Autor Thema: Fiasp  (Gelesen 3000 mal)

Offline Gyuri

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Re: Fiasp
« Antwort #10 am: Mai 05, 2017, 22:28 »
(…)
Ich habe gerade wieder einen Aufsteh-Anstieg von 90 auf 150, aber es sind eben nicht immer diese +60. Daher ist zum Aufstehen ein Bolus nur schwer zu kalkulieren. (…)
Eben WEIL es immer Schwankungen geben kann, ist es ein mühsames bis hoffnungsloses Unterfangen einen festen Korrekturwert zu bestimmen. Ich weiß nicht wie ihr darüber denkt, aber ich löse dieses Problem, indem ich mich für den mittleren Tagesverlauf interessiere….

Ich kann jetzt einen GROBEN Vergleich von Apidra zu Fiasp aufzeichnen, muss mich aber gleich entschuldigen, weil ich dazu zwei verschiedene Libre-Diagramme verwenden muss.

(größer durch KLICK)

Aus diesen Diagrammen kann man nur jeweils die über Mediane gemittelte Tageskurfen entnehmen und (mit kleinen Einschränkungen) auch die Streuungen über den jeweiligen Zeitraum.

Ich kann euch versichern, dass die Dosierungen in beiden Zeiträumen in etwa gleich groß waren und etwa zur gleichen Zeit statt fanden. Über die genauen BE-Aufnahmen kann ich leider nichts genaues sagen, Unterschiede dürften sich aber eher in den Streuungen niederschlagen, die in beiden Zeiträumen … schlimm waren.

Den Freunden des HbA1c kann ich hier zeigen, dass von den schlmm geschätzten 10,8% auf weniger schlimm geschätzte 9,8% doch ein gewisser erster Erfolg zu verbuchen wäre.
Ich traue aber diesem Langzeitwert nicht über den Weg. Aber eines mag der aufmerksame Betrachter der Mediane erkennen.

Ich spritze meiner Frau gegen 6 Uhr 25 IE und gegen 8 Uhr noch mal 10 IE spritze. Frühstück gibt es erst gegen 9:30. Bei Fiasp fällt die Glukose schneller ab aber auch nur um ca. 70 mg/dl.
Da das Nieau seit Fiasp über Nacht aber etwas niedriger ist, Kommen wir jetzt dem vorläufigen Zielwert von 180 mg/dl etwas näher. Dumm nur, dass man einen Nüchternwert eher zwischen 80 und 120 mg/dl sehen will - ich jedenfalls.

Alles in allem gibt es mit diesen (vielleicht durch Fiasp) veränderten Werten für den Diabetologen etwas zum Überlegen. Ich bin aber davon überzeugt, dass mit Fiasp weiter gemacht wird.
Gruß vom Gyuri
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Offline Rolon

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Re: Fiasp
« Antwort #11 am: Mai 08, 2017, 11:21 »
Ich teste Fiasp seit 18.04.17. Da es sich aber "nur" um eine Modifikation des von mir seit langem aussortierten Insulin Aspart handelt hatte ich keine besonders großen Erwartungen. 

Die Praxis sieht  jedoch ganz anders aus. Ich habe das Letzte halbe Jahr auf Low Carb umgestellt, da es mir weder mit Novorapid, noch mit Apidra, oder Humalog und bei ausreichendem SEA möglich war mehr als 30g KH einzuwerfen ohne das der BZ anschließend meinen Toleranzbereich (3,9-8,3 / 70-150) nach oben verlassen hat :'(.
Mit Fiasp dagegen kann ich, bei Verkürzung des SEA von 45 auf 25min, selbst bei Mengen von 80g KH (mehr wurde nicht getestet) keine Probleme feststellen :o. Der BZ beibt bei gleicher Insulinierung innerhalb des TB als hätte man ihn dort festgenagelt.  :super:

Ich hoffe jetzt natürlich, dass es dabei bleibt.  :mahl:


LG

Rol



 
« Letzte Änderung: Mai 08, 2017, 20:23 von Rolon »

Offline Joerg Moeller

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Re: Fiasp
« Antwort #12 am: Mai 09, 2017, 14:27 »
Einfach nur ... ultra-schnell brauche ich ja nicht und überhaupt neumodischer Kram, der gefährlich sein könnte.

Mal ne Frage an die dienstälteren Semester hier: Wie war das bei der Einführung der Analog-Insuline? (neben der Preisproblematik) Gab es da auch solche Vorbehalte gegen neues?

Ob du "ultra-schnell" brauchst oder nicht sollte - denke ich mal - deine Entschidung sein. Du bist ja derjenige, der mit dem SEA klarkommen muss. Mit gefährlich sein könnte hat er Recht, das wird sich im Lauf der Zeit zeigen. Das ist aber bei den meisten Medis so: man muss zwischen Risiko und Nutzen abwägen.

Bei mir war es damals mit dem Umstieg von Actrapid auf Humalog kein Problem. Ich hatte aber auch knallharte Argumente: im Krankenhaus auf Intensiv kann man keinen SEA einplanen. Da kann immer ein Notfall eintreten und dann hat man keine Zeit zum Essen. Man ist da also drauf angewiesen, erst nach dem Essen zu spritzen. (Mit Sea ist der BZ zwar schoner, aber mit ESA ist er bei Humalog auch deutlich akzeptabler als bei Normalinsulin)

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Duff Rose

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Re: Fiasp
« Antwort #13 am: August 01, 2017, 12:52 »
Moin,

seit heute teste auch ich Fiasp. Ich hab in Vergangenheit immer unter sehr hohen PP- Spitzen gelitten sowie unter häufigen Hypos bei Ende der Insulinwirkzeit (Apidra), meistens Mittags.
Der erste Test ist verblüffend. Mein BZ-Verlauf nach nem 4,5 BE Nougathörnchen zeigt fast eine Linie und die UZ am Mittag blieb sogar aus. Vielleicht Glück, aber es ist unheimlich toll wenn man Erfolge verspürt, auch wenn es nur einmalige sind.  :banane:



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Offline Gyuri

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Re: Fiasp
« Antwort #14 am: August 01, 2017, 15:05 »
(…) Mein BZ-Verlauf nach nem 4,5 BE Nougathörnchen zeigt (…)  :banane:
:ironie:
Mehr muss meine Frau nicht lesen. Ab jetzt werden verstärkt Nougathörnchen gegessen!  :pfeif:
Gruß vom Gyuri
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Offline Joerg Moeller

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Re: Fiasp
« Antwort #15 am: August 02, 2017, 10:30 »
Ich hab in Vergangenheit immer unter sehr hohen PP- Spitzen gelitten sowie unter häufigen Hypos bei Ende der Insulinwirkzeit (Apidra), meistens Mittags.

Rein objektiv betrachtet stehen PP-Spitzen ja für einen zu kurzen SEA und Hypos am Ende der Wirkdauer für zuviel Bolus.

Kann es sein, dass Du versucht hast die PP-Peaks mit einer Erhöhung des Bolus zu glätten?

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Duff Rose

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Re: Fiasp
« Antwort #16 am: August 02, 2017, 11:01 »
Jein. Es spielt noch die Veränderung des Faktors eine Rolle. Morgens hab ich ein Aufstehphönomen sowie einen Faktor von 2. Mittags sinkt der Faktor auf 1,5 und meine Basalversorgung liegt mit Lantus etwas erhöht. Durch die längere Insulinwirkdauer, abgegeben um ca. 09:00 Uhr gelange ich so Mittags zu niedrigen Werten. Ist die Insulinwirkdauer verkürzt, wirkt diese eben noch innerhalb des größeren Faktors.

Auf der anderen Seite kann es dennoch sein, dass ich vielleicht zum Frühstück eine Einheit weniger geben kann was deine Aussage bestätigt. Wird die Zukunft zeigen.

Bin überaus positiv überrascht wie meine BZ- Verläufe derzeit aussehen.
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Offline Kladie

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Re: Fiasp
« Antwort #17 am: August 02, 2017, 14:56 »
Hallo Joerg,

Auch ich glätte die pp Spitzen mit einem SEA - allerdings effektiver als Duff Rose, da ich durch die Resistenz etwas freier in der Dosierung des Bolus sein kann.
Meine Vorgehensweise habe ich ja schon öfter beschrieben und die Reduzierung des pp Wertes erfolgt bei mir, durch einen  möglichst tiefen BZ vor dem Frühstück um danach eine reduzierte Spitze zu bekommen. Ist eben schon ein Unterschied ob der Anstieg bei den Frühstücks-BEs von 70 auf 160 mg/dl oder von 130 auf 210 mg/dl gehen.
Wie Duff Rose auch schreibt, ist durch den SEA auch die Gefahr einer Hypo nach dem Essen geringer weil die Wirkdauer des Bolus um die Zeit des SEAs verringert ist. Da machen 15 Minuten vielleicht nicht so viel aus aber bei mir sind es 60 - 90 Minuten und da kann ich den Bolus auch ein wenig erhöhen ohne Probleme zu erwarten.

Auf einen Test mit Fiasp muss ich noch etwas warten aber ich denke ich werde es auch mal versuchen.
Wir sollten aus der Vergangenheit lernen
und in der Zukunft alles ausprobieren.

Offline Joerg Moeller

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Re: Fiasp
« Antwort #18 am: August 03, 2017, 10:46 »
...die Reduzierung des pp Wertes erfolgt bei mir, durch einen  möglichst tiefen BZ vor dem Frühstück um danach eine reduzierte Spitze zu bekommen. Ist eben schon ein Unterschied ob der Anstieg bei den Frühstücks-BEs von 70 auf 160 mg/dl oder von 130 auf 210 mg/dl gehen.

Ja, und das ist sogar physiologisch erklärbar. Es liegt an der Magen-Darm-Motilität, also an der Geschwindigkeit, mit dem der Speisebrei in Richtung Zwölffingerdarm bewegt wird (wo ja die Aufnahme der Nährstoffe ins Blut erfolgt). Bei niedrigem BZ laufen die Muskelkontraktionen schneller ab als bei normalem BZ. Und bei höherem BZ werden diese Kontraktionen verlangsamt.
Deswegen hat man bei 70 mg/dl einen kürzeren SEA als bei 150.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Hinerk

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Re: Fiasp
« Antwort #19 am: August 03, 2017, 12:39 »
...die Reduzierung des pp Wertes erfolgt bei mir, durch einen  möglichst tiefen BZ vor dem Frühstück um danach eine reduzierte Spitze zu bekommen. Ist eben schon ein Unterschied ob der Anstieg bei den Frühstücks-BEs von 70 auf 160 mg/dl oder von 130 auf 210 mg/dl gehen.

Ja, und das ist sogar physiologisch erklärbar. Es liegt an der Magen-Darm-Motilität, also an der Geschwindigkeit, mit dem der Speisebrei in Richtung Zwölffingerdarm bewegt wird (wo ja die Aufnahme der Nährstoffe ins Blut erfolgt). Bei niedrigem BZ laufen die Muskelkontraktionen schneller ab als bei normalem BZ. Und bei höherem BZ werden diese Kontraktionen verlangsamt.
Deswegen hat man bei 70 mg/dl einen kürzeren SEA als bei 150.

Viele Grüße,
Jörg
Moin Jörg,
dann ist ja die Methode den SEA an die aktuelle BZ Höhe zu binden, die ich für mich anwende, mit verantwortlich für meine guten pp Werte.
Wieder was gelernt.

MlG

Hinerk
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