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Missempfindungen am Fuß
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otto2111:
Hallo, mich plagt zur Zeit folgendes Problem. Ich habe am linkem Fuß nach einiger Zeit das Gefühl als ob die Socke starke Falten gebildet hat. Langes gehen und stehen ist damit echt unangenehm. Etwas Entlastung bringt das anziehen der Zehen und laufen auf dem Außenspan was dann wieder zur Krämpfen im Fuß führt und die Gangsicherheit mindert. Die Hüfte macht sich dadurch dann auch bemerkbar.
Da ich einen Beruf habe, in dem ich bis auf die Pausen, nur stehe bin ich zum Arzt gegangen und seit über 2 Monaten krank geschrieben.
Die Hausärztin stellte Spreizfüße fest und verordnete mir Einlagen. Diese brachten keinen Erfolg.
Beim EMG wurde nichts festgestellt. Mein Orthopäde überwies mich zum MRT; bis auf einen leichten Bandscheibenvorfall der nicht auf die Nerven drückt ist auch alles ok.
Jetzt bekomme ich noch ein paar Behandlungen im 2 Zellenbad.

Der Orthopäde schlug mir beim letzten Termin vor, dass ich demnächst nach dem Hamburger Modell wieder arbeiten soll. Ich denke das wird mir nichts bringen ohne eine ordentliche Ursachenforschung was mit dem Fuß los ist und entsprechender Behandlung.
Fakt ist, ich kann max. 1 Stunde auf den Füßen sein und brauche dann eine Pause. Da sich mein Fuß dadurch aber nicht vollständig erholt hat wird die nächste Pause nach ca. 45 fällig sein. Ein 8 Stundentag ist für mich derzeit unvorstellbar.

Hat jemand ähnliche Beschwerden gehabt und wie wurden die erfolgreich behandelt?
Kann ich das Hamburger Modell ablehnen wenn ich aus meiner Sicht keinen Erfolg sehe?
Handelt der Arzt fahrlässig wenn er mich gesund schreibt bzw. arbeiten lässt? Immerhin brauche ich beim Arbeiten einen sicher Stand, da ich Lasten um die 30kg regelmäßig trage oder mit einem schönen scharfen Cuttermesser arbeite.
Mir kam auch schon der Gedanke mich bei der Krankenkasse zu melden damit die mich zum MDK schicken und ein Leistungsbild von mir erstellen. Ich bin mir nur nicht sicher ob das eine gute Ideee ist oder ein Eigentor werden kann.

Ich würde mich über ein paar Ideen und Anregungen freuen.

Gruß
otto
Joerg Moeller:
Missempfindungen (=Parästhesien) an den Extremitäten lassen beim Diabetiker natürlich als ersten an Polyneuropathie denken. Wenn du schon ein EMG hattest warst du sicher auch beim Neurologen, der es dann ja auch diagnostiziert hätte.

Zu diesem Hamburger Modell kann ich nichts sagen, aber was genau arbeitest du denn? Bzw. stehst du nur an einer Stelle oder läufst du?
Wenn es nur eine Stelle ist, dann wäre vielleicht so ein Standhocker eine Idee, um den Fuß zu entlasten: http://www.buerostuehle-4u.de/out/pictures/generated/product/3/380_740_80/a0371_lowres.jpg

Möglicherweise sind auch die Schuhe das Problem. Das könntest du mal bei einem othopädischem Schuhmacher untersuchen lassen.

Viele Grüße,
Jörg
otto2111:
Hallo Jörg, danke für eine Antwort. Ich habe mir heute vom Hausarzt nochmal ein EMG verordnen lassen. Das erste war ein Oberflächen EMG mit den aufgeklebten Elektroden. Nachdem ich dem Arzt gesagt habe wie der Neurologe hieß hat er mir die 2. Überweisung anstandslos ausgestellt. Der Termin ist leider erst Ende November.

Ich arbeite in einer Versandabteilung, das heißt ständig zwischen Warenlager, Packtisch und einem anderen Lager laufen. Sitzen ist leider nicht möglich.

An den Orthopädieschuhmacher habe ich auch schon gedacht aber die Kosten haben mich bis jetzt davon abgehalten. Wenn mein Problem damit gelöst werden kann heißt es ja alle meine Schuhe zu entsorgen und dann nur orthopädische Schuhe zu tragen.
Ich habe aber im Sommer gemerkt, dass Sandalen oder diese Gartenclogs so gut wie keine Probleme machen. Wahrscheinlich weil die Dinger relativ locker sitzen und wenn das Bein beim Schritt angehoben ist, für einen kurzen Moment keinen Kontakt zur Sohle hat. Am besten war natürlich barfuß laufen.

Mir wäre es lieber erst mal eine ordentliche Diagnose zu bekommen. Diese ganzen Behandlungsversuche nerven mich z.Z. echt.

viele Grüße
otto
Joerg Moeller:
Klar, wenn das Kind einen Namen hat fühlt man sich besser. Da wird dir sicher der Neurologe weiterhelfen können.

Wenn du es in Sachen Schuhe erstmal kostengünstiger ausprobieren willst, dann schau doch mal hier rein: http://www.vamos-schuhe.de/damenschuhe-orthopaedische-schuhe/
(Und lass dich nicht von "Damenschuhe" irritieren, die sind auch genauso gut von Herren tragbar)

Das Gute an diesen Schuhen ist, dass einige Modell weich ausgefüttert sind und man sie über den Klettverschluss dem Fuß anpassen kann. Hat mir mal geholfen, als ich mich wegen meines Lymphödems kaum noch in meine normalen Schuhe reinquetschen konnte. Vom Tragegefühl war das dann schon wirklich eher wie "Socke mit fester Sohle".

Die Sache mit dem Orthopädieschumacher heißt ja nicht unbedingt, dass man sündhaft teure orthopädische Schuhe tragen muss (bei denen sich u.U. aber auch die Krankenkasse beteiligen würde). Aber die haben heutzutage manchmal sehr moderne Geräte um Füße zu vermessen, bzw. deinen Laufstil zu analysieren. Und mit den Messwerten kann er sich dann deine aktuellen Schuhe ansehen, ob da vielleicht das Problem liegt und dir Alternativen empfehlen.

Viele Grüße,
Jörg
otto2111:
Die Idee mit der Laufstilanalyse finde ich gut und werde ich bald mal machen lassen. Wenn sich dann zeigt, dass ich eine orthopädische Maßanfertigung benötige wird es wahrscheinlich doch etwas teurer und kompliziert. Für die Arbeit benötige ich Arbeitsschutzschuhe Klasse S3. Die normalen Schuhe zahlt die Firma, bei der Spezialanfertigung sehe ich da schwarz. Dazu kommt dann, dass die Schuhe in der Regel 1 Jahr halten; könnte natürlich bei handwerklich gefertigten Modellen auch länger sein.
Also warte ich jetzt mal diese Analyse ab und dann wird weiter entschieden.

Vielen dank und liebe Grüße
otto
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