Autor Thema: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison  (Gelesen 1170 mal)

Offline Doris

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Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« am: April 05, 2017, 07:26 »
Hallo in die Runde, ist hier vielleicht jemand, der mit Typ 2 eine Pumpe hat? Ich nehme wegen Asthma udn Addison unregelmäßig viel Cortison ein, mit jetzt 3 Insulinen ist der BZ kaum einstellbar, im Moment entgleist (HbA1c 10,7). Jetzt mit Freestyle libre etwas besser. Hat wer eine Idee?
Die Diabetologin sagt, man müsste es evtl. als Präzedenzfall durchklagen ... :(

Viele Grüße und noch einen guten Tag
Viele Grüße
Doris

Offline Hinerk

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #1 am: April 05, 2017, 07:41 »
Moin,
da gibt es vom Dr. Teupe ein Regelwerk, am besten Du rufst ihn an und schildert Deine Situation.

Es ist bekannt, dass Cortison sich  stark im Bereich des BZ auswirkt.

Wenn Du über den ev. Erfolg uns berichtest, wäre es hilfreich.

MLG

Hinerk
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Offline Kladie

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #2 am: April 05, 2017, 09:31 »
Hallo Doris,

in einem anderen Forum kannte ich einen T2 Diabetiker der eine Pumpe benutzte. Er hatte wegen einer Lactose Intoleranz und anderen Dingen auch einen sehr schwer einstellbaren BZ und hat dagegen eine Pumpe bekommen. Sein HbA1c konnte bis auf ~ 5% gesenkt werden.

Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert und es beginnt auch ein langsamer Umdenkungsprozeß bei Ärzten und Krankenkassen. Siehe hier:
http://www.blood-sugar-lounge.de/2017/03/insulinpumpen-und-cgm-systeme-helfen-auch-typ-2-diabetikern/
Wir sollten aus der Vergangenheit lernen
und in der Zukunft alles ausprobieren.

Offline Gyuri

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #3 am: April 05, 2017, 10:32 »
(…) und es beginnt auch ein langsamer Umdenkungsprozeß bei Ärzten und Krankenkassen. (…)

Meine Frau (auch eine Doris, auch schon HbA1c >11% gehabt - aktuell 8,6%) erlebt gerade, dass sich ihre kranke Kasse sehr schwer mit dem Umdenken tut. Pumpe ist bei ihr zwar noch kein Thema, aber schon mit der notwendigen Glukoseüberwachung hapert es gewaltig. Der Arzt hätte schon lange "umgedacht" nur die Barmer stellt sich zickig an und nimmt sogar eine bereits zugesagte Sensorversorgung wieder zurück.

Nach einem klärenden Gespräch mit seinem Diabetologen gilt es dann die wirklich schlimme Hürde der kranken Kasse zu überwinden. Da ist dann u.U. ernsthaft über einen Kassenwechsel nachzudenken.
Gruß vom Gyuri
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Offline Joerg Moeller

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #4 am: April 05, 2017, 11:04 »
Mit der Pumpe ist das Problem aber auch nicht aus der Welt. Die arbeitet ja nicht automatisch, d.h. Abgeben eines Bolus musst Du da ebenso manuell wie mit dem Pen.

Worauf es bei Cortison&insulinpflichtiger Diabetes ankommt ist die Dosierung. Und das können dann schon mal ein paar Hundert Einheiten pro Tag werden, deswegen sollte man da schon wissen was man da macht.
Beim Insuliner kann man dafür eine Dosierhilfe in Kartenform bekommen: https://www.insuliner.de/insublog/wordpress/2009/11/29/cortison-karte-neu-und-druckfrisch/

Einen Artikel von Dr. Teupe habe ich dazu auch, aber den kriegst du von mir erst, wenn Du mir versprochen hast, da keine Alleingänge zu machen, sondern das erst mit Deiner Diabetologin durchzusprechen.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Joa

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #5 am: April 10, 2017, 21:48 »
Hallo Doris,

ich möchte ergänzen, dass bei Morbus Addison der Bedarf einer externen Substitution von Cortison in einem Versagen der Nebennierenrinde begründet ist. Die Cortisongaben sind daher nicht im Sinne des Cortison-Schemas von Dr. Teupe zu werten, sondern sie zielen darauf ab, ein (möglichst) normales Cortisol-Level im Körper herzustellen.

Das Cortison-Schema würde erst dann anzuwenden sein, wenn aus anderen Behandlungsgründen eine höhere als physiologische Cortison-Dosierung erfolgt. Natürlich gibt es auch BZ-Entgleisungen, wenn der aktuelle physiologische Cortisonbedarf von der Cortisoneinnahme überschritten wird und es gibt auch Schwankungen im Bedarf, wie ggf. in der Eigenproduktion von Cortison (und anderen Hormonen der NNR).

Gruß
Joa
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Offline Doris

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #6 am: April 11, 2017, 06:15 »
Vielen Dank für eure Hilfe. Das Cortison brauche ich nicht nur wegen den Nebennnieren, sondern wegen einem Asthma auch. Das ist auch der Grund, warum die die Grätsche gemacht haben. Deshalb habe ich oft höhere udn wechselnde Dosierungen. Das Schema von Teupe hat mir jetzt mein DiaDoc gegeben, funktioniert ganz gut. Allerfings habe ich im Moment fast 200 IE Gesamt-Insulin. Ich denke, mit Pumpe muss ich zwar Boli selbst abgeben. aber die Anstiege kann ich durch Programmieren der Basalrate verhindern? Es geht morgens um 4 Uhr los, aus fast normaler Nacht, steigt der BZ um 200 mg/dl an innerhalb einer Stunde ... Das ist regelmäßig und könnte dann doch abgefangen werden? Wir werden den Antrag stellen, vor Jahren wurde er abgelehnt, da ging es mir aber noch besser.

Vielen Dank, viele Grüße
Doris
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Doris

Offline Hinerk

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #7 am: April 11, 2017, 09:13 »
Moin,
Wir Diabetiker sind alle unterschiedlich aber dann doch irgendwo wieder gleich.

Da das Kortison unabhängig von der Nahrungsaufnahme den BZ erhöht, kann es Sinn machen einen hohen BZ durch vorausschauende Insulierung zu vermeiden
Eine Maßnahme könnte sein die jeweiligen nötigen Insulin Mengen für BE und oder zur Korrektur zu erhöhen,
Die Erhöhung ist auszutesten
Weiterhin sollten die Messungen ca. alle 3 Std. stattfinden  um drohenden hohen Werten rechtzeitig vorzubeugen.
Das ist die Meinung eines Laien und sollte nur dazu dienen über alternative Möglichkeiten nachzudenken

MLG

Hinerk
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Offline Gyuri

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Re: Pumpe bei Typ 2, Cortisoneinnahme bei Addison
« Antwort #8 am: April 11, 2017, 09:24 »
Bitte meine Respektlosigkeit gegenüber Diabetiker-Göttern nicht persönlich nehmen! Ich denke jetzt nicht einmal direkt an Teupe, sondern mehr an einen Arzt, der auf einer Reha meiner Frau über den grünen Klee gelobt wurde.
(…) Das Schema von Teupe hat mir jetzt mein DiaDoc gegeben, funktioniert ganz gut. Allerfings habe ich im Moment fast 200 IE Gesamt-Insulin. (…) Es geht morgens um 4 Uhr los, aus fast normaler Nacht, steigt der BZ um 200 mg/dl an innerhalb einer Stunde ... Das ist regelmäßig und könnte dann doch abgefangen werden? (…)
Mit meiner Frau war ich auch bei einer Diabetologin, die nichts anderes wusste, als eingefahrene Strategien aus der Reha weiter zu verordnen, die nachweislich überhaupt nichts bewirkten. Sie gab uns eine (fehlerbehaftete) Tabelle an die Hand mit der aufgrund der präprandialen Messergebnisse bis zu 75 IE Bolus + 20 IE Basal über den Tag verteilt zusammen gekommen wären. Das bewahrte meine Frau aber nicht vor Werten ÜBER der 400er Grenze obwohl sie parktisch immer an der maximalen Bolusgabe war. Ich erhöhte "in der Not" die Dosis und wollte der Ärztin klar machen, dass es so nicht weiter gehen könne. Sie schimpfte, dass es unverantwortlich sei, über 100 IE am Tag zu spritzen. Ich sollte mich gefälligst an ihren Plan halten und die postprandialen Messungen sein lassen. "Dann müsste meine Frau aber wenigstens an einen strengen Diätplan einhalten?", meinte ich. "Nein, lassen Sie sie essen, was sie will!"
 :kreisch:
Ich unternahm das einzig richtige … ich wechselte den Arzt.
Nun geht es erst mal nicht nach Schema F. Meine Frau kommt zurzeit auf 110IE + 20 IE Basal pro Tag (aber anders verteilt) und pendelt jetzt wieder auf einem Tagesmittel von ca. 250mg/dl ein. Das hört sich schlimm an, ist aber besser geworden. Eine Erhöhung auf 200IE täglich (oder gar noch mehr) halte ich bei meiner Frau auch für den falschen Weg, auch wenn sie dann im Mittel auf vielleicht 200mg/dl runter käme.
Pumpe? Die wäre sicherlich auch bei einigen Typ2er zielführend. Aber mach das deiner kranken Kasse klar. Viel Erfolg!

NIEMALS würde ich eine allgemein gültige Therapieempfehlung aussprechen!
Wenn eine Therapie aber überhaupt nur eine Verschlechterung bewirkt, kann sie nicht richtig sein, egal wer sie ersonnen hat. Schlimmer schlimm wird es, sich auf eine Lehrmeinung zu berufen, bei der es (vielleicht) gar nicht um den konkreten Fall geht.
Gruß vom Gyuri
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Ihre Ideen zünden.
Sie sind nicht aufzuhalten.

 

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