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Joerg Moeller:

--- Zitat von: Gyuri am November 13, 2014, 21:43 ---...mit Blut vom Handballen oder Daumenballen. In der Diabetespraxis wurde mir neulich erzählt, dies sei falsch, weil da meine Messergebnisse um (schlag mich tot) 5 Minuten zeitverzögert wären.
--- Ende Zitat ---

Da hat aber jemand im Physiologieunterricht gepennt. Im Blut selber gibt es keinen Zeitversatz. Da kann es höchstens sein, dass es ein paar mg/dl weniger als in der Fingerspitze ist, weil das Blut sich da ja schon wieder auf dem Rückweg zum Herzen befindet. Je weiter es sich vom Herzen weg bewegt hat, desto Nährstoffärmer wird es.

Viele Grüße,
Jörg
Joerg Moeller:

--- Zitat von: Gyuri am November 14, 2014, 16:50 --- ;) Diese alte Regel hat also (zumindest für euch) immer noch Bedeutung?

--- Ende Zitat ---

Ja, natürlich. Mich interessiert ja nicht die Hypoglykämie (die kann man nur messen), sondern die Unterzuckerung (die kann man spüren). Beides ist nicht dasselbe: http://www.chrostek.de/neues-aus-althausen/hypounterzucker.html

Viele Grüße,
Jörg
Gyuri:
Warum ich das mit der "Unterzuckerung" nicht (mehr) so eng sehe? Die ist ein subjektives Empfinden, das aufgrund einer Messung bestätigt oder eben verworfen werden kann. Wie bei allem Empfindungen kann man sich da schwer täuschen und nur Messen schafft (vielleicht) Klarheit. Ich hatte schon gewaltige Unterzuckererscheinungen, bei denen eine BE-Sonderration überhaupt nichts bewirkt hätte. Blutdruckmessungen veranlassten mich dann, nach dem Notarzt zu rufen.

Ich würde auch umgangssprachlich "Hypo" und "Unterzucker" nicht so sehr trennen, wie das ein Arzt vielleicht mit seiner "Geheimsprache :zwinker: " oft tut. Ich glaube nicht, dass man wirklich falsch verstanden wird, wenn man mal nicht ganz korrekt trennt.

Oder habt ihr ein Problem mit Stundenkilometer statt Kilometer pro Stunde, oder Mikrowelle statt Mikrowellengerät, oder Eisenpfanne statt Stahlpfanne, oder Atomkraft statt Kernkraft …  :kratz:

Ich bin jedoch in Zukunft schon bemüht immer von "Hypo" zu sprechen, weil Messen doch eher mein Ding ist als Glauben.
Kladie:
Hallo Jörg,

Sich auf die Teupe-Definition von Hypoglykämie und Unterzuckerung zu berufen ist für viele Type 2 Diabetiker (wie auch für Gyuri) nicht sonderlich relevant. Das ist beim T1 sicherlich total anders.

Bei mir stellen sich erst Unterzuckerungssymptome unterhalb 40 mg/dl ein und erst dann spreche ich von einer Hypo. Glykosewerte <70 mg/dl sind für mich nicht problematisch, da sie keinerlei Auswirkungen für mich haben. Wie auch im Link beschrieben, kommt es immer auf die Power einer Hypoglykämie an und die ist beim T2 allein durch die Resistenz schon recht begrenzt. Absichtlich und extrem viel Insulin zu spritzen käme mir nicht in den Sinn und kann bei allen Betrachtungen vernachlässigt werden.

Durch mein neues Libre kann ich heute sehr schön beobachten (wissen tue ich es schon lange), dass sich mein Glykosewert morgens nach dem spritzen erst nach ca 50 - 60 Minuten beginnt nach unten zu bewegen und zwar unabhängig von der Höhe des Nüchtern-BZ. Somit könnte ich auch bei 70 mg/dl locker 10 IE Humalog spritzen und erst nach 30 Minuten mit dem normalen Frühstück beginnen.
Klar ist das keine normale Handlungsweise - aber jeder Theoretiker würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die Kenntnis über meinen subjektiven Diabetes lässt mich aber die sicherheitslastigen Therapieempfehlungen relativieren. Als Arzt würde ich es bei Patienten auch etwas enger sehen.

Ich glaube, auch Gyuri hat es so in dieser Art gemeint
Trüffel:
Nun, morgens reagiert der Körper unempfindlich auf Insulin aufgrund der (Aufsteh-) Hormone. Da kann auch so mancher Typ1er mit Deiner Unempfindlichkeit gleich liegen.


Viele Grüße
Petra
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