Autor Thema: Fiasp  (Gelesen 1399 mal)

Offline Gyuri

  • Special Member
  • *****
  • Beiträge: 1834
  • Country: de
  • Diabetestyp: DM 2
  • Therapie: Insulin-Pen
Re: Fiasp
« Antwort #10 am: Mai 05, 2017, 22:28 »
(…)
Ich habe gerade wieder einen Aufsteh-Anstieg von 90 auf 150, aber es sind eben nicht immer diese +60. Daher ist zum Aufstehen ein Bolus nur schwer zu kalkulieren. (…)
Eben WEIL es immer Schwankungen geben kann, ist es ein mühsames bis hoffnungsloses Unterfangen einen festen Korrekturwert zu bestimmen. Ich weiß nicht wie ihr darüber denkt, aber ich löse dieses Problem, indem ich mich für den mittleren Tagesverlauf interessiere….

Ich kann jetzt einen GROBEN Vergleich von Apidra zu Fiasp aufzeichnen, muss mich aber gleich entschuldigen, weil ich dazu zwei verschiedene Libre-Diagramme verwenden muss.

(größer durch KLICK)

Aus diesen Diagrammen kann man nur jeweils die über Mediane gemittelte Tageskurfen entnehmen und (mit kleinen Einschränkungen) auch die Streuungen über den jeweiligen Zeitraum.

Ich kann euch versichern, dass die Dosierungen in beiden Zeiträumen in etwa gleich groß waren und etwa zur gleichen Zeit statt fanden. Über die genauen BE-Aufnahmen kann ich leider nichts genaues sagen, Unterschiede dürften sich aber eher in den Streuungen niederschlagen, die in beiden Zeiträumen … schlimm waren.

Den Freunden des HbA1c kann ich hier zeigen, dass von den schlmm geschätzten 10,8% auf weniger schlimm geschätzte 9,8% doch ein gewisser erster Erfolg zu verbuchen wäre.
Ich traue aber diesem Langzeitwert nicht über den Weg. Aber eines mag der aufmerksame Betrachter der Mediane erkennen.

Ich spritze meiner Frau gegen 6 Uhr 25 IE und gegen 8 Uhr noch mal 10 IE spritze. Frühstück gibt es erst gegen 9:30. Bei Fiasp fällt die Glukose schneller ab aber auch nur um ca. 70 mg/dl.
Da das Nieau seit Fiasp über Nacht aber etwas niedriger ist, Kommen wir jetzt dem vorläufigen Zielwert von 180 mg/dl etwas näher. Dumm nur, dass man einen Nüchternwert eher zwischen 80 und 120 mg/dl sehen will - ich jedenfalls.

Alles in allem gibt es mit diesen (vielleicht durch Fiasp) veränderten Werten für den Diabetologen etwas zum Überlegen. Ich bin aber davon überzeugt, dass mit Fiasp weiter gemacht wird.
Gruß vom Gyuri
Gar nicht krank ist auch nicht gesund
Nie wieder Sommerzeit
"auch wenn es sonst keinen interessiert…

Offline Rolon

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 64
  • Country: de
  • Diabetestyp: DM 1
  • Therapie: Insulin-Pen
Re: Fiasp
« Antwort #11 am: Mai 08, 2017, 11:21 »
Ich teste Fiasp seit 18.04.17. Da es sich aber "nur" um eine Modifikation des von mir seit langem aussortierten Insulin Aspart handelt hatte ich keine besonders großen Erwartungen. 

Die Praxis sieht  jedoch ganz anders aus. Ich habe das Letzte halbe Jahr auf Low Carb umgestellt, da es mir weder mit Novorapid, noch mit Apidra, oder Humalog und bei ausreichendem SEA möglich war mehr als 30g KH einzuwerfen ohne das der BZ anschließend meinen Toleranzbereich (3,9-8,3 / 70-150) nach oben verlassen hat :'(.
Mit Fiasp dagegen kann ich, bei Verkürzung des SEA von 45 auf 25min, selbst bei Mengen von 80g KH (mehr wurde nicht getestet) keine Probleme feststellen :o. Der BZ beibt bei gleicher Insulinierung innerhalb des TB als hätte man ihn dort festgenagelt.  :super:

Ich hoffe jetzt natürlich, dass es dabei bleibt.  :mahl:


LG

Rol



 
« Letzte Änderung: Mai 08, 2017, 20:23 von Rolon »

Offline Joerg Moeller

  • Administrator
  • Special Member
  • *****
  • Beiträge: 15241
  • Country: de
  • Ohana heißt "Familie"...
    • Diabetesinfo
  • Diabetestyp: DM 1
  • Therapie: Insulin-Pumpe
Re: Fiasp
« Antwort #12 am: Mai 09, 2017, 14:27 »
Einfach nur ... ultra-schnell brauche ich ja nicht und überhaupt neumodischer Kram, der gefährlich sein könnte.

Mal ne Frage an die dienstälteren Semester hier: Wie war das bei der Einführung der Analog-Insuline? (neben der Preisproblematik) Gab es da auch solche Vorbehalte gegen neues?

Ob du "ultra-schnell" brauchst oder nicht sollte - denke ich mal - deine Entschidung sein. Du bist ja derjenige, der mit dem SEA klarkommen muss. Mit gefährlich sein könnte hat er Recht, das wird sich im Lauf der Zeit zeigen. Das ist aber bei den meisten Medis so: man muss zwischen Risiko und Nutzen abwägen.

Bei mir war es damals mit dem Umstieg von Actrapid auf Humalog kein Problem. Ich hatte aber auch knallharte Argumente: im Krankenhaus auf Intensiv kann man keinen SEA einplanen. Da kann immer ein Notfall eintreten und dann hat man keine Zeit zum Essen. Man ist da also drauf angewiesen, erst nach dem Essen zu spritzen. (Mit Sea ist der BZ zwar schoner, aber mit ESA ist er bei Humalog auch deutlich akzeptabler als bei Normalinsulin)

Viele Grüße,
Jörg
Meine Seite über Diabetes: http://www.diabetesinfo.de/
Meine Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Diabetesinfo.de/

 

Back to top