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Kann das stimmen????

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Tomik:
Hallo,

aus kriminalistischer Sicht kam es in der Vergangenheit des öfteren vor, dass Menschen durch eine Überdosis Insulin ums Leben kamen. Dabei musste eine größere Menge verabreicht werden, so dass der betroffene bzw. sein Körper nicht mehr die Zeit und die Möglichkeit fanden, dagegen zu wirken.

In den meisten Fällen hingen die Überlebenschancen dabei von der Leistungsfähigkeit des Körpers ab. Ältere Menschen starben meist an den Folgen der Insulinmenge. Ein noch leistungsfähiger Körper hat weitaus bessere Möglichkeiten, seine diversen Energiereserven aus Leber und Muskel zu mobilisieren um so das Gehirn zu versorgen. Dabei konzentriert sich der Energiehaushalt in erster Linie auf die Nervenzentren.
Ergo: Wenn so große Mengen an Insulin verabreicht werden, dass auch sämtliche körpereigenen Energiereservern nicht mehr ausreichen gibts es nur noch eine logische Konsequenz.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich berichten, dass ein Koma über mehrere Stunden noch keine geistigen Schäden verursacht. Na ja - vielleicht wäre ich ohne diese Erfahrung ein 2. Einstein geworden.  :patsch: 

Ciao
Tom

Joerg Moeller:
Ja, das ist möglich (und wird gelegentlich auch gemacht).

Es kommt vor allem auf die Menge an (aber auch auf die Art).

Wenn der BZ zu schnell abfällt finden im Körper Veränderungen (der Osmolarität) statt, die zu einem Hirnödem führen können. (Wasseransammlung im Gehirn)
Wenn das zu groß wird kann es auf das Stammhirn drücken und die Atmung bleibt stehen.

Weiter findet durch eine große Menge Insulin eine Verschiebung von Kalium statt (das verschwindet dann in den Zellen), und zu wenig Kalium (Hypokaliämie) führt zu Herzrhythmusstörungen.

Die Leber - die sonst bei Hypos anspringt - wird durch das Zuviel an Insulin ausgebremst, daher kann von da nichts kommen.

Einen Fall von "Tod durch Überdosis" hab ich selber miterlebt (da war aber auch noch Alk im Spiel; der Pat. wurde mit einem BZ von 6 (sechs!) mg/dl aufgefunden.
Eine Kollegin von mir hatte das auch mal als Suizid versucht, ist aber auf unserer Intensivstation wieder zu sich gekommen. (Keine Ahnung, wieviel die sich gespritzt hat)

Angela:

--- Zitat von: Jörg Möller am Juni 29, 2005, 12:05 ---Einen Fall von "Tod durch Überdosis" hab ich selber miterlebt (da war aber auch noch Alk im Spiel; der Pat. wurde mit einem BZ von 6 (sechs!) mg/dl aufgefunden.

--- Ende Zitat ---
Na gut mit einem größeren Schuß Alkohol is ja das dann überhaupt der Hammer.

Lies:
Also ist es richtig, es würde gehen, wenngleich auch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Die werde ich dann aber in dem Forum lieber nicht erwähnen.
Wenn der Betreffende nicht selbst Diabetiker ist, wird er wohl kaum jemanden finden, der ihm die nötigen Mengen überlässt, die erhalten den ja selber am Leben.

Theoretisch aber geht alles, der *Lieferant*  könnte auch vortäuschen, sein Insulin durch einen Unfall verloren zu haben, dann kriegt er natürlich neue Ampullen.

Breitgefächert besprochen wird das wohl nirgendwo, sodass man die benötigte Menge mit Sicherheit auch nicht erfährt.

Komatös über viele Stunden ergibt also auch nicht zwangsläufig einen Hirnschaden, auch interessant.

Danke allen für die Einlassung auf das Gespräch.

Lies


 

LordBritish:

--- Zitat von: Jörg Möller am Juni 29, 2005, 12:05 ---Einen Fall von "Tod durch Überdosis" hab ich selber miterlebt (da war aber auch noch Alk im Spiel; der Pat. wurde mit einem BZ von 6 (sechs!) mg/dl aufgefunden.
Eine Kollegin von mir hatte das auch mal als Suizid versucht, ist aber auf unserer Intensivstation wieder zu sich gekommen. (Keine Ahnung, wieviel die sich gespritzt hat)

--- Ende Zitat ---

Stimmt mit Alk gehts deshalb soll man ja auch bei Alkohol Genuss in der Nacht eine Kontrollmessung einbauen,
da der Körper sich nicht mehr selber helfen kann.
 :kreisch: 6 mg/dl das man das überhaupt noch messen kann...

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