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hoher Insulinbedarf NACH Krankheit?

Offline Tarabas

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Hi!

Jeder kennt das ja: man ist krank, vielleicht sogar Fieber ... und der Insulinbedarf schnellt in die Höhe.

Ich hatte ein paar Tage mit Schnupfen, Kopfschmerzen ... aber Insulin ganz normal.

Jetzt ist das vorbei, ab und an noch ein Kratzen im Hals. Aber ich komme auf einmal nicht mehr runter mit dem BZ, Insulin auf 1,5x gesetzt und es geht so einigermaßen, aber trotzdem ständig über dem Soll. Und mehr Insulin trau ich mich irgendwie nicht.
Typ 2 - Janumet 50/1000 - fiasp und Levemir - Freestyle Libre


Hinerk

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Hi!

Jeder kennt das ja: man ist krank, vielleicht sogar Fieber ... und der Insulinbedarf schnellt in die Höhe.

Ich hatte ein paar Tage mit Schnupfen, Kopfschmerzen ... aber Insulin ganz normal.

Jetzt ist das vorbei, ab und an noch ein Kratzen im Hals. Aber ich komme auf einmal nicht mehr runter mit dem BZ, Insulin auf 1,5x gesetzt und es geht so einigermaßen, aber trotzdem ständig über dem Soll. Und mehr Insulin trau ich mich irgendwie nicht.
Moin Tarabas,
Mach’s wie ein gesunder Körper, der produziert soviel Insulin wie zur Absenkung des vorhandenen BZ benötigt wird.
Egal wie er entstanden ist.

Denk an die Probleme mit Kortison auch dann hast Du die Mengen zu spritzen die benötigt werden um Deinen BZ einzustellen und diese Erfahrung habe ich selbst gemacht.
Also keine Angst!

MlG

Hinerk


Offline Tarabas

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Mach’s wie ein gesunder Körper, der produziert soviel Insulin wie zur Absenkung des vorhandenen BZ benötigt wird.
Egal wie er entstanden ist.


Ich mach mir ja keine Sorge über mehr Insulin im Allgemeinen. Nur, daß ich übers ziel hinaus schieße bzw mein Bedarf ja hoffentlich auch wieder sinkt und ich mir dann halt nicht zu zu viel zu viel gespritzt haben will  :kreisch:
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Offline Kladie

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Hallo Tarabas

mein Diabetologe sagt mir immer ich soll nicht so viel Angst vor höheren BZ Werten haben....

Das ist allerdings (wie auch bei dir) kein Thema für mich. Schließlich habe ich keine Angst sondern möchte Nicht-Diabetiker-Werte anstreben. Trotzdem warte ich immer ein bis zwei Wochen ehe ich meine gewohnte Dosis verändere. Oft reguliert sich die Veränderung von ganz alleine zurück.
In deinem Fall hätte ich wohl erst mal gar nichts verändert und die erhöhten Werte für einen gewisse Zeit einfach ausgehalten. Wenn es aber länger als 2 Wochen erhöhte Werte sind (ohne andere Krankheiten oder Besonderheiten) kann man ja ein paar IE hochgehen und erst wenn die BZ Werte über einen längeren Zeitraum zu tief werden, die IEs wieder reduzieren.
Es ist nie eine gute Idee immer alles sofort ändern/anpassen zu wollen. In der Ruhe liegt die Kraft.


Offline Joerg Moeller

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Jetzt ist das vorbei, .... Aber ich komme auf einmal nicht mehr runter mit dem BZ

Möglicherweise spürst Du keine Symptome mehr, aber der Körper hat das noch nicht ganz abgearbeitet. Der schüttet ja auch Cotisol aus, um das Immunsystem einzudämmen/zu bremsen. Und das kann je nach Aktivität des Immunsystems schon mal etwas länger dauern, als es Symptome gibt.

Bei absolutem Insulinmange (wie bei DM1) käme als Möglichkeit auch noch eine Fettsäureresistenz hinzu: ist der BZ langfristig erhöht, liegt ja ein entsprechender Insulinmangel vor. Der Körper baut dann vermehrt Fett ab und die dabei freigesetzten freien Fettsäuren dämpfen die Insulinwirkung. Um aus dieser Resistenz wieder rauszukommen kann man das Schema B von Dr. Teupe anwenden: http://www.chrostek.de/curriculum/03_Schema%20A%20B%20C.pdf

Kurz und gut: wenn man es kann, dann würde ich die Insulindosierung von der aktuellen Lage abhängig machen und nicht von dem, was man gewöhnt ist. Dazu zählt aber auch, dass man den unerwartet hohen Wert mit gewaschenen Händen nochmal verifiziert.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Gyuri

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 :kratz: Nicht böse sein!
Wenn ihr mit eurem Insulinbedarf unter besonderen Bedingungen ein "Problem" habt, seid ihr aus meiner Sicht nicht konsequent genug mit eurer Korrektur-Strategie.
Ihr seid es doch (ohne jemanden persöhnlich ansprechen zu wollen) die ständig versuchen, aufgrund eines präprandialen Messwertes Änderungen am Spritzverhalten schraubt?!
Wenn ich dann immer wieder meine, ich müsse meinen Körper die Chance geben, selbstregulierende Maßnahmen zu ergreifen meint ihr, so geht das nicht und meine Strategie sei unverantwortlich.

Bei meiner Strategie muss ich gar nicht wissen, ob mein Gesundheitszustand Auswirkungen auf meinen Glukoseverlauf hat. Ich beobachte und greife ein, wenn sich mein gleitend gemitteltes Tagesprofil (seit neuestem der aktuelle Tages-Median der letzten 7 Tage) deutlich die mir gesteckten Ziele verlässt. Dann wird mein Spritzplan und/oder meine Essgewohnheiten angepasst. Dabei benötige ich keine festen Berechnungsformeln sondern nur logisches Denkvermögen.

Einzelne Werte außer Toleranz lassen sich so oder so nie vermeiden. Mit ihnen kann man sich das Leben unnötig schwer mach oder mit etwas Gelassenheit schauen, dass es wieder besser wird.
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Joerg Moeller

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Wenn ihr mit eurem Insulinbedarf unter besonderen Bedingungen ein "Problem" habt...

Ich seh sowas weniger als Problem, sondern eher als Suche nach Ursachen. Natürlich muss man flexibel genug sein, sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Und dennoch sollte man die Ursachen kennen, um in einer vergleichbaren Situation vorbereitet zu sein. Das macht für mich den Unterschied zwischen einer zielgerichteten therapeutischen Strategie und einem "Ich werf mal was ein und hoffe, dass irgendwas davon passt"  :zwinker:

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Gyuri

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Schon klar
und auch irgendwie nachvollziehbar.
ABER … es dann doch immer ein Hinterhereilen hinter den Ereignissen. Man kann wohl kaum das Ende einer Krankheit vorhersehen. Vielmehr kann man irgendwann mal am Abklingen erkennen dass man wieder auf dem Weg der Besserung ist, immer mit der Hoffnung verbunden, dass es vielleicht keinen Rückschlag geben wird. Nur aufgrund dieser Beobachtungen halte ich es schlicht für unmöglich vorab schon Maßnahmen zu ergreifen die sicherstellen, die Wunschzeile systematisch zu halten. Da wird immer eine Feinjustage notwendig sein. Manch einer justiert ja auch ohne großartige Störfaktoren ständig (ein Leben lang) hinter seinem Ziel her…  :gruebeln:
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Joerg Moeller

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Kommt immer auf die Ursache an: bei meinem Aufstehphänomen konnte ich ja seinerzeit beobachten, dass das unabhängig von der Tageszeit immer mit dem Aufstehen zusammenhing. Daher war es für mich auch logisch in dieser Situation vorbeugend einen Bolus zu geben. Problem erkannt - Problem gebannt.

Bei Krankheiten sieht das generell anders aus. Da kann es sein, dass der BZ entgleist, es muss aber nicht sein. Kommt ganz auf die Aktivität der kontrainsulinären Hormone an. Die Krankheit ist auch nicht geplant, daher ist vorbeugend nichts machbar.
Aber: wenn ich sehe dass der BZ aus dem Ruder läuft und ich um diese kontrainsulinären Hormone weiß, dann kann ich früher und gezielter Eingreifen. Z.B. indem ich nicht erst auf Werte warte, die ich dann runterspritze, sondern indem ich direkt mein Basal und die Boli entsprechend erhöhe.
Wenn es im Winter kalt wird drehe ich ja auch nicht erst dann die Heizung auf Stufe 'Höllenfeuer', wenn ich schon am Bibbern bin. Ich passe die Stufe vorab und begleitend an die Gegebenheiten an und bin jederzeit bereit, sie wieder abzustellen, wenn das nicht mehr gebraucht wird.

Viele Grüße,
Jörg
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Hinerk

  • Gast
Kommt immer auf die Ursache an: bei meinem Aufstehphänomen konnte ich ja seinerzeit beobachten, dass das unabhängig von der Tageszeit immer mit dem Aufstehen zusammenhing. Daher war es für mich auch logisch in dieser Situation vorbeugend einen Bolus zu geben. Problem erkannt - Problem gebannt.

Viele Grüße,
Jörg
Moin Jörg,
das  Aufstehphänomen hast Du das nur morgens oder auch nach einem nachmittags Schläfchen.

MlG

Hinerk