdecker, der während der Arbeit auch 150 anpeilte und in der Freizeit dann auch 100.

Warum nimmst Du denn die 150?

Zitat
Hierbei bitte ich aber zu bedenken, dass man es niemals schafft (egal welcher Typ!) sein Möchtegernziel punktgenau zu erreichen...

Nö, kann ich nicht bestätigen. Ich hatte erst letztens wieder einen BZ von 390 (Mahlzeitenbolus vergessen) und lag dann nach der Korrktur bei 103. Das klappt nicht immer so genau, aber in dreiviertel der Fälle schon.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Gyuri

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(…) Das klappt nicht immer so genau, aber in dreiviertel der Fälle schon.

Viele Grüße
Jörg

Tjaaa  :zwinker:
Da kommt es natürlich immer darauf an, wie viele der möglichen unvorhersehbaren Störfaktoren eine Rolle spielen.

Mir passierte es neulich kurz vor einer längeren Autofahrt, dass ich die gewohnten 30IE Lantus spritzen wollte.
Die 13IE Bolus (fürs Frühstück) hatte ich auch schon gespritzt, weil ich im Auto dann zwei Butterbrezen essen wollte. Mein SEA von ≈ 30 Minuten ist in der Früh vertretbar.
Weils aber so eilte mit dem Losfahren, verwechselte ich die Pens  :kreisch: und spritzte mir noch mal 30IE Bolus statt Basal.

Was wäre da zu tun? Wie sollte man dann korrigieren? Wohl gemerkt: wenn ich nüchtern zwischen 70 und 130 mg/dl liege wird normal nichts korrigiert!
… Ich machte fast garnix. Nur im Auto genehmigte ich mir 1 BE Traubenzucker zu den zwei Brezen extra.
Der Tagesverlauf im Libre war dann übrigens unauffällig.  8)
Gruß vom Gyuri

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Offline Kladie

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Hallo

Nichts gegen Gyuri aber er vergleicht hier Äpfel mit Birnen. Dies hier ist ein reines Type 1 Thema und man kommt mit Beispielen eines T2 nicht weit. Gyuri hat z. B. keine Korrekturregel, da er gar nicht korrigiert (im Sinne eines T1). Das ist auch für einen T2 total OK sofern noch Eigeninsulin produziert wird.

Ich bedauere immer die T1er, weil Sie so genau rechnen müssen und bewundere Sie, wenn Sie einen so engen Zielbereich wie ihn ein Nicht-Diabetiker hat, erreichen wollen. Das ist für mich als T2er wesentlich einfacher weil ich mich auf meine Betazellen noch verlassen kann, die eine mehr oder weniger große (oder gute) Regelung noch selbst machen können.

Ich möchte mich eher aus der Diskussion heraushalten obwohl ich - wie Manuela und Joerg - einen Zielwert von 150 mg/dl etwas hoch finde. Bei den meisten Diabetologen geht die Sicherheit vor bessere Blutwerte. Es kann also gut sein, daß es Gründe für diesen Zielwert gibt. Dies sollte aber nicht dazu führen damit auf alle Ewigkeit zufrieden zu sein. Das ist aber - wie gesagt - meine ganz eigene Meinung....
« Letzte Änderung: August 27, 2018, 21:53 von Kladie »


Offline Goebi

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Hallo Leute ich danke euch für eure zahlreiche Hilfe tja kein Wunder das ich meine Werte nicht runter bekomme mit dem hohen Zielwert von 150 und Jörg der Wert war einfach aus der Luft gegriffen  :patsch:


Offline Gyuri

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Ich wollte auch überhaupt nicht einem Typ1 ins Management reinquatschen.  :pfeif:
Mit meinem ersten Posting hatte ich versucht dies zum Ausdruck zu bringen.

Hier im (fast) reinen Typ1er Themenkreis (Pumpe und so…) geht es bei der Erlangung eines "Zielwertes" aber schon um ein mehr allgemeines Problem - nicht nur für Diabetiker, sondern für alle, die ein Ziel anstreben. IMMER (also auch bei ganz anderen Krankheiten) ist es nicht günstig, stets einen Zielwert (also ohne Toleranz) anzustreben. Auch sollte man für verschiedene Begebenheiten auch andere Idealwerte anstreben - aber bitte nicht zu verbissen! Man macht sich so das Leben nur unnötig schwer. Beispiele erspare ich mir jetzt.

Joerg hat mir … wiedersprochen(?), was die Erreichung eines "Traumzieles" betrifft. Das kann ich zwar nachvollziehen, glaube aber, das es (ungeachtet des Diabetestyps) nicht immer so laufen wird.

Wäre ich ein Typ 1 würde ich genauso keinen festen Wert als Ziel anstreben, sondern bewusst versuchen, mich mit meinen "ganz normalen Schwankungen" zu arangieren. Nicht mehr wollte ich zum Ausdruck bringen und auf gar keinen Fall einem Typ 1er meine (etwas exotische) Strategie empfehlen. Mir ging es nicht um Strategien, sondern nur um die Betrachtung einer mehr oder willkürlich gesetzen Toleranz bei Messwerten.

Beispiel:
Und wenn ich bei meinen 170cm Höhe ein Gewicht von maximal 80kg als Ziel setze, ist das sicherlich für Ärzte zu hoch gesteckt - für mich aber durchaus ein anstrebenswertes Ziel, dass ich mir ungeachtet des Grundes für mein Übergewicht (= Übergewichtstyp) nicht schlecht reden lasse.
Gruß vom Gyuri

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Offline Hobbit

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Joerg hat ja geschrieben, dass es sowohl eben ZielWERT als auch einen ZielBEREICH geben kann. Wenn man weitere Einflussfaktoren berücksichtigt hat, kann man sich eben, je nach Regel und Genauigkeit des Korrektur-Pens, auf einen Zielwert runterspritzen. Habe ich bspw 160mg/dl, kann ich mit 0,5 IE auf 130mg/dl kommen oder mit 1IE auf 100mg/dl.
Wenn ich jetzt chinesisch essen gehe (BE-Menge nur grob schätzbar), wäre es illusorisch, einen Zielwert von 101,253mg/dl anzupeilen. Da hofft man halt, mit der gewählten Insulindosis irgendwo zwischen 80 und 140 rauszukommen, um nicht gleich wieder korrigieren zu müssen.

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