Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Typ 1 neu mit 57 Jahren,
Wolfgang:
Hallo Jörg,
ich habe im Leben noch nie gern halbe Sachen gemacht ;). Aber im Ernst. Nach dem Anfangsschock habe ich als alter Physiker beschlossen, die Sache offensiv anzugehen, denn die Fakten sind nun mal da und auch durch Nachdenken nicht zu beheben.
Das heißt konkret: Ich habe bei meiner sehr guten Schulung bei Frau Weber in der Praxis Dr. Horn (Lübeck) die Dame nach Gott und der Welt gefragt. Dazu bin ich dort mit Unmengen Literatur versorgt worden, die ich leider erst lesen konnte nachdem meine Augen sich neu eingestellt hatten.
So versorgt spritze ich nun fröhlich vor mich hin, gönne mir auch mal ein Eis oder ein Bierchen und habe den BZ zwischen 70 und 130 bislang gehalten. Da meine Hausärtztin auch Diabetologin ist, fühle ich auch medizinisch gut betreut.
Mal sehen ob und wann ich eine Krise bekomme, aber eigentlich bleibe ich Optimist.
Gruß, Wolfgang
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Wolfgang am Juni 03, 2005, 17:35 ---So versorgt spritze ich nun fröhlich vor mich hin, gönne mir auch mal ein Eis oder ein Bierchen und habe den BZ zwischen 70 und 130 bislang gehalten. Da meine Hausärtztin auch Diabetologin ist, fühle ich auch medizinisch gut betreut.
--- Ende Zitat ---
Ist doch optimal. Und es unterstreicht die These "Man kann zwar krank sein, muß sich aber nicht unbedingt krank fühlen" :super:
Joa:
Hallo Wolfgang,
--- Zitat von: Wolfgang am Juni 02, 2005, 15:21 ---
mein Diabetes ist festgestellt worden ... Diagnose: Diabetes ... Bz so um die 460 ! ... HbA1: 13,5 ! ... signifikante Antikörper vorhanden.
Zusätzlich Schiddrüsenunterfunktion (auch eine Autoimmunreaktion) ... klare Sache: Typ 1 !
--- Ende Zitat ---
Mich hatte ER mit 32 Jahren ereilt.
In der Diabetes Klinik in Bad Mergentheim lernte ich später die Unterscheidung zwischen den Diabetestypen 1a und 1b kennen.
Aus der "Pumpenschulung" (Stand 94) die es als Blattheftung gab die Angaben für Typ 1b:
+++
Manifestation: junge oder ältere Erwachsene. > 25 Jahre (deutlich) mehr Frauen als Männer
Ursachen: langsamer Autoimmunprozes, weitere Autoimmunkrankheiten (z.B. Vitiligo, Rheuma, Schilddrusenüberfunktion)
ß-Zellerschöpfung: Bis vier Jahre nach Manifestation.
Insulinbedarf: 1/2 IE/kg Körpergewicht je 24h
Insulinempfindlichkeitskurve: relativ geringer Dawnmehrbedarf, danach fast flach, d. h. ohne nennenswerten Bedarfsanstieg am Abend.
+++
Bei mir trifft das so ziemlich zu. Nach der Remission [so etwa 2 Jahre] bekam ich dann massiv Schwierigkeiten mit den Nächten,
weil die Insulinempfinglichkeit da sehr hoch lag. Erst mit der Pumpe war das in den Griff zu bekommen.
Ich brauchte damals (unterdessen hat es sich ein Stück erhöht) so etwa 0,15 IE/h über mehrere Stunden der Nacht.
Auch Dr. Teupe unterscheidet zwischen 1a und b, was nicht wundert, da er bis Anfang der 90er Oberarzt in der DK Mergentheim war.
Vielleicht helfen Dir die Angaben ein wenig zur Groborientierung.
Gruß
Joa
Wolfgang:
Hallo Joa,
vielen Dank. Ich habe da noch ein paar Fragen ???.
Wie lange hat bei Dir der "honeymoon" gedauert? Laut meiner Doc bin ich da auch noch drin und spritze so 3IE per 5BE per Daumen und Meßwert Bolus tagsüber und 4IE Basis auf 1BE zur Nacht. Damit liege ich morgens so um die 100-120. Tagsüber habe ich zwischen 70 und 140 und bin eigetlich damit zufrieden.
Was bitte ist der Unterschied zwischen 1a und 1b ?
Wer ist Dr.Teupe, auf den ich hier schon mehrmals gestoßen bin? Ich bin mit meiner ambulante Behandlung durch meine Doc (Hausärztin und Diabetologin, Diabetische Spezialpraxis in Lübeck) sehr zufrieden, da ich dort immer als "mündiger Patient" aufgenommen werde.
Gruß, Wolfgang
Joa:
--- Zitat von: Wolfgang am Juni 27, 2005, 22:55 ---
Wie lange hat bei Dir der "honeymoon" gedauert?
--- Ende Zitat ---
Hoeymoon wird auch Remission genannt. Das waren bei mir ziemlich genau 2 Jahre.
--- Zitat ---
Was bitte ist der Unterschied zwischen 1a und 1b ?
--- Ende Zitat ---
Tja, wenn ich das mal so genau sagen könnte. Aus der bereits zitierten Pumpenschulung einfach mal die Angaben für Typ 1a:
Manifestation: Kindes- und Jugendalter ( aber letzlich so bis 25 Jahre)
Ursachen: schneller Beginn als Autoimmunprozess
ß-Zellerschöpfung: Tage bis Monate
Insulinbedarf: 2/3 IE /h je kg Körpergewicht.
Bedarfskurve: zweihügliges Bearfsprofil mit ausgeprägtem Dawn und deutlichem abendlichen Insulinmehrbedarf
Daneben gibt es in diesem Schema auch noch den Typ 1ac oder bc.
Das sind die Menschen, die ein deutliche Insulinresistenz haben, welche sich im Einzelfall im späteren Lebensverlauf als Typ 2 Diabetes bemerkbar gemacht haben könnte.
Bei denen ist der Insulinbedarf im Durchschnitt dann um etwas 1/3 höher. Das wird verschiedentlich auch als "Doppeldiabetes" bezeichnet.
--- Zitat ---
Wer ist Dr.Teupe, auf den ich hier schon mehrmals gestoßen bin?
--- Ende Zitat ---
Dr. Teupe hat einen hervorragenden Ruf, besonders unter Diabetikern die bei ihm waren. Insbesondere hat er sich auf die Behandlung mit der Insulinpumpe spezialisiert, welche IMHO die bislang sinnvollste und "naturnächste" Therapieform darstellt. Gegenüber früher, als Teupe einer der relativ Wenigen mit Plan von Diabetes war, gibt es heute sicherlich viele kompetente Mediziner und Fachkräfte, da sich unterdesse ja auch manches zum Allgemeingut entwickelt hat.
btw. Als vermutlicher Typ 1b kann es durchaus sein, dass Du nach dem Ende der Remisson bei recht hoher Insulinempfindlichkeit mit den recht groben Dosierungen aus dem Pen Schwierigkeiten haben könntest. Daher rate ich Dir einfach mal, Dich schon frühzeitig mit der CSII als Therapieform zu befassen.
Nähere Infos zu Teupe und seinen Konzepten kannst Du z. B. auf den Seiten von Matthias Chrostek finden:
http://www.chrostek.de/teupe/curricul.html
Dort findest Du eine von Matthias hervorragend zusammengefasste Darstellung einiger Kernpunkte, die sicher auch für Dich als ICT' ler sehr interessant sind.
Gruß
Joa
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