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| Gyuri:
Also der Test erinnert mich an so Psychotests wie "Sind Sie ein Frauentyp?" oder "Können Sie mit Geld umgehen?" oder "Ernähren Sie sich gesund?" oder so. Benotet werde aber zum Glück nicht ich sondern die Schulungseinrichtung. Dabei ist halt blöde, dass meine letzte Schulung schon über 10 Jahre her ist. Nicht dass ich nicht mehr eingeladen würde … :rotwerd: … ich lehne es ab zu erscheinen und habe mich da entsprechend bei meinem Diabetologen gerechtfertigt. Ach ja für meine Schulung gab es ein "Befriedigend". Schulungen davor hätten aber sicherlich schlechter abgeschnitten. Ob so eine Schulung gut ist oder nicht, hängt meiner Meinung nur davon ab, ob ich selbst was dabei dazu gelernt habe oder ob ich mich doch lieber an dem orientiere, was ich mir selbst irgendwie beigebracht habe. Ich bin bei Schulungen aller Art (also nicht nur bei Diabetesschulungen) ein sehr aufmerksamer, aktiver und vor allem kritischer Teilnehmer wenn geschwafelt wird. Das Personal ist meist angewiesen, nach Schema F zu unterrichten was sich die "Fachwelt" mal wieder so ausgedacht hat. Nur so lassen sich Widersprüche erklären, die ich in meinen verschiedenen Schulungen mitbekommen habe. Nur der verantwortliche Arzt der letzten Schulung war wirklich sehr gut. Vor Jahren wollte ich mich selbstständig machen, was mir nicht so richtig gelang und in eine Arbeitslosigkeit geriet. Eine Möglichkeit die ich beim Arbeitsamt in Erwägung zog, wäre eine Umschulung zum Diabetesberater gewesen. (ernsthaft) Haupsächlich wegen der beruflichen Perspektive entschloss ich mich dann um, bin heute aber froh mich nicht gebunden zu haben. Man stelle sich vor, ich müsste dann erzählen, was mir vorgeschrieben wird und nicht woran ich glaube… und das für viel weniger Geld als gewohnt. :gruebeln: Ich gehe zu keiner Diabetes-Schulung mehr. Hier im Forum und beim vierteljährlichen Besuch meines Diabetologen erhalte ich viel mehr Informationen von denen ich auch selbst entscheiden kann, was ich glaube und was nicht. :zwinker: |
| Floh:
*muss grinsen* Mit Gyuri werd ich einfach nicht froh :) Wir unterscheiden uns schon dramatisch in manchen Ansichten. Ich finde ja eher, jeder Diabetiker sollte alle 3 Jahre eine Schulung angeboten bekommen (dafür wäre dieses Disease Management Programm eine gute Einrichtung), weil man manches verdrängt und schleifen lässt. Annehmen muss man es ja nicht. Das Forum als Informationsquelle halte ich eben nur für ausgesprochen bedingt einsetzbar - bei so allgemeinen Fragen wie der hier recht gut, bei "was gefällt euch an Pumpe/BZ-Meßgerät so-und-so" hervorragend aber bei allen medizinisch wichtigen Hinweisen völlig nutzlos. Ist ja auch nicht so, dass ich jemanden verklagen könnte, wenn er/sie/Yakhirte mir was falsches erzählt. Tarabas: Ich zitier hier mal rein: --- Zitat ---Fett/Eiweiß mit Wirkung auf den BZ - also das mit FPE und so? --- Ende Zitat --- Dein Profil sagt Typ 2. Ich halte das einen Bestandteil von ausgesprochen untergeordneter Bedeutung. Ich wusste 25 Jahre lang nichts über FPE, weil das in der CT und ICT kaum aufgefallen ist. Das wurde für mich erst mit Pumpentherapie bedeutsam. Dazu kommt, dass du ja eine Eigenproduktion hast (also, wenn Typ2 stimmt und noch nicht zu lange existiert), die solche relativ kleinen Anstiege plattbügelt. Möglicherweise richtigerweise weggelassen. --- Zitat ---Dawn-/Dusk-Insulinbedarf --- Ende Zitat --- So weit ich weiß ist das Altersabhängig und von der typischen Wachstumshormonausschüttung vor allem bei Teenagern beeinflusst. Nun hab ich ja keine Ahnung - aber ich würde bei Typ2 auch als erstes auf "kein Teenager mehr" tippen - auch dann wäre das für dich nicht unbedingt wichtig. --- Zitat ---Aufstehinsulin --- Ende Zitat --- Bei mir ist dieser Teil so klein, dass ich ihn ignoriere. Ich weiß von Diabetikern die sich da täglich 0,5 bis 1,5 I.E. spritzen um nicht in eine massive Entgleisung nach dem Aufstehen zu laufen. Den Teil finde ich durchaus für alle wichtig - aber auch hier könnte bei Typ2 einfach die Eigenproduktion retten. --- Zitat ---Hormone und andere Gemeinheiten, die den Blutzucker beeinflussen --- Ende Zitat --- Das wiederum finde ich komisch. Ich halte das für ein Grundsätzlich wichtiges Thema. Glukagon und Cortison sind ja nur zwei der Kandidaten, die einem den Tag versauen können. Gerade die tausend Gründe, die den Blutzucker beeinflussen können sollten doch mal in einer Schulung zusammengetragen werden, finde ich. --- Zitat ---Wirkmechanismus Insulin als Einleitung zum Sport, Sport und Absinken/Ansteigen, kurzer Exkurs zu Adrenalin bei Wettkämpfen --- Ende Zitat --- Ich finde einen Satz halt wichtig: "Ich kann den Blutzuckerspiegel senken in dem ich Sport treibe (also mich bewege im allgemeinen) und den Zucker so verbrauche - oder ich kann ihn mit Insulin senken. Irgendwo geht die Energie dann trotzdem hin. Normalerweise in die Speicher." Ich strebe schon ein einigermaßen gleichmäßiges Gewicht an - und das hat mir geholfen. Hier finde ich _gerade_ für Typ2 wäre das Verständnis der Mechanismen wichtig gewesen. Blöd, dass das bei dir gefehlt hat. --- Zitat ---Injektionstechnik - nur "Stellen wechseln" --- Ende Zitat --- Naja, bevor das überbewertet wird: im 45° Winkel einstechen, Nadel drin lassen bis Insulin reingesifft. Viel mehr war das bei uns auch nicht. Wir hatten aber einen kleinen Exkurs zu "warum das wichtig ist", an dem ich immer anschaulich meine verhärteten Fettbatzen präsentieren kann. Schreckt vielleicht das Jungvolk auf :) --- Zitat ---Hypo- und Hyper-Symptome (fast nicht) --- Ende Zitat --- Komisch. Halte ich für wichtig. Je mehr ich die Symptome verliere, desto wichtiger. Da gibt es aber (zumindest für Hypo) natürlich eine Extraschulung. --- Zitat ---Bekämpfung - nur Zucker, Cola, ... keine Erwähnung von Jubin und Konsorten, nix über Glucagen-Spritzen (obwohl etliche im Regal liegen) --- Ende Zitat --- Das wär mir egal. Ich bin kein Fan der extra-teuren Varianten. Jubin hat (bei mir) seine Berechtigung beim Tauchen, ist aber ansonsten überflüssig. Glukagon ist für den Diabetiker auch von untergeordneter Bedeutung (finde ich - ich kenne auch da Fälle, in denen es anders war) - das gehört in die Angehörigenschulung. Wenn ich noch spritzen könnte, dann kann ich auch Essen. |
| Klimbim2012:
Ich habe ja nach Feststellung meiner Diab. erst die 4-6 Gespräche in der Praxis meines Vertrauens / Diabetologen bei einer Diabetesberaterin gehabt, - ganz kurz entschlossen, als Notfall, gleich mit Geschenk oder Päckchen mit Messgerät, Teststreifen und Insulinpen. Ich fand es recht überraschend und abenteuerlich, - hatte aber eine zu dem Zeitpunkt und von meinem Gefühl her, eine sehr gute Beraterin ..... wo sofort Vertrauen war, und der Funken übergesprungen ist, - was ich mir so bei manchem Arzt wünschen würde -, die Zeit da war. Ich habe Anfangs viel gelernt, Fragen gestellt die mir Beantwortet wurden ... - doch irgendwann, wollte ich mehr wissen, - und ich hatte wieder Glück, das ich eine 10 tägige stationäre Schulung ( lt. Beraterin, der Ferrari unter den Schulungen ) bekommen habe, - habe auch fast 1 Jahr drauf gewartet! Und im nachherein, war es der Ferrari! Mal Stichwortartig ..... 2. Bett-Zimmer, ich hatte sehr netten Bettgenossen, - ersten 2od. 3 Tage nach eigener Therapie arbeiten, - mit viel aufschreiben und Kontrollen durch Fachpersonen, - täglich 6-8 Std. Unterricht: Blutdruckmessen, Bz-Messen, KE-Rechnen, Korekturrübungen, Ernährung, Folgeschäden, Insuline und Wirkung, Tabletten, Therapieformen, Fehler beim Spritzen, Dosierung, Unterzuckerung / überzuckerung, Was ist Zucker, Ersatzstoffe, Vorsorgeuntersuchungen ....... ( wenn mir mehr einfällt, ergänze ich ) Untersuchungen: Anfangsgespräch mit vielen vielen Fragen zur Gesundheit, Krankheiten etc...., Blutdruck ( regelmäßig ), Blutproben mind. 3, im Einzelfall öfter, EKG, Ultraschall BS, Psychologische Gespräche .... Die BZ Messgeräte wurden 3 Tag mit Laborgerät verglichen, genauso eigene Blutdruckgeräte ... Leider nur 1 mal Sport im eigens KH-Fitnissraum Essen kam aus der KH-Küche, musste aber in eigens Gruppenraum serviert werden, und BE/KE am Musterteller zusammen gestellt werden, und errechte werden, genauso Frühstück und Abendbrot, - entsprechen auch Tisch gedeckt und abgeräumt werden, Abwasch etc... nur der Essenskontainer wurde gebracht und abgeholt ... 1 mal gemeinsames Essen gehen mit Essensberechnung jedes Gerichtes mit endlos erscheinender Diskussion ... Gleich in den ersten Tagen konnte sich jeder Teilnehmer ein BZ-Messgerät aussuchen, ich entschied mich für den USB-Stick von Bayer .... und vieles mehr! Die Ärzte und Helferinnen waren immer ansprechbar, es wurde versucht für jeden einzelnen den BZ einzustellen etc.... 3 mal tgl. BZ Kontrolle mit Gespräch ..... nachts um 3 Uhr BZ Kontrolle, die ich meist verschlafen habe, - bis darauf, wenn ich gewecht wurde, weil der BZ - Messer, besorgt meinte ich sei im BZ zu niedrig und sollte billig schlecht schmeckenden Apfelsaft trinken .... Leider im Arbeitsmaterial, was man mit nach Hause nehmen durft, sehr wenig ..... Aber in meinen Augen eine sehr gute Schulung, - sehr interessante Theme, - und es liegt an jedem selber was man draus macht! Leider war es mir als Kassenpatient nicht gegönnt vom Prof. behandelt zu werden, - wo wie ein Privatpatient..... der aber dort mehr beim Prof. war als in der Schulung, - was ich als üblen Nebengeschmack mitgenommen habe ..... Aber der Prof. es sich hat nicht nehmen lassen, seine Herren-Runde zu halten, wenn er diese auch 2 mal verschieben musste, - dann aber doch ein sehr aufschlussreichen Herrenabend hatten, - in der Schule hieß das Sexualkunde :kreisch: :patsch: . Doch es war eine sehr gute Schulung, die Erwachsen und Seniorengerecht gemacht wurde! |
| Gyuri:
--- Zitat von: Floh am September 22, 2015, 19:23 ---(…) Wir unterscheiden uns schon dramatisch in manchen Ansichten. --- Ende Zitat --- ;D Wir unterscheiden uns vor allem darin, das wir verschiedene Krankheiten haben, die man nicht gleich therapieren sollte. --- Zitat ---Ich finde ja eher, jeder Diabetiker sollte alle 3 Jahre eine Schulung angeboten bekommen (dafür wäre dieses Disease Management Programm eine gute Einrichtung), weil man manches verdrängt und schleifen lässt. (…) --- Ende Zitat --- Angeboten wurden mir schon mehrere Schulungen, ich nehme nur keinen Gebrauch. Allerdings bin ich auch nicht der Typ, der etwas schleifen lässt, wenn man nicht angetrieben wird. Wenn ich an einer Sache dran bin, bleibe ich dran bis ich davon überzeugt bin, dass ich fertig bin - mit Diabetes bin ich nie fertig. Aber "Just for fun" setze ich mich in keine Schulung rein. Und für wichtige medizinische Fragen die sich nicht im Forum klären lassen habe ich einen vertrauenswürdigen Hausarzt UND einen kompetenten Diabetologen. --- Zitat ---(…) Ist ja auch nicht so, dass ich jemanden verklagen könnte, wenn er/sie/Yakhirte mir was falsches erzählt. (…) --- Ende Zitat --- Ich bin zuerst mal meines eigenen Glückes Schmied und für mich selbst verantwortlich. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass die Chancen sehr hoch sind, einen Arzt oder das Schulungspersonal zu verklagen, wenn sie mir Quatsch erzählen und ich blind gehorche. Durch den Bericht von Klimbim fiel mir wieder meine allererste "Schulung" nur für mich ein. Zuvor war ich mal bei einer Schulung für meine Frau dabei. Damals war ich noch kein Diabetiker. Wie war das? Ich forderte von meinem Hausarzt Insulin, er wollte aber nicht so recht. Aufgrund meiner Argumente willigte er dann doch ein, aber nicht ohne Schulung. Damit ich aber mit meinem Insulin nicht so lange warten musste, bis es irgendwo eine Schulung gab, schickte er mir einfach den Herrn Sch… bei mir zuhause vorbei. Herr Sch… war Vertreter von … ich glaube Aventis??? Er kannte sich schon aus, was Insulin angeht und konnte mir einen Crash-Kurs geben. Er gab mir auch gleich einen Penn und eine Ampulle ('Insuman 25/75' oder so ähnlich) zum Zusammensetzen, aber keinen Spritzplan. Den müsse ich mir vom Arzt geben lassen. Am nächsten Tag also zum Arzt und gefragt: "Wie viel soll ich denn spritzen?" Er wusste, dass ich vorher schon sehr aufmerksam meinen BZ beobachtete und protokollierte. "Na ja, wir fangen mal ganz vorsichtig an mit 4-0-2 Einheiten. Sie sehen dann ja was das bewirkt und können dann vorsichtig erhöhen. Sie werden mir dann schon berichten?" Herr Sch… hatte mir damals nebenbei erzählt, dass er anschließend zu einem Diabetiker geht, der eine ganz andere Strategie verfolgen will. (heute weiß ich, dass es eine ICT mit Bolus/Basal war) Irgendwann kam ich drauf, dass ich bei meinem Drang, optimal zu spritzen mit Mischinsulin nicht so gut zurecht komme. Da war ich aber schon in einem Diabetikerforum SEHR aktiv und wusste auch einiges über diese Strategie. Genau genommen baut mein ganzes Diabeteswissen auf die Kurzeinweisung des Herrn Sch… auf. Alles hat sich geändert. Was er mir in einer Stunde erzählte, hat aber heute noch Gültigkeit. Ausnahme sind die Längen der Nadeln, da bleibe ich aber stur bei meiner bewährten Länge von 8mm. |
| Kladie:
Hallo Gyuri,, wenn Floh deine Ansichten nicht so richtig nachvollziehen kann, dann liegt das nicht nur an den unterschiedlichen Krankheiten. Die Antworten zu den Fragen von Tarabas zeigen mir, dass der Unterschied Typ1 vs Typ2 ganz gut verinnerlicht ist. Sicher ist es auch manchmal eine Typ1 Sichtweise aber wir laborieren vermutlich auch an einer etwas einseitigen Typ2 Sichtweise. Alles in allem bin ich mit Flohs Ansichten zumeist konform, obwohl ich erst 2 Schulungen insgesamt mitgemacht habe und Schulungen alle 3 Jahre als Zeitverschwendung betrachte. Meine erste Schulung ganz zu Anfang war ein stationärer Aufenthalt in einer Kurklinik. Schon dort zweifelte ich an der Kompetenz einiger Dozenten/innen. So wurde z. B. das lesen von Beipackzetteln der Tabletten als unnötig bezeichnet. Die zweite Schulung bekam ich in meiner Diabetologenpraxis. Die DDG Diabetologieassistentin kannte sich zwar aus aber war mit mir als informierten Patienten doch etwas überfordert. Da auch andere Neulinge dabei waren habe ich auf Diskusionen verzichtet und um dem Arzt einen Gefallen zu tun bis zum Ende durchgehalten. Neue Erkenntnisse bekam ich nur sehr wenige aber dafür einen neuen Pen weil meiner schon so alt war. Schulen tu ich mich lieber selber. So ist es eine individuelle Sache, die sehr praxisbezogen ist. Mir ist es nämlich recht egal warum mein BZ hoch geht wenn ich es schaffe ihn gezielt in jeder Situation in meinem Zielbereich zu halten. Ich bin Autodidakt und bisher ganz gut damit gefahren, denn der Erfolg gibt mir recht. |
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