Diabetesfragen > ICT - Basis/Bolus

Frage zu Umstellung von Actraphane 30/70 auf 50/50

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thomas099:
Hallo zusammen,

ich bin seit ca. 5 Jahren Typ2 Diabeteker und bin bis vor 5 Tagen gut mit Actraphane 30/70 zurecht gekommen.

Da ich aber seitdem ich aufgehört habe zu Rauchen kontinuierlich zunehme (aus welchen Gründen auch immer) wurde ich nun umgestellt auf Actraphane 50/50.

Und um "herauszufinden" wie stark sich der Zuckerspiegel nun senkt da das Insulin ja stärker dosiert ist, messte ich alle 1 Std. den Zuckerspiegel bis zu 6 Std nach Injektion.

Gespritzt wird alle 12 Std.

Nun muss ich aber feststellen das sich mein Zucker garnicht verbessert, sondern ganz im gegenteil sich so verhält als würde ich mich nicht Spritzen.

Das ganze "protokollierte" ich nun 3 Tage mit und zog für mich die Reißleine und nutze nun ersteinmal wieder mein altes Insulien 30/70 mit 40 Einheiten beim spritzen, vorher hatte ich 30 Einheiten.

Nun ist mein Zuckerspiegel wieder fast perfekt aber ich verstehe nicht warum das Actraphane 50/50 nicht wirkt schliesslich ist es ja stärker und enthält das gleiche wie das Actraphne 30/70.

Actraphane 50/50 wurde mit 30 Einheiten gespritzt.

Mein Arzt hat nun mittlerweile bis ins nächste Jahr Urlaub und kann ihn daher nicht Fragen.

Hat vielleicht hier jemand eine Ahnung oder Theorie wie so etwas sein kann?

Desweiteren würde mich interessieren woran kann das liegen das das Insulin (Actraphane 30) generell erst einige Stunden später wirkt obwohl 30% ja eigentlich gleich wirken sollten und die 70% über längeren Zeitraum.

Spritzen tue ich immer in Oberschenkel.

Laut meinen Arzt sollte Bauch schneller wirken aber das versuchte ich auch schon wie oben beschrieben (mit dem messen stündlich bis zu 6Std nach Injektion)
aber da rührt sich nichts , glaub der ist zu dick :D

Gibt es da vielleicht noch bessere stellen zum spritzen wo das Insulin schneller einwirken kann?

Laut diversen Seiten im Netz wird noch der Po empfohlen aber da komm ich ja nicht wirklich ran :)


mfg

Thomas

Gyuri:
Die verschiedenen Mischinsuline sind nicht wirklich verschieden STARK. Sie wirken nur verschieden verzögert, weil es aufgrund des Mischungsverhältnis zu unterschiedlichen Wirkkurven kommt.

Bei einer "normalen" ICT wird ja auf ein festes Mischungsverhältnis zu Gunsten einer individuellen Verabreichung eines schnell wirkenden Insulins in Verbindung mit einem anders (langsamer) wirkenden Basalinsulin aufgegeben und getrennt gespritzt.

Ich habe früher auch mal versucht, mit verschiedenen Mischinsulinen auf mich zugeschnittene Wirkkurven zu erzeugen. Ich habe es dann aufgegeben und auf ICT umgestellt. Einziger "Nachteil": man sticht sich vielleicht ein zwei mal öfter am Tag und benötigt dazu zwei verschiedene Pens. Man kann aber viel besser auf Mahlzeiten reagieren, ohne an der Basalversorgung etwas zu verändern.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum so eine Mischinsulin-Strategie überhaupt noch verordnet wird.

thomas099:
Achso Ok.

Mein Arzt hätte es lieber dasich schnell wirkendes Insulin seperat spritze (Mahlzeit) und 2 mal am Tag langwirkendes Insulin weiterhin spritze,insgesammt dann 5x Täglichmit allem drum dran.

Kommt mir persönlich etwas viel vor aber wie man es an meinen werten sieht wohl fast unumgänglich sein.

Macht sich nur auf Arbeit etwas schlecht das ganze, wobei ich ja das bisherige 2x spritzen mit mischinsulin bevorzuge alle 12Std.

Gyuri:
Da darfst du schon mal auf deinen Arzt hören.  ;)
Warum sollte das "etwas viel" sein?
Macht dir das Zustechen etwas aus? Hast du dabei Hemmungen, Angst vor Schmerzen, Bedenken, dass dir jemand zusieht?
Das und vielleicht noch ein paar Argumente mehr hört man da öfter mal von … sagen wir mal Anfängern. Sobald du aber über diese Skrupel weg bist, sollte es dir nichts mehr ausmachen und du könntest die Vorteile einer ICT voll genießen.

btw: Gerade in der Arbeit (Schichtdienst?) bist du mit einer funktionierenden ICT um ein Vielfaches besser dran, als mit Mischinsulin.

Wenn dir die Strategie mit den zwei Insulinen schon angeboten wird, dann greife zu und mache was draus und bringe DEIN BZ-Management in geregelte Bahnen. Du weißt nicht, wie das geht? Entweder du vertraust auf Jahrzehnte alte und immer wieder modifizierte Erfahrungen, oder du befasst dich selbst damit (ich habe das teilweise getan). Der Erfolg wird dir so oder so Recht geben. Anregungen und Tipps, die auf Erfahrung beruhen, kannst du dir in Foren holen, Schulwissen vom Facharzt und/oder Schulungen.

Joerg Moeller:
Ich würde eine CT (Konventionelle Therapie; 2x tgl. spritzen von Mischinsulin) auch vorziehen wenn es funktioniert.

Wenn es nicht funktioniert bist du mit einer ICT (intensivierte konventionelle Therapie; Basal und Bolus wird getrennt gespritzt) aber deutlich flexibler. CT ist wie Busfahren: es gibt feste Haltestellen und nur an denen kann man ein und aussteigen. ICT ist dann eher wie Autofahren: du bestimmst selber, wo du anhältst.

Wenn das vorher mit der CT schon auf der Arbeit funktioniert hat, dann funktioniert das mit der ICT auch. Du kannst ja auch da anhalten, wo es früher der Bus auch getan hat. Du musst dann nur eben selber dran denken, weil du dir ja vorher noch das Insulin für das Essen spritzen musst. Dafür kannst du aber auch selber bestimmen, wie stark du auf die Bremse trittst, d.h. wieviel Insulin du für diese Mahlzeit brauchst und mußt nicht mit dem Vorlieb nehmen, was das Mischinsulin vorgibt.

Es ist mehr Aufwand Auto zu fahren. Aber man ist flexibler als mit dem Bus :zwinker:

Viele Grüße,
Jörg

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