Diabetesfragen > Diabetes-Technik
Flash Glucose Monitoring
Gyuri:
Ob nun eine "einfache" Normalverteilung oder eine logarithmische Normalverteilung vorliegt, kann mit so wenigen Messwerten nicht berechnet werden. Unter Umständen kann es auch sein, dass keine Normalverteilung vorliegt, besonders dann, wenn es von Außreisern nur so wimmelt oder wenn mehrere Verteilungen überlagert sind (Äpfel und Birnen zusammen gezählt). Da ich dies aber ständig überwache, bin ich mir sicher, dass ich da kleine Fehler wirklich vernachlässigen kann.
btw: Trage ich allle Messwerte eines Jahres in ein Histogramm ein (was ich interessehalber nur für mich tu) ergibt sich tatsächlich eine logarithmische Normalverteilung. Dies ist nach Lehrbuch auch nicht verwunderlich, wenn man beim Blutzucker davon ausgehen kann, dass es keinen Wert unter Null gibt, aber nahezu unendlich große Werte möglich wären.
(größer durch KLICK)
Jetzt auf die Schnelle habe ich nur ein Histogramm von 2013 mit 351 Messungen bei der man den Logarithmus deutlich erkennen kann.
Bei meinen Tagesprofilen arbeite ich aber mit viel weniger daten und betrachte alle Ereignisse getrennt voneinander, sodass nie mehr als 13 Werte je Ereignis zusammen gerechnet werden. Bei so wenigen Zahlen ist der Rechenfehler erfahrungsgemäß sehr klein. Würden diesen wenigen Zahlen nicht zu trauen sein, dürftet ihr in kein Auto einsteigen. ;) In meiner Arbeit musste ich manchmal mit nur 5 gleichen Autoteilen eine Statistik erstellen, die über die Qualität einer ganzen Fertigungsreihe von hunderten Teilen entschieden hat. Da wurde dann aber die zulässige Toleranz stark eingeängt.
Susanne:
Hallo Gyuri,
danke. Und nein, ich weiß nichts von Dir ;-) . wollte nur zeigen wie ich mir Werte eines "Neuen" in etwa anschaue und warum MANCHE Leute Einzel-Werte lieber mögen.
Klar machst Du das für Dich, das musst Du halten wie Du wilst.
Jede Sortware bietet ja auch die Möglichkeit, einen Einzeltag anzusehen, aber das ist dann meist nur einer. Ach, ich mags einfach nicht.
Gyuri:
Ich meine: schlimmer noch!
Wessen Messplan vorgibt, jeden Tag den Blutzucker mit drei oder vier Messungen aufzuzeichnen, wie es sehr oft gemacht wird, kommt so nie an die wichtigen Informationen, die ein Tagesprofil her gibt. Erstelle ich aber nur alle drei Tage ein Tagesprofil, erhalte ich (mit ca. gleich vielen Teststreifen) aussagekräftige Ergebnisse. Für die überängstlichen: wie häufig ich Tagesprofile erstelle, hängt von der Zuverlässigkeit der Messungen bezüglich "übertragbarkeit" ab. Läuft alles planmäßig immer gleich, genügt vielleicht sogar nur eine Messreihe je Woche. Zwischenmessungen zur Sicherheit spielen dabei keine statistische Rolle.
Ich befürchtete bereits nach Hobbits Zwischenfrage, mich wieder mal unbeliebt zu machen. Aber ein mathematisches (bzw. statistisches) Grundwissen ist einfach nötig, will ich Tagesprofile richtig begutachten. Gerade in Diagrammen muss man dann nicht allzuviel rechnen, sondern kann mit etwas Übung sehr viel mit Augenmaß abschätzen, wie es Susanne bewiesen hat.
Einen Gedanken will ich noch zu Software, die ein Tagesprofil (oder besser mehrere im Vergleich) darstellt, los werden.
Wer glaubt, nur mit einer guten Software schon die Lösung für ein optimales Diabetes-Management erstanden zu haben, irrt sich gewaltig. Das ist wie der Taschenrechner bei einer Mathe-Prüfung die nur aus Textaufgaben besteht. Wenn man nicht weiß, um was es geht, kann der auch nicht helfen. Vor Jahren erzählte mir ein Diabetiker, sich Diabass besorgt zu haben, weil sein Arzt das auch hat. Die Antwort auf meine Frag, was er denn damit mache, blieb er mir schuldig. So ähnlich sehe ich das auch mit Software, die in BZ-Messgeräten integriert sind. Mit der kann nur vernünftig arbeiten, wer einwenig Ahnung davon hat. Jede Software kann nur eine Entscheidungshilfe sein. Auch wenn man meint, (z.T. im TV beworben) ich messe meinen Blutzucker und mein Gerät sagt mir, was ich jetzt spritzen soll … noch treffe ich meine Entscheidungen selbt und lasse mir auch nicht von irgend einem Diagramm etwas vorschreiben, vorallem dann nicht, wenn ich nicht weiß, was der Programmierer da gebastelt hat. Selbst wenn ich synchron Software meines Arzt verwende, kann das nur klappen, wenn ich damit klar komme. Der Arzt sieht mich nur einmal im Vierteljahr. Ich muss aber immer damit arbeiten. Wollte mein Arzt von mir meine Daten aufbereitet haben, müsste er mir SEINE Software zur Verfügung stellen. Ich selbst würde aber weiter mit meiner selbst gebastelten Excel-Software arbeiten. Mein Arzt begnügt sich aber mit dem Auslesen der Daten meines BZ-Messgerätes und stellt mir nur bei Unklarheiten Fragen, die ich aus meinem (elektronischen) Tagebuch beantworten kann.
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Gyuri am September 12, 2014, 09:13 ---Wer glaubt, nur mit einer guten Software schon die Lösung für ein optimales Diabetes-Management erstanden zu haben, irrt sich gewaltig.
--- Ende Zitat ---
Das ist der Status quo, ich denke das ist auch jedem der Ahnung hat klar. (ob künftige Software diesen Status ändern kann bleibt abzuwarten).
Was die Software aber leisten kann: die vorhandenen Daten so aufbereiten, dass der Auswertende leichter damit umzugehen vermag. Mit einer Detailansicht einer Bilddatei in einem Hexeditor kann ich nichts anfangen. Dieselben Daten in einem Bildbetrachtungsprogramm sagen dagegen jedem Laien was.
Mein Cozmanager liefert die Daten meiner Pumpe in Listenform. Das sagt mir nicht soviel, wie dieselben Daten in SiDiary dargestellt. Und ich denke, da bringt AGP eine neue Perspektive rein.
Viele Grüße,
Jörg
Taurec:
Das System von Abbot ist ja jetzt offiziell unter dem Namen "FreeStyle Libre" zu erhalten.
Preise wie folgt:
1. Starterkit (1 Lesegerät + 2 Sensoren): 159,90 €
2. Lesegerät als Einzelbestellung: 59,90 €
3. Sensor als Einzelbestellung: 59,90 €
Ein Sensor hält 2 Wochen
Laut Aussage Abbot gibt es bis dato noch keine Krankenkasse die die Geräte bezalt. Sie sind aber in Verhandlungen.
News/Infos zum Produkt unter: http://www.freestylelibre.de/
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