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Libre zeigt extrem falsche Werte an

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Gyuri:
 :respekt: Danke für die Information.  :super:

--- Zitat von: Floh am August 01, 2017, 08:56 ---(…)
@Gyuri: Bei xDrip und Dexcom ist der Trendpfeil einfach die Differenz der letzten beiden Werte: bei > +-10mg/dl gibt es einen Doppelpfeil, bei >5mg/dl einen einfachen Pfeil, bei >2 mg/dl (oder 3 ... kann man setzen) einen schrägen Pfeil. Alles kleiner als 2 mg/dl wird als waagrecht angezeigt.

Ich halte den Pfeil manchmal durchaus für wichtig, weil der äußerste rechte Datenpunkt eben auf der senkrechten Uhrzeitlinie liegt und manchmal vergleichsweise schlecht lesbar ist.(…)

--- Ende Zitat ---
Ich weiß ja nicht was genau im Libre die Pfeilrichtng beeinflusst.
Eine Klassifizierung nur nach Veränderungen (dazu innerhalb der möglichen Streubreite/Messunsicherheit) halte ich nicht für aussagekräftig.
Die "Steilheit" des Kurvenverlaufs erscheint mir da besonders wichtig.  :dozent: Und wie macht man so etwas? Indem man die Veränderung pro Zeiteinheit errechnet.

Eine Verringerung des Glukosespiegel von 10mg/dl über 5 Stunden ist praktisch … garnix
Eine Verringerung des Glukosespiegel von 10mg/dl über 5 Minuten ist beachtenswert, aber nicht zwingend tragisch, wenn es nach weiteren 5 Minuten  wieder zurück oder noch höher geht.

Einzelne Messungen (egal womit gemessen!) haben immer den großen Nachteil, dass da zufällige Abweichungen mitspielen können, die eine Beurteilung unsicher gestalten.

Ob jetzt der letzte Messwert in einem Diagramm an der äußersten rechten Seite gezeichnet wird ist belanglos, wenn ich den Zahlenwert extra angezeigt bekomme. Im diagramm geht es nur darum, welches Ausmaß an Veränderung zu erwarten ist und nicht was punktgenau gemessen wurde.

Dies alles schreibe ich aber ohne Kenntnis anderer Messgeräte, als die von uns bekanten BZ-Geräte und eben des Libre.  :verlegen3:

Floh:
Seite 30 des Nutzerhandbuchs des Libre, Gyuri :)

Weniger 1 mg/dl/Minute ist waagrecht, zwischen 1 und 2mg/dl/Minute ist schräg, alles darüber wäre senkrechter Pfeil (sagt mein Internet, weil ich grad keine Anleitung da habe). Vorsicht.. Abbott gibt in "pro Minute" an, ich hab vorhin alles auf "zwischen 2 Messpunkten - also alle 5 Minuten" bezogen.

Was mich gerade etwas wundert ist die Skepsis gegenüber den Einzelanzeigewerten bei funktionierendem Sensor. Wenn du wirklich einen Sensor hättest, der innerhalb von 10 Minuten um 20mg/dl rauf und runter springt, dann sollte das einen Softwarefehler anzeigen - Rauschen zu hoch. Physiologisch wird das echt schwer ... bei dem oben angezeigten Doppelpfeil nach unten ist mein BZ um ca. 30mg/dl/5 Minuten gefallen. Wenn ich da sofort anhalte und Traubenzucker einwerfe fange ich den BZ nicht bei 70mg/dl wieder ein ... so schnell kommt bei mir nix im Blut an. Ein Glück, dass allerlei Hormone schneller sind.

Die Einzelmesspunkte (welche ja aus gemittelten 5 Messpunkten bestehen, mit verworfenen Ausreißern) müssen eigentlich eine stetige Linie ergeben. So was gibt es bei Dexcom, wenn das Lebensdauerende des Sensors erreicht wird - und es ist das beste Kriterium um den Sensor dann abzunehmen. Diese fehlende Stetigkeit war ja auch in einem der Anfangsposts ein Teil des Problems :)

Gyuri:

--- Zitat von: Floh am August 01, 2017, 16:10 ---(…)
Was mich gerade etwas wundert ist die Skepsis gegenüber den Einzelanzeigewerten bei funktionierendem Sensor. (…)

--- Ende Zitat ---
Irgendwo im Internet  :zwinker: habe ich einmal diese selbst gefertigte Grafik gezeigt…



… um es sichtbar zu machen, wie sich Scan-Werte und historische Aufzeichnungen unterscheiden können.
Die x-Achse ist hier leider stark "gestaucht", weil ich damit etwas anderes zeigen wollte. Es ging mir damals darum, dass zwischen den gescannten Werten (wie auch bei blutigen Messungen) einiges geschehen kann, was man gar nicht mitbekommt und das Libre mit den historischen Werten doch einiges an interessanter, ja sogar relevanter Information liefert.

Schaut man sich den exportierten Zahlenfriedhof getrennt nach Art der Messungen an, sieht man doch starke Zuckungen bei beiden Werten. Da es sich aber bei den historischen Werten um Durchschnittswerte über jeweils 15 Minuten handelt, dürften diese Zuckungen stärker gefiltert sein … und bei so einem Scan wird gar nichts gefiltert … glaube ich, weil verlässlich wissen kann ich das natürlich nicht.  :rotwerd:

Wird also einem Scan ein Vektor/Pfeil zugeordnet sollte die Pfeilspitze beim Scan liegen und der Startpunkt … irgendwo davor. Den letzten Scan zu wählen? Das wird nicht funktionieren wenn da eine zu große Pause dazwischen ist. Die "Kurve" der historischen Werte ist aber nicht deckungsgleich mit dem letzten Scan (wie ich schon öfter gezeigt habe). Ergo wird die Pfeilrichtung manchmal…oft…immer nur unzulänglich bestimmt.

Könnt ihr so den Grund meiner Skepsis nachvollziehen? Ich will nicht extra noch ein Diagramm basteln, nur um das besser zeigen zu können und hatte darum nur relevante Ausschnitte vom Zahlenfriedhof  gezeigt wo ein einzelner Scan gewaltig von den historischen Werten abweichen kann.

Hobbit:
In der Anleitung müsste es exakt für den/die/das Libre stehen, aber generell sagt mir mein Menschenverstand:
1) Wenn der vorhergegangene Wert zeitlich zu weit zurückliegt, wird es keinen Trendpfeil geben.
2) Wenn der gemessene Wert unplausibel ("verrauscht") ist, wird es keinen verarbeitbaren Wert geben. Folglich fällt dieser Wert nicht in die Trendpfeil-"Erstellung". Passiert das über einen längeren zusammenhängenden Zeitraum, gilt 1) :) Oder der Trendpfeil ist als "verrauscht" (=mit Vorsicht zu genießen) gekennzeichnet
3) In deinem geposteten Verlauf zähle ich ab dem vertikalen Pfeil bis zum nächsten Datum etwa 17 - wie heißen die Dinger? - "lokale Maxima/Minima"? Also Punkte, bei denen sich die Richtung deutlich ändert. Also etwa alle drei Stunden eine deutliche Änderung. Das ist kein sonderlich schönes Muster, aber allzu hektisch finde ich das auch wieder nicht.
Als Beispiel: Du hast vor dem Essen einen hohen Wert, evtl mit Trend nach oben (Pfeilrichtungs"änderung" #1). Also vergrößerst du den SEA, gibst einen Bolus und wartest. der Bz sinkt (Änderung #2). Dann isst du reichhaltig und trinkst vielleicht auch einen Saft. Der BZ springt kurz nach oben (#3). In der Folgezeit schlägt das Insulin aber wieder durch und der BZ sinkt langsam wieder ab (#4). Da das Insulin sehr früh gespritzt wurde, verfliegt die Wirkung früher, der BZ steigt wieder (#5).
Ist vielleicht ein bisschen arg konstruiert, aber nicht völlig undenkbar und in einen Zeitabschnitt von 4h sicherlich unterzubringen.

Gyuri:
So KÖNNTE man die Syntax zur Pfeilerstellung konstruieren. Vielleicht wird das sogar so ähnlich gemacht. Allerdings gibt es immer einen Pfeil (jedenfalls bei uns) und fast immer ist der Pfeil unlogisch. Ich führe aber darüber keine Statistik, weil ich die Pfeile gar nicht beachte.

Ich wiederhole mich jetzt. Es gibt Situationen, die sind so logisch, dass ich dafür keine Ampel benötige die Lage richtig einschätzen zu können.
Selbst habe ich kein Libre. Aber bei meinem BZ-Messgerät gibt es auch so eine total überflüssige Ampel:


Wenn ich meinen Zielbereich auf 70 - 150 mg/dl einstelle … oder auch eingestellt bekomme, sollte ich doch immer noch so klar im Kopf sein zu wissen dass 68 weniger als 70 ist und 182 mehr als 150 - oder?
Mit so einem Schmarren setzt sich der Programmierer dieser Ampel ein Denkmahl.  :patsch:
Und ähnlich läuft es mit dem Pfeil im Libre. Aber bitte, wem es Spaß macht, der kann sich ja gern an den Zufallspfeilen orientieren.  :balla:

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