Diabetesfragen > Diabetes-Technik
Libre zeigt extrem falsche Werte an
Kladie:
Hallo Duff Rose,
ich bewundere dich für diese Fähigkeit einen BZ ausserhalb des Zielbereichs zu merken. Da bin ich leider ganz schlecht dran.
Ich merke die ersten Hyposymptome erst bei <30 mg/dl und nach oben merke ich gar nichts. Bei Diagnosestellung hatte ich einen BZ Wert von "HI" das bedeutet mehr als 600 mg/dl und hatte nur Durst ohne Ende. Der Durst war aber nur das Ergebnis der Nierenüberfunktion. Einen unnatürlich hohen BZ hatte ich nicht im Sinn. Deshalb finde ich das Libre so genial.
Heute erkenne ich Werte >200 mg/dl nicht vom Gefühl her sondern schätze es aus der Historie (z. B. viel Süßes gegessen ohne gespritzt zu haben) und messe demenstsprechend mal nach. Irgendwas merken kann ich aber nicht.
Duff Rose:
Hallo Kladie, ich muss mich auch nochmals ergänzen. Die Erfahrung spielt ja auch eine große Rolle. Wenn ich Sport mache, viel gegessen habe, oder Stress - all das wirkt sich bekannter Weise auf den BZ Verlauf aus. Mittlerweile kann ich diese Gegebenheiten in mein Bauchgefühl mit einfließen lassen und so "rechnet" mein Gehirn ein wenig mit.
Wo es sehr schwierig ist, ist morgens. Da merke ich keinen Unterschied zwischen 100 oder 200 mg/dl. Bei Werten unter 100-90 bin ich etwas gerädert, was auf vorausgegangene Unterzuckerungen schließt.
Weiterhin bringt z.B. Eine Erkältung sowieso eine Veränderung der Wahrnehmung mit sich.
Also: ich kann meinen Zuckerwert nicht aus der Pistole schießen, oft habe ich aus den benannten Gründen jedoch ein relativ passendes Gefühl.
Wenn Du zwischen 30 und 600 quasi keinen Unterschied bemerkst überleg doch mal nach dem Messen was evtl. Gerade anders war/ sich anders angefühlt hat wie bei entsprechend anderen Werten. Vielleicht kannst Du etwas herausfinden.
Das Libre ist genial und ich finde es auch absolut gut wenn diese Dinge entwickelt werden. Meine Lebensqualität ist durch dieses Gerät und auch durch Insulinanaloga gegenüber meinem Start in 2006 enorm gestiegen. Das Libre braucht aber meine ich noch etwas mehr an Sicherheit was die Toleranzgrenzen betrifft. Die Zukunft wird es bringen!
Gyuri:
--- Zitat von: Hinerk am Juli 06, 2017, 13:14 ---(…)
Werden Deine erstellten Diagramme nicht auch auf der Basis von Messwerten erstellt.
(…)
--- Ende Zitat ---
Aber sicher!
Man beachte aber den Plural :dozent:
Alle Einzelmessungen haben den gemeinsamen Nachteil, dass man anhand eines einzelnen Messergebnisses unmöglich abschätzen kann, in welcher Richtung und in welchem Umfang eine Abweichung vor liegt. Bei einem Diagramm, dass aus gemittelten (!) Messwerten im 15 Minutentakt besteht, sind mögliche "Messfehler" weitestgehend ausgefiltert. Man kann das beim Libre bereits erkennen, wenn die gescannten Messwerte (kleine Kreise) nicht auf den Diagrammkurfen liegen. Noch genauer sieht man das in der exportierten Datei wo so ein Scan manchmal überhaupt nicht zum allgemeinen Glukoseverlauf passt. Ich vermute auch, der Trendpfeil ist genau darum auch so wenig zuverlässig. Das wiederum stört mich noch viel weniger, weil ich die Pfeile überhaupt nie beachte.
Um die ±15% mit einer Sicherheit von 95% nochmal zu veranschaulichen:
Bei diesen Libre-Diagrammen spielen diese möglichen Streuungen überhaupt keine Rolle mehr, weil hier nicht mit Messfehlern spekuliert wird, wie sie bei Einzelmessungen zwangsläufig entstehen.
Hier werden Streuungen in Dunkel- bzw Hellgrau gezeigt, wie sie tatsächlich über einen bestimmten Zeitraum aufgetreten sind.
Ob man so ein Diagramm mit Mittelwerten und Standardabweichungen zeichnet, oder wie beim Libre mit dem Median undPerzentil dürfte nur für Mathematiker von Bedeutung sein … wenn überhaupt.
Am Libre ist nicht das neue und verbesserte Prinzip, genau so weiter zu messen wie man das mit Blutzuckermessgeräten über Jahrzehnte tat (obwohl das für Unverbesserliche immer noch möglich wäre) sondern dass man einen Tagesprofil nicht nur von einem einzelnen Tag betrachtet. Sobald man dies verinnerlicht und nicht ständig irgend welche Äpfel mit Birnen vergleicht wird man vielleicht den Sinn erkennen, aus vergangenen Verläufen Rückschlüsse auf zukünftige Ereignisse zu übertragen.
So lange aber verstaubte Schulungsinhalte nicht aus den Köpfen verschwinden, werden wir in Diabetikerforen immer wieder von solchen Qualitätszweifeln lesen.
Was ist denn nun los mit einem einzelnen 40er Messwert? Wie sehen da die "historischen Glukosewerte" in diesem fraglichen Zeitraum ( ± 30 Minuten) aus?
Ich traue mich schon fast wetten, dass kurz vorher UND kurz nachher die Welt in Ordnung war und sich der 40er somit als unbedeutender Ausreißer entpuppt. Für diese Erkenntnis brauche ich aber keine Gegenmessung mit einem völlig anderen System ohne der Möglichkeit einer schlüssigen Aussage, sondern nur die Ausnutzung aller im Libre zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.
Alf:
--- Zitat von: Gyuri am Juli 06, 2017, 23:01 ---Ob man so ein Diagramm mit Mittelwerten und Standardabweichungen zeichnet, oder wie beim Libre mit dem Median undPerzentil dürfte nur für Mathematiker von Bedeutung sein … wenn überhaupt.
--- Ende Zitat ---
...und manchmal für (Patent-)anwälte... ;D
--- Zitat von: Gyuri am Juli 06, 2017, 23:01 ---Was ist denn nun los mit einem einzelnen 40er Messwert? Wie sehen da die "historischen Glukosewerte" in diesem fraglichen Zeitraum ( ± 30 Minuten) aus?
--- Ende Zitat ---
Nein. Wenn ein Sensor aus dem Ruder läuft, tut er das rel. stetig. Da wirst Du schon deshalb keine Ausreisser mehr in den Kurven/Werten erkennen können, weil da Algorithmen drüberlaufen, die diese Kurve entsprechend glätten (eben um genau die tatsächlich zusätzlich noch auftretenden Ausreisser NICHT zu zeigen).
Wenn man bedenkt, dass so ein Sensor auf einen sehr soliden Flüssigkeitshaushalt angewiesen ist und auch sehr druckempfindlich reagiert oder Vitamin C- und Schmerzmittel-Einflüsse bekannt sind, sollte man auch bei konstant falschen Anzeigen solche Dinge hinterfragen: Wenn ich beim Sport nicht ausreichend Flüssigkeit zuführe oder die ganze Nacht auf dem Sensor geschlafen habe oder mich mit Vitaminpräparaten oder Paracetamol eindecke, kann das auch zur Fehlfunktion führen und ich denke solche Einflüsse sind bei der Messung in der Gewebsflüssigkeit einfach zahlreicher als in Kapillarblut...
D.h. nicht, dass es nicht auch Montagssensoren gibt, hatte ich auch schon...
Andi:
Ich darf hier mal auszugsweise den 'Waschzettel' zitieren ...
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* Schwere Dehydratation und exzessiver Flüssigkeitsverlust können zu ungenauen Ergebnissen führen. Wenn Sie glauben, an einer Dehydratation zu leiden, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihr medizinisches Fachpersonal.
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* Störende Substanzen: Wird Ascorbinsäure eingenommen, während der Sensor am Körper getragen wird, kann dies verfälschend zu höheren Sensor-Glukosewerten führen. Die Einnahme von Salicylsäure kann Ihre Sensor-Glukosewerte geringfügig senken. Der Grad der Ungenauigkeit ist abhängig von der im Körper aktiven Menge der störenden Substanz.
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* In Phasen mit rasch schwankendem Glukosespiegel kann es sein, dass ein Glukosespiegel, der mithilfe des Sensors in der interstitiellen Flüssigkeit gemessen wurde und als aktuell berichtet wird, den tatsächlichen Blutzuckerspiegel nicht exakt wiedergibt. Bei rasch fallendem Glukosespiegel können die vom Sensor gemessenen Glukose-Messwerte höher liegen als die Blutzuckerwerte. Umgekehrt können bei rasch steigendem Glukosespiegel die vom Sensor gemessenen Glukose-Messwerte niedriger liegen als die Blutzuckerwerte.
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Und das mit dem drauf schlafen kann ich bestätigen, da sind die Werte stets 'SUPER' ::)
Momentan nutze ich den Sensor #20 ...
Davon sind drei nach wenigen Tagen ausgefallen und zeigtn keinen vernünftigen Wert mehr an. Diese wurden problemlos ersetzt.
Meine persönliche Beobachtung noch, wie das üblicherweise be mir abläuft ...
Je genauer ich mich im Zielbereich bewege, umso genauer stimmt der Scanwert mit einer blutigen Messung überein.
Tendentiell wurde bisher eher ein zu niedriger Wert (10-20mg/dl) gescannt.
Je niedriger der BZ um so mehr weicht der Sensor nach unten ab ...
Je höher ein BZ, umso mehr wird mir der Scanner 'übertreiben'.
Das ist bei mir so, kann bei anderen Nutzern aber auch anders ausfallen.
Im Großen und Ganzen jedoch bin ich sehr zufrieden und empfinde einen sehr hohen Komfort bei meiner Therapie.
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