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FreeStyle Libre

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Tarabas:

--- Zitat von: Gyuri am Februar 08, 2017, 00:13 ---Auf jeden Fall ist das Eingreifen in ein Messsystem mit einem anderen Messsystem mit dem Ziel eine Justierung durchzuführen ganz große Pfuscherei!


--- Ende Zitat ---

Echt? Wenn aber das Referenzsystem wesentlich akkurater ist als das andere? Normale Uhr anhand einer Atomfunkuhr stellen zB.

Andi:

--- Zitat von: Tarabas am Februar 08, 2017, 00:32 ---Echt? ....

--- Ende Zitat ---

Ich denke mal, Gyuri geht davon aus, dass hier in diesem Forum üblicherweise Schätzgerät-A mit Schätzgerät-B verglichen wird.
Sowas ist in der Tat nicht wirklich zielführend.

Wenn verglichen werden soll, dann vertraue ich lieber den Labormethoden bzw. einem Referenzgerät und gut ist das.
Alle viertel Jahr, mache ich das  :ja:

@Gyuri
Ich hatte früher auch bisserl was mit Messgeräten in der Elektrotechnik zu tun und bin mir sicher, den Unterschied zwischen Kalibrieren und Eichen zu kennen.

Gyuri:
@ Andi  :zwinker:
Ich auch - ich auch. Allerdings gab ich elektrische Geräte immer weiter zu anderen Loboren und blieb bei meinen Prüfmitteln: Kraft/Drehmoment, Temperatur und vorallem Längenmesstechnik und Ebenheit wofür wir sogar ein DKD-Labor waren. Auch gehörten wir zu einer Handvoll Labore, die Einstellmeister für 3D-Koordinatenmessmaschinen abnehmen konnten.

Warum ich dagegen bin mit einem BZ-Messgerät (für den Hausgebrauch) ein ganz anderes System zu "kalibrieren" oder zu "justieren" (von "eichen" will ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht sprechen) liegt nicht nur daran, dass so ein BZ-Gerät dafür keine Referenz bietet, es ist ja von Anfang an davon auszugehen, dass es zu ganz gewaltigen Unterschieden der Messergebnisse kommt und man diese überhaupt nicht miteinander vergleichen darf.
Der Vergleich von Uhr und Atomuhr passt zum Thema gar nicht! :kreisch:

Bei meiner Kalibrierarbeit (ich bin inzwischen schon in Rente) könnte man den Versuch des Zuckervergleichs, mit der Kalibrierung eines Abbe-Längenmessers mit einem ungeprüften Endmaßsatz Klasse3 nehmen. Da würde es auch nicht viel nützen die Temperatur der Endmaße mit einem Kühlschranktermometer zu überwachen. :lach1:

Und jetzt muss ich mal aus einem anderen Thema zitieren … weil es so gut hier her passt. :zwinker:

--- Zitat von: Joerg Moeller am Februar 06, 2017, 13:24 ---(…)

Daher kann der BZ zum Zeitpunkt der Libre-Messung schon wieder ganz anders sein. Das Libre verwendet deshalb einen Algorithmus, um diesen Zeitversatz weitgehend rauszurechnen. Aber insbesondere wenn sich auf einer Seite die Konzentration schnell ändert, kann es auf der anderen Seite schon weniger stimmen.

(…)
Viele Grüße,
Jörg

--- Ende Zitat ---

Kladie:
Hallo Gyuri,

ich gebe dir mit allen Argumenten vollkommen recht.

Bitte bedenke jedoch, dass du beim eichen/kalibrieren immer den absolut genauen Wert als Ziel hast. Das ist bei den BZ Meßgeräten/-methoden jedoch gar nicht der Fall. Vielleicht sollte man ein anderes Wort dazu benutzen. Z. B. Vergleichbarkeitsermittlungsmessung.
Beispiel: Wenn mich bei einem ganz normalen 1000m Lauf nur die Reihenfolge der Läufer und der Gewinner interessiert und nur grob geschätzt werden soll ob es ein schnelles oder langsames Rennen war, dann kann die erreichte Zeit der Läufer auch mit einer Sanduhr (eine Sonnenuhr wäre zu ungenau) gemessen werden. Die heutige Zeitmessung mit hundertstel Sekunden Genauigkeit ist dabei meiner Meinung nach wertlos. Somit ist für mich dein Anspruch an eine Kalibrierung bei BZ-Meßgeräten ebenfalls wertlos. Das ist in deinem Beruf natürlich was ganz anderes gewesen.

Das Ziel eines BZ Meßgerätes ist es nicht, einen absolut genauen Wert zu ermitteln sondern nur die Wahrscheinlichkeit einer Hypo- oder Hyperglykämie einzuschätzen. Jeder der darauf schaut, ob er 3, 5 oder 10 mg/dl mehr oder weniger als ein anderer Diabetiker hat kann darüber Jahrzehnte diskutieren ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Da die aktuellen Meßgeräte aber schon ganz gut sind (im Gegensatz zur Urinmeßmethode) kann man im gewissen Rahmen auch schon seine Therapie danach anpassen. Allerdings nie mit einem Ergebnis wie es viele versuchen zu erreichen.

Gyuri:
Auch ich gebe dir da vollkommen Recht  :knuddel:
Und genau weil das so ist, es kommt eben nicht auf Absolutwerte als Messergebnis an, sondern auf Veränderungen. So bleibt das Kalibrieren (=Feststellen der Anzeigegenauigkeit) oder das Justieren (=Abgleichen der Messergebnisse, damit unter irgend einer Vorraussetzung das gleiche Ergebnis zu sehen ist) ein unnützes Unterfangen.
Auch das "Eichen" (= feststellen, dass die Messergebnisse DAUERHAFT viel genauer sein werden als nötig) ist nicht nötig, weil wir sowieso nicht mit geeichten Geräten arbeiten.

Daraus schließe ich, wenn ein Hersteller für jeden seiner Sensoren einen Abgleich der Messergebnisse zweier verschiedener Systeme fordert, hat er entweder nicht viel Ahnung oder das Ganze (noch) nicht im Griff. Beim Libre gehe ich aufgrund meiner schwachen Informationen mal davon aus, dass die sehr wohl alles im Griff haben. Ob jetzt Messergebnisse zwischen Libre und FreeStyle abweichen und wenn ja wie sehr, hat nichts mit der Genauigkeit der einzelnen Systeme zu tun.

Wir sollten es uns alle nur so langsam abgewöhnen, immer nur einen möglichst genauen Messwert erhalten zu müssen oder diesen mit unseren beschränketen Mitteln zu kritisieren.

KE schätzen und nicht Erbsen zählen! :balla:
 

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