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Sport (Leistungssport?) und das Basal:Bolus Verhältnis

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vehikelneuling:
Hallo,

ich bin Sporttreibender, vielleicht könnte man meine Sportaktivität auch als Leistungssport bezeichnen, ich weiß es nicht.
Im Konkreten: Laufsport in der Saison 90 - 140+ Wochenkilometer, dazu Ausgleichsgymnastik und Sprinttraining zum Muskelaufbau.

Für mich stellt sich die Frage, ob mein Basis:Bolus Verhältnis, welches deutlich verschoben ist, noch ausreichend gut ist?
Zur Info: Mein Basal:Bolus Verhältnis rutscht in den Trainingshochphasen deutlich unter 30:70 (Basal:Bolus).

a. Wie sehen die "Sportskanonen" hier im Forum die Thematik?

b. Wie ist das Verhältnis bei euch, wenn ihr viel Sport macht?

c. Oder ernährt ihr euch dementsprechend, sodass euer Basal-Bolus-Verhältnis im Verhältnis nahe 50:50 bleibt?
Dementsprechend meint, dass ihr die Kohlenhydratmenge senkt und Fett- und Eiweissmengen steigert.

Mit einem Gruß

PS. Ich lese teilweise, dass Ausdauersportler teilweise eine fettbetonte Lowcarb-Ernährung praktizieren, das erscheint mir auch nicht wirklich gesund.
Mein Problem ist zudem, dass ich kaum die Mengen essen kann, die ich verbrauche. Ich kann keine gehaltvollen 5.000 Kalorien durchschnittlich pro Tag vertilgen, um nicht an Gewicht zu verlieren.
Und ich weiß, weniger Sport wäre auch eine Lösung.

Adrian:
30:70 oder 70:30?

Bei Sport braucht man ja erstmal weniger Bolus. Ist das bei dir anders?

vehikelneuling:
Hallo,

also das Verhältnis ist bei mir in der Hochphase: ca. 30% Basal : 70% Bolus.

Die Sache mit dem Bolus, das ist schwierig, denn im Grunde sporte ich komplett ohne Boluswirkung und mit reduzierter Basalrate.
Ich reduziere nur marginal die Bolusmenge bei der Nahrungsaufnahme (nur) nach dem Sport, aber oft trainiere ich zweimal am Tag.
Ich esse schon sehr viel, vielleicht auch etwas kohlenhydratlastig.
Nudeln sind zwar sehr kohlenhydratlastig, aber man kann schön Kalorien damit aufnehmen, das macht die Sache so attraktiv.
Wobei Nudeln schon schwierig sind beim Verstoffwechseln, die schleichen bei mir sehr lange in einem Konglomerat mit Eiweiß und Fett ins Blut.

Hobbit:
Ich finde, du musst dir keine großen Gedanken darüber machen, wenn dein Basal-Bolus-Verhältnis nicht "normal" ist.
Vor einiger Zeit war ich auch bei ca. 20/80 (derzeit 25/75). Mein Arzt sah keinen Grund, die Einstellung zu ändern, nur um 50/50 anzustreben.

Kohlenhydratreiche Ernährung verschiebt das Verhältnis natürlich in richtung "mehr Bolus". Schon aufgrund der individuellen Ernährung kann man nicht pauschal sagen, dass man ein 50/50-Verhältnis haben muss.
Weiters könnte es sein, dass deine Bauchspeicheldrüse noch mitarbeitet (Insulin-Eigenproduktion!) und somit eventuelle Basallücken ausgleicht.
Priorität hat definitiv eine saubere BZ-Einstellung mit einem relativ niedrigen HbA1c OHNE Unterzuckerungen. Der Rest ist dann eigentlich fast egal :)

Ich habe HIER auch mal ein bisschen auf dem "festgeschriebenen" 50/50-Verhältnis rumgehackt :D

(edit: bin Typ1-Diabetiker mit ICT und bin definitiv im Freizeitsportbereich [Halbmarathon, davor mehr Fußball]; nur zur Einordnung)

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Hobbit am April 28, 2014, 17:04 ---Mein Arzt sah keinen Grund, die Einstellung zu ändern, nur um 50/50 anzustreben.

--- Ende Zitat ---

 :super:

Das würde ich auch nicht sehen. Diese Faustregeln sind ja eigentlich nur gedacht, um überhaupt einen Einstieg in die Insulintherapie zu finden. Manche mißverstehen das aber als festgeschriebenes Gesetz.

Wenn der Basaltest zeigt, daß alles in Ordnung ist, dann stimmt das auch. Und wenn dann noch die Korrektur- und BE-Faktoren zu einem normwertigen BZ führen ist alles optimal. Ob da dann 50/50 oder 90/10 rauskommt ist Jacke wie Hose. Ich stell meine Heizung im Winter auch nicht auf "3", sondern so, daß mir wohlig warm ist.  :zwinker:

Viele Grüße,
Jörg

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