Autor Thema: Korrektur Insulin  (Gelesen 1441 mal)

Offline Hinerk

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Korrektur Insulin
« am: Juni 17, 2017, 12:24 »
Moin,
immer wieder ist zu lesen, dass notwendige IE für Korrekturen nicht gespritzt werden.

Meiner Meinung nach kann nur ein DiabetikerIn mit getesteter ausreichender Eigenproduktion diesen Weg gehen.
ohne entsprechende Eigenproduktion wird nie ein vernünftiger BZ Level erreicht werden.

Denn selbst eine exakte Bulusmenge wird den BZ nur auf der bisherigen Höhe  halten.

Üblicherweise wird die Eigenproduktion bei der Ermittlung der  Basal Mengen oder Bolus Faktoren einfließen und damit bei der notwendigen Korrekturmenge Berücksichtigung finden

MlG

Hinerk

Manch neue Leser könnten  das nicnt Berücksichtigen von Korrekturen falsch verstehen,
« Letzte Änderung: Juni 17, 2017, 15:23 von Hinerk »
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Offline Joerg Moeller

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #1 am: Juni 19, 2017, 13:12 »
immer wieder ist zu lesen, dass notwendige IE für Korrekturen nicht gespritzt werden.

Wo ist das zu lesen? Wenn es da nicht aus dem Kontext hervorgeht (z.B. dass ein DM2er das so praktiziert), dann wäre es vielleicht sinnvoll es direkt dort zu ergänzen.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Kladie

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #2 am: Juni 19, 2017, 20:35 »
Hallo Hinerk,

Zitat
orginal Hinerk:
Üblicherweise wird die Eigenproduktion bei der Ermittlung der  Basal Mengen oder Bolus Faktoren einfließen und damit bei der notwendigen Korrekturmenge Berücksichtigung finden
Wem das gelingt ist ein Magier. Genau wie die, die behauppten den eigenen BZ exact vorausberechnen zu können.



Als Beispiel sei folgende Grafik angefügt:


Hier hatte ich richtig fürs Mittagessen gespritzt (ca 15:00 Uhr) aber etwa eine gute halbe Stunde später eine Tüte Haribos gegessen. Mir war kar, dass mein BZ sehr hoch gehen würde aber ich lehne es ab in eine Insulinwirkung nachzuspritzen. Deshalb ist es ein schönes Beispiel wie mein Eigeninsulin mit diesen "ZuckerBE's" umgegangen und fertig geworden ist.
Es brauchte etwa von 17:00 Uhr bis 21:00 Uhr um einen BZ von 250 mg/dl auf 100 mg/dl zu reduzieren. Natürlich mit Hilfe des Mahlzeiteninsulins ( 15 IE )
Hier die Meßwerte:
14:51 ==>    91 mg/dl
15:46 ==>  130 mg/dl
16:43 ==>  229 mg/dl
17:11 ==>  252 mg/dl
18:26 ==>  224 mg/dl
19:47 ==>  143 mg/dl
21:12 ==>  104 mg/dl

ich habe keine Ahnung wieviel Eigeninsulin ich noch habe aber ich sehe das Resultat und es reicht mir aus. Ich war eben mal unvernünftig. Passiert ja auch glücklicherweise nur sehr selten!
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Offline Hinerk

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #3 am: Juni 20, 2017, 02:12 »
Moin Kladie,

" aber ich lehne es ab in eine Insulinwirkung nachzuspritzen."

wenn Du für eine bestimmte Menge Kh Insulin gespritzt hast, dann hast Du  sicher soviel gespritzt das es zu den Kh passte.
wenn Du dann weitere Kh zu Dir  nimmst dann brauchen diese auch die passende Insulin Menge.
Was bewegt Dich den BZ Anstieg einfach hinzunehmen.
Versuch doch mal über Deinen Schatten zu springen.

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Hinerk
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Offline Kladie

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #4 am: Juni 20, 2017, 09:45 »
Hallo Hinerk,

Zitat
orginal Hinerk:
Was bewegt Dich den BZ Anstieg einfach hinzunehmen.
mein Beispiel war eine Ausnahme! Ich nehme BZ Anstiege normal nicht einfach hin sondern tue vorher was dagegen.

Zitat
orginal Hinerk:
Versuch doch mal über Deinen Schatten zu springen.
Als ich mich entschloss nicht auf die Lehrbuchmeinungen allein zu vertrauen bin ich schon über meinen Schatten gesprungen. Ich will es nicht zu meinem Hobby machen.



Ich bin der Meinung, dass in eine Insulinwirkung hineinzuspritzen beim T2 fast nie zu einem zielführenden Ergebnis kommt - deshalb verzichte ich darauf. Natürlich könnte ich bei zusätzlichen KHs zusätzlich spritzen aber ich bin kein Korrekturfreak. Das sollen Type1 Diabetiker machen, für die es notwendig ist. Ein Type 2 wie ich hat so etwas nicht nötig. Ist auch wesentlich einfacher als sich ununterbrochen  Gedanken über die richtige Menge Insulin bei nur grob geschätzten KHs zu einem bestimmten Zeitpunkt machen zu müssen. Das soll jeder so machen wie er es für richtig hält.
Wer unbedingt korrigieren will soll es tun. Es sollte nur jedem klar sein, dass es auch Alternativen gibt wenn man ein Type 2 Diabetiker ist.
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Offline Joerg Moeller

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #5 am: Juni 20, 2017, 10:43 »
Ich bin der Meinung, dass in eine Insulinwirkung hineinzuspritzen beim T2 fast nie zu einem zielführenden Ergebnis kommt - deshalb verzichte ich darauf.

Wenn Du das für dich so machen willst - okay.

Richtig im Sinne von "für alle gültig" ist es aber dadurch nicht. Wenn du schon einen Bolus für das Mittagessen brauchst, dann brauchst du den ebenso für weitere BE. Es sei denn im ersten Bolus sind die KH aus dem Nachtisch schon eingerechnet.
Wenn deine Betazellen sich da noch ein bißchen beteiligen, dann kommst Du immer von einem erhöhten BZ wieder auf Normwerte. Es geht aber darum Folgeschäden zu vermeiden, und da hat man die besten Chancen, wenn man BZ-Werte wie ein Nicht-Diabetiker hat. Und da kann man sich an den Normwerten für einen oGTT orientieren: https://de.wikipedia.org/wiki/Oraler_Glukosetoleranztest#Interpretation

Sonst ist das so wie "Hey, die Hütte brennt. Aber ich ruf die Feuerwehr nicht, das Feuer geht ja auch von alleine aus, wenn es keine Nahrung mehr findet".

Was man nicht machen sollte: in ein noch laufendes Insulinprofil korrigieren. Dann kann man nämlich in der Hypo landen.

So wie du es gemacht hast warst du 6 Stunden später wieder im Normbereich. Mit der richtigen Insulinierung hätte man das früher erreichen können. Und eine Hypo wäre da unwahrscheinlich gewesen, denn die Betazellen stellen ihren Output ja ein, wenn der BZ sinkt. Für die wäre es eher eine Unterstützung gewesen, weil das externe Insulin die Sekretionslast mindert.

Verminderte Sekretionslast hat zwei Vorteile:
1. die Betazellen halten länger durch und
2. ohne hohe Sekretionslast wir weniger Pro-Insulin ausgeschüttet, was sich günstig auf das Körpergewicht auswirkt. Denn Pro-Insulin hat nur einen Bruchteil der BZ-senkenden, dafür aber 100% der Fett aufbauenden Wirkung von fertigem Insulin.

Wie gesagt: du kannst machen was du willst, aber wie Hinnerk eingangs in diesem Thread schon erwähnte lesen hier auch andere einfach nur mit (und das sind nicht wenige!) und die sollten sich schon ein neutrales Bild davon machen können.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Hinerk

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #6 am: Juni 20, 2017, 11:00 »
Moin Kladie,

Zitat. Kladie
Natürlich könnte ich bei zusätzlichen KHs zusätzlich spritzen aber ich bin kein Korrekturfreak.
Zitat ende

Wenn Du zusätzliche Kh. insulierst dann ist es doch keine Korrektur sondern BE Abdeckung.

MlG

Hinerki
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Offline Kladie

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #7 am: Juni 20, 2017, 13:37 »
Hallo Hinerk,

Wenn ich in eine laufende Insulinwirkung zusätzlich spritze bezeichne ich das als Korrektur. Ob zwischendurch was gegessen wurde ist für mich egal. (Etwas essen kann man ja auch als Korrektur bezeichnen wenn zuviel gespritzt wurde.)

Ich sehe alles genau wie Joerg. Allerdings unterstelle ich den Mitlesern nicht, dass sie so dumm sind und meine Vorgehensweise eins zu eins übernehmen ohne entsprechende Tests und Versuche. Es ist müßg immer wieder darauf hinzuweisen aber Joerg korrigiert mich ja oft genug um Unfälle zu vermeiden.

@Joerg Moeller

Übrigens ist dein Feuerwehrbeispiel recht gut.
Allerdings: Beim Löschen von kleinen Bränden wird nämlich auch nicht mit einem C-Rohr gelöscht. Andernfalls sind die Wasserschäden ungleich höher als die vom Feuer.

Ich finde es auch nicht korrekt den Mitlesern Angst vor Folgeschäden einzureden nur weil man einmal für 2 - 3 Stunden über 200 mg/dl war. Da gibt es ganz andere Beispiele
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Offline Tarabas

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #8 am: Juni 20, 2017, 21:17 »

Ich bin der Meinung, dass in eine Insulinwirkung hineinzuspritzen beim T2 fast nie zu einem zielführenden Ergebnis kommt - deshalb verzichte ich darauf.
Ich verstehe das immer noch nicht. Es mag ja sein, daß Dein Eigeninsulin das noch abfangen kann. Aber mit externem wäre wohl die Spitze nicht bei 250 gewesen und Deine betas geschont.

Und wenn Du von Anfang an gesagt hättest: so das Essen hier und danach noch ne Tüte ... dann hättest du doch auch für die Gesamt-BE insuliert, oder?

(wobei es mich ja sehr interessieren würden, was passiert wäre, wenn Du gar nicht Mittag gegessen hättest und nur ohne Insulin die Tüte verputzt hättest)

Aber letztlich Deine Entscheidung.

Zitat
Natürlich könnte ich bei zusätzlichen KHs zusätzlich spritzen aber ich bin kein Korrekturfreak
.

nur gegen die Begriffsverwirrung: das ist keine Korrektur, wovon Du hier berichtest. Korrektur erfolgt aufgrund eines BZ-Wertes. Und in den ersten 2 oder drei Stunden sollte man in der Tat nicht in einen wirkenden Bolus hineinkorrigieren, weil man nie weiß, wieviel BE noch im Magen warten und wieviel IE noch wirken werden.

Das wovon hier die Rede ist, ist schlicht ein BE essen = IE spritzen. Das ist kein korrigieren.


Zitat
Wer unbedingt korrigieren will soll es tun. Es sollte nur jedem klar sein, dass es auch Alternativen gibt wenn man ein Type 2 Diabetiker ist.

Im übrigen hab ich auch eine Phase am Nachmittag, da komme ich fast von alleine wieder runter. Nur halt länger. Und manchmal nutzte ich das auch ganz bewußt, indem ich mir eben keine Gedanken mache. Aber mir ist dabei immer klar, daß es eigentlich anders besser wäre.


Typ 2 - Janumet 50/1000 - NovoRapid und Levemir - Freestyle Libre

Offline Dirk B.

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Re: Korrektur Insulin
« Antwort #9 am: Juni 20, 2017, 23:11 »
Mal eine Frage vom unwissenden aber interessierten Mitleser:

kann man die Produktion von Eigeninsulin beim T2 ermitteln (lassen). Ich bekam bei meiner Diagnose die Auskunft "...BS produziert kein Insulin mehr...". So richtig glauben kann ich das nicht, denn mein BZ fällt, zwar gestützt von Basal und Metformin, nach dem Essen immer noch "von alleine" daher ohne Bolusgabe wieder ab.

Viele Grüße

Dirk
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