Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Schulung? Eure Erfahrungen?
(1/8) > >>
Tarabas:
Hi!

Sagt mal, was habt Ihr so für Dia-Schulungen gemacht?

Frei von der DiaBeraterin/Assistentin zusammengestellte oder aber strukturierte Programme mit Kursunterlagen und so? Gibt da ja von der Deutschen Diabetes Gesellschaft und dem Bundesversicherungsamt anerkannte und evaluierte Schulungsprogramme wie MEDIAS ICT, LINDA, ...

Wenn ich hier die Fragen beantworte, bekomme ich jedenfalls kein gutes Ergebnis:
http://www.stern.de/gesundheit/diabetes/tests/kurs-check-wie-gut-ist-ihre-diabetes-schulung--3434560.html (s.u.)

Was waren denn so Eure Kursinhalte? Gerade bei einer Erstschulung für Frischlinge? (naja, bei mir in der Gruppe bin ich glaub ich sogar der einzige Neue)

Heute haben wir zB die ganze Kursstunde über Zucker, Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe und Mogelpackungen bei "leicht" / "ohne Zucker" / "weniger Zucker" Produkten gesprochen. War ja eine ganz nette Plauderstunde, wo der ein oder andere auch über seine Kocherfahrungen berichte ... aber wirklich informativ ist was anderes  :gruebeln: Und dann ganz kurz über Hypo-Behandlung. Aber eine Antwort war "Schokolade" worauf sie so "naja, nicht so ganz, aber dazu nachher mehr" ... und dann kamen wir doch nicht mehr darauf. Nicht daß ich das nicht weiß, für mich also nicht schlimm. Aber wirkt halt alles unstrukturiert. Deshalb meine Frage zu Euren Erfahrungen und vor allem den vermittelten Inhalten.

Ach ja, wie waren Eure Gruppen so zusammengesetzt? Also Alter einerseits aber auch "Einsteiger" oder "Auffrischer"?


Hier noch das Ergebnis des Tests von oben:


--- Zitat ---Ihre Schulung scheint nur wenige Qualitätskriterien zu erfüllen. Vielleicht ist das ein vorübergehendes Problem oder in der Organisation läuft grundsätzlich etwas schief. Was genau, können Sie in den folgenden Absätzen lesen. Sprechen Sie Ihre Schulungsärzte auf diese Punkte an - oder wechseln Sie den Anbieter. Eine Liste der zertifizierten Kliniken und Praxen finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.



Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft hat für Diabetes-Schulungen Qualitätskriterien festgelegt. Praxen und Ambulanzen, die nach diesen Richtlinien arbeiten, unterziehen sich regelmäßigen Kontrollen. Kurse solcher Anbieter sind nicht willkürlich zusammengestellt, sondern gut durchdacht.

Sie sollten wissen, was wann auf dem Programm steht: So können Sie sich darauf einstellen und Fragen dann stellen, wenn sie sinnvoll sind.

Theoretisches Wissen hilft nicht viel, wenn Sie es im Alltag nicht anwenden können. Erst wenn Sie lernen, wozu das Messen gut ist und welche Folgen welche Werte haben, können Sie richtig mit Ihrer Krankheit umgehen. Der Gesundheitspass und das Diabetes-Tagebuch können Ihnen im Alltag sehr nützlich sein.

Diabetes hat viel mit Nahrung zu tun. Deshalb sollten Sie in dem Kurs gemeinsam kochen und essen. So lernen Sie, Kohlenhydrat-Einheiten auszurechnen, Gerichte nach Kohlehydrat-Einheiten einzuschätzen und Ihre Medikamente entsprechend zu bemessen.

Einkaufen und Ausgehen sind Themen, die bei Diabetes eine wichtige Rolle spielen: Was können Sie kaufen und wieviel Insulin können Sie spritzen, wenn Sie nicht wissen, was im Essen ist? Nur über Kohlenhydrate zu sprechen reicht nicht - Sie sollten auch üben, wie Sie im Alltag Probleme lösen können.

Eine gute Schulung sollte Sie über Selbsthilfegruppen informieren. Denn solche Gruppen von Betroffenen bieten Rückhalt und helfen Ihnen bei Problemen weiter, sie geben Tipps und vermitteln Adressen. Für Zuckerkranke bietet sich zum Beispiel der Deutsche Diabetiker-Bund an. Es gibt aber auch noch hunderte anderer Diabetes-Selbsthilfegruppen in Deutschland.

Vielleicht sind Sie froh, dass am Schulungsende kein Test droht. Aber bei einem Diabetes-Kurs geht es nicht um gute Noten, es geht darum, dass Sie gut mit Ihrer Krankheit leben können. Ein Test kann Ihnen zeigen, ob Sie alles Nötige wissen und ob Sie das Gelernte im Alltag auch anwenden können. Vielleicht wird Ihnen anhand des Tests bewusst, dass Sie noch Fragen haben. Die Antworten darauf können Sie an den letzten Schulungstagen einfordern. Ein Test ist allerdings nur dann gut, wenn er anschließend ausführlich besprochen wird und wenn Sie erfahren, was Sie vielleicht falsch verstanden haben.
--- Ende Zitat ---
Floh:
Hmm. Hab auch grad den Test gemacht und stelle fest: Die Punkte, bei denen es für meine Schulung eine Abwertung gab halte ich für Unsinn. Bei mir gab es Abzüge für "Weiß nicht ob zertifiziert", "kein gemeinsames Kochen" und "kein Restaurantbesuch/Supermarktbesuch".

Nun bin ich als Typ1 mit Erfahrung da voreingenommen. Schon klar. Ich brauche aber keinen, der mir erzählt was ich kaufen soll (entgegen dem was der Stern behauptet), ich koche gerne meinen Stil - hätte also auch nicht viel davon mit anderen ein feines fränkisches Vollwertschäufele zu kochen, und eine Zertifizierung sagt zunächst nichts über den Inhalt. Solange der Inhalt vorhanden ist brauch ich ja keinen Stempel drauf.

Aber, ich bin ein griesgrämiger Mensch. Mich nerven solche Tests häufig schnell und das ist vielleicht nicht optimal.

Meine Schulung selbst fand ich gelungen. Was mir persönlich bei so etwas viel wichtiger wäre, wäre ein strukturiertes Sportprogramm als Teil der Schulung. Gab es dort nicht, ist aber möglicherweise auch besser theoretisch zu behandeln, weil ja eh jeder anders reagiert. Die hatte ein strukturiertes Programm. In dem war alles wichtige drin (naja.. glaube ich). Ein Pamphlet gab es am Anfang auch, in dem wir rummalen und Anmerkungen reinschreiben konnten.

Was mir besonders wichtig war: Die Schulungen gab es in meiner Praxis häufig. Deutlich mehr als ein paar mal im Jahr. In der vorherigen Praxis wurde zwei mal wegen Teilnehmermangel abgesagt (ging hier aber um Nachschulung, nicht um Ersteinsteiger - da wäre ich zickig).
Tarabas:
Kannst Du ein wenig zu den Inhalten sagen? Und Materialien?
Floh:
Von hier aus nur relativ kurz - genaue Details müsste ich nachschauen. Die Materialien liegen ja noch irgendwo zu Hause (Material: Ausdrucke der Folien, die in der Schulung verwendet wurden).

Ich meine die Inhalte waren etwa: Was ist Diabetes, Historie Insulin (kurz), Unterschiedliche Insulintypen, Wirkdauern, Wirkprofile, Typische Blutzuckerverläufe bei Gesunden, KH/Fett/Eiweiß mit Wirkung auf den BZ und Wirkdauern, KH-Tabellen (kurz), Dawn-/Dusk-Insulinbedarf, Aufstehinsulin, Hormone und andere Gemeinheiten, die den Blutzucker beeinflussen (z.B. Cortison, Stress, vermutlich Zyklus der Damen - hab ich dann verdrängt, dieses Zeugs), Wirkmechanismus Insulin als Einleitung zum Sport, Sport und Absinken/Ansteigen, kurzer Exkurs zu Adrenalin bei Wettkämpfen, Injektionstechnik (war mir wurscht, ich hatte Pumpe), Hypo- und Hyper-Symptome, Bekämpfung.

Vielleicht mehr - hab ich dann vergessen. Oh, es gab noch einen Tag für Angehörige. An dem irgendwie die Partner Zeit hatten sich gegenseitig zu Symptomen zu interviewen.

Wahrscheinlich fehlt was in der Liste... wir waren eine Woche zu Gange.
Tarabas:

--- Zitat von: Floh am September 22, 2015, 17:14 ---Von hier aus nur relativ kurz - genaue Details müsste ich nachschauen. Die Materialien liegen ja noch irgendwo zu Hause (Material: Ausdrucke der Folien, die in der Schulung verwendet wurden).

--- Ende Zitat ---

a) klingt aber auf jeden Fall nach Inhalt
b) Folien? Welche Folien!?  :knatschig:

Von Deinen Sachen hatte ich NICHT:  :nein:

Fett/Eiweiß mit Wirkung auf den BZ - also das mit FPE und so?
Dawn-/Dusk-Insulinbedarf
Aufstehinsulin
Hormone und andere Gemeinheiten, die den Blutzucker beeinflussen
Wirkmechanismus Insulin als Einleitung zum Sport, Sport und Absinken/Ansteigen, kurzer Exkurs zu Adrenalin bei Wettkämpfen
Injektionstechnik - nur "Stellen wechseln"
Hypo- und Hyper-Symptome (fast nicht)
Bekämpfung - nur Zucker, Cola, ... keine Erwähnung von Jubin und Konsorten, nix über Glucagen-Spritzen (obwohl etliche im Regal liegen)

Navigation
Themen-Index
Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln
Powered by SMFPacks Likes Pro Mod