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Accu-Check Insight

Offline EinfachNurIch

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Bin ja schon einige Zeit hier registriert habe aber noch nichts hier geschrieben nur gelesen.

So, seit heute um 9:30 bin ich Insulinpumpenträger. Als technikbegeisterter Mensch habe ich mich, aufgrund des Managers, für die Accu-Check Insight entschieden, auch wenn sie nur 200 Einheiten Insulin aufnehmen kann. Ich habe mir ausgerechnet, dass ich dann so pi mal Daumen mit der Kanüle auch gleich das Insulin wechsele, sollte so in etwa hinkommen, muss man sehen. Ich bin hier wohl einer der Wenigen die diese Pumpe einsetzen, wenn nicht sogar der Einzige, sowie ich das hier verfolgt habe.

Den Manager (Blutmessgerät und Steuerung der Pumpe) wird es erst ab November geben, solange muss ich halt direkt an der Pumpe arbeiten. Aber eine Pumpe ohne Fernsteuerung kam für mich erst gar nicht in Frage. Jedesmal die Pumpe in die Hand nehmen wenn ich einen Bolus eingeben will oder muss, ne, das interssiert mich nicht wirklich. Wenn es die Insight nicht gegeben hätte, dann hätte ich die Combo genommen. Da ich die Pumpe erst sei heute habe, kann ich natürlich noch nichts über den Erfolg oder Misserfolg der Therapie oder der Qualität der Pumpe sagen. Von der Bedienung her nehme ich nicht an dass es da großartige Unterschiede gibt.

Ich bin auf Pumpe umgestiegen weil ich mit Pens in der letzten Zeit extreme Problem hatte, durch meinen Job konnte es passieren, dass ich morgens komplett vergessen hatte zu spritzen (Levimir morgens und abends) und in den letzten 3 Monaten hatte ich soviel Insulin gespritzt (Levimir morgens und abends 50 Einheiten und Novorapid teilweise für 4 BE 60 Einheiten) und das hat morgens nichts bewirkt, gegen abend wurde es dann etwas besser. Ich hoffe natürlich dass durch die Pumpe meine Werte besser werden und auch wesentlich weniger Insulin verbrauche, weil durch mein unorganisiertes Insulinmanagment da einiges durcheinandergeraten ist. Ordnung und Regeln sind für mich nicht wirklich einfach. Falls es jemand interessieren sollte, werde ich gerne regelmäßig berichten wie das mit der Pumpe so läuft und auch wie der Manager so ist, sobald er verfügbar ist.


Offline Gyuri

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Bitte nicht falsch verstehen!
Ich wäre der Letzte, der dir die Pumpe nicht gönnen würde, besonders dann nicht, wenn du hoffen kannst, damit eine Vebesserung deiner Lage zu erzielen.

Vor einiger Zeit fragte ich mal nach, wie es für Typ 2 um eine Verschreibung einer Pumpe bestellt sei. (Weniger für mich - ich mag gar keine Pumpe - sondern für eine andere Person) Immer wieder wurde mir erklärt, ohne ausführliches handgeschriebenes Tagebuch gäbe es keine Bewilligung. Wenn ich hier aber lese: "…  dass ich morgens komplett vergessen hatte zu spritzen …" Es soll kein Vorwurf gegen dich gerichtet sein! Sollten aber die "Tagebuch-Fetischisten" im Recht sein, müsste ich mich fragen, wie kann man das Spritzen vergessen, aber nicht das zeitnahe Tagebuch zu führen?
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Frau_Holle

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Schön, dass Du jetzt eine Insulinpumpe hast.
Ist die Pumpentherapie schon auf Dauer oder zur Probe genehmigt?
*****************************************
Liebe Grüße
Manuela





DM Typ 1 seit April 1979
Dana R und Dexcom G5 refurbished und xdrip+ und AndroidAps im closed loop


Offline EinfachNurIch

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Bitte nicht falsch verstehen!
Ich wäre der Letzte, der dir die Pumpe nicht gönnen würde, besonders dann nicht, wenn du hoffen kannst, damit eine Vebesserung deiner Lage zu erzielen.

Vor einiger Zeit fragte ich mal nach, wie es für Typ 2 um eine Verschreibung einer Pumpe bestellt sei. (Weniger für mich - ich mag gar keine Pumpe - sondern für eine andere Person) Immer wieder wurde mir erklärt, ohne ausführliches handgeschriebenes Tagebuch gäbe es keine Bewilligung. Wenn ich hier aber lese: "…  dass ich morgens komplett vergessen hatte zu spritzen …" Es soll kein Vorwurf gegen dich gerichtet sein! Sollten aber die "Tagebuch-Fetischisten" im Recht sein, müsste ich mich fragen, wie kann man das Spritzen vergessen, aber nicht das zeitnahe Tagebuch zu führen?
Vorweg, ich lebe in Österreich, falls das eine Rolle spielt. Ich war einfach bei meinem Hausarzt und habe ihn gefragt wie das aussieht mit einer Pumpe, weil ich halt echt das Spritzen total vergesse. Natürlich gibt es keine Aufzeichnungen, die habe ich von Hause aus extrem selten gemacht und das nicht aus böser Absicht, ebensowenig wie ich das Spritzen absichtlich vergessen habe, sondern einfach passiert es mir recht oft, dass ich morgens einen Anruf erhalte wegen einem Problem beim Kunden und dann einfach wegen der Arbeit vergessen habe zu messen und natürlich zu spritzen. Das ist halt mein Job.

Mein Arzt kennt mein Problem und hat mich ohne großes Klimbim an das Krankenhaus überwiesen mit der Anfrage ob eine Pumpe für mich sinnvoll ist. Im Krankenhaus habe ich denen meine Situation geschildert und die zuständige Diabetologin hat einer Pumpe direkt zugestimmt. Bei dem Vertreter von Rosche angerufen der einen Tag später schon da war und damit war die Sache durch, keine Probleme und keine Nachfragen.

Dazu muss ich sagen, dass ich seit 1991 Diabetiker bin, bis 2005 mit Tabletten und dann mit Insulin. 2009 musste ich dann das erste mal wieder nach eingestellt werden weil Insulin alleine nicht mehr genügt hat und das hat dann halt bis ca. vor 3 Monaten auch soweit gehalten, wobei mein HB1C nicht wirklich toll war, meist über 7,5, nur der letzte war dann mal 6,7. Was sich sowohl die Diabetologin als auch ich davon versprechen ist einfach, dass der Basiswert, solange ich nichts esse, was morgens recht oft passiert, nicht einfach durch die Decke schießt weil ich vergesse das Basalinsulin zu spritzen. Für mich ist das eine erhebliche Erleichterung.

Wie das in Deutschland ist, kann ich nicht beantworten. Ich hatte damals in Deutschland kein Problem mein Messgerät zu bekommen, in Österreich danach war das dann ein größerer Kampf. Ebenfalls musste ich in Österreich später immer einen Kampf wegen Insulin ausführen, man hat gemeint, ich gäbe morgen durch Spontanheilung wieder gesund oder wollte das Zeug verkaufen. Die Pumpe war dann wieder kein Problem.

Aber mal eine Frage, was soll das bringen auf eine lückenlose Aufzeichnung zu bestehen? Wollen die einen krepieren lassen? Ich kann mir nicht vorstellen eine Pumpe verweigert zu bekommen weil ich keine 1a Aufzeichnung vorweisen kann. Und was das händische Aufzeichnen bewirken soll ist mir auch recht schleierhaft.


Offline EinfachNurIch

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Schön, dass Du jetzt eine Insulinpumpe hast.
Ist die Pumpentherapie schon auf Dauer oder zur Probe genehmigt?
Danke, ich hoffe dass sich meine Situation dadurch sehr verbessert. Ich wüsste gar nicht, dass es sowas auf Probe gibt, die müssten die Pumpe danach doch entsorgen oder? Nein ich habe die dauerhaft bekommen aber halt in Österreich, keine Ahnung wie das in Deutschland aussieht.


Offline LordBritish

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Danke, ich hoffe dass sich meine Situation dadurch sehr verbessert. Ich wüsste gar nicht, dass es sowas auf Probe gibt, die müssten die Pumpe danach doch entsorgen oder?

Reinigen, desinfizieren und einen Funktionstest reicht aus.

Grüße
Markus


Offline Joerg Moeller

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Aber mal eine Frage, was soll das bringen auf eine lückenlose Aufzeichnung zu bestehen? Wollen die einen krepieren lassen? Ich kann mir nicht vorstellen eine Pumpe verweigert zu bekommen weil ich keine 1a Aufzeichnung vorweisen kann. Und was das händische Aufzeichnen bewirken soll ist mir auch recht schleierhaft.

Ob das handschriftlich oder mit Software erfolgt ist eigentlich egal. Manche verlangen das zwar, aber das wird rechtlich kaum haltbar sein.

Ein lückenloses Tagebuch ist da schon eher bei fast allen Krankenkassen in DE Voraussetzung. Es geht da zum einen um den Nachweis, dass es wirklich ohne Pumpe nicht geht und zum anderen, dass man in der Lage ist die ICT korrekt anzuwenden. Therapiefehler durch fehlerhafte Anwendung werden auch durch eine Pumpe nicht verschwinden, da die Pumpe ja auch nicht automatischt misst und daraufhin die Insulindosis bestimmt.

Anders ausgedrückt: wenn einer ständig gegenden Baum knallt, weil er nicht fahren kann, dann muß man ihm dafür keine Luxuskarosse bezahlen. Das kann er auch mit einer billigen Schrottkarre machen.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline EinfachNurIch

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Aber mal eine Frage, was soll das bringen auf eine lückenlose Aufzeichnung zu bestehen? Wollen die einen krepieren lassen? Ich kann mir nicht vorstellen eine Pumpe verweigert zu bekommen weil ich keine 1a Aufzeichnung vorweisen kann. Und was das händische Aufzeichnen bewirken soll ist mir auch recht schleierhaft.

Ob das handschriftlich oder mit Software erfolgt ist eigentlich egal. Manche verlangen das zwar, aber das wird rechtlich kaum haltbar sein.

Ein lückenloses Tagebuch ist da schon eher bei fast allen Krankenkassen in DE Voraussetzung. Es geht da zum einen um den Nachweis, dass es wirklich ohne Pumpe nicht geht und zum anderen, dass man in der Lage ist die ICT korrekt anzuwenden. Therapiefehler durch fehlerhafte Anwendung werden auch durch eine Pumpe nicht verschwinden, da die Pumpe ja auch nicht automatischt misst und daraufhin die Insulindosis bestimmt.
Du meinst also nicht, dass eine Pumpe z. B. manche Sachen von vorneherein ausschließt? Z. B. eben gerade morgens vergessen Basal zu spritzen? Und wenn die Pumpe gut eingestellt ist dass man dann halt auch mal erst mittags wenn man dann was isst messen und Bolus spritzen kann? Die Pumpe macht schon einiges automatisch was mit Pen definitiv nicht geht. Die Kosten kann ich natürlich nicht wirklich bestimmen aber die Krankenkasse kann garantiert nicht ausschliessen, dass die Spätfolgen wesentlich höher liegen als die Kosten für eine Pumpe.

Was will die Krankenkasse überhaupt machen wenn ich denen Phantasiewerte unterjubele? Gerade handschriftlich stehen mir doch Tor und Tür offen? Sauge ich mir halt Werte aus den Fingern. Keine Ahnung was das soll, als wenn es ein erstrebenswertes Ziel sei eine Pumpe zu bekommen. Wenn ich mit Pen wirklich gut zurecht gekommen wäre, hätte ich gerne auf eine Pumpe verzichtet. Messen muss ich nach wie vor und den Vorteil nicht andauernd mit einem oder 2 Pens herumzulaufen bezahle ich halt mit bestimmten Unannehmlichkeiten, z. B. unterwegs die Ampulle wechseln zu müssen und nachts ein Kasterl im Bett dabei zu haben bei dem ich aufpassen muss wie ich mich lege usw. Irgendwie habe ich im Krankenhaus eher den Eindruck bekommen, die wären froh wenn mehr Leute sich eine Pumpe nehmen würden alleine schon aus dem Grund nicht komplett entgleisen zu können. Es sei denn man verwendet die Pumpe einfach nicht. Als erstrebenswertes Ziel halte ich eine Insulinpumpe nicht wirklich. Dein Vergleich hinkt natürlich extrem, falls er überaupt Beine hat. Der HB1AC muss ja auch regelmässig gemessen werden und wenn da keine Verbesserung eintritt wird die Krankenkasse wohl Laut von sich geben.

Anders ausgedrückt: wenn einer ständig gegenden Baum knallt, weil er nicht fahren kann, dann muß man ihm dafür keine Luxuskarosse bezahlen. Das kann er auch mit einer billigen Schrottkarre machen.
Und wenn einer nur an den Baum knallt weil er nicht schalten kann, ergibt es auch keinen Sinn ihm ev. ein Auto mit Automatik hinzustellen?


Offline Gyuri

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Das sehe ich auch so und will noch etwas hinzufügen, was mir sehr wichtig erscheint:
(…) Es geht da zum einen um den Nachweis, dass es wirklich ohne Pumpe nicht geht und zum anderen, dass man in der Lage ist die ICT korrekt anzuwenden. Therapiefehler durch fehlerhafte Anwendung werden auch durch eine Pumpe nicht verschwinden, da die Pumpe ja auch nicht automatischt misst und daraufhin die Insulindosis bestimmt.
(…)
Eine noch so fortschrttliche Pumpe wird das (nur mit dem aktuellen Blutzucker) auch nie können. In jedem Diabetes-Management spielen viele Parameter wichtige Rollen, die wohl niemals sensorisch abgefragt werden können. Es wird immer ein Kopf da sein müssen, der das Denken übernimmt. Selbst die exakte Basalversorgung kann nur in etwa und über einen begrenzten Zeitraum automatisiert werden.

Besser zurechtkommen weil weniger vergessen? Ganz sicher sogar!
Nur darf man sich das auch nicht zu dolle vorstellen. Ich habe schon Pumpies erlebt, die sich beim Bolus gewaltig verrechneten/verschätzten und sich rekordverdächtige Hypos einhandelten (besonders peinlich bei einem Forentreffen, wenn man behauptet, immer gut zurecht zu kommen  :rotwerd: )
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Joerg Moeller

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Es ist ein Unterschied, ob die ICT an einem bestimmten Stoffwechsel scheitert oder ob jemand an der ICT selber scheitert.
Im ersten Fall ist eine Pumpe indiziert, im zweiten ist sie es nicht.

Was da (hier in D) zum Tragen kommt ist das SGB V, insbesondere §1 (Eigenverantwortung), §12 (Wirtschaftlichkeit): http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/

Daraus ergibt sich, dass eine Pumpe nicht das Mittel der Wahl ist, wenn jemand vergisst sein Insulin zu spritzen (§1), da hier durch verantwortliches Mitwirken die Therapie auch durch ICT ausreichend ist (§12)

Eine noch so fortschrttliche Pumpe wird das (nur mit dem aktuellen Blutzucker) auch nie können.

Da liegst du falsch. Closed-Loop-Systeme sind derzeit schon bei verschiedenen Herstellern in der Entwicklung und die ersten Anwendungsbeobachtungen/Studien dazu sehen sehr vielversprechend aus. Ein Hersteller hat sogar schon einen Prototyp präsentiert, der in einem Gerät sowohl Insulin als auch Glucagon abgeben kann.

Viele Grüße,
Jörg
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